Faksimile 0565 | Seite 563
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plätzen
Plä́tzen, tr. u. intr. (haben):
1) knallend schießen, s. platzen 1c und Zsstzg. dort, z. B.: Ein Gewehr ab-, Pulver ver-p., einen Vogel vom Baum herunter- oder nieder-p.; Hielten mich für einen zu nah aufstoßenden Hasen, den der Jäger erst auslaufen lässt, bevor er ihn anplätzt [anknallt, schießt]. JP. Anh. z. Tit. 2, 68; Des angeplätzten [erschoßnen] Helden [wie Werther etc.]. Fat. 2, 266 etc. 2) (s. platzen 1d) schallend schlagen, z. B.: mit der Peitsche knallen. Weinhold, und nam. = klapsen: Ein Kind auf den Hintern p. Adelung, bei Weinhold: Plitzen; ein Kind ausplitzen. Zsstzg. vergl. die von schlagen, hauen, z. B.: Ein Kind ab-, aus-, durch-p.; Einem den Mund mit Fächerschlägen zer-p. (od. zerplatzen. Klinger) etc. 3) Schmied., Hüttenw. etc.: glühendes Metall in kaltem Wasser ablöschen, auch: bletzen (vergl. Bletzfaß), verstärkt: ab-p., etwa = zischend prasseln (oder platzen, s. d. 1c) machen? 4) einen Plätz (s. d. 4), ein Stück von der Oberfläche weg nehmen, schneiden, scharren etc., z. B.: „Einen Baum, einen Rettig an-p. [versch. 1], ein plattes Stück davon weg schneiden, hauen etc.“ Schm., so nam.:
a) Forstw.: Einen Baum p., ab-, an-p., ihn laschen (s. d. 2), anlaschen, anschalmen, s. Frisch 2, 63a; Stalder etc.: Du könntest im Wald die Bäume „blötzen“, die wir nächstens fällen. Rank SchM. 14; Mit Waldhämmern ihr Gnadenholz an-zu-p. IP. 29, 13; 38, 122 etc., bei FBWeber Term. 24a auch: anplätten und ähnlich: anplacken (s. d. 4). Gehört hierzu etwa als Übertr. die schwzr. Wendung: Plätze ab soll dir die Ürte nicht machen. Gotthelf Sch. 138, zu theuer soll dir die Zeche nicht werden, gleichsam: sie soll dich nicht zu Grunde richten etc., wie mit dem Ruf „plätze ab!“ der zu fällende Baum bez. wird.
b) weidm.: s. Platz II 3c. 5) einen Plätz (s. d. 4) oder Flicken auf Etwas setzen, flicken (eig. u. übertr.): Gotthelf Sch. 76; 83; 108; Luther 3, 366b; 8, 177b; 6, 163b; 142b (und danach Gervinus Lit. 5, 735); Schottel 1119a etc.
a) Zsstzg. wie bei flicken (s. d.): Einen Lappen an-, auf-, ein-p.; Die Hosen, den Kessel aus-p.; Wollt’ ich dir [der geplatzten Bohne] deinen Bauch ver-p., | davor einen schwarzen Flecken setzen. Waldis (Wackern. 2, 49³); Daß sie hier die Kette nicht zu sparen brauchten und nicht mit Seilstümpen zusammen-p. müßten. Gotthelf G. 332 (vgl. Amblätz. Stalder 1, 100).
b) Dazu: Plätzer, z. B.: Alt-, Kessel-, Pfannen-, Schuhplätzer etc. und: Plätzerei (vgl. Plätzwerk).
Zsstzg. mehrdeutig, z. B.: Áb- [1; 2; 3; 4]; än- [1; 4; 5]; āūf- [5]; āūs- [2; 5]; ēin- [5]; herünter- [1]; nīēder- [1]; ver- [1; 5]; zer- [2]; zusämmen-p. [5].