Faksimile 0790 | Seite 782
Faksimile 0790 | Seite 782
Faksimile 0790 | Seite 782
Faksimile 0790 | Seite 782
Faksimile 0790 | Seite 782
Faksimile 0790 | Seite 782
Faksimile 0790 | Seite 782
Faksimile 0790 | Seite 782
Faksimile 0790 | Seite 782
Faksimile 0790 | Seite 782
Faksimile 0790 | Seite 782
Holz
Hólz, n., –es; Hölzer, –e; Hölzchen, –lein; -:
1) an Bäumen und Sträuchen die feste harte Masse des Stamms, zwischen Rinde und Mark, oft mit Einschluß dieser, zu vielerlei Zwecken dienend, s. Arznei-, Bau-, Brenn-, Färbe-, Nutz-H. etc.; Grünes [frisches], trocknes, weiches, hartes, wurmstichiges H. etc.; Versteinertes H.; Unterirdisches H. [Erdkohlen]; H. für die Küche spalten, spellen, hauen, hacken, klein machen; H. zum Bauen fällen, behauen, zu Brettern schneiden; H. flößen; (bergm.) H. hängen; Eine Kugel aus H. drehn, drechseln; In H. arbeiten, Etwas aushauen, schneiden (s. Holzschnitt); Kugeln von oder aus H.; Mit H. und Torf heizen; Vier Faden, Klafter, Malter, Schragen H.; Ein Bündel, eine Welle H.; Viel H. [zur Feuerung] brauchen; Aus Rothbuchen-H., das jedoch so wenig als möglich über H. [s. über Hirn] gearbeitet sein darf. Jahn Turnk. 64 etc. Als Stoffname ohne Mz., doch in der Bedeutung: Holzarten, nach strengen Sprachlehrern nur: H–e, doch findet sich oft genug auch: Es waren vorhin nie gesehn solche Hölzer im Lande. 2. Chr. 9, 11; Holtei ObB. 1, 99; Karmarsch 1, 563; Paalzow Th. 2, 15 etc. Auch übertr. in manchen sprchw. Wendungen, z. B.: Das Mädel hätt’ sich noch weisen lassen . . Aber nein! da hast du nun H. (zu)getragen. Sch. 192 (1, 367) = das Feuer ihrer Leidenschaft genährt, vgl. Sir. 8, 4 etc.; Ich möchte überdies etwas „H. einnehmen“, wie die Dampfboote sagen, d. h. so mancherlei Frisches vom Lande holen. Gerstäcker Flatb. 25; Ich schneide sonst so gern aus ganzem H–e | und müßte nun doch auch mitunter leimen. G. 2, 229; Bedenkt, ihr habet weiches H. zu spalten [es bedarf keiner großen Anstrengung]. 11, 8; So steif wie H., als wenn kein Leben in ihm wäre. 10, 35, vgl. hölzern; Du würdest dich zu einem Hölzlin lachen. Gryphius Säug. 54 (veralt.); Jch weiß . ., daß du vom rechten H. bist. Höfer V. 66; Laß deinen Sohn studieren, so giebst du unserm Herr Gott ein feines Hölzlin, da er dir einen Herrn aus schnitzen kann. Luther 5, 184a; Zu einem solchen Auftreten hätten Männer aus anderm H. gehört. Perthes Leb. 2, 196; Er ist aus keinem bessern H. geschnitzt | als andre leichte Knaben. W. 11, 193; Ich so gut von Adel als Ihr und ebenso wohl des H–es, da man die Bischöfe aus schnitzelt. Zinkgräf 1, 234 etc. 2) (s. 1) Gärtn., Äste eines Baums, s. Hoch-, Wasser-H.: Der Baum schießt ins H., hat zu viel H.; H. [abgeschnittne Zweige zur Fortpflanzung in die Erde] legen. 3) (s. 1) etwas aus H. Gefertigtes, z. B. ein geschnitztes Götzenbild. 5. Mos. 4, 28; Hab. 3, 19 u. o.; Nimm dir ein H. [hölzerne Schreibtafel] und schreibe darauf. Hes. 37, 16 etc.; Schlägt er mit einem H. [Stock etc.]. 4. Mos. 35, 18, vgl. im volksthüml. Scherz: H–e besehn [Prügel bekommen] und Holzen 2c; Daß man ihn an ein H. [Galgen] hänget. 5, 21, 22; Jesum, welchen ihr an das H. [Kreuz] gehänget. Ap. 5, 30; So musst du mir von diesem H–e hangen. Chamisso 4, 146; Hier am verfluchten H–e [Galgen]. Klinger F. 364; Die ewige Gerechtigkeit zu sühnen, | starb an dem H–e Gottes Sohn. Sch. 308a; Doch scheint das schnarrende H. [die Harfe] von Orpheus Geist beseelt. W. 20, 228 etc.; Hölzchen, quer auf Hölzchen [ein Kreuz]. G. 4, 85; Das Fensterkreuz besteht aus zwei Hölzern, dem Pfosten und dem sogenannten losen H.; H.! Ruf der Zimmerleute beim Richten eines Gebäudes, einen Balken mehr nach der Seite des Rufenden hinzuschieben; Dank’s ihm ein spitz H.! G. 34, 4, mit Bezug auf die Strafe des Pfählens; Das H. am Spiegel, der Rahmen; Das H. an der Lanze, der Schaft und so veralt.: Etliche H. [Lanze] zerbrechen. Theuerdank 54 etc.; Übers Hölzlein schmelzen (s. d.). So namentl. in unendlich vielen Zsstzg. (s. d.), wie: Glätt-, Mangel-, Roll-H., ein aus Holz gefertigtes Werkzeug zum Glätten, Mangeln, Rollen etc.; Bürsten-H., das H. der Bürste, worin die Borsten sitzen etc. Ferner in Bezug auf versch. Spiele: Neun Musen stell’ ich mir so wie neun Kegel vor, | man wirft und trifft doch H., es sei viel oder wenig. Hagedorn 1, 91; Schieb’ ich H., da wird gejubelt. G. 6, 156 etc., seltner: Verliert Ihr auch Eure Zeit mit Holzschieben? (So nennt man aus Verachtung das Schach oder Damenspiel). 29, 211, vgl. über das wohl im Original stehende abattre du bois das Dict. de l’Acad., ferner: Daß ich oft wissentlich neben das Schwarze schieße und zufrieden sein muß, wenn ich nur H. [die Scheibe überhaupt] treffe. W. (Merck’s Br. 1, 193) etc. 4) (s. 1) ein Baum oder Strauch, meist mit Rücksicht auf die Beschaffenheit des Holzes: Werden die Hölzer eingetheilt in harte und weiche Hölzer. Döbel 3, 3; Das Schneideln an den jungen harzichten Hölzern. 