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Steig steigbar Steige steigen über-steig Steiger steigern steiglich Steigling ~litz ~litze
Stēīg: 1) m., –(e)s; –e:
Pfad für Steigende oder für Gehnde (s. Steg; Steige 4, vgl. nam. Schwäb. W. 508; Stieg), zumeist ein enger, schmaler, oft auch: ein steiler Weg, auch bildl.: 1. Mos. 49, 17; Zeige mir deine Wege und lehre mich deine S–e. Ps. 25, 4; 119, 35 etc.; Schmale Schneißen (s. d.) oder S–e. Döbel 2, 17a; 223a etc.; Auf felsigem S. Geibel 201; Doch sollen meine Stufen und S–e nächstens bequemer bis ganz hinauf leiten. G. 15, 25; IP. Fat. 1, 217; Platen 1, 302; Zwischen der ewigen Höh und der ewigen Tiefe | trägt ein geländerter S. sicher den Wandrer. Sch. 75a; 611b etc.; weidm. = Ausstieg (s. d.) der Fischotter. Laube Br. 290. Zsstzg. (s. die svrwdten), z. B.: Auf-S. ins zweite Stockwerk. IP. Wahrh. 7, 272 (s. Aufstieg); Dgl. Schneißen oder Birsch- S–e [„Pürsch-S–e.“]. Döbel 2, 17b; Die etwas erhöhten an den Häusern fortlaufenden Trottoirs (s. d.) od. Bürger-S–e für Fußgänger. AHNiemeyer Beob. 1, 113; Beck Arm. 150; Holtei Mensch 2, 3 etc.; Dohnen-S. oder Schneiße (s. d.). Döbel 2, 223a; Laube Br. 298; Zusammentreffend auf demselben Dornen-S. von Leiden. IP. Dämm. 119; Schroffe Felsen-S–e. G. 12, 135; Sch. 524a etc.; Fluß-S. [längs des Flusses]. G. 26, 144; Fuß-S. Forster R. 1, 27 etc.; Garten-S. Höfer Nov. 1, 49; Hexen- oder Hasen-S–e, welche Hasen durchs Getreide machen. Laube Br. 262 (s. Bockschnitt 1); Er ging .. nicht gern auf dem graden Wege nach Hause, sondern pflegte sich einen Katzen-S. zu bahnen. Immermann M. 3, 284; Den Kiesel-S. hinan. Salis; Lach-S., s. Lache II3; lachen II 3; Richt-S., ein in die Richte (s. d. 1b) gehnder S. Höfer VrgT. 153; Jahn M. 55; Schlegel Span. 2, 82; auch als Büchertitel: Richt-S. des Landrechts, des Lehnrechts; Saum-S., vgl. Saumschlag; Trödel-S., Leinpfad (s. d. und trödeln); Wendel- (Fouqué Dr. 1, 104), Windel- (Stolberg 79) S., sich windender, s. Wendel-Stieg, -Treppe. — 2) n., –(e)s; –e: s. Steige 6; 4. —
~bar, a.:
was zu steigen (s. d., Zsstzg., vergl. steiglich) ist: Jede be-s–e Nußhecke. Wackern. 4, 1289¹; Die leicht er-s–e Mauer. Pyrker 282; Mit un-er-s–en Felsen. Tieck Cymb. 3, 1; Über-s. etc. —
~e, f.; –n:
1) Treppe (s. d. und Zsstzg.), häufiger: Stiege (s. d. und Stege) — nam. eine kleine, enge und steile (zuw. = Leiter): Auf der kleinen S. sitzend, die [aus der Kajütte] auf das Verdeck führt. G. 23, 72; Hühner- S. (versch. 5), Leiter zum Hühnerwiemen; daher auch (z. B. Gutzkow R. 2, 33) schlechte Treppe etc. —
