Faksimile 0451 | Seite 1273
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Supf Suppe supfeditieren supfen supficht Supfig Suppleant Supflement supflicieren Supflik Supflikant supfonieren Supfort Supfosition Supra Supfemat Supfematie Sure
Súpf etc.:
s. suppen und saufen, Anm. —
Súpp~e, f.; –n; Süppchen, lein; –n-:
(s. ebd.; Schm. 3, 276; Diez 323 und Rumohr Kochk. 57):
1) Kochk.: eine mit Löffeln zu essende gekochte flüssige Speise (ugw. m.: Wenn ich meinen Suppen ausgeschlampt. Droysen A. 2, 345): Schickt sich’s grad’, als äße das Schwein mit Löffeln die S. G. 5, 256 etc., — mit vielen Arten, bez. durch Zsstzg., nam. nach den Hauptingredienzen, s. das alphab. Register Scheibler Kochb. 567 ff.; Strals. Kochb. 33 ff.; 97 ff.; Schm. etc. —
2) eine Mahlzeit, insofern die S. (1) einen Hauptbestandtheil derselben bildet oder bildete, s. Schm., Freytag B. 2, 326 ff., (vgl. Bier 2; Kuchen 2), nam. in Zsstzg.; ferner als Höflichkeitsphrase: Jemand auf einen Löffel S. einladen etc. —
3) vielfach sprchw. und übertr. (vgl. Brühe), z. B.:
a) Einen schlagen, daß die rothe S. [das Blut] herausspritzt etc. —
b) Einen in die S. [Patsche] bringen. Höfer V. 74; Leb. 24 etc.; Da kamen wir schier in eine noch schlimmere S. Brentano Wehm. 106; Das hätte beinahe ne hübsche S. [Geschichte] gegeben. Scherr Gr. 2, 84, da hätt’ ich ’was Hübsches angerichtet (s. d.) etc. —
c) Eine S. — einbrocken (s. d.); ausessen (s. d.) müssen, die ein Andrer eingebrockt, die Dieser nicht mag etc. —
d) Einem die S. versalzen (s. d.). Alexis H. 2, 1, 15 etc. —
e) Wir wollen eine S. zusammen essen, die gesalzen (s. d.
a) sein soll. Börne 4, 127, wir haben noch ein Hühnchen mit ein- ander zu pflücken etc. — f) Die Eitelkeit etc. hat dir manche saure S. zu kosten gegeben. FLSchröder Btr. 3, 1, 110, manche Unannehmlichkeit bereitet. — g) Etwas in jeder S. zu fressen [s. d. 2] kriegen. — h) Der Schnittlauch (s. d.) auf allen S–n sein. — i) Die Suppe (oder: Es) bei Einem verschütten (s. d.). — k) Das macht die S nicht fett (s. d. 2); Das Feist von der S–e naschen (HSachs 1, 511b), fressen (3, 3, 8b) etc.; Dieweil sein Bruder an des Kaisers Hof mager S–n aß. Stumpf 362b, vgl.: Wenn ich mich durch feistere Hof-S–n verleiten ließe. W. Merck 1, 107 etc. —
1) Mit einer S. übergossen sein. Fischart B. 53b, gleichen Schlages etc. (vgl. Kuchen 1a). — m) beschönigend: Einem ein wälsches Süpplein (Körte Sprchw. 5809), ein Süpplein (Zinkgräf 2, 75) kochen (s. d. 2), ihn vergiften etc., Giftsüpplein. Fischart B. 45a etc., s. Zarncke Br. 405b. — Zsstzg. s. nam. [1], wofür wenige Bsp. genügen: Āāl-. — Ābend- [2]: Lewald W. 1, 195, ähnl.: Mittags-S. W. 12, 6; Morgen-S. Alexis H. 1, 1, 308; Freytag B. 2, 326; Sonntags-S. G. 20, 93 etc. — Bérg-: Scheibler 95; Brot-B. Strals. Kochb. 35 = Wein- oder Bier-S. mit einem Brotberg darin. — Béttel-: Kloster, an dessen Pforte ein Laienbruder die sog. B. austheilte. Pfeffel Pr. 1, 195 etc.; oft übertr.: G. 11, 101; Prutz Gsch. Th. 6 etc. — Bīēr-: auch [2] = Kindelbier (s. d.) — Bōhnen-: scherzh. auch = Kaffe. — Brāūt- [2]. — Brōt-: Jtal. heißt nur die B. zuppa, alle andern Suppen nennt man minestre. Rumohr Kochk. 57. — Brǖh-. — Brúmmel- [3]: scherzh. (vgl. Prügel-S.) = Vorwürfe; mürrisches Wesen etc.: Die Frau mußte alle Tage B. schlucken. Gott- helf 5, 213; Aussehen wie eine wandelnde B. U. 2, 69 etc. — Chokolāden-. — Eīer-. — Erbs-: Seitdem ist in der Mark Brandenburg die E. aufgekommen mit Schweinsohren und heißt die Türken-S. Alexis H. 2, 2, 244. — Fásten-: Ggstz. Fleisch-S. Dazu: Kalbfleisch-, Rindfleisch-, Hühner-, Tauben-S. — Gíft- [3m]. — Grǟūel-: Jes. 65, 4, die Einem Sanders, deutsches Wörterb. II. zum Gräuel ist, — vgl. [3] Grogel-S. Franck LastK. 