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Staupe stäupen Staupeern Staupeete staut stäwig
Stāūpe, f.; –n; –n-:
1) das Stäupen (s. d.), eig., nam.: Einen zur S. (Musäus Ph. 3, 13; Luther 5, 383a; SW. 26, 336) oder S–n (61, 285) schlagen, öffentlich aushaun, auch mit Uml.: Dem die Stäupe und Brandmarkung zuerkannt wird. Mundt Mir. 2, 191 etc.; übertr.: Züchtigung (vgl. 2): Jer. 30, 14, vgl. Hes. 21, 10 mit Randgl.: Die Strafe werde nicht ein Staupen und Kinderstraf sein etc.; Die Saracenen, die von den Tattern so manche S. haben leiden müssen. Luther 8, 23b; 68b; 251b (s. Reis II 2c); Er hat eine tüchtige S. verdient. W. Merck 1, 402 etc. —
2) Seuche — wohl zu 1, als „Züchtigung, Zornruthe Gottes“ etc. —, ein schwankender Ausdruck, z. B. von Thierkrankheiten, s. Falke Th. 2, 337a, vgl.: Hunde-S. 1, 421b; Vieh-S. etc.; auch von Menschen, z. B.: Die Kriebelkrankheit [s. d.], Korn-S. .., durch Genuß eines durch Mutterkorn (s. d.) verdorbnen Rockens erzeugt. Bock D. 317 etc.; bildl. z. B.: Der fünfte Akt ist eine garstige böse S., die Manchen hinreißt, dem die ersten vier Akte ein weit längeres Leben versprochen. L. 7, 11 etc. —
Stǟūpen, tr.:
mit Ruthen streichen; aushauen (s. Staupbesen und stauben 3b), eig., heute gw. nur von der öffentlichen Züchtigung Verurtheilter, z. B. Bibel; G. 7, 103; 16, 220; Platen 4, 159 etc.; doch auch: Einen Knecht (Sir. 23, 10; 42, 5), ein Kind (Hebr. 12, 6; Luther SW. 35, 146) s., noch: Soll ihn sein Präceptor s. Rabner 4, 231 etc., ferner: Aus der Versammlung gestäupt [gejagt] mit schmählichen Geißelhieben. V. Il. 2, 264 etc.; übertr.:
a) = züchtigen etc. Jer. 2, 19; Weish. 3, 5; 16, 16; Freiligrath 1, 429; Sein Name .. wird auch dem Unschuldigen vorgerücket und Er mit demselben gestäupet. H. Ph. 10, 116, vgl.: gebrandmarkt; er muß darunter leiden etc. —
b) zuw. mit sachl. Obj.: Wie stäupt, | wie geißelt [s. d. 2; peitschen 1c] die empörte Fluth | den .. Strand. Kosegarten Po. 1, 182; [Der Sturm] stäupt die Höhen. 152; Uz 2, 193 etc. — Zsstzg. z. B.: Einen aus-s. Arnim 109; Wackern. 2, 903⁷etc. (s. auch ausstäuben 1); Ausstäupung. Fichte N. 23, 31 etc.; Einen durch-s. V. Th. 7, 108; Durchstäupung. IP. 16, 33 etc.; Peitscht dies Gesindel übers Meer zurück, | stäupt fort dies freche Lumpenvolk. Schlegel Sh. 9, 206 etc.; Wenn sie [die Schulmeisterzunft] genüglich mit der Ruthe | uns zu Quiriten umgestäupt. Michaelis 89 [durch S. umgewandelt]; Wenn du [Sturm] das Meer erwühlst, sein Vermögen zerstäup st [b]. Kosegarten Po. 1, 151 etc. —
~ern: s. stöbern. — ~ete, f.:
s. stauben 5b. —
Stāūt, a.:
s. Stau. —
Stǟwig, a.:
s. Stab, Anm.