2) (s. 1) nach der Gestalt: Art Stachelschnecke, Murex dolarium, Vortreppe, vergl. Treppe, Buccinum spiratum. — 3) (s. 1) Stelle zum bequemen Übersteigen für Fußgänger, z. B. in Zäunen, Hecken etc., auch Steigsel, n.; Stiegel, f.; Stieglitze, f.; Steiglitz, m. (Nicht-Fußgängern den Weg sperrend, s. Adelung). — 4) (s. 1, vgl. Steig 1) bergauf oder bergab führender Weg (und in Zsstzg. zuw. auch: das Bergauf- und Bergab-Steigen): Die berühmte Zaberner S. .. Schlangenweis .. führt eine Chaussée .. bergauf. G. 21, 248; In den hohlen Klüften der S. H. R. 7, 20; Gemächlich ritt er die lange S. hin- unter. Möricke N. 393; Erhob sich eine S. zum Gewölbe empor. V. Myth. 1, 190 etc. (vgl. Gesteig, n., schwzr.: steiler, nicht fahrbarer Berghang etc.). Zsstzg. (vgl. Stieg) z. B.: Vor einer schroffen An-S., die es hinanging. Kürnberger N. 2, 205; Nach einer muntern Berg- S. [Berg-Reise]. DMus. 1, 1, 124; Die Sonne lwar] an ihrer Nieder-S. Rückert Mak. 2, 212; Der die jetzt fast noch unwegsamere Wald-S. heraufkam. Höfer Hausbl. (60) 1, 141; König Mar. 1, 106 etc. — 5) (vgl. 1; Leiter II 2) Gitter aus Stäben oder Latten und: Verschlag mit solchem, nam. als Behältnis für Federvieh, s. Schm.; Adelung (und ahd. scaf-, swinstige, Schaf-, Schweinstall etc. Graff 6, 624 ff.), z. B.: Hühner-S. (versch. 1) etc. — 6) eine Zahl von zwanzig, auch n.: Ich hatte zwanzig Pulsschläge gezählt; damit fing ich ein neues S. an. Bode Empf. 1, 142 etc., häufiger: Stiege (s. d.). —
~en: I. stieg; gestiegen, intr. (gw. mit sein, doch s. 1a; c; d) und (3) tr.:
sich in die Höhe, aufwärts bewegen:
1) insofern Dies mit aufgehobnen Beinen (gehnd, tretend) geschieht (vgl. klettern etc.). Hier wird s. auch ausgedehnt auf die entggstzte Richtung, doch muß diese natürlich bes. angegeben werden: Auf das Dach, den Tisch, den Baum, den Berg etc. s., hinauf-s.; von dem Dach etc. s., hinab-, hinunter-s.; Aufs Pferd etc. s.; auf-s.; Vom Pferd s.; ab-s. (s. herab 3); Ins Bett, in die Grube etc. (hinein-); aus dem Bett (her- aus-) s.; Als Fahrgast etc. in eine Kutsche, in ein Schiff etc. s. (ein-s.); aus der Kutsche etc. s. (aus-s.); Über die Mauer, den Zaun s. (hinüber-s.) etc.; auch z. B.: Auf den Thron s., als Regent; vom Thron s. etc.; bildl., z. B.: Bis zu der Quelle (s. d. 6 Nicolai) s. etc. —
a) auch mit Acc. der Ausdehnung, zeitl. und räuml. (zumeist mit sein, vereinzelt mit haben, vgl. aus-s. 2): Man muß 500“; zwei Stunden s., ehe man oben ist etc.; Daß ich manchmal des Tages die hohe Stiege .. zu viermalen gestiegen habe. Schweinichen 3, 66; Eine Staffel von der Ehrenbühne des Ranges abwärts s. Musäus M. 3, 164; Die Treppe, Leiter; den Berg s. (hinan-, hinauf-s., hin- unter-s. etc.); seltner: Jene Höhen . ., die du noch [er-] s. musst. Kl. Od. 1, 81; ferner: Als sie vom Schäumen des Meers noch tröpfelnd die Fluthen heraus stieg. Zachariä 1, 280 = Als sie .. aus den Fluthen herausstieg. Murn. 4 etc. Subst. Infin.: Das Berg-, das Treppen-S. und Partic.: Der Berg-S–de etc. —
b) zuw.: mit hochgehobnen Beinen (wie ein S–der) gehn (vergl. stapeln), aber nicht, wie Adelung meint, weidm. = gehn, von Bären, Bibern, Ottern, sondern (s. o.): Der Otter steigt aus dem Wasser, gehet über Land. Döbel 1, 41b (ebenso vom Biber); Der Bär steigt auf Bäume, geht zu Holz etc., dagegen (vgl.