1b, Das, was Jemand auskotzt. — Grīēs-. — Grúnd- [3]: die auf dem Boden sich sammelnde dickschmutzige Flüssigkeit (s. Bodensatz, Ruhr I 2), eig. und übertr.: Das Schicksal wühlt überall die G. des Volksthums auf. Ense T. 5, 34; 348; Dem mit der G. von Menschen überschwemmten Rom. H. 9, 402; 11, 343; Daß die Wissenschaften der Schlamm und die G. menschlicher Erkenntnis wären. FHJacobi 5, 206; Luther 1, 297b; 6, 318b; 319b; 481a etc.; Bis die G. des Gewitters [es ganz] vorüber. Schlegel Sh. 3, 66 etc. — Hāder-:
1) Wasser- oder Fleisch-S. mit eingequirlten Eiern (s. Adelung). —
2) s. Prügel-S. — Hōf-: s. [3k]. — Ingber-: Alexis H. 1, 1, 109. — Kindel- [2]: (s. Kindelbier) Günther 505. — Klōß-. — Kráft-: s. Kraftbrühe, so auch übertr.: Schütze Hamb. 463. — Krǟūter-: vgl. Kohl-S.; Kümmel-S. Dan. Stoppe 221. — Krêbs-: Scheibler 69, auch (Buchhdl.): Scherzend nennt man die zurückkommenden Artikel Krebse und den Leipziger Buchhändlerschmaus am Ende der Messe die K. AHNiemeyer Beob. 2, 345; Heine 20, 125. — Mêhl-. — Métzel-: Wurst-S. Cham. 3, 203; Heine Tr. 123; Uhland; Schm. 2, 368. — Mílch-: auch zur Bez. des Schwächlichen, Bleichen etc., s. M–n-Gesicht, vgl.: Ich will eine Mondschein-S. [-Tunke. Shakspeare 8, 280] aus dir machen. PhKaufmann Sh. 1, 63. — Mockturtle- (engl.): falsche Schildkröten-S. — Mórgen-: s. Abend-S. — Öbst-: so Apfel-, Birnen-, Kirschen-, Pflaumen-S. etc. — Öster-: z. B.: Nicht eine gelbe O. darum geben. Fischart B. 46b, nicht das Geringste; s. auch Morgen-S. — Prügel- [3]: scherzh. (s. Hader-, Brummel-S.) = Prügel: Er brockt seiner Frau jeden Tag eine P. ein. Auerbach Leb. 1, 128; Eine P. kosten. SClara EfA. 1, 463; Günther 998; Olearius B. 69a; Rockenphil. 2, 215; Schwegler (46) 556 etc. — Schórr-: s. Schalet, Anm. — Sēīm-. — Spitāl- (Gutzkow R. 3, 302), Spíttel- (Heine Verm. 1, 70): übertr. wie Bettel-S. — Türken-: s. Erbs-S. — Wásser-: auch als Bez. des Armlichen, Schwachen etc., vgl.: So sind sie, die Wassersüppler, die Gutmüthigen. Auerbach Ed. 323. — Wēīn-. — Wínd-: s. Schmalhans. — Wóchen-: zur Stärkung der Wöchnerin: Prutz W. 83 (vgl. Rummel- S. Schm. 3, 91). — Wúrst- (s. Metzel-S.): Klar wie eine W. Gotthelf U. 2, 147 u. ä. m. —
~editiēren (lat.), tr.:
unter den Fuß geben. —
~en, tr. (auch ohne Obj.) etc.:
Suppe essen: Supp’ ich mich mit Freuden satt. | . . Wenn ich nur zu s. habe, | weiter brauch’ ich keinen Koch etc. Dan. Stoppe 221; Zinkgräf 2, 21 etc., früher allgemeiner: etwas Suppiges essen, schlürfen: Ein Ei aus gesuppet. Eppendorf 34; Ryff Sp. 121b; Eier .. weich .., daß man sie ein-s. mag. 67b; 125a etc., auch: So die Milch gerinnet und man derselben .. geizig [gierig] in sich „supffe“. 70a; Zu süpfen. V. Ar. 1, 171 etc.; Biersupper [Säufer]. Brant N. 16³³. —
~icht, ~ig, a.:
flüssig wie Suppe: Das Gemüse ist s. etc. —
*Supp~leánt (frz.), m., –en; –en:
Aushelfer. G. 3, 187. —
~lemént (lat.), n., –(e)s; –e; -:
Ergänzung. —
~licīēren, intr. (haben):
nach-, ansuchen um Etwas. —
~līk, f.; –en:
Bittgesuch. —
~likánt, m., –en; –en:
Bittsteller. —
~onīēren, tr.:
eine Voraussetzung machen; Etwas annehmen, setzen. —
~órt, m., –(e)s; –e, –s:
die Stützen der Meißel, Drehstähle bei Bohr- und Drehwerken. —
~ositiōn, f.; –en:
das Supponieren; die Voraussetzung. —
Sūpr~a: oben, s. super. — ~emāt, n. (m.), –es; 0. — ~ematīē, f.:
Obergewalt (des Papsts über die Geistlichen). —
Sūre (arab.), f.; –n:
Kapitel des Korans. G. 4, 60.