Braten
II. Brāten, m., –s; uv.:
Brätchen, lein; -: ein gebratnes oder zu bratendes Stück Fleisch, entweder das ganze Thier oder ein Theil desselben, Jenes zumal von Vögeln und kleinern, Dies von größern Säugethieren, doch nur von den äußern Theilen. Gebratne Leber z.B. ist kein B. (s. Brat u. Braten I, Anm. 1), zuw. auch von roh zu verzehrendem Fleisch: Der B. im strengeren Sinne ist ein Stück Fleisch oder Fett von warmblütigen Thieren oder Fischen, welches unmittelbar durch die erhitzte Luft, die ein gegebenes Feuer umgiebt, ganz gar bereitet worden. Kochk. 35; Zur Abendkost dient ihm [dem Löwen] des Kälbchens B. Rost. 27a, wie auch übertr.: Der Prozeß war dem Advokaten ein fetter B. (Bissen); So ist der B. [die Beute] unser. 8, 238; Wenn er Diesen B. [das Drama] ohne Zugemüs auftischt. 7, 63; Das ist ein Mann wie B. [ganz vortrefflich]. Mensch. 2, 185. — Sprchw.: Den B. riechen (ver- altet u. mundartl.: schmecken), merken, Wittrung von Etwas bekommen, etwas Bevorstehndes vorher merken. 18; B. 3a; 6, 359b; 8, 6b; 250a; 127b etc. Auf den Geruch von einem B. einladen. M. 3, 286. — Vrkl.: Brätchen. 83b; Sonn. 58; Ph. 3, 41; 4, 123. Brätlein. Sh. 3, 359 etc.
Anm. Das fem. Spaz. 13 (Druckf.?). — Dank für die Bratens. Stein 1, 357 etc. — In diesem Wort scheinen Brat und Braten I. zusammengeflossen. — Mund- artl. und veralt. auch B. = Brodem, s. 2, 64 v: 70.
Zsstzg. unerschöpflich, z. B.: Enten-, Gänse-, Hammel-, Hirsch-, Kalbs-, Ochsen-, Reh-, Schweine-, Wild-B., vgl.: Neckarwein und Wildgebratnes. Rachel 4, 8 etc., auch: Wildbrets-B. Langbein Schmolke (s. Brat Anm.); ferner: Dúnst-: D., italienisch stufata, gedünstetes oder gedämpftes Fleisch. Rumohr Kochk. 37. —
Essig-: vorher in Essig gebeizt. —
Fést-: der an einem Fest verzehrt wird. —
Gálgen-: Galgenvogel; Mensch, der an den Galgen gehört. — Ge- séllen-: den ein Bursche den Gesellen geben muß oder das ihn ersetzende Geschenk. — Háls-, Kêhl-: beim Wild die Streifen Fleisch am Halse. —
Kámm-: Rindfleisch aus den Rippen zum Braten gehauen. —
Kírchweih-: s. Fest-B. Langbein Schmolke. — Krǖsel- (?). Musäus M. 4, 7. —
Lêhr-: Schmaus den bei einigen Zünften der Gesell werdende Lehrling zu geben hat. —
Lénden-: Stücken Fleisch am Rückgrat, Filet. —
Lícht-: der bei Handwerkern den Gesellen gegeben wird, zur Zeit, wo die Arbeit bei Licht anfängt. S. Lichtgans. —
Lúngen-: Lenden- B. — Mártins-. Monatsblätter 1, 435b; Gänse, die zu Martini gebraten zu werden pflegen, vgl. Uhland V. 565 ff. —
Mǘrbe-: Lenden-B., plattd. Möhr-, Mehr-B. —
Nīēren-: am Rückgrat wo die Nieren sitzen, zumal beim Kalb mit diesen. —
Pfárrers-: scherzh. statt Pfannkuchen. Auerbach D. 1, 247. —
Rōhr-: im Ofenrohr gebraten. Rumohr Kochk. 27. —
Sāūer-: Essig-B. —
Schnēīder-: scherzh.: Sch. machen, brandichten Geruch verbreiten, wie die Schneider mit dem Bügeleisen: Daß dieser Ruhm nur stinkt als wie ein Sch. Rachel 8, 26. —
Spīēß-: am Spieß zubereitet, versch. Topf-B. etc. — Tēūfels-. Langbein 2, 180; schlechter Mensch, vgl. Galgen-B., Höllenbrand. —
Tópf-: s. Spieß-B. u. v. ä.
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