Faksimile 0954 | Seite 946
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Klump Klumpe Klumpen
Klúmp, m., –(e)s; Klümpe; -. — ~e, m., –n; –n; –n-. — ~en, m., –s; uv.; Klümpchen, lein; -:
1) eine unförmlich zusammengeballte Masse, vergl. Kloß, wofür das Wort nam. niederd. in der einsilbigen Form steht: Ein .. Gericht westfälischer Klümpe. Sturz 2, 405 und in einer dem Hochd. gemäßern, aber in der Schriftspr. nicht durchgedrungenen Form (s. Anm.): Klümpfe. Strals. Kochb. 262; Klackerklümpfe in Milch. 286 etc. — Ferner z. B.: Ein K–en Erde, Thon, Butter, Schnee etc.; Diesen K–en da von Gold. Chamisso 3, 200; Hans Adam war ein Erdenkloß [s. d.] ... Mit Gebein und Glied und Kopf | blieb er ein halber K–en, | bis endlich Noah für den Tropf | das Wahre fand, den Humpen. | Der K–e fühlt sogleich den Schwung, | sobald er sich benetzet, | sowie der Teig durch Säuerung | sich in Bewegung setzet. G. 4, 8; Wie sich die Doppelzwekggestalt | so schnell zum eklen K–en ballt! etc. 11, 37; Das Mittelding zwischen Form und K–en war widerwärtig anzusehn. 19, 345; Den K–en zur Gestalt herauslecken, ihm erst einen geistigen Athem in die Nase zu blasen. 40, 46 (Hegel); Der K–e von Farben, der auf der Palette liegt. H. 13, 64, s. Klecks; Ein leuchtender K–en. Kl. M. 2, 339; Wo Docht zu kurz ist, da erstirbt im Fett der K–en. Rückert W. 4,|270; Nun wäre freie ebene Bahn bis auf diesen ärgerlich zähen K–en Fleisch. Sch. 112b, ärgerl. Bez. des Alten, der nicht sterben will; Das Klümpchen organisierter Erde [der Leib]. W. 17, 150; Die den übrigen K–en vor Fäulnis und Verwesung verwahren. Merck 2, 78; Einen K–en Goldes. HBr. 1, 117 etc. — 2) daher auch: ein Haufen dicht zusammengedrängter Ggstde oder Pers. (s. Kluppe 2), z. B.: Wie der Trupp von so vielen Hunderten [von Pferden] auf dem Feld herumgaloppierte, bald in einem K., bald getheilt, jetzt zerstreut einzeln umherlaufend etc. G. 24, 74 (Tischbein); Weil auch manche Zuschauer grad in diesem Augenblick herbeiliefen und ein tüchtiger K. Mensch zusammenkam. G. 25, 29; Sie treten auf einen K–en [dicht zusammen]. Gotter Sch. 222; Wirft verächtlich | das ganze Spiel in K–en. L. Nath. 2, 9; Rafft zu euch .. den verdammten K–en Geld. Lohenstein Hyac. 64; Der rispenförmige Kolben .. trägt am Ende der Zweige ganze K–en von Blumen. Oken 3, 692 etc., so auch: Ein K–en Bäume, eine Gruppe etc. — Ferner, indem der Begriff des wild und ungeordnet durch einander Liegenden bes. hervortritt, z. B. = Chaos: Wie Gott das schöne Weltgebäude | aus einem K–en schuf, den Orpheus Chaos nennt. Alxinger D. 202; Haller 197; Eh dies Gebäu .. | sich aus des K–ens Unform risse. Karschin 359; Den Klumpfen der Natur. Opitz 1, 33, s. Kloß etc.; Misch-K. — 3) in besondern Anwend. (s. 1):
a) Bolzen im Plätteisen. Campe. —
b) Glash.: ein großer Stein in dem Hafenthor oder Arbeitsloch im Glasofen.
Anm. Vgl. Klamper: 1) Klammer (s. d.). — 2) Klumpen von Träbern. Schm.; Klumpern, Kothklümpchen an der Wolle. ebd.; Frisch, s. Klunker. — Grundbegriff scheint wie bei vielen mit „kl“ beginnenden Wörtern das innige An- einander- und Zusammenhängen und danach die derbe Masse, s. kleben, klamm, Kluppe (2) etc., Kloß, Klotz und plattd. Klut etc. (Kloß); Klunsch (s. Glitschig, Anm.], Klunt, Kluntchen (Kluntje) nam. ein Klümpchen Zucker. Brem. Wörterb., kaufm. wie „Boltje“ (s. d.) eine Art dicker Bonbons aus geschmolznem Zucker. S. Klunker, Anm. Vgl. auch Krume, Anm. — Die Form „Klumpf“ (s. o.) ver- einzelt, zumal bei Älteren, z. B.: Von heißer Flammen Klumpf. Mühlpforth 2, 44; Was ist der Welt Bezirk? Ein Klumpf der Eitelkeit. Schottel 987; Mich wälzend immer um, wie seinen Klumpf das Glück. 1003 (in der jetzt veralt. Bed. „Ball, Kugel“); Fällt ein Feuerklumpfvom Himmel. Weise Is. 163 etc., ferner Verkl. ohne Uml.: Was ist Euch vor ein weichmüthiges Butterklumpchen auf das Herze gefallen? 14. — Mundartl.: Die Kinder .. nicht ausgesteuret, sondern mit einem Hute, einem Stocke und ein paar K–en in die Welt geschickt. Möser Ph. 3, 320 = Holzschuh (wohl wegen des Derben, Klotzigen), s. Frommann 5, 273 Nr. 10 etc.
Zsstzg. leicht zu verstehn und zu mehren nach dem Obigen und den folgenden: Bāūm- [2]: Gruppe dicht zusammenstehender Bäume (vgl. Trupp, Anm.). IP. 22, 108; 26, 53 etc. — Bútter- [Anm.]. —
Eīs-: übertr.: „Wisst ihr, daß wir schon um hundert geschmolzen sind.“ Drum geschwind, eh der ganze E–n aufthaut. G. 9, 79; Auf, ihr Klötze, ihr E–n! ihr träge fühllose Schläfer! Sch. 136a. —
Erd-: Mit den feuchten Erdklümpchen der Wurzel. König Kl. 3, 50. —
Félsen-: Durch des Gehaues Stumpen | ... klimm’ ich auf F–en. Salis 66. —
Fēūer-: Die Menge der emporgeschleuderten F–en. Burmeister Gsch. 78. — Góld-. — Kōth-. — Lêhm-. — Másken- [2]: ein dicht zusammenstehender Haufe Vermummter (auf einer Maskerade). G. 12, 54. —
Mêhl-: M–en im Kleister etc. — Misch- [2]. —
Schlácken-: G. 40, 290. — Schnēē-. — Sílber-. —
Tálg-: übertr., von dem Fettwanst Falstaff: Du verwetterter, schmutziger, fettiger T–en! Schlegel Heinr. IV. 1, 2, 4. — Thōn-. — Wáchs-. —
Wēīch-: Diese kreisenden Molekülen [s. d.] oder Weichklümpchen. König Kl. 1, 400 u. ä. m.