2) weidm. von Vögeln hoher Jagd: Zu oder vom Baume s., treten (vgl. baumen 4). Döbel 1, 45b; Laube Br. 290. — Ferner gw. mit haben: c) von Pferden: sich bäumen. Musäus Ph. 1, 60; Sch. 452b etc. — d) von einigen männl. Thieren: sich begatten: Die Füllen der Esel, so noch nicht gestiegen haben. Ryf Th. 4; vom Eber. 6; Eppendorf 85; vom Ochsen. 79 etc. — 2) auch in andern Fällen als 1, doch — außer in Verbind. der Ggstze: auf- und — ab-, nieder-s. — nur aufwärts, s. als Ggstz. fallen 1b; sinken 1; sich senken 2, auch für die Bsp., wonach weitre kaum nöthig, doch s.: Einem steigt — das Haar (s. d. 1c, z. B. Langbein 1, 3; Sch. 730a), gw.: zu Berge (Musäus M. 4, 94), das Blut, die Röthe ins Gesicht; Etwas zu Kopf (s. d. 2t), zu Sinn (s. d. 3s); die Galle (W. 11, 48; HB. 1, 30 etc.) — ins Blut; der Muth und Dünkel (G. 19, 72) etc.; Um so und so viel; zu dem und dem Punkt; bis zu dem und dem Grade s. etc.; Die jetz’gen Musterrollen s. schon | auf aus- erlesne 20000 Mann. Schlegel Sh. 6, 215 etc.; Der Fürst hat soviel Gradsinn, daß es zum Scharfsinn steigt. Ense T. 2, 237; Durch eine ganz natürliche Wirkung . . stieg seine Recitation .. zu einer hohen Stufe von Wahrheit. G. 16, 329 etc.; Das S. des Barometers, Thermometers, Kourses, Preises, Terrains etc.; S–de und fallende Progressionen etc.; Eures Haders Ursprung steigt hinauf | in unverständ’ger Kindheit frühe Zeit. Sch. 492b etc.; Zu verhüten, daß das hammergare Kupfer sich beim Erkalten in den Formen ausdehne („steige“). Karmarsch 2, 522 etc. —
3) tr.: s. II; ferner bursch.: Einem ein Glas etc. s. (vor-s.), vortrinken; es ihm nach-s. — Dazu:
4) Steigung, s. Gefäll 1 und z. B.: Die Steigung (Ganghöhe) des Schraubengewindes. Karmarsch 1, 330 etc. —
5) Steiger:
a) Jemand, der — und insofern er — steigt: Die hohen Steiger fallen gern. Sprchw. (Agricola 205 etc.), außerdem nam. in Zsstzg., z. B.: Phallussteiger. W. Luc. 5, 324 (vgl. 322), auf einen Phallus hinauf-s–d; Berg- steiger (versch. b). vHorn Gemsj. 45; Kohl A. 1, 30 etc.; Gemsensteiger [berg-s–der Gemsjäger]. Luther 1, 378b; Kustelsteiger, s. Kustel etc.; auch von Thieren, z. B.: Hürdensteiger, s. spinnen 2b; ferner sachl., z. B. = Rakete. —
b) (Bergb.) Steiger, Bergsteiger (versch. a), Aufseher über die Arbeiter und Grubengebäude (vergl. Grubenhüter), z. B. G. 40, 205 etc. (bildl. Steigerin. IP. 3, 26), nach der Verschiedenheit der Arbeiter z. B.: Gruben-, Jungen-, Kunst-, Maurer-, Poch-, Wasch-, Zimmer- und dem Range nach: Ober- und Untersteiger. — Zsstzg. (vgl. II), z. B.: Áb-:
1) Vom Pferd, vom Wagen a. oder bloß: A.; auch: Bei Jemand; in einem Gasthaus [einkehrend] a. etc. —
2) (s. 1) außerdem statt herab-, nieder-s., z. B.:
a) s. auf-s. 5. —
b) selten sonst: Daß Christus abgestiegen in die Hölle. Luther 6, 363b; Auf dieses Felsen Spitz .. mag kein Mensch steigen noch davon a. Schaidenreißer 51a [12, 77]; Steig ab ins Loch! Sch. 135a; Bis in entschiedenem Gang absteigt von Kronion ein Fahrwind. V. Il. 14, 19 [Variante: Bis ein entscheidender Sturm sich herunterstürzt von Kronion]. —
