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Kittel
Kittel, m., –s; uv.; –chen, ein; -:
1) hemdartiger Überwurf, Blouse (s. d. 1): Angethan mit einem K. [,,Bekleidet mit einem Talar“ H. Rel. 7, 202]. Ofenb. 1, 13; Jes. 3, 23 etc. Zumeist als Tracht der untern Volksklassen oder von Knaben: Sowohl bei Dem, der Seiden und Kron trägt, als bei Dem, der einen groben K. anhat. Sir. 40, 14; Das Herz, das der Bauer im K. trug. B. 37a; Im K. wie im Sammt weiß er sich aufzuführen. Canitz 291; Des Bamberger Reiters erbeuteten K. G. 9, 50; 8, 300; Seine [des Knaben] Jacke .. Das K–chen. 19, 15; Denkt Er denn, daß ich den Schwarzen nicht auch im bunten K. [vgl. bunte Jacke] erkennen werde? 6, 338; Günther 197; Gutzkow R. 3, 343; Im Purpur nicht zu groß, durch K. nicht entehrt. Hagedorn 1, 34; 3, 11; Daß es ankommt .. auf die Drittel und die Mittel, nicht auf den K. und den Titel. Rückert Mak. 2, 222u. o. In Zsstzg. z. B.: Bade-, Bauer(n)-, Bergmanns-od. Gruben-, Bettler-(W. 34, 286), Fuhrmanns- (im Westerwald: Donner- od. Zu-), Hals- (Oberhemdchen der Landmädchen, mit Spitzen. Schm.), Kinder-, Knaben-, Linnen-, Mönchs-, Sterbe-od. Todten-, Weiber-K.; Im schlichten Mönchsgewand, | im Waldes- K. H. etc., auch sprchw.: Mir platzt die letzte Naht am Ge- dulds-K. Holtei Lammf. 1, 310 = die Geduld reißt mir; Einem zu K. [vgl. Kleid] gehn; Einen beim K. [vgl. Kragen, Wickel] kriegen; bergm.: Das Gestein macht den K. enge, ist so fest, daß der Häuer nicht weiter kann.
2) zuw. (s. Blouse 2) eine Person im K., z. B.: O wie mancher Leinwandküttel | suppt sich dicke, fett und reich. Dan. Stoppe (Wackernagel 2, 598), nam. oft: Schwarz-K. (vgl. Schwarzrock etc.) als Bez. eines Geistlichen etc., z. B.: Mit dem Schwarz-K. [Kandidaten]. Wagner Kind. 34. Mundartl.: Naß-K. = Trinker. Schm.
Anm. Mhd. kittel, vgl. Kutte.