46b; Lebendig H., Laub-H., Ggstz.: Todtes H., Nadel-H., weil es aus den Stöcken nicht wieder ausschlägt; auch: schwarzes H.; Drei Morgen halbwüchsiges junges H. schlagen. Gutzkow R. 5, 52 etc., seltner ohne Rücksicht auf die Beschaffenheit des Holzes: Dem Himmel wachs’ entgegen | der Baum, der Erde Stolz. | Ihr Wetter, Stürm’ und Regen | verschont das heil’ge H.! G. 6, 63 etc. Vgl. auch bibl.: So man Das thut am grünen H. [an dem Schuldlosen], was will am dürren werden? Luk. 23, 31 (s. Baum 3). So auch als Benennung einzelner Pflanzen, z. B.: Ewiges H., Mastirbaum; Gelbes H., Gelb-H. (s. d.); Heiliges oder indianisches H., Franzosen-H.; Stinkendes H., abendländische Kassie; Weißes H., Tulpenblume und Kajaputbaum; Wildes H., Ginster u. ä. m. 5) Wald, Gehölz, s. 4 und z.B.: Die meisten Hölzer (5) sind Privatbesitzungen, werden unter Aufsicht geschlagen und so ins Land gefahren (4). G. 14, 183 etc., vgl. namentl. Herrig 19, 300 ff., besonders forst- und weidmännisch: Der Hirsch zieht zu H. (s. Kirchgang), Ggstz. gen Feld; Zu H. schießen, seltner: zu Feld, gemeiner ausgedrückt: zu Schand, für den Fuchs schießen, ein Stück tödtlich anschießen, ohne es zu bekommen. Laube Brev. 263; Vorsuchen heißt, wenn man vor H. ziehet und durch den Hund zu wissen begehrt, was hin- ein oder herausgezogen. Döbel 1, 88b; Zu H–e gerichtet, ist: so man die Hirsch, Wild oder Sauen vom Felde zu H–e sucht und verbrochen hat. ebd.; Daß ich zu H–e fahren mag; | gar grausam ist der Winter. Chamisso 3, 208; Töffel ... fuhr selber in das H. Lichtwer 86;- In jedem H., auf jeder Wiese. G. 6, 61; Ritt .. ins nahe H. Sch. 68a etc., s. Zsstzg. Sprchw.: Wie man ins H. ruft, schallt es wieder; Das weiß ich auch, daß der Verstand hier einen Weg ins H. finden kann. G. Zelt. 2, 307; Folge nicht überall meiner Spur, sie verlor sich manchmal ein bischen ins H., wo der gute Weg aufhört und die Irrlichter zu plänkeln anfangen. Gutzkow R. 2, 157 etc., s. Holzweg. 6) Hölzchen (mundartl.), Holzbirne, s. Goltz 3, 236.
Anm. Ahd., mhd. holz, vgl. gr. öη.
Zsstzg. vielfach, zunächst in Bed. 1 mit allen Namen von Bäumen und Sträuchen, s. Baum 2, z. B.: Apfelbaum-, Birnbaum-, Buchsbaum-, Kirschbaum-, Nußbaum-, Pflaumenbaum-H. etc., dagegen ohne ,,Baum“: Ahorn-, Birken-, Buchen-, Cedern-, Eiben-, Eichen-, Erlen-, Eschen-, Espen-, Fichten-, Föhren-, Hasel-, Kastanien-, Kiefern-, Lärchen-, Linden-, Pappel-, Tannen-, Ulmen-, Weiden- H. etc.; bei einigen ausländischen Bäumen, von denen hauptsächlich oder ausschließlich das H. bei uns benutzt wird, wird auch wohl die Pflanze nach dem H. benannt, z. B.: Ebenholz- oder Eben-, Eisenholz- oder Eisen-, Rothholz-, Pockenholz-Baum etc. (s. u.). In einzelnen Fällen (s. bäumen), kann auch das Wort H. wegbleiben, z.B. gewöhnl.: Ein Tisch von Mahagoni, von Polysander, von Jakaranda etc., von Nußbaum etc.; Zu den Schiffen wird gewöhnlich Weißbuche genommen, es [das H.] lässt sich am glattesten bearbeiten. Franke Buchdr. 23 etc., minder gw.: Vom Eben-Thron. H. 16, 116 etc. Einzelne der erwähnten Zsstzg. bez. auch [5] ein Gehölz, namentl. wenn dasselbe nicht eigentl. auf den Namen des,,Waldes“ (s. Herrig 19, 302) Anspruch machen kann, z. B.: Morastige Gehölze, so meistens .. mit Erlen-H. oder Birken, Weiden, Werft, Rohr oder Schilf verwachsen. Fleming J. 43b; Es fehlt mir im Nuß-H. an Fällern. Immermann M. 4, 125, vgl. dagegen: Heimkehrend von einem Ankauf von Nußbaumhölzern. Gutzkow R. 5, 15 etc. Wir erwähnen ferner unter Hinweis auf 3 u. auf die Zsstzg. von Wald und Baum: Ab-: Abgang beim Fällen der Bäume an Spänen und Reisholz, Abraum, Afterschlag: Hatte seinen Wald verschont, sich meist mit A. und Stöcken beholfen. Gotthelf Sch. 359.
Acker-: lebendiges Holz, weil es ackerweise ausgemessen und verkauft wird.
Adams-: eine Sorte Eben-H.
Ādler-: das harzige Holz des Blendbaums und verwandter Bäume etc., auch Aloe-, Augen-, Kreuz-, Paradies-H.: Auch glimmt | aus goldnen Räucherpfannen | ein ganzer Wald von A. und Zimmt. W. 10, 292.
Áfter-: schlechtres Holz, das nicht grün vom Stamm kommt, sondern dürr gesammelt wird.
Allerhēīligen-: Kampesche-H. von der Allerheiligenbai, auch Lamoner- H.
Āloe-: Adler-H.
Amaránt-: Mahagoni.
Amts-: Deputat-H.
Arzenēī-: das in der Medizin gebraucht wird, wie z. B. Franzosen-, Sandel-H. etc.
Ast-: die Aste eines Baums als Holz.
Āūgen-:
1) Aloe-H.
2) [3] Schmelzh., ein Holz, das Auge im Ofen zu öffnen. Aūsbinde-: woraus Bänder und Riegel in Dachwerken und Holzwänden gemacht werden. Báck-: zur Feurung beim Backen. Bánd-: woraus die Böttcher Reifen oder Bänder spalten. Bánn- [5]: s. Bannforst. Bárg-: s. Berg-H. 1. Bāū-: zu Bauten dienend, Zimmer-H. Bāūm-: zu Bäumen gewachsnes Holz, Ggstz. Busch-H. Bêêren- [4]: Faulbaum, Rhamnus frangula, auch Butterstiel-, Gicht-, Gilb-, Grind-, Grund-, Pinn-, Schwarz-, Sporgel-, Sporken-, Sprötzer-, Zapfen-H. genannt. Bēīn- [4]:
1) Ligustrum vulgare, auch Bräun-, Geis-, Glas-, Greis-, Gries-, Heck-, Kehl-, Mund-, Rain- H.
2) Lonicera xylosteum, auch Frauen-, Marter-, Mutter-, (Pfeifen)röhr-, Seelen-, Striesen-, Zweck-H.