An-:
1) [1] Den Berg etc. a., vgl. bergan steigen; Alles Himmelansteigende. H. R. 7, 19 etc.; auch [1b]: Mit Etwas angestiegen kommen (s. d. 5b). Claudius 1, 136. —
2) [2] z. B.:
a) Das Terrain steigt allmählich, sanft an; Schroff a–d starren ihm | die Felsen .. entgegen. Sch. 539b etc.; Kampf zw. a–den und nieder-s–den Richtungen. Görres V. 17 etc. —
b) steigend anwachsen: Das Wasser ist —; durch die Zinsen ist das Kapital so hoch angestiegen etc. — in die Höhe steigen (theils von etwas schon sichtbar Vorhandnem, theils (s. 4) von etwas dadurch erst sichtbar Werdendem, zur Erscheinung Kommendem, z. B.:
Āūf-:
1) [1] A. (aufs Pferd, auf den Wagen etc.); seltner: vom Tisch (G. 28, 170, s. aufstehen); Ich stieg [stand] heute eine Stunde früher auf. G. Stein 2, 261 etc.; Gemächlich auf-zu-s. [auf den Baum; hinauf-zu-s.]. G. 2, 197 etc.; bildl.: Vom niedern Dienst im Stalle stieg ich auf. Sch. 352a; Zu hohen Würden, Ehren etc. a., seltner so bloß: A. Ense T. 6, 437, vgl.: Vom A. und Fallen Pästum’s. G. 30, 93 etc. Zuw. mit Accus.: Einen Berg (Günther 98); die Ehrenstufen (515); den Thron (Logau 1, 1, 3) a., s. 5. —
2) [2] Luftballons, Drachen, Raketen, Lerchen etc. steigen auf. —
3) [2] Ein Terrain steigt auf; Sanft a–de Hügel. G. 27, 191; Wo .. der Weinberg | aufstieg steileren Pfads. 5, 31 etc.; Tannen mit hoch a–den [ragenden] Wipfeln. V. Il. 5, 560 etc. —
4) Aus dem Wasser a. [1]. 2. Mos. 41, 3 etc., aber auch z. B. [2] von der Sonne, von Gestirnen etc.; Zaubernacht, | steig auf in der alten Pracht! Tieck; A. [aufsprießen] .. wird .. ein Rosensproß. Daumer 1, 32; V. Od. 9, 109 etc.; Tief vom Herzen steigen [quellen] | die heißen Thränen auf. Geibel Rod. 74 etc.; Wie aus Wust einöder Verwilderung aufstieg | Ordnung und Zier. V. 2, 40 etc.; Rauch, ein Qualm, Nebel, Duft, Gewölk, Ungewitter steigt auf etc.; (In) Einem steigt ein Gedanke, eine Empfindung, eine Hoffnung, Furcht, Sorge, ein Zweifel, ein Entschluß auf etc. —
5) Oft verbunden mit Ggstz.: Auf- und ab- oder nieder-s., z. B.: an der Leiter (1. Mos. 28, 12 etc.) oder mit Accus.: die Leiter, die Treppe, die Stufen, den Berg; Die schönste Wendeltreppe ..; man wird nicht müde, sie auf- und ab-zu-s. G. 23, 79 etc.; Wie Himmelskräfte auf- und nieder-s. 11, 21; Von auf- und nieder-s–den Strahlen. 39, 343; Was für Empfindungen auf- und ab-s. 7, 331; Das Auf- und Ab-S. (Hebung u. Senkung, s. 3) des Erdreichs. 25, 7; Ob die Literatur im Auf- oder Ab-S. begriffen. 22, 122; 39, 70; Daß Alles .. aufsteige; allein der Glaube steige ab. Weidner 155 etc. Bes. oft im Partic.: Auf- und nieder-s–de Knoten (s. d. 10), Zeichen des Thierkreises; Eine so seltsam auf- und ab-s–de Linie beschreiben. Monatbl. 2, 225b etc., vgl.: Lebensläufe nach a–der Linie. Hippel; Nach a–der Ordnung. G. 20, 230; In a–der Reihe etc. und so auch: Ab-s–d (wie es außer dem Partic. nicht üblich), auch z. B.: Man zähle ab-s–d die Sprossen etc. Gentz Rev. 148; minder gw.: Schon ist der Abend ab-s–d. Tieck 1, 382. —
