Faksimile 0625 | Seite 617
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Granne
Gránne, f.; –n; –n-:
etwas Steifes, spitz Zulaufendes, Stechendes, so z. B. Borste, Haar des Schnauzbarts; Nadeln der Tannen etc.; Fichten-G–n. Grube Geogr. 3, 124; Gräte: Fisch, . . so viel starker, harter und scharfer Grannen haben. Ryff Sp. 75b etc., am häufigsten aber = Achel (s. d.): Die langen Granen und Spreuer. 55b u. o., in der Botan.: der fadige Fortsatz der äußern Spelze einer Graskrone, Arista etc. So: Grannenförmiges [aristaeformis] Hüllblatt. Bur- meister Gsch. 436 etc. Drei-G., eine Grasart, Aristida etc. Dazu: Die grannigen Ähren. Rückert 1, 243; - Ähren, wovon die tauben Seitenbälge gegrannt . . sind. Oken 3, 388; Begrannte Ähren etc.
Anm. Ahd. grana, mhd. gran, Haar des Schnauzbarts etc., vgl. zur Bed. Gräte: Grenen oder spitzige scharfe Grät wie die Fisch. Ryff Th. 252; die Fisch unergränt [unausgegrätet]. Fischart Garg. 130a etc. Versch. mundartl.: Gran(n)en, Grännen = greinen (s. d. und vgl. Schm. 2, 111: Stalder 1, 471). Murret und gra- net dawider. SClara EfA. 2, 558; Granen und brummlen. Simplicissimus 2, 258; Wie der alt Graner brumm. HSachs 3, 2, 218c, und sehr oft bei Gotthelf, z. B. von den bei Stalder nicht erwähnten Zsstzg.: Einem nachgrännen. G. 312; Das Paradies vergrännen [durch Grännen desselben verlustig gehn oder machen]. Sch. 32 etc. Dazu Fortbil- 78 dung (s. Grinsen), Gransen; Da granst [heult] der große Junge. Tieck 2, 240; Um’s Himmels willen nur kein Gransen und weichliches Magdalenengesicht. Nov. 6, 41; Ein Beißer und Granser [Griesgram]. Kirchhof Wendunm. 225a; Weise Jak. 30 (Kerl).