Faksimile 0122 | Seite 114
Faksimile 0122 | Seite 114
benedeien
* Benedēīen (lat.), tr.:
segnen, preisen: Hymen, den ich benedeie. B.; Daß ich den Ort segne und benedeie. H.; Das Haus benedei ich und preis’ es laut, Uhland U. v. Bei persönlichem Objekt auch im Dat., vgl.: Mit benedeitem Gut. Mendelssohn Ps. 21, 4; Meine Seele. benedeie dem Herrn, | all mein Inniges seinen heiligen Namen. 103, 1; Dich will ich erheben, | deinen Namen ewig b. | täglich benedeie ich dir. 145, 1 ff.
Anm. Aus lat. benedicere, wie der Ggstz. (ver)maledeien aus maledicere, im Partic. richtig ohne „ge*, wegen der betonten Endung, vgl.: die Zeitw. auf „ieren“, ferner z. B.: drommeten, trompeten, posaunen, prophezeien, schalmeien, woran sich auch ähnl. „offenbaren“ (– ⏑) schließt, z. B.: Er hatte ihr auch eine Neuigkeit offenbart. Prutz Mus. 2, 236, daneben freilich im kirchlichen Sinn oft die ältre Form: Geoffenbarte Religion etc. Ähnl. neben: „benedeit“, z. B. Heine Rom. 269; Kl. 2, 149; Kühne .Char. 1, 127 etc.; „Hochbenedeit“. H. 8, 176 etc., oft ge- benedeit. B. 12a; 103b; G. 7, 186; 12, 154; V. 4, 46; W. 12, 203; Hochgebenedeit, Heine Lied. 281; Übergebenedeit. Kohl A. 1, 372. Doch findet-sich auch außer im Partic. die Vorsilbe: Wir gebenedeien Gott. Luther 1, 20b; Mit Gebenedeiung. Schaidenraißer 14 a etc. Nbnf. jüd. benschen, z. B. Kompert Böhm. 208, segnen, namentl. das Tischgebet nach der Mahlzeit sprechen.