6) Die grade Aufsteigung, Rektascension (s. d.); Diese nobeln Aufsteigungen [in Einem a–den Gedanken, s. 4]. Diesterweg Jahrb. 1, V. — Aūs-:
1) aus dem Wagen, aus dem Schiff steigen etc. G. 8, 205; 19, 60 etc. —
2) das Steigen vollenden: Unendlich ist die Liebe; täglich steiget sie; | doch ausgestiegen hat sie nie. Nicolai 4, 26 etc. — Be-, tr.: Etwas b., steigend betreten; dar- auf, darein treten: Das Pferd, das Schiff, den Wagen, die Leiter, Stufe, Kanzel, den Lehrstuhl, das Bett, Ehebett, den Thron, das Blutgerüst, den Berg b.; Das Schifflein bestieg wie ein stolzes Roß die höchsten Wellen auf und ab. Zelter 3, 145 etc.; Besteiger (Humboldt KlSchr. 1, 392), Besteigung des Montblanc; Thronbesteigung. — c I. Dúrch-: hindurch-s., z. B. durchs Fenster etc. — II. Durch-, tr.: steigend durchwandern etc. G. 6, 331; L. 7, 3 etc. — Eīn-: hinein-s.: E. lin den Wagenl; durchs Fenster ins Haus; zum Fenster; zum Bad (V. Od. 6, 221). — Empōr- [1; 2]: in die Höhe steigen, mit schärfrer Hervorhebung des ,Nach-Oben“ als bei auf-s. (s. d. 1—4): Ganz sachte aus der Demuth zu der Selbstgefälligkeit e. G. 16, 179; Steig unsrer Lieder Schall | zu- erst dem Gott empor, der etc. Matthisson A. 7, 43; Langsam . stieg sie [die Eiche] empor. V. 3, 5; Als .. Eos .. emporstieg. Od. 2, 1; Jl. 2, 150; Auf einer Anhöhe stieg ein Tempel empor [der fertige stand ragend]. W. 7, 68; Das Volk, unter dessen Augen dieser schöne Tempel emporstieg [werdend sich erhob]. 195 etc. — Ent-: aus einem Raum hervor-s.: Aus salziger Fluth e. V. Od. 4, 401, häufiger: der Salzfluth (24, 55), den Wohnungen (23, 85), dem Erebus (Schubart 2, 72), dem Schoß der Nacht (G. 12, 168) e.; Dessen Ruhm nicht seinem Talent allein .. entstiegen ist. Ense B. 4, 194; D. 6, 290 etc.; Grab- (Heine Rom. 61), schaum- (Lied. 330), meer- (Schwegler [47] 211) entstiegen etc. — Entgêgen- [1; 2]: G. 7, 0 315; 9, 226; Sch. 409b etc. — Er-:
1) tr.: Etwas e., so steigen, daß man oben darauf steht, es inne hat etc.: Den Gipfel des Bergs, den Berg, die Leiter, die letzte Stufe, der Ehre höchste Staffel (Sch. 319a), die höchste Gunst (799a) etc.; die Mauer der Stadt; die Stadt (stürmend) e.; Dein jungfräuliches Bett mit Sturm e. Sch. 124b etc. —
2) veralt. intr.: Wenn ein Ungewitter will e. [sich erheben]. Kantzow 2, 430 etc., auch refl.: Sich bis zum Ararat e. Humboldt Ens. 283. — Fórt-:
1) fortfahren zu steigen, Görres V. 26. —
2) sich steigend fortbegeben. — Hêr-, hin-, heráb- etc. [1; 2]. — Nāch-: steigend folgen: 1) [1]. — 2) [2] Der frohen Theilnahme .. stiegen verstohlne Wünsche nach. Thümmel 5, 179; G. 13, 295 etc. —
3) [3]. — Nīē- . 0] der- [1; 2]: hernieder-s. G. 13, 45; 136; Sch. 75b; 385b etc. — I.
