Faksimile 0830 | Seite 822
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Irre
II. Irre, f.; –n:
das Jrren; das Jrre-sein, Jrrthum; das Jrre-od. Hin-u. Hergehn; auch: ein sich vielfach windender, schlängelnder Weg,Irrweg; Jrrfahrt etc.: In der I. [irre] gehn, laufen etc.; In der lauten I. [mäandrischen Lauf] dieses Baches. Boie (Matthisson A. 8, 144); Noch acht Tage bleibe ich, dann ziehe ich wieder in der I. herum. G. 14, 90; Er legte auf die Erfahrung Anderer einen übermäßigen Werth und kam dadurch nur mehr immer in die I. 17,5; Das Schaf, das aus der J. kehrt. Gotter 1,257; Wir gingen All’ in I–n umher. H. 16, 271; Den Leser ungestört, ohne Rücksicht auf fremde J–n, diesen Weg zu leiten. Ph. 13, 349; Wo der Menschengeist, der langabwesende, hervorglänzt aus den J–n und Leiden. Hölderlin H. 2, 35; Auch in meine finstern J–n konntest du dich finden. 73; In der I. und in Vergessen geblieben. L. 3, 269; Führt sie in I. ohne Bahn. Mendelssohn Ps. 107, 40; Der langen I. [Irrfahrt] Ziel. HLNicolai 1, 231; 2, 90; Zur I. [zum umherziehenden Nomadenleben etc.], zu der Einsamkeit | hieß die Natur uns nicht entstehen. 1, 103; Wenn auch nicht in die J., doch ein wenig jenseit der Schnur gerathen. Tieck N. 3, 114; Wo stolzer Thoren Schwarm in wilder I. läuft. Uz 2, 152; In süßer I. sanft herumgetragen. 200; Nach unendlichen Leiden und J–n [Irrfahrten]. V. Od. 4, 81; Stets mühseliger J–n nur eingedenk. 10, 464; 21, 284 etc. Herannahen einer Geistes-J., die sie Monomanie nannte. Kühne Char. 1, 39.