Faksimile 0147 | Seite 139
Faksimile 0147 | Seite 139
Binde
Binde, f.; –n; Bindchen:
lein; –e-: 1) langer schmaler Streifen, womit Etwas umbunden, bedeckt wird, — wodurch es sich von Band unterscheidet, vgl.: Er machte sie [die Uhr] mit einer B. | sich um den Leib. Lichtwer 100, was Ramler L. 90 verbessert in: Die band er sich mit einer Schnur | fest um den Leib etc.; Den Arm in einer B. tragen; Dem Verwundeten eine B. anlegen, sie befestigen; Eine B. um die Stirn, um den Leib, um den Hals etc.; Eine B. vor den Augen haben; Einem die B. von den Augen nehmen; Die B. fällt Einem von den Augen; Tücher und B–n | reinlich umwanden wir. G. 11, 33; Mein [des Kindes] ganzes Kenntnis war: Schmerz, Hunger und die B–n. Haller 173; Die heilige B. des Gottes. Stolberg Jl. 1, 14 = Stirn-B., wie oft, wo der Sinn klar ist, statt der Zsstzg. das Grundw. genügt. Namentlich auch:
a) Anat.: einzelne Bänder, z. B.: Die vordere und die hintere B. der Wirbelsäule etc. —
b) Bauk.: Streifen, welche die Säulen bedecken. —
c) Wappenk.: ein schmalerer Balken, ein einzelner halber Balken etc. — 2) als Maßbezeichnumg: s. Gebind 2a und b.
Anm. Dazu: Die in zierlichem Wechsel blau und weißlich gebindete Ringelhyder. Linck Schl. 34; Bebindet, Kopf mit einer B. von andrer Farbe versehn. Bernd Wappenw. 2, 199.
Zsstzg. unerschöpflich, z. B.: Āderlass-. — Árm-. —
Ehren-: als Ehrenzeichen. G. 1, 94, s. Feld-B. —
Fāūstkampf-: V. Th. 22, 45. —
Féld-: Leib-B., Schärpe der Officiere. —
Flōr-: namentl. als Zeichen der Trauer um Hut oder Arm. —
Háls-: Kravatte; zuw. auch = Hemdkragen, Querder. —
Hāūpt-: Kopf-B., Diadem. — Hélm-. —
Hémd-: s. Hals-B. —
Kōnigs-: Diadem. — Kópf-. —
Lēīb-: um den Leib gebunden, theils zum Warmhalten: Der Arzt hat ihm verordnet, eine wollene L. zu tragen etc., theils zum Schmuck oder zum Zeichen einer Würde, s. Feld-B. —
Lēīd-: Frisch, gewöhnlicher Trauer-B., s. Flor-B. —
Mêêr-: Art Seefisch, Cepola taenia. —
Prīēster-: Kopf-, Stirn-B., als Zeichen der priesterlichen Würde. Alxinger D. 286; Sch. 61a etc. —
Quêr-: quer um Etwas herumgehnd, z. B. von Zeichnungen bei Thieren. Burmeister gB. 2, 65; 91u. o. —
Rêb-: eine Pflanze, Rebwinde, Clematis. — Stírn-. —
Tōdes-: Umschlang ibrlanges seidnes Haar | zur T. sich. H. 15, 254. —
Trāūer-: s. Leid-B. —
Wáchs-: Bienenharz, Beet, s. d. 2. — Wáppen- [1c]. —
êhr-: Bewaffnete Bürger mit der W. um den Arm. Waldau N. 2, 310, als Zeichen, daß sie zur Wehrmannschaft gehören.