Über-, intr.:
1) hinüber-s.: Er wollte an den Spalieren ü. G. 17, 66; Müllner 6, 101 etc. —
2) (s. überfließen I und Anm.) Wie vom geschmolznen Schnee ein Bächlein übersteigt (oder –⏑́?). G. 11, 144. — II. Über-: 1) intr.: s. I 2. — 2) tr.:
a) (s. I1) Mauern, Palanken, hohe Berge ü.; bildl.: Hindernisse, Schwierigkeiten ü.; Die .. Arbeit ist überstiegen [überwunden]. Palleske Sch. 1, 103 etc. —
b) (s. I 2) Ein Fluß übersteigt das Ufer, — seltner (Günther 507) sich selbst. —
c) höher steigen als das Obj. (vgl. überfliegen I1b): Wie hoch die Leipziger den Nachbar ü. Günther (vgl. 3), bes. mit sachl. Subj.: Etwas übersteigt allen Glauben, alles Lob, meine Kräfte, meine Fassungsgabe etc.; Daß eure Kunst viel Künste übersteigt. G. 11, 82; Wenn nicht sein Genie das meinige hierin übersteigt. Sch. 104a etc. —
d) (selten) Wenn mich die Zweifel ü. Seume Gd. 93, vergl. überschleichen I 1 etc. —
3) refl.:
a) s. 2b. —
b) sich steigend übernehmen; zu hoch steigen, daß man nicht weiter kann (sich ver-s.), nam. übertr.: Einen Begriff . ., den, ohne sich selbst zu ü., man kaum .. deutlich machen kann. Kant SW. 1, 183; Sie ü. sich so hoch damit, daß sie es von dem Jhren übel können ausrichten. Kantzow 2, 407; Natürlich, daß Die, die groß und erhaben schreiben wollen, alles .. Niedere zu vermeiden suchen; aber ehe sie sich’s versehen, ü. sie sich. IGSchlosser Longin 46 etc., s. 4. —
4) zu 3b: Die Hoffnungen sind gw. so überstiegen [übertrieben], daß etc. Scherr Hofgsch. 133; Die neuesten überstiegenen Poeten. Gervinus Lit. 3, 477 etc.; Beispiele lächerlichster Überstiegenheit [Schwulst etc.]. 345. — Ver-: s. über-s. 3b; 4:
1) retl.:
a) eig.: Daß sie sich selbst nicht .. ver-s., wie den Gemsensteigern geschieht. Luther 1, 378b; PHeyse NN. 41; Schefer L. 215 etc. —
b) zuw. [1b] ohne den Begriff der Höhe zu weit gehn etc.: Jhr tretet ab und Jene bleibt; | doch müsst ihr euch nicht gar zu weit ver-s. W. 10, 39 etc. —
c) bildl.: Weiter als zu einem Altar etc. konnte ihre Einbildungskraft sich nicht ver-s. G. 15, 187 [Das war das Außerste, wozu sie sich erheben konnte]; Da er so weit sich verstiegen und verpredigt hatte. Luther 6, 497b; Versteigt er sich in dem platonischen Mysticismus. JvMüller 7, 19; Man sagt von einem Menschen, der unverständlichen Träumen nachhängt, er versteige sich in den Lüften. Schlegel Dr. 1, 307; Sich zu hoch ver-s. W. 3, 51; 20, 147 etc. —
2) substant. Infin. ohne sich (s. d. †): Die Gefahren des V–s (1a). Tschudi Th. 566 etc. —
3) Verstiegen, vgl. zu hoch, hinaufgeschroben etc. Klinger Teutsch. 407; Nicolai 1, 184; Gervinus Lit. 3, 244; 440; Verstiegenheit. 439; 134; Danzel 394; 407; Schwegler (46) 545 etc. — Zurück- etc. — II. tr. mit schwacher Abwandl.: steigen (I) machen; steigern (s. d.). —
~er: s. steigen [5 und Zsstzg.]. — ~ern, tr. etc.:
1) bewirken, daß ein Steigen (Wachsen) in Etwas eintritt, z. B.:
