Faksimile 0307 | Seite 305
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Miete
I. Mīēte, f.; –n; –n-:
ein sehr kleines Insekt, Acarus, Milbe (s. d.), nam. im Käse und im Mehl, 39 Käse, Mehl-M. Dazu: Mietig, mietrig, a.: voller Mieten, von Mieten zerfressen, milbig.
Anm. Ahd. mizâ, Mücke, wie noch M. im Osnabr., s. Adelung; dagegen entspricht der heutigen hochd. Bed. frz. mite, s. Diez 230, engl. mite etc., etwa als das schneidende, nagende Thierchen?, s. Meißel, Anm. — oder etwa in Bezug auf die Kleinheit, s. Meit = das Geringste etc. (engl. mote). Schm. 2, 650, und dazu: Das schadet dem Mehl nit ein Meit. Murner Ul. 26; Zitter nicht ein Meit! Ringwaldt (Wackernagel 2, 180 Z. 24); Ders. (185 Z. 31); Vor ihm ist’s nit einer „meitten“ werth. Waldis Ps. 76, 1; Daß man Gott nicht ein Meiten kann schuldig bleiben. Fischart B. 118b; Daß nit ein Meitlein darvon [von der Schuld] überbleibt. 108b; Da wir von unser Tauf . . kein Meidlein noch ein lebendiges Gedänklein empfinden. Matthesius Pr. 183; Das kümmert mich nit gar im Meutel. HSachs G. 2, 155 etc., s. medel, Benecke 2, 18a unter made (s. d., vgl. Motte, Anm.).