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Bühne
II. Bühne, f.; –n; Bühnchen, lein; –n-:
s. Boden 5. —
1) erhöhtes Gerüst:
a) zuw. für schauende Personen, z. B. für die Betrachter des Rheinfalls. G. 26, 124; Auf allen offenen Stegen, Gewölben, Gängen und B–n. 31, 363; [Er] sah auf gleicher B. | dem Schauspiel dieser Welt, wie ich, beschäftigt zu. Haller 169; Simrock Gudr. 181; Die grüne, | duft’ge Garten-B. Platen 3, 31 etc.; — häufiger
b) für etwas zu Schauendes etc.: Um einen Arzt und seine B. stand .. die Menge. L. 1, 59; Bald aber steht die Rächerin auf schwarzbehangner B. [s. Richt-B.]. Freiligrath Pol. 1, 76 etc. So in vielen Zsstzg. Namentl.:
c) gilt das Wort jetzt von dem erhöhten Theil des innern Theaters, wo die Darstellungen oder Aufführungen stattfinden. Düringer 181; und allgem. = Theater, oft auch übertr. auf den Schauplatz einer Thätigkeit u. Wirksamkeit etc. (vgl. Brett 2g): Nur auf der bretternen B. singt der Schmerz in A-Moll. Börne 2, 121; Die auf Rädern ruhende B. des Thespis ... Die bekannten bedeutungsvollen Konventionen der alten B. stellten sich fest ... Äschylus brachte einen zweiten Schauspieler aufdie B. Bevrient 1, 8; Die Menge .. auf der Empor-B., den Treppen und der Vorder-B. vertheilt. 60; Auf der Mittel-B. 62; u. V.; Steigt unser Bühnchen auch aus seinem Schutt empor. Gotter 1, 56; Er wollte fort in die Welt, in Bewegung, auf eine neue B. Heinse Ard. 1, 134; Zwar hat der Krieg seine blutigste B. unter uns aufgeschlagen. L. 6, 2, 214 (s. Bude); Jetzt darf die Kunst auf ihrer Schatten-B. | auch höhern Flug versuchen, ja sie muß, | soll nicht des Lebens B. sie beschämen. Sch. 318b; Jene fremde kriegerische B., | die unser Held mit seinen Thaten bald | erfüllen wird. 319b; 347a u. o. —
2)
a) die obre Decke eines Zimmers (L. 11, 631), z. B.: Der macht jedesmal mit der Kreiden ein Kreuz an die Bühn. Fischart B. 163b; Mit dem Haupt die B. berühret. Stumpf 525b etc. — s. Boden 5. — Daher auch:
b) übertr. z. B.: der Gaumen des Mundes, namentl. aber die Himmelsdecke, das Himmelsgewölbe: Steigst du [Mond] empor an die B. des Himmels. Knebel 1, 5; EvKleist 2, 41 etc. —
c) der Dachboden, Vorrathsboden, zumal in Süddeutschland und der Schweiz: Auf der B. beim Futterbereiten. Gotthelf U. 1, 95; 143; Wie viel Heu auf der B. Sch. 8; 159; Er flog die obere Treppe hinaufauf denBoden . . . Auf der B. Kurz Sonn. 261; 16; Heu von ihrer B. Pestalozzi 1, 4; 314; Jetzo stieg sie zur Höhe der Bühn’ auf, wo ihr die Kasten | standen. V. Od. 21, 51 (vgl. plattd. bcn etc.). —
3) Bergb. (s. Jablonsky 183a):
a) Absätze im Schacht, die Fahrten sicherer anzuhaspeln und zum Ausruhn der fahrenden Bergleute. —
b) Art starker Kastenstangen oder Bretter, die gleich einer Brücke auf die angetriebnen Querstempel unter die Schächte gemacht werden. —
c) der obre Theil des Schlammgrabens: Die Läuterung in Gerinnen, wobei das Grubenklein auf eine B. geschüttet, und, während ein Strom Wasser darüber fließt, beständig gerührt wird. Karmarsch 2, 641. —
d) ähnl. auch B–n bei der Eisenvitriol-Bereitung etc. Mitscherlich 2, 2, 25; Man nimmt Strahlkies, bildet daraus große Haufen auf den sogen. Lauge-B–n, d. h. flachen, ein wenig gegen den Horizont geneigten, mit einer festgestampften Thon- oder Steinlage bedeckten Plätzen etc. Karmarsch 1, 683; Das gewonnene Alaunmehl wird auf einer hölzernen Wasch-B. mit kaltem Wasser begossen (um Alaun zu fabricieren). 24 etc. —
e) Schmelzh.: der oben auf dem Vorherd sich ansetzende Absatz von Schlacken etc.
Anm. S. Boden u. Buhne; ferner Bühnen. Frisch 154b führt Stellen aus Fronsperg an, wo Binne = Brett, Diele ist; in Franken = Latte. Spate 260; Schmeller 1, 179 etc. — Als Bestimmungsw. Bühnen-, doch s. Bühnloch (zu 3).
Zsstzg. vielfach — s. auch Theater — z. B.: Blūt- [1b]: Schafott. —
Bōr-: s. Empor-B. — Brétter- [1c]: Von der eingeschränkten B. auf den großen Weltschauplatz hinaus. G. 27, 313. —
Ehren-: Eine Staffel von der E. des Ranges abwärts zu steigen. Musäus 3, 164. — Empōr- [1b]: in der Kirche, Chor, u. mundartl. Bor- oder Por-B. — Frīēdens- Des Krieges Schauplatz sei in eine F. | verwandelt. Rückert Rost. 27b. — Gárten- [1a]. — Gāūkler- [1b]. — Hénker- [1b]: Schafott. Sch.948b. — Hēū- [2c]. Hebel 3, 549. — Hímmels- [2b]. Opitz Ps. 136; Rückert 1, 279. — Krīēgs-[1b]. Sch. 342b. — Lāūgen- [3d]. — Lêhr- [1b]: Katheder etc. G. 27, 25; Rückert Mak. 2, 183. — Marionétten-. Börne3, 243. — Míttel- [1b]. — Musikánten-. — Öber- [2c]. V. Ar. 3, 375. — Orgel-. —
Pōr-: s. Empor-B. — Rêdner- [1b]: Tribüne. — Rícht- [1b]: Schafott. — Rūhe- [3a]. — Schánd- [1b]: Pranger. Sch. 189b; Kurz Sonn. 282. — Schátten- [1c]. — Schāū- [1c]: Verließ auf immer die politische Sch. Fallmerayer Mor. 1, 76. — Schúß- [3b]: vgl. Schußbaum — das Einschießen der Erde verhindernd. — Stérnen- [2b]. Haller 2; Sch. 10a; 23a; Weichmann 1, 16; 21 etc. — Stórgen- [1b]: Marktschreier-, Quacksalber-B. etc. Hagedorn 2, 128. — Tánz- [1b]: Tanz-Platz, -Boden. Kinkel E. 375. — Thāten- [1c]. Mathison 235. — Tōdes- [1b]: Schafott. Ramler F. 2, 433. — Vólks- [1c]: Volkstheater. Devrient 1, 113. —
Vōr-: In den Bauerhäusern der freie Raum oberhalb der Treppe. Willkomm Sag. 1, 84. — Vórder- [1c]. — Wáffen- [1c]: Kriegsschauplatz: Groß auf der W. Sch. 1046b. — Wásch- [3d]. — Wélt- [1c]: Shakespeare in der un- endlichen Breite seiner W. Hegel Ästh. 3, 362. — Zāūber- [1b]. Pfefel Po. 3, 83 u. v. ä.