a) Etwas s., z. B. seine Forderung; den Werth, Preis; die Miethe, das Honorar (G. 22, 84) etc., auch: Jemand im Preis, mit der Miethe; Ihn bei der Erneuerung des Kontrakts zu s. G. 16, 331; 58 etc.; Wir haben .. die Vhe .. bedeutend s. sehen (s. d. 5b). 18, 297 = sich s. (s. b) etc.; Durch Sparsamkeit ein Gut (G. 13, 258), die Scherze durch manchen Schwank (22, 14); an Etwas sein Entzücken (4, 11) etc.; Etwas bis zum Äußersten (Droysen Y. 1, 190), bis aufs Höchste (Ar. 1, 130), bis zum Scheitelpunkt (Zelter 4, 347) s.; Der Ggstz., wodurch .. das Blaue nahe bis an den Purpur gesteigert [wird]. G. 39, 202 etc.; Der gelbe Eisenocher steigert sich [s. b] zu einer sehr hohen Röthe; Massikot wird in Mennige .. gesteigert. 37, 176; Gervinus Lit. 3, 440 etc.; Er steigert fast den Schritt zum Lauf. Cham. 3, 286; G. 19, 35; WHumboldt 3, 15 etc.; oft adjekt. Partic., z. B.: Der gesteigertste Jdealismus. Schelling 2, 2, 482 etc. Vgl. auch: Wenn die Policei bei verstatteter Ausfuhr den Himten noch einmal so hoch zu steigen befürchten muß. Möser Ph. 2, 44 etc. —
b) refl. (s. a), z. B.: G. 19, 27; 20, 205 etc.; Wodurch s. sich die Chöre als auf dem dazwischen von einem Akt zum andern sich s–den dramatischen Interesse? 33, 254; Sich mit und an seinen Nachbarn zu s. 3, 235; Sie steigerte sich . . in eine so schwindelnde Höhe der Leidenschaftlichkeit. Gutzkow R. 5, 184; Die Lage steigert sich bis zum Unaushaltbaren. Lewald Ferd. 3, 124; Wodurch sich Nahrungssaft zum Nervengeiste steigert. Rückert W. 4, 69 etc. —
c) Sprachl. = komparieren. —
d) Steigerung, z. B. zu c; ferner zu a, z. B.: G. 37, 174 ff.; 347; Rückert Mak. 1, 76 etc.; des Preises (oder Preissteige- rung) etc.; daher auch = Auktion (s. d. und 2). Gott- helf Sch. 296; U. 2, 8 etc. —
2) (s. 1; 1d) Etwas auf einer Auktion erstehen (s. d.): Versteigerte er zwei Äcker; Nachbar Konrad steigerte sie. vHorn Schmj. 22; 37; Etwas an sich s. (23) oder er-s. (rhD. 2, 10), an-s. (Müller-Kön. Burg 1, 61) etc., vgl.: Er steigte das Gesangbuch um hohen Preis. Auerbach D. 1, 149 etc.; auch: Auf Etwas s., in Auktionen bieten etc. — Zsstzg. z. B.: An- [2]. — Er-:
1) [1] veralt.: höher gelten machen. Kirchhof Wend. 254; Wackern. 3, 555¹⁰ etc. —
2) [2], auch: Die Holzersteigerer. Schücking GsE. 3, 26 etc. — Hināūf-:
1) [1] Einen (ETAHofmann Ausgw. 7, 93 etc.); sich zu Etwas (G. 27, 56; AdMüller Ber. 200; Zschokke 1, 357) h. etc. —
2) [2] auf Auktionen in die Höhe treiben. — Über-:
1) allzuhoch steigern. DMus. 1, 2, 27; Gervinus Lit. 5, 55; Übersteigerung. Sh. 1, 122 etc. —
2) [2] überbieten. — Ver- [2]: verauktionieren. vHorn rhD. 2, 10 etc.; Versteigerung. Tieck 16, 181; Zwangsversteigerung. vHorn Verg. 53 etc. —
~lich, a.:
s. steigbar, z. B.: Er-: Allwo die Stadt | e. ist. B. 174a; Engel 7, 30; G. 26, 203; Humboldt KlSchr. 1, 185; V. Ant. 2, 414 etc.; bes. oft: Un-e. Platen 2, 302; W. 21, 196; Luc. 5, 268 etc.; Un-E–keit. Kohl A. 3, 311 etc. — Uber-: bes.: Un-ü–e Hindernisse. W. 18, 32 etc.; Eingebildete Un-Ü–keiten. Jahn M. 54. —
~ling, m., –(e)s; –e:
in der scherzh. Zsstzg.: Über-S. [Transcendentalphilosoph]. V. 386. —
~litz(e~litz(e): s. Steige 3.
Anm. Steigen I (veralt. Impf. steig. 2. Mos. 19, 14 etc.), goth. steigan, ahd. stigan, mhd. stîgen (s. griech. οτεγα); dazu (s. Graff 6, 618 ff.) außer den obigen Wörtern auch ahd. steigal, steil (s. d.).