3) Cornus sanguinea, Hartriegel. Belēg- [3]: Schiff., Klampen, um die das Tauwerk belegt werden kann. Bérg-:
1) Schiff., die über die andern hervorragenden, den Rumpf des Schiffs vor den Schlagwellen bergenden Außenplanken (fälschlich nach dem plattd. Barg-H. Bark-H., bei Adelung auch Stoßkante): Rüsten-B., das in dev Höhe der Rüsten liegende B., s. Rah-H.
2) [5] s. Berggehölz. Bítter-: Quassia. Blátter-: Franzosen- H. Blāū-: ein Färbe-H., das Holz von Haematoxylon campechianum, Blut-, Kampesche-, Allerheiligen-H. Blēī-:
1) Leder-H.
2) (veralt.) Bleiwage: Richtscheit oder B. Luther 64, 169. Blínd-: Weinb., Setzreben, Schnittlinge, auch: Knot-, Schnitt-, Setz-H. Blóck-: Holz in oder zu großen Blöcken. Blūmen-: Eichen und Büchen werden B. genannt. Möser Osn. 1, 18; Sein B. ohne Bewilligung anzugreifen. Ph. 3, 314. Blūt-: Blau-H. Bóck-: Wagenrunge, s. Docke 1n. Bócks-: Franzosen-H. (s. Pocken). Bōden-: zu Faß- u. Tonnenböden. Bōhlen-: woraus Bohlen geschnitten werden. Bossīēr- [3]: zum Bossieren. Bránd-: Brenn-H.: Ihr Brand-, Wagen- und Zaun-H. Möser Ph. 3, 223. Brasīli-en-: ein wichtiges rothes Farbholz, das Holz von Caesalpinia crispa, auch Fernambuk-H., benannt von portugiesisch braca, Feuerkohle, vgl.: Daß euch nicht die Presilien unter die Augen sprützet. Luther 5, 304b; 3, 356b, von der Farbe, und nach dem Farbholz dann das Land, s. Herrig 26, 127 und Matthesius Luth. 74a etc. Nahverwandt: Brasilett-, S. Marten-, Nikaragua-, Sapan-H. Brāūn-: Brasilien-H. Brǟūn-: Bein-H. 1. Brāūsch-: mürbes, leicht zu bearbeitendes, aber unhaltbares Holz. Brēīt-: Halb-H. 1; Holz, dem man beim Beschlagen mehr Breite als Dicke lässt. Brénn-: zur Feurung dienend; Hüttenw., kurz gespaltnes Holz zum Brennen der Schliche. Brêzel-: Pfaffen-H. Brúst-:
1) ein Holz, wogegen man sich bei der Arbeit stemmt, z. B. am Stuhl der Bortenwirker, bei den Schustern, wenn sie die Absätze glatt schneiden etc., s. Brustbrett.
2) Schiffb., die krummen gleichsam die Brust des Schiffs bildenden Hölzer, die die Gallion unterstützen.
3) Hüttenw., das im Hölzelofen (s. d.) auf die Sohle gelegte Holz. Būg-: die den Bug des Schiffs bildenden Inhölzer, Apostel, Bugstücke. Búnd-: Reis-, Wasen-, Wellen-, Gebund-H., Reisig in Bündeln. Bǘrsten- [3]. Búsch-: das in Büschen, nicht zur Baumhöhe, wächst, Dust-, Stauden-, Strauch- und Unter-H., und weil es, abgeschlagen, ohne gesäet zu werden am Stamme wieder ausschlägt, auch lebendiges H., Schlag-H. genannt wird, welche Bezeichnungen wie Busch-H. zuweilen auch für Laub-H. überhaupt im Gegensatz zum Nadel-H. gelten. Auch [5] eine mit B. bewachsne Gegend. Bútterstiel-: Beeren-H. Dách- [3]: Dachsparren. Dárr- [3]: Darrhorde. Dāūben- zu Faßdauben. Dēīchsel-: Holz zur Deichsel und diese selbst. Deputāt-: das Angestellten als ein Theil ihrer Besoldung zukommt. Dōn-: Bergb., donlegegehende Hölzer (s. Dohne, Anm.), namentl. die in donlegen Schachten quer aufs Liegende befestigt sind und worauf die Don-Bretter oder -Latten genagelt sind, damit vermittels dieser die Kübel leichter heraufgezogen werden können, auch Domb-, Dum-(Jablonsky 317), Dumpf- H. (Karmarsch 1, 173), ferner (Schmelzh.) starke Zimmerhölzer, worauf die Bälge liegen und fallen. Dríft-: Treib-H. Volger EE. 80. Dúst-: Unter- H. Möser Osn. 1, 19; Unter sein D. Eichentelgen zu pflanzen. Ph. 3, 199. Eben-: ein schwarzes, sehr hartes und feines Holz, in der Bibel nach dem Hebr.: Hebenholz, ausgedehnt auf andre harte u. feine Hölzer, z. B.: Das E. (von Diospyros ebenum). Schacht 210; Amerikanisches E., grünlichbraun, von Aspalathus ebenus; Rothes E., Grenadill-H. etc. Eīerbrett-: Pfaffen-H. Eīs-: hartes Holz (s. Eisen-H.), namentl. das der Stein- oder Eiseiche, aber auch aller Bäume, die wegen der Härte des Holzes keine Jahresringe zeigen. Eīsen-: eisenhartes Holz, namentl. des Eisenbaums, Sideroxylon, Dracaena ferrea und Mesua ferrea und diese Bäume selbst: Er ist wie E. [so hart, unempfindlich etc.]. Wes Diana 2, 3; Als schlüg’ in seiner Brust ein Herz von E. W. 11, 160. Erbrechts-: das Holz, das den Besitzern gewisser Erbgüter als Recht zukommt: Gnadenhäusler, die kein E. erhalten. Stöber (Quietmeyer 2, 157). Erd-: niedrig wachsendes Holz. Fách-: zur Ausfüllung der Fache einer Lehmwand. Fáll-: das von den Bäumen herabfällt. Fárb-, Fä́rbe-: das in den Färbereien benutzt wird, z. B. Blau-, Brasilien-, Gelb-, Kampesche-H. etc. Fáß-: zu Fässern dienend, so: Boden-, Dauben-H. etc. Féld- [5]: rings mit Feldern umgebnes Gehölz. Fénchel- [4]: Laurus sassafras. Fernambúck-: Brasilien-H. Fēūer-: Brenn-H. Físch-: kleingespaltnes trocknes Holz, zum Fischkochen. Gellert 1, 286. Fisétt-: Fustik-H., ein Färbeholz, das Holz von Rhus cotinus. Flāder-, Flāser-: Holz mit geflammten krausen Adern oder Fladern, Masern, namentl. das des Masholders. Flȫß-: das verflößt wird. Flūr- [3]: Schiff., Flurwrangen, Bauchstücke oder Lieger. Franzōsen-: das Holz von Guajacum officinale und G. sanctum, nach seiner Heilkraft gegen die Lustseuche oder Franzosen, daher auch: Pock(en)- (verderbt Bocks-), Blattern-, Heiligen-, Lebens-H. etc. Frāūen-: Bein-H. 2. Frisīēr- [3]: runde Hölzer, auf die das Haar zu Locken aufgerollt wird. Frǖhlings-: in dem Jahresring der Bäume das im Frühling Gewachsne, im Ggstz. zum Herbst-H. Schacht B. 113. Füll- [3]: den Seilern ein beim Weben von Gurten statt einer Schütze dienendes Holz. Fúmmel- [3]: s. Fimmel, Anm. Fústik-: Fisett-H. Gābel-: gabelförmiges Holz; nam. im Schiffb., das in den Ecken als Verbindung der Glieder angebracht wird. Gálgen-: Holz vom oder zum Galgen. Sprchw.: Falsch (Gotthelf Sch. 223 etc.), frech (Hackländer Stillfr. 