Faksimile 0043 | Seite 41
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Lalte
Lálte, f.; –n; Lättchen, lein; –n-:
1) Forstw.: ein junger schlanker und grader Schößling, „Stange“ und, wie dies, auch übertr. auf hochaufgeschoßne Personen, z. B. von einer Magern: Die „lange L.“ Gutzkow Zaubr. 1, 12, s. Lode und Sommer-L. 2) eine lange, dünne, eckige Holzstange, z. B.: L–n reißen, spalten, hauen, aus jungen Fichtenbäumen; L–n sägen oder schneiden, auf der Sägemühle etc.; (Dach-)L–n auf die Sparren nageln, zur Befestigung des Stroh- oder Ziegeldachs; Der Laden des Fensters, mit leichter L. gestützet,| stand .. offen. G. 5, 160; Wenn er [der Maschinist des Theaters] . . | vielfält’ge Pappen nuf die Lättchen schlug. 2, 127; 31, 15; Wenn die Hühner sich auf ihren L–n | eine Schlafbank wählen für die Nacht. Göckingk Lieb. 44; Ein Schweinekoben .. von L–n und Brettern auferbaut. HKleist E. 1, 22; Hebt den beräucherten Rücken des Schweins von der rußigen L. V. Ov. 2, 101 etc., s. Zsstzg.
a) Als Strafe bei den Soldaten: Auf L–n liegen, in ein Gefängnis (die L–n-Kammer) kommen, dessen Boden mit dreieckigen L–n benagelt ist; Wenn er ein paar Mal die L–n oder die Fuchtel gekostet. Benedix 10, 150.
b) sprchw.: Der Kerl ist dumm wie eine L. Jffland 3, 3, 30 etc.; Mit der L. laufen, ein Narr, Geck, windiger Patron, Hans Hasenfuß sein, z. B.: Wir haben Alle Sparren [s. d.] | wer sich an Andre reibt, Der zeigt den größten Narren | . . . Meine L. lief an andre Schellen an. Gün- ther 485; Sie ärgert sich genug, daß er mit Latten lauft. 504 etc., vergl. ebenso: Mit der Leimstange laufen. Brem. Wörterb. 3, 73.
Anm. In Bed. 1 mit der Nbnf. Lode (s. d.) oder Lote, vgl. Sommer-L., ahd. sumar-lata und –lota, von dem ahd. Zeitw. (ar–)liotan, entsprießen, s. loden und goth. liudan, wachsen, wozu auch goth. lauths, gewachsen, groß, juggalauths, Jüngling, und wohl auch ahd., mhd. liud, Volk, s. Leute, nam.: Aus Kindern [Unerwachsnen] werden Leute etc. In Bed. 2 ahd. lata und latta, wohl aus 1, doch vgl. Geländer, Anm. und Leiter.
Zsstzg. meist zu [2], auch Lattenwerk, z. B.: Dác-.
Dōn-: s. Donholz. Erd- [1]: s. Sommer-L.
Fénster-: Sturz-L. Fléck-, Flíck-: zum Ausfüllen der Zwischenräume zwischen Balken und Hölzern.
Gêgen-: dreieckige Hölzer zwischen den Dachsparren zur Befestigung der Latten, s. Gegenlatter.
Hêbe-: Hebearm einer Welle, s. Daumen 4.
Kámmer-: gewölbtes Rebengeländer.
Láchter-: Stab der Markscheider von der Länge eines Lachters.
Lāūf-: anRammen, einartige Leiter zum obern Theil der Maschine hinaufzusteigen.
Lêse-: (Weber.) am Kegelstuhl ein Brett, woran die Branschen in Bündeln nach der Patrone eingelesen gebunden sind.
Māūer-: der Länge nach auf eine Mauer gelegt, damit die querübergelegten Balken nicht unmittelbar auf diese zu liegen kommen.
Rēīß-: gerißne.
Sāūm-: eine mitten durch die Fläche des Windmühlflügels gehnde Latte.
Schêr-: Scherkanter.
Sétz-: Lachter-L. Sómmer- [1; Anm.]: das einjährige Buschholz auf einem Hau: Das Austreiben [Ausschlagen] der S–n. Döbel 3, 38a; In laubichten Hölzern, welche in S–n stark treiben . . . Daß die jungen Loden nicht mit weggeschnitten werden. 46a etc., auch: Erd-, Stamm-L. oder -Lode.
Strōh-: für Strohdächer.
Stúrz-: das nachher herausgenommene starke Brett, worauf der äußre Sturz eines Fensters gemauert wird, Fenster-L.
Wáld-: Reiß-L.
Wásser-: s. Wasser-Lode und Lotte.
Wēīn-: zu Rebgeländern.
Wínd-:
1) starke Dach-L–n als Ersatz des Dachstuhls. 2) an den Windmühlflügeln eine an der Seite und eine in der Mitte der Länge nach herabgehnde Latte, vgl. Heckscheit. 3) bei den Kahnbauern eine oben auf der Fütterung des Kahns (der Holzgelle) stehnde sichtne Planke. Zīēgel-: für Ziegeldächer etc.