Faksimile 0286 | Seite 278
Faksimile 0286 | Seite 278
dengeln
Déngeln, tr.:
klopfen, hämmern, z. B.:
1) klopfen, prügeln: Wir wollen die Franzosen diesmal d. Arnim Kron. 2, 31. b) Die Sense scharf hämmern heißt haaren und d. V. 1, 187; vHorn Schmj. 4; Schubart 3, 50; Uhland 280; 447 etc.; Ehe der Schnitter die Sense tängelt. Musäus M. 2,128 (mhd. tengeln). Auch vom Klopfen an Metallgeräthe: Den Bienen d., um den Schwarm herbei zu locken. Stalder 1, 262; Pictorius 83b. 3) Einen Ochsen etc. d., durch Zerklopfen der Hoden kastrieren. Frisch 2, 368; Schmeller.
Anm. Wohl urspr. Klangw. wie ticken, picken, pinken (s. Bink!), vom Schlagen auf Metall. So heißt der bekannte Holzwurm, die tickende, pickende Todtenuhr schwzr. Dengelmännlein. Tobler 134. Zu
2) gehört auch Déngel, m., –s; uv.: die Schärfe, Schneide einer Sense etc. Schmeller 1, 378, übertr. auf den Kothrand, z. B.: an Frauenkleidern (Schlumper). Weinhold 98a; an den Zotteln des Schaffließes etc. Stalder, wo auch tengeln, betengeln = beschmutzen.