1, 172 etc.) wie G. Gebúnd-: Bund-H. Waldau N. 2, 80. Gēīgen-; Holz zu Geigen; Name eines amerikan. Baums, Citharexylum. Gēīß-: Bein-H. 1, verderbt Geißhülsen. Gélb-: ein Farbeholz, das Holz von Morus tinctoria, fälschl. auch = Fisett-H., s. Beeren-H. Gerǟth-: das zu allerlei Geräth tauglich ist, (Ge)schirr-, (Ge)werk-, Nutz-H., Ggstz. Brenn- und Bau-H. Geréchtigkeit-: das Einem nach einer Gerechtigkeit gebührt, s. Deputat-, Erbrechts-H. Geschirr-, Gewérk-: Geräth-H. Gícht-, Gílb-: Beeren-H. Gípfel-: Holz vom Gipfel des Baums. Glās-: Bein-H. 1. Glátt-: Name eines ostind. Baums von sehr leichtem Holze, Leicht-H., Glabiaria. Glätt- [3]. Glímm-: Der Schimmer von faulendem G. Kohl J. 2, 332, das glimmt. Götzen-: Weißpappel, Heiligen-H., wegen der leicht daraus zu schnitzenden Bilder. Gregōrius-: das Holz der Steinweichsel und diese selbst. Grēīf- [3]: der hölzerne Griff an der Schere der Tuchscherer. Grēīs-, Grīēs-:
1) Bein-H. 1.
2) das Holz des Behenbaums als heilkräftig wider den Gries oder Stein, auch: Sand- H., blaues Sandel-H. genannt. Grínd-: Beeren- H. Grūben-: das zum Grubenbau nöthige Holz. Grǖn-: s. Knie-H. Grúnd-: Beeren-H. Hāār-: Traubenkirsche, Lucien-, Scherken-, Scherpen-, Schwarzbändel-H. Hāīn-: gehegtes Gehölz, Hege- H., im Ggstz. zum Hau-H. Hāīner-: Hagedorn. Hálb-:
1) Bau-H., das entsteht, wenn ein Baum einmal der Länge nach gespalten oder gesägt wird, Breit-H., durch eine nochmalige auf die vorige senkrechte Theilung entstehen Kreuzhölzer.
2) in der Sprache der bair. Holzarbeiter, ein Block von weit geringerer Dimension als ein „Holz“ oder „Währ-H.“ von der festgesetzten Währung oder Geltung, nämlich 16“ dick und 6“ lang. Hārz-: Nadel-H.; nam. auch ein Wald, wo geharzt wird. Hāū-:
1) s. Hain-H. 2) haubares, zum Fällen bestimmtes Holz, Schlag-H., Splitter-H. Hāūpt-:
1) Zimmerm.: ein den obern Theil mehrerer Ständer berbindender Balken.
2) Bergb.: die Querhölzer über dem Schacht, woran die Seiten angeschlagen werden. Hêben-: Eben-H. Héck-:
1) Bein-H. 1.
2) Holz, das Schweinen etc. umgehangen wird, um sie am Übersteigen zu hindern. Möser Ph. 3, 202. Hêêr-: mundartl.: Holzheher, Mz. –e. Hêge-: Hain-H. Hēīde-: Bergb., die mit den Jochhölzern durch Einschnitte über einander verbundenen kurzen Stöße einer Schachtverzimmerung. Hēīlig(en)-: s. Franzosen- und Götzen-H. Hérbst-: s. Frühlings- H. Hérren- (Krünitz), Hírn-: über Hirn gespaltenes Holz. Hōch-: (Forstw.) die Aste eines Baums, sofern sie abfallen, oder als Ab-H., auch: Ober-, Über- H. genannt. Húnds- [4]: Kreuzdorn und Robinia frutescens. Jffen-: Ulme (s. d.). V. 1, 184. Jn-: (Schiffb.) alle die Hölzer, woraus ein Spant besteht. Isabéll- [4]: Laurus borbonia. Jóch-: (Zimmer.) s. Jochund Heide-H. Kābel-: niederd. Holz, das in Kabeln getheilt und so unter den Ortseinwohnern „gekabelt“ oder verloost wird. Kalīgen-: s. Pfaffen-H. Kampésche-: Blau- H. Kánt(en)-: mit vier ebnen Seitenflächen, Balken. Karmarsch 3, 32, auch = Kantel (s. d.). Kapellīēr- [3]: das Holz, worauf die Fäden von den Kokons gehaspelt werden. Kêhl-: Bein-H. 1. Kēīl-:
1) hartes zu Keilen taugliches Holz.
2) Holzkeil, Etwas festzukeilen etc. Kérb-: Kerbstock (s. d. u. Beile):
1) zwei im Besitz zweier mit ein- ander in Berechnung stehender Personen befindliche gleichlange Stäbe, die jedesmal, bei Notierung Dessen, was der Eine dem Andern schuldig wird, genau auf einander gelegt und gemeinschaftlich eingekerbt werden, um nach der Zahl der Kerben die Berechnung vornehmen zu können, nam. noch auf dem Lande üblich, bei den Müllern, im Bergb., wo auch die Ubersendung eines weißen K–es eine Vorladung, eines schwarzen einen Verhaftsbefehl bez.: Sie hat das letzte Gebot entzwei getheilt und das K. also zusammen verglichen, daß es ein ausgeschnittener Zedel worden ist. Fischart B. 11b. Sprichwörtl.: O ihr Hofgroßen, ihr habt Etwas auf dem K.; bebet, wenn euch Gott vor sein schreckliches Gericht fordern wird. Droysen Y. 1, 51; Prutz Mus. 3, 204; Ich weiß nicht, ob die günstige Veränderung gerade auf sein K. gehört [auf seine Rechnung gehört]. Waldau N. 3, 245 etc., ver- alt. Kerbsholz. Fischart B. 161b.
2) (Weber.) zwei gekerbte Hölzer über den Schäften des Weberstuhls, um diese höher oder niedriger zu hängen. Kérn-:
1) kerniges Holz, nam. auch der innre feste Theil des Holzes im Ggstz. des Splints: Das jüngere Holz, dessen Markstrahlen noch Saft führen, nennt man Splint, das ältere bereits trockene Holz wird K. genannt. Schacht 115; Schenkst, o du alberne Thörin, | schwankenden Erlen die Wahl vor des Eichbaums knotigem K. V. 2, 69 etc.
