Faksimile 0430 | Seite 422
Fee
* Fēē (frz.), f.; –(e)n:
(Myth.): ein höhres weibliches Wesen von überirdischer Macht: Die alten F–n in den Ritterbüchern. Heinse A. 2, 188; Die Fabel ist der Liebe Heimathswelt, | gern wohnt sie unter F–en, Talismanen. Sch. 348a; Nur in dem Feeenland der Lieder | lebt noch deine fabelhafte Spur. 22a; F–n-Märchen etc. Anm.:
1) Dazu: Magisch und feenhaft [zauberhaft] ist seine Erscheinung. Burmeister gB. 2, 228 u. o.; Dem Kabinett ein desto feenmäßigeres Ansehen zu geben. W. 1, 16 etc. — Fee(e)rēī, f.; –en: Zauberei, Feenwelt: Unter lauter Feen und F. aufgekommen .. Wirklich einmal in dies Feeland versetzt. W. 19, 236; 253; Ein Palast .., woran die F alle ihre Kunst verschwendet. 12, 28; 31; Gotter 1, 274; Zschokke 8, 95etc. — Nbnf.: Fēī: Eine böse F. Gotter 1, 207; Kobold und Nix und F. und Elfe. Matthisson Anth. 8, 124; Dafür ließ ich meine F. | und ihre Zaubergerte sorgen. Pfeffel Po. 3, 7; 5; Uhland 407. — Fēīe. L. 1, 156; F. will soviel als ehmals Nymphe sagen. Nicolai 3, 196; 1, 74; 2, 74 etc. — Dazu: Fēīen, tr.: Etwas mit Zauberkraft ausstatten, bezaubern: Eine Fee, die meine Waffen gefeit hat. Platen 3, 142; Persönlichkeiten, die sich durch ihren Glauben an sich selbst gewissermaßen geweiht und gefeit fühlt. Mundt Par. Skizzen 1, 3; Freiligrath 2, 28; 93; Heine Rom. 68; Kinkel Erz. 21; Rückert 2, 23; Plötzlich steht sie wie gefeit [behext]. Reithard 142; 322 etc. — Bellonas Bräut’gam kampfgefeit. Tieck Macb. 1, 2 etc. — Versch.: fei, a.: s. I. Feige Anm. — Vgl. auch: Die Perle, die von einer Fexe (Elfe) an das Ohr einer jeden Schlüsselblume gehängt wird. Haller (s. Guhrauer L. 2, Beil. 1), vgl. Faxe Anm. —
2) das frz. Wort entspr. dem ital. fata (s. Fata Morgana), das auf lat. fatum (Schicksal) zurückweist. s. Diez 140.