Hältnis
Hä́ltnis, n., –ses; –se; f.; –se:
(mundartl.) Halt (s. d. 2): Der Winter wär’ unerträglich, so ganz ohne H. 1, 194; Die Hölzer im Rade, so in der Welle stecken und dem Rad die H. geben. 68a.
Zsstzg. hochd., im Allgem. n.: Be-: ein Raum, insofern er Etwas in sich schließt oder dazu dient, Etwas darin aufzubewahren, vgl. Behälter: Das Köfferchen, in ein starkes eichenes B. eingeschlossen. G. 15, 308; Ihren elenden Seelen ein gutes B. [Aufenthaltsort, den Himmel] zu sichern. Klinger F. 23. — Weidm.: ein Dickicht als Aufenthaltsort für Wild.
Anm. Mundartl. ohne Uml., als fem. und adverbiell = unter Vorbehalt, s. u. vgl.: Die Gehaltnis. Ver-: die Beziehung, worin Etwas zu etwas Andrem steht, die Art und Weise, wie es sich in Bezug auf Etwas verhält, soz. B.: (Mathem.): die Maßbeziehung, wie eine Größe in einer andern enthalten ist, entweder als Theil in der Summe (Arithmetisches V.), oder als Faktor im Produkt (Geometrisches V.), vgl. Proportion; ferner: Der Gewinn wird nach V. [nach Maßgabe] der eingelegten Gelder vertheilt; Im V. zu der Arbeit ist der Lohn gering, wenn man ihn mit der Arbeit vergleicht, ihn danach misst; Der Lohn steht nicht im V., steht in keinem V. zur Arbeit, d. h. nicht im richtigen (vgl. Verhältnismäßig), seltner: Für ein Stück Geld, das selbst vor Jahrhunderten in keinem V–e gegen ihre Dienste stand. 6, 182; Im V. [in Verbindung], in freundschaftlichen V–sen mit Einem stehen; Ein V. mit einem Mädchen haben oder unterhalten = Liebes-V.; Der V–se — Sie wissen, was das Wort bezeichnet — bin ich überdrüssig. Ich habe mit einer Grisette wie in der Ehe gelebt. R. 8, 84 etc.; Unter den obwaltenden V–sen; Die V–se, in denen er lebt [seine Lage etc.], sind nicht glänzend; Seine V–se erlauben ihm solche Ausgaben nicht, bestimmter: Seine Vermögens-V–se etc. — Meine V–se gegen die Universität brachten es mit sich. B. 2, 265; Noch weiß ich kein V., das mich lockte. 13, 134; Dann entspringen noch hundert andere V–se daraus .., die auch auf dich Bezug haben. 15, 7; In der Pension, wo sie in sehr drückenden V–sen lebt. 14; So stand sie, entfernt oder nah, immer mit ihm in V. 184; Mein früheres gutes V. zu jenem Knaben hatte ich fortgesetzt. 20, 196; Daß ich mich für das V. [verhältnismäßig] verwundersam wohl befinde. Zelter 6, 98; Dieses geheime V., welches zwischen uns bestand. M. 3, 290; Sein V. oder vielmehr seine Verhältnislosigkeit zu diesem Hause. Am. 69; Das schöne V., das unter uns ist. G. 2, 78 etc. — Dazu unzählige Zsstzg. mit Hw., z. B.: Das stattfindende Abhängigkeits-V. Gsch. 135; Das gute und natürliche Ehegatten-V. des .. Paares. 20, 242; Sich in alten Familien-V–sen herumzuschleppen. 9, 179; Ein Freundschafts-V. anknüpfen; Mit denen er in ein nützliches Handels-V. zu kommen hoffte. 16, 101; Daß meine Lebens-V–se wahrhaftes Gold waren in Vergleich zu der dürftigen Verlassenheit etc. gH. 2, 339; Liebes-V.; Jenes Macht-V. [zwischen beiden Parteien] mußte also auch fürs Künftige fortdauern. 883a; Das Sach-V. [wie sich die Sache verhält; die Sachlage]; Seine Vermögens- V–se; Man schweifte mit muthwilligem Behagen über hohe und mittlere Welt-V–se hin. 15, 85 etc., ferner mit Partikeln, nam.: Miß-V.: schlechtes, unrichtiges V., z. B.: Manches Miß-V. | löst .. durch Stufenschritte sich in Harmonie. 13, 319; Wenn zwischen ihnen einiges Miß-V. des Standes war, so glich sich dieses gar leicht durch die Denkart der Zeit aus. 15, 217; 22, 236 etc. — Lag dabei die Schuld .. an dem Nicht-V. Ihres Talents gegen die Tiefe und Gründlichkeit jenes Buches. 8, 272. — Das Un-V. zwischen den Kräften eines .. ausgesogenen Staates und einer Armee, die mehr als der zwanzigste Theil seiner Bevölkerung ist. Nachg. 325. — Wohl-V., Ggstz. von Miß-V.: Das Wohl-V. der Glieder. 31, 216; Mös. 102; In einem leidlich anständigen Wohl-V. mit einander stehen. 23, 182 etc.
Anm. Früher nicht selten fem. z. B. 2, 252; 3, 14; 459; 483; 4, 34 etc.; 1, 444; 453; 540; 2, 63; HB. 2, 186 etc., vgl. die Mz.: V–sen. Wehm. 127.
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