2) Föhre, Pinus silvestris. Kīēl-: (Schiffb.) Kielklotz, Todt-H., schwere Stücken Holz, die vorn und hinten auf den Kiel gelegt werden, um ihn zu verstärken und um die Verengerung der Piekstücke zu verringern. Kīēn-: Harz-H. Kláfter-: Brenn-H., das in Klafter gesetzt und so verkauft wird. Klápp-: Dauben-H. Klēīn-: klein gehaunes Holz: Zwei Trachten K. zu machen. Gutzkow Zaubr. 1, 26. Klípp-: Stell-H. an einer Sprenkel. Döbel 2, 258a. Klōben-: Brenn-H. in Kloben (s. d. 5). Klópf- [3]: hölzernes Werkzeug zum Klopfen, bei vielen Handw., z. B. der Buchdrucker die Lettern in der Form gleich hoch zu klopfen; der Kattundrucker, die auf das zu Bedruckende gelegte Form aufzuschlagen; der Töpfer, den Thon fest zu klopfen etc., s. Klöpfel und Schlägel. Klöppel-:
1) Knüppel-H.
2) Kegel, Klöppelhorn, die hölzernen oben mit einer Kugel versehnen Sticken zum Klöppeln von Spitzen etc. Klótz-: aus Klötzen bestehend. Klǖs-: die dem Vorsteven nächsten Bughölzer, in die die Klüsgatten geschlagen werden. Knêbel-: Etwas damit zu knebeln, z. B. die kleinen Stücke Holz am Fachbogen der Hutmacher zum Anziehn der Darmsaite. Kníck-: niedriges Busch-H. Knīē-: Krumm-H., knieförmig gewachsnes oder gearbeitetes Holz, auch die Alpenkiefer, Pinus montana oder pumilio, Krumm-, Lack-, Grün-H., s. Grube Geogr. 3, 122. Knópf-:
1) das Holz in einem übersponnenen Knopf.
2) ein Brettchen mit Ausschnitten für die zu putzenden Metallknöpfe an einem Kleidungsstück, damit dies bei dem Putzen nicht beschmutzt werde.
3) bei den Nadlern, ein Holz am Knopfrade, zwischen dessen Stiften der Knopfdraht von der Giebe auf die Spindel geleitet wird (vgl. Krampe 5). Knōt-: Blind-H. Knüppel-, Knüttel-: aus ungespaltnen Asten bestehendes Holz. Kóch-: Brenn-H. zum Kochen. Kōhl(en)-: Holz zum Kohlenbrennen. Kȫnigs-: ein dem Nußbaumholz ähnliches Nutz-H. Kópf-: (Köhl.) das schwächste, im Meiler oben hinkommende Holz. Koráll(en)-:
1) ein rothes Holz für feine Tischler- arbeiten etc., Lignum corallinum. 2) versteinerte Seegewächse, Ceratophyta. Kórb-: (Bergb.) Hölzer am Korbe eines Göpels, s. Krümmling. Kórk-: das Holz der Korkeiche. Kōth-: die Hölzer am Geländer einer Holzbrücke, woran sich das Pflaster oder die Beschüttung stützet. Kránz-: (Schiffb.) das Spriet-H. an beiden Enden einer Hängematte. Krāūs-, Krǟūsel-: Frisier-H. Krēūz-:
1) Pflanzenn.:
a) Adler-H.
b) Kreuzdorn.
c) Mistel. 2) Hölzer, die ein Kreuz bilden, z. B. Holz eines Fensterkreuzes etc., ferner (Schiff.) die ein doppeltes Kreuz bildenden größern Klampen zum Belegen der großen und der Fockschoten; (Bergb.) die drei doppelten Arme um die Welle des Korbes, worauf das Seil desselben ruht. 3) s. Halb-H. 1. Kríspel- [3]: ein Holz zum Krispeln des Leders. das quer liegende auf die Jöcher einer Brücke oder die Docken einer Mühle etc. aufgezapfte Holz. Knie-H. (s. d.), z. B. der Haken (s. d.) am Hakenpflug; die zu Jnhölzern, Knieen, Piekstücken etc. anwendbaren Hölzer u. ä. m.; Das K. war es, der Schlächter | hatte daran das Schwein gehängt. G. 5, 128, scherzh. bei den Wagnern auch ein wandernder Gesell. niedriges krüppelhaftes Busch-H.: Den Aufschlag junger Eichen | rings das K. verhindert. Mal- titz. Koch-H. (Orgelb.) flache Hölzchen, auf deren Zapfen sich die Walzen des Kuppelzugs drehn. Busch-H. Falmerayer Or. 1, 242. s. Knie-H. (Bergb.) das Holz, womit Wangen und Förste in dem Zwischenraum zweier Paar Thürstöcke verschalt werden.
Krōn-: Krúmm-: Krüppel-: Küchen-: Kúppel-: Kúrz-: Láck-: Lād-: Lāger-:
1) Windbrüche, die im Walde liegen geblieben, s Rohne.
