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braun
Brāūn, a.:
eine aus der Vermischung von Gelb oder Roth u. Schwarzentstehnde Farbe (s. Blau): 1) Je nachdem sie mehr nach der einen oderandern Seite neigt: gelb-, roth- (hell-, licht-) oder schwarz- (dunkel-) b. So heißt z. B. b. die dunkle Gesichtsfarbe der Europäer, im Ggstz. von blond (s. d.); so namentl. der den Einwirkungen der Sonne und des Wetters überhaupt ausgesetzten Landleute: Das b–e [brünette] Mädel. G. 1, 144 (s. 4); Ihr b–es Schnittervolk. V. Sh. 1, 83; Den b–en Sommer. Cronegk 2, 99 etc.; aber auch wie schwarz: Der b–e Mohr. Rabener 1, 54; Unterm b–en Süd .. der Hottentott. Haller 153 etc. So auch: Die b–e [dunkle] Nacht. 71; W. 20, 39; Hartmann Pet. 18; Kant SchE. 5; Die b–e Abendstunde. Schubart 2, 107; B–e Dämmrung. Geßner 1, 100 [noch nicht ganz schwarz]; daher auch nach dem Franz.: B–e Märchen (z. B. v. Sternberg) etc.; Ein dunkel-b–er Schwarm von trauerreichen Bildern. Haller 202 etc. B–e Felder. G. 35, 403; Erde. Keler gH. 2, 52; 1, 30; 3, 158; Beete. Lewald Ferd. 1, 176; Gebirge. Sch. 75a; Maienkäfer. Scheffel 129; B–es Bier; Pferd; Auge; Haar; B. gebraten. Immermann M. 1, 317. 2) auch als Hw. n.: Mit herbstlichem B. gefärbt. Forster R. 1, 204; Abwechslung des verschossenen B. und trüben Grau. Hackländer Stillfr. 1, 170; Auf seinen Wangen ist zu schaun | anstatt der Jugend Milch ein männlich B. Hagedorn 2, 142 etc.; so auch: Das Indig-B., ein Bestandtheil des Indigo’s neben dem Indigblau. Karmarsch 2, 299; Das Kessel- oder Kupfer-B., eine Erde zur Färbung der Kessel; auch der feinre Kupferschlag etc.; ferner Kupfer-B., Ziegelerz, ein Kupfer- und Eisenoxydhydrat enthaltendes Kupfererz. Karmarsch 2, 507. 3) das Braune: Ins B–e malen [schwarz]. W. 12, 38 etc., aber auch ellipt.: Er setzt sich zum B–n[Bier]. Auswahl deutscher Lieder 237. 4) Der, die Braune, Person mit dunklem Haar, meist auch mit dunklem Teint (zumeist f.): Laß Braun’ und Blonde kommen! Freiligrath 1, 297; Die Blonde gleichet oft der B–en. G. 1, 174; 18, 161; Bräunchen, komm! 4,90; Neigte sich der Reizendbraunen. Rückert Nal. 284; Ich nenne dich Honigbraune. V. Th. 10, 27 etc.; aber auch: Thiere von brauner Farbe, zumal oft von Pferden (meist m): Die B–en, Kästen- braunen, Grauschimmel. Garzoni 714a; Deinen B–en, oder was es ist, zwischen die Füße nehmen. Merck’s Br. 2, 151; Rückert Nal. 232; Tieck Nov. Kr. 2, 35 u. v.; Er kriegte die Braune nicht unter 26 [Louisd’ors ]. Immermann M. 1, 258; Der Braun. vHorn Schmj. 119; Gotthelf Geld 151; Trieb er an den wackern Kampfes-Braunen [vgl. Kampf-, Streitroß]. Talvj 2, 180 etc. Auch verkl.: Mein Bräunchen. Immermann M. 1, 264 ff.; Das Bräunlein. Hebel 3, 409 (Brunli, Gotthelf Sch. 377); Bräuning, mein Einspänner. V. Sh. 2, 35, nach der in Mecklenb. üblichen Vrkl. Ferner: Nun war der Braune [Bär, gewöhnl. als Eigenn. Braun] gefangen etc. G. 5, 138 u. ä. m. z. B.: Der Kleinbraune, eine Art Wein mit süßen lederbraunen Trauben.
Anm. Der Kompar. gewöhnl.: Älter, brauner, verbrannt von der Sonne. G. 9, 329; Immer gelber, röther u. brauner färbte sich das Laub. Gutzkow 3, 247; Weil der Schatten brauner wird. Gotter 1, 69 etc., aber auch mit Uml.: Dunkler und bräuner geworden. G., 20, 28; LHNicolai 1, 283; Döbel 1, 19b; Fleming J. 92b etc. Dem Stamm nach zu „brennen“ (s. d.) gehörig, als die Farbe des Angebrannten, früher auch = brennend, glänzend, leuchtend (Benecke 1, 268a), vgl. brünieren und Brünne.
Zsstzg. unerschöpflich (s. 1 u. 2); vgl. blau, namentlich bez. das Bstw. theils den Grund der Bräunung: Jeden altersb–en Thurm. Boas SchJ. 1, 60; In sonnen-b–en Wangen. Börne 3, 129; Eines wetter-b–en Jungen. Tschudi Th. 600 etc. (s. gebräunt); theils, und noch gewöhnlicher, einen Vergleich etc., z. B.: Āāl-. Áffen-. Waldau Nat. 1, 108.
Ápfel-: ein braunes Pferd mit hellern rundlichen Flecken auf der Kroupe etc. Falke 1, 53. Bīēr-.
Bīēster-: nußb., s. Biester. Karmarsch 1, 566.
Fēūer-: In des Henkels Bogen | schießt’s mit f–en Wogen. Sch.78b. Fúchs-. IP. 1, 12. Góld-. Ring Kurf. 1, 13, vgl. Goldig-b. Lewald W. 3, 293; Golden-b. Mörike N. 10.
Hāsel-: Scherr Graz. 1, 187, s. nuß-b., braun wie eine Haselnuß.
Hōnig-: V. Th. 10, 27.
Hórn-: Link Schlangen 21. Indig- [2]. Káffe-. Lenz Nat. 3, 397. Kastāni-en-. Forster R. 1, 319; HvKleist Erz. 1, 6; Kästen-b. Ryff Th. 51. Késsel- [2]. Kírsch-. Heine R. 2, 143. Kúpfer- [2]. Karmarsch 2, 507.
Lêder-: Tschudi Th. 136.
Mahagōni-: Forster R. 1, 129; 159 etc.
Nélken-: G. 40, 218.
Núß-: 18, 166.
Ocher-: 40, 218. Olīven-: Tschudi Th. 74.
Péch-: Gutzkow R. 1,293.
Púrpur-: V. Od. 11, 243.
Rūß-: Forster R. 1, 39; 140.
Sámmt-: sammtglänzend.
Tómback-: Karmarsch 2, 508.
Umbra-: entstellt in: Umbraun, s. Karmarsch 1,738. Viōl-. Körner 152a. Zímmt-b. u. v. ä.