2) Hölzer, als Lager für Etwas, z. B. für Fässer im Keller. Lamōner-: Allerheiligen-H. Láng-, Lä́ngen-: Ggstz. Quer-H., ein der Länge nach liegendes Holz, oder Holz nach seiner Längenrichtung. Karmarsch 2, 272; 744; dagegen: Länge-H., s. längen 2. Látten-: zuLatten dienlich. Lāūb-: Bäume, die Blätter tragen und ein Gehölz aus solchen Bäumen, Ggstz. Nadel-H. Lêbens-: Franzosen- H. Lécker-: Süß-H. Lêder- [4]: Dirca, Mäuse-H. Lêhr-: Strick-H. (2). Lēīb-: (Schiff.) die zwei zunächst an den Schiffsseiten liegenden Gänge der Deckplanken, wo das Wasser abläuft, Wassergang. Lēīcht-: Glatt-H. Lēīt-: das Holz an der Seite eines Hobels, das ihn beim Ausstoßen eines Falzes etc. nicht von der Richtung weichen lässt, Gicht-H. Lêse-: dürres Holz im Walde, das von Armen aufgerafft und zusammengelesen werden darf: Raff- und L. Létter(n)- [4]: Piratinesa guianensis. Lícht-: Holz zu Leuchtspänen und diese selbst, Span-H., Schleiß-H., nam. der Kienbaum. 2) das lichte Laub-H., Ggstz. Schwarz-H. Lóch- [3]: viereckiges Holz der Schuster, mit länglichrunden Vertiefungen, das Sohlleder hineinzustoßen. Lūci-en-: Haar-H. Māl- [3]: auf Etwas ein Mal oder Zeichen zu machen, z. B. bei den Bäckern, das Brot damit zu bezeichnen. Mándel-, Mánge(l)- [3]: zum Mangeln der Wäsche, Roll-H. Márk-: das viel Mark enthält, nam. Bachholder. Márter- [3]: Holz, woran Einer gemartert wird, Kreuz. Chamiso 4, 150 etc., s. auch Bein-H. (2), auch übertr.: eine gemarterte, mißhandelte Pers.: Dieser Bediente ist das M. seines Herrn (versch.: Kreuz = der den Herrn martert); serner: eine dürre abgemagerte Person. G. 12, 44. Márthen-: Brasilien-H. Māser-: Flader-H. Mást- [4, 5]: Bäume, deren Früchte zur Mastung (von Schweinen etc.) dienen und ein Gehölz davon. Māūse- [4]: Leder-H.; Bittersüß. Mēīler-: Kohl-H. Mittel- [4, 5]: Baum von mittlerer Größe und Gehölz davon, auch Holz von solchem Baum. Mōdel- [3]: ein Holz, als Model oder worüber man Etwas modelt. Múnd-: Bein- H. 1. Mútter-: Bein-H. 2. Nácken-: Art Joch als Strafwerkzeug: N. und Knüttel. Droysen Ar. 1, 173. Nādel-: Harz-, Schwarz-, Tangel-H., todtes H., s. Laub-H. Nāgel-: Holz zu Nägeln, nam. im Wasserb., zu den großen Tobben durch die Zapfen des Siels. Nikarāgua-: Brasilien-H. Nútz-: alles Holz, das besser als zum Verbrennen verbraucht werden kann, also Bau- und Geräth-H., nam. das letztere. Öber-: hohe Bäume und deren obere Theile, Ast- und Gipfel-, Hoch-H., s. Stamm-H. und als Ggstz. Unter-H.: O., Holz, welches man in einzelnen Stämmen bei Abholzung größerer oder kleinerer Waldflächen (Schläge) stehen lässt. Cotta Forstw. 1, 106; Hauen das O., da wo es zuerst auszweigt und nicht mehr bequem für Planken benutzt werden kann, ab. Gerstäcker Miss. 3, 213. Pantóffel-: Kork-H. Paradīēs-: Adler-H. Pavāna-: Fenchel-H. Pfáffen-, Pfáffenmütz-, Pfáffenhütel-: das Holz des Pfaffen- oder Spindelbaums, Evonymus europaeus und dieser selbst, so auch Brezeln-, Eierbrett-, roth Kaligen-, Pinn-, Spill-, Spindel-, Wäschel-, Zweck-, Zwick-H., s. auch Pfarr-H. Pfāhl-: Holz zu Pfählen oder in Gestalt von Pfählen, Spindel-H. Pfárr- [5]: zur Pfarre gehöriges Gehölz, auch Pfaffen-H. Pfāūenschwanz-: gekräuseltes Ahornholz. Pfēīfenrohr-: Bein-H. 2. Pflánz- [3]: eine Art Stock, Löcher in die Erde für die einzupflanzenden jungen Pflanzen zu stoßen, der Pflanzer, Setz-H. Pfrīēmen- [4]: Ginster. Pích- [3]: Glätt-H. der Schuster. Pīp-: Klapp-H., das die Böttcher zu Pipen verarbeiten, in vermeinter Verhochdeutschung: Pfeif-H. Pínn-: Holz zu Schuhpinnen, namentl. Beeren- und Pfaffen-H. Plä́tt- [3]: Holz zum Plattstreichen, z. B. der Ziegelstreicher; in Glash. das Holz, womit der aufgeschnittene Glascylinder zu Fensterglas ,,geplättet“ wird etc. Póck(en)-: Franzosen- H. Préll- [3]: Reitel, das Holz, wogegen der in die Höhe geworfne Aufwurfhammer anschlägt und zurückgeprellt wird. Púlver-: Holz das verkohlt zur Pulverbereitung taugt, nam. das des Faulbaums. Púrpur-: ein feines purpurrothes Holz zu Tischler- arbeiten. Thümmel 7, 4. Pútz- [3]: Holz, Etwas zu putzen, z. B.: Glätt-H. der Schuster; der Messerschmiede, zum Glätten der kantigen Messerschalen: in Flachsspinnmaschinen, tuchbekleidete Hölzer, welche von den Walzen die daran hangen gebliebnen Fasern streifen etc. Quêr- [3]: das ein andres (das Haupt-) Holz quer durchschneidet. Ráff-: s. Lese-H. Rāh-: das oberste Berg-H., Rahleiste. Rāhm-: Nutz-H. zu Tischlerarbeiten. Rǟhm-: Querbalken. Rāīn-: Bein-H. 1. Ránd- [5]: Brahne und das Holz dort, Vor-H.: Die schönen korallrothen Blumentrauben der herrlichen Erythrina corallodendron, welche ursprünglich in den Wäldern als Rand- und Unterholz einheimisch. Burmeister gB. 2, 215. Rándsom-: (Schiffb.) die das hinterste Spant des Schiffs ausmachenden Hölzer. Rāūch- (Rāūh-):
1) [4; 5] Forstw., Bäume die noch mit ihrem Laub versehen sind und ein Gehölz von solchen, Ggstz.: abgetriebnes Holz.
2) Zimmerm., Schiffb.: Holz, wovon nur erst das Gröbste abgehaun ist, Ggstz. Schlicht-H. Rēīb(e)-: Holz zum Reiben, worauf sich Etwas reibt, das gerieben wird, z. B.:
1) bei den Zeugmachern ein Glätt-H., das Zeug auf dem Webstuhl von den Fasern zu befreien. 2) das Quer-H. über den Deichselarmen eines Wagens, weil sich der Langwagen darauf reibt, Reibescheit. 3) Schiff., Hölzer, die das Schiff gegen Anschlagen und Reiben der aufgehißten Lasten oder andrer Fahrzeuge zu schützen, entweder feste oder lose (an Tauen vom Bord gehängte) Schlitten, auch: Wreif- H. 4) Zündhölzer, die durch Reiben Feuer geben, Streich-H. Rēīf-:
1) Band-H.
2) Klafter-H. Rēīs-, Rēīsig-:
1) Bund-H.
2) [4, 5] Busch-H.: Hochwald ..., unter den mächtigen Bäumen kam kein junges Reisholz fort. Kinkel E. 15. Resonánz-: zu Resonanzböden musikalischer Jnstrumente. Grube Geogr. 3, 142. Rícht-:
1) Leit-H. 2) bei den Nadlern, ein Brett mit Stiften, zwischen denen der zu richtende Draht hindurchgezogen wird etc. Rīēgel-: in Holzwänden das die Ständer (s. d.) verbindende Holz: Ständer-und R. Möser Ph. 3, 141. Rȫhr(en)-: das sich zu Pfeifenröhren etc. eignet, nam. Bein-H. 2. Róll-: Mangel-H. und dazu taugliches Holz, nam. das der Hagebuche und diese selbst. Rōsen-: Holz von Rosenstöcken und: Holz, das wie Rosen duftet, Lignum rhodinum. Rōth-: rothe Färbehölzer, nam. mehrere Arten von Caesalpinia, s. Brasilien-H., auch Ceanothus americanus. Rǖhr- [3]: Holz, Etwas damit umzurühren, z. B. den Kalk im Ascher bei den Weißgärbern. Rúnd-: rundes Holz, z.B. das Brennholz von den Asten der Bäume, nam. auch: Schiff., alles walzenförmige Holz, das ober- und außerhalb des Schiffkörpers zur Führung der Segel und Befestigung der Takelasche dient. Rǘst-: Holz, das zum Gerüste dient, eine Schwelle, z. B. im Bergb., Mühlenb. etc. Rüttel- [3]: z. B. bei den Handschuhmachern, ein Holz die gelaschte Naht zu ,,rütteln“ d. h. zu glätten. Sāāt-: (Schiff.) ein vom Knie des Achterbis zu dem des Vorderstevens reichender, in der Mitte über Bauch- u. Piekstücken der Spanten liegender Balken, auch Kielschwein, Kiel- oder Kolschwine, Kolsen genannt. Sǟge-: Sägeblock. Sálz-: Brenn-H. in Salzsiedereien. Döbel 2, 37b etc. Sāmen- [4]: Bäume, die man in den Gehauen zur Besamung stehen lässt, vgl. Laßreis, Schlaghüter. Sánd-: Gries-H. Sándel- [4]:
1) Sand-H.
2) Santalum album, mit wohlriechendem Holz und dies. 3) rothes S., Brasilien-H. Sāpan-: s. Brasilien-H. Sáttel-: Holzzu Sätteln, namentl. der Balsampappel und diese selbst. Schácht-: Bergb., zur Auszimmrung u. Deckung eines Schachts dienend. Scháchtel-: zu Schachteln brauchbar. Scháft-: zu Flintenschäften etc. tauglich. Schāl-:
1) Schalbrett, Schwarte.
2) Holz, das ge- oder entschält ist. 3) Holz, womit Etwas, z.B. die Seiten eines Deichs, im Bergb., der Schacht inwendig verschält oder bekleidet wird etc.
3) Bauk., Stöcke, die zwischen dem Holzwerk von Wänden und Decken eingeschlagen und darauf mit Lehm und Stroh bekleidet werden, Weller-, Wälger-Holz oder -Stock, Lehmstaken.
4) Bergb., die zwischen die Korbhölzer an einen Göpel genagelten Hölzer, Schlag-H.
5) Stellmach., das mit auf den Achsen des Wagens ruhende platte Holz. Schēīt-: Holz in Scheitern, vgl. Klafter-H.; auch ein rohes Tonwerkzeug von ähnlicher Form. Schêr-: Schiff.:
1) Schere, Heck (s. d. 2b) eines Flügels. 2) schwere Holzklötze, zum Zusammenstampfen von Wolle und ähnlichen Schiffsladungen, die dadurch den möglichst geringen Raum einnehmen, s. Traven. Schérken-, Schérpen-: Haar-H. Schícht-: geschichtetes Holz, z. B. Kohlenbr., die zu verkohlenden Schichtklöppel. Schīēn-: Tünchstock der Maurer. Schíff(bau)-: zum Schiffbau. Schírr-: Geräth-H. Schlāg-:
1) Hau-H. 2.
2) Busch-H.
3) Schal-H. 4.
4) [3] Holz zum Schlagen, z. B. des Balls beim Schlagballspiel; bei den Hutmachern das Holz, womit die Saite des Fachbogens (s. d.) angespannt und zum Vibrieren gebracht wird; bei den Seilern das Holz, womit sie beim Wirken der Gurte den eingeschloßnen Einschlagfaden anschlagen etc. Schlángen- [4]: Pflanzen, die als heilkräftig gegen Schlangenbisse gelten oder galten: Ophioxylon; Strychnos colubrina; Cecropia; Ophiorrhiza. Schlēīß-: Licht-H. Schlémp-: Schiff., Name verschiedner Hölzer an den Klüsen, am Kiel, am Knie der Steven, vgl. Bobrik. Schlícht-: mit dem Schlichtbeil geglättetes Holz, Gegensatz Rauh-H. Schlīēß-: Schloß-H. 2. Schlítten-: zu Schlittenkufen brauchbar. Schlóß-:
1) [5] zu einem Schloß gehöriges Gehölz.
2) Schiff., Sch., Schlot-, Schließ-H., ein Holz, wodurch Etwas an bestimmter Stelle festgehalten, gleichsam angeschlossen wird, z. B.: Sch. der Stengen, des Bugspriets, und danach übertr.: ein stiller furchtsamer Matrose, im Ggstz. zum „Schwalker“ oder „Schwerver“ = abgehärteter und rüder Matrose, der keine Gefahr scheut. Schmāl-: kleines Holz, namentl. Kohlenbr. Schmīēr-: Schiff., stark beschmierte Holzklötze, die unter den Kiel eines Schiffs getrieben werden, damit dies leichter vom Stapel laufe, Schmierkissen. Schnābel-: schnabelförmiges Holz, Weinb., das aus den letzten Augen des Bogens einer Rebe hervorwachsende Holz. Schnēīde(l)-: Bäume, die sich schneideln, behauen lassen und bald wieder ausschlagen; Holz von solchen Bäumen. Schnítt-: Blind-H. Schnǖr- [3]: zur Verfertigung runder Schnüre. Schóck-: Holz aus Reisern oder vom Abholz, insofern es schockweis verkauft wird, s. schocken. Schrēīber-: Masholder, mundartlich auch: Schwepstock- oder Peitschenstock-H. Schǖr-: Brenn-H., nam. in den Glashütten. Schwárz-:
1) Nadel-H.
2) Beeren-H. Schwárzbändel-: Lucien- H. Schwêfel-: s. Zünd- Holz. Schwéll(en)-: zu Schwellen tauglich od. dienend. Schwémm-: durch Wasserströmung angeschwemmtes Holz. Volger EE. 79, s. Treib-H. Sēēlen-: Bein- H. 2. Sénk-: Holz, das beim Flößen zu Grunde gesunken ist. Sénkel- [3]: Hüttenb., ein Holz, die Zechschlämme im Waschfaß zu stoßen. Sétz-:
1) Blind-H. 2) Pflanz-H. Slémp-: Schiff., Anlauf (s. d. 2) des Kiels zum Steven. Sōhl(en)-:
1) Kork- oder Pantoffel-H.
2) die Schenkel des Scharbaums am Pflug. V. Ge. 9; 24. Spān-: Holzspäne oder Holz zu Spänen, z. B. zu Lichtspänen, s. Licht-H. Spánn- [3]: Holz, Etwas zu spannen, z. B. das Tuch auf dem Webstuhl; die Sägenim Gatter einer Schneidemühle. Spárr-: Holz zu (Dach-)Sparren etc. Spérr- [3]: Holz, Etwas damit zu sperren, z. B. das, womit die Hinterbeine des geschlachteten Viehs auseinandergesperrt und woran es aufgewunden wird etc. Übertr.: Ein Sp. im Genick haben, sich nicht leicht bücken etc. Auerbach Barf. 231. Spíll-, Spíndel-: Holz zu Spindeln, namentl. das des Afterahorns und des Spindelbaums und diese Bäume. Spínnkopf-: Spriet-H. Spitzen-. Splitter-: Hau-H. Spórgel-, Spórken-: Beeren-H. Sprīēt-: Schiff., ein längliches Holz mit mehreren in einer Reihe liegenden Gatten, wodurch die einzelnen Taue eines Spinnkopfs fahren, Spinnkopf-H., Sprietblock. Sprötzer-: Beeren-H. Spūr- [3]: Hüttenb., Holz, damit die Spur im Spurherd zu machen. Stāb- (Stáff)-: Dauben-H. Stámm-:
1) [4; 5] hochstämmige Bäume, im Ggstz. zum Stangen- und Unter-H. oder Busch-H., auch Ober-H. genannt, und Holz von solchen Bäumen.
2) Holzvom Stamme, Ggstz. Wurzel- und Zacken-H. Schacht B. 216. Stánder-, Stä́nder-:
1) s. Riegel-H. 2) Schiff., die kleine Rah, woran ein Stander befestigt und aufgehisst wird. Stángen- [4; 5]: zu Stangen herangewachsne Loden und ein Gehölz von solchen. Stāū-: Schiff., zum Stauen dienendes Knüppelholz, das unter und zwischen die Fässer gelegtwird. Stāūden-: Busch- H. Stéch- [3]: Holz zum Stechen, z. B. im Hüttenb. zum Abstich des Metalls. Steīn-: steinhartes Holz, z. B. das der Steineiche etc. und versteinertes. Stéll- [3]: Holz, Etwas zu stellen, aufzustellen, z. B. eine Falle; das Brett, worauf der Richtkeil der Kanone im Schiff ruht. Stích-:
1) Stech-H.
2) schwaches Bau-H. Stīēfel- [3]:
1) Block, worüber der Stiefel geschlagen wird. 2) Fischer., ein Holz zu beiden Seiten des Schleppsacks, die Mündung desselben zu „stiefeln“, d. h. steif und offen zu halten. Stímm- [3]: bei Geigen, das den Resonanzboden tragende Hölzchen unter dem Stege, die „Stimme“. Stínk- [4]: Olax zeilonica. Stóck-:
1) Wurzel-H. Schacht B. 115.
2) [3] ein Holz der Windenmacher mit Einschnitten, um die Stöcke des Getriebes darin auszuarbeiten. Stōß- [3]: Holz, Etwas damit zu stoßen, z. B. (Bergb.) das Gestübbe. Strāūch-:
1) Busch-H.
2) namentl.: Wasserholder. Strêbe- [3]: Strebeband, Strebe. Stréck- [3]: Bergb., die auf dem Bock der Schwingen liegenden u. den Zapfenklotz derselben tragenden Balken, „Streckling“. Strēīch- [3]:
1) Holz, Etwas damit zu streichen, um es zu glätten, zu schärfen, oder das Überflüssige abzustreichen, z. B. beim Getreidemessen etc.
2) Zündhölzer, die durch Streichen oder Reiben Feuer geben. Stríck- [3]:
1) hölzerne Strickscheide. 2) das Brett, worüber die Netze gestrickt werden, Rückbank, Lehre. Strīēsen-: Bein-H. Stūben-: Balken von geringer Dicke für Radstuben im Bergbau. Sǖß- [4]: Name mehrerer Pflanzen mit süßem Holz, namentl. Glycyrrhizza, woraus der Lakritzensaft gewonnen wird: Das S. und die daraus bereiteten braunen Zeltlein. G. 20, 44 etc. Scherzh. übertr.: S. raspeln, übertriebne Artigkeiten sagen, namentl. einer Dame, vgl. Lebkuchen. Tángel-: Nadel-H. Télgen-: Holzv. Zweigen od. Asten, Zacken-H. Tōdt-: Kiel- H.— Trēīb-:
1) Holzzum Heizen des Treibherds, Werk- H., s. lebendig 3a.
2) [3]eine Walze, den Teig in den Küchen damit zu treiben oder zu walgern, d. h. breiter und dünner zu walzen.
3) Holz, das vom Wasser fortgetrieben wird, nam. von der Meeresströmung, auch Trieb-, Trift- (Drift-) H., vgl. Flöz-, Schwemm- H. Trōg-: Holz zuTrögen. Uber-: Hoch-H. Um-: das umgebende Holz, z. B. bei den Böttchern die den Boden umgebenden Dauben (als Gesammtheit). Un- [2]: unnützes, schädliches Holz, das weggenommen werden muß, z. B. an den Weinreben. Unter-:
1) Busch-H.
2) ein Holz als Unterlage, z. B. ein Rahmen, worauf Balken oder Sparren ruhen.
3) der untre Theil eines hölzernen Gegenstands, z. B. eines Schiffs. ūr-: abgefallnes, Lese-H., s. Frisch 2, 310a. Vēīlchen-: Polisander-H. Vōr-: Rand-H.: Im V., Feld und Busch. Hagedorn 2, 232; Aus dem V. weit und breit | der Rinder heiseres Geläut. V. 4, 159 etc. Wādel-: s. Wadel. Wāgen(er)-: Holz zu Wagen, namentl. Ulme. Wāhn-: wahnkantig Holz. Wǟhr-: s. Halb-H. 2. Wálger-, Wälger-:
1) Treib-H. 2.
2) Schal-H. 3. Wásch- [3]: Waschbläuel. Wäschel-: Pfaffen-H. Wāsen-: Bund-H. Wásser- [2]: Wasser-Aste, -Schosse. Wēīn-: Holz des Weinstocks; dieser selbst. Wēīß- [4]: Melaleuca leucodendra; Bignonia leucoxylon. Wélger-: Walger-H., z. B. (1). Lichtenberg Hog. 1, 15. Wéllen-:
1) Bund-H.
2) Holz zu Wellen. Wéller-: Walger-H. Wérk-:
1) Nutz-, namentl. Geräth-H.
2) Treib-H. 1. Wíld- [4]: Ginster. Wínkel-:
1) Holz, das einen Winkel bildet. 2) [5] sprchw.: Winkelhölzer suchen, leere Ausflüchte. Luther SW. 61, 200. Wrēīf-: s. Reib- H. 3. Wúnd- [4]: Holz, das Wunden heilt, z. B. die Esche, der Hartriegel etc. Wúrzel-: von den Baumwurzeln: Das Stock- oder W. ist in der Regel sehr maserig. Schacht B. 216. Záck(en)-: Telgen-H. Zāhl-: das nach der Zahl verkauft wird, s. Schock- H. Zāūn-: Holz zu Zäunen. Zímmer-: Bau-H. Zópf-: von den Zopf-Enden oder den Wipfeln. Zúckerkisten-: hartes, zu Zuckerkisten etc. dienendes Holz. Zünd- [3]: Hölzchen, die, mit einer leicht entzündlichen Masse versehen, dazu dienen, Feuer anzumachen, wie die früher üblichen Schwefelhölzchen (vgl. Schwefellicht) und die jetzt gewöhnlichen Reibzündhölzer oder Streichhölzer, die durch Reiben des Phosphors entzündet werden etc. Zwéck-: Holz zu Schuhzwecken, nam. Pfaffen- u. Bein-H. 2.