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        <title>Artikel „Ziehen“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
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        </editor>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Ziehen“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="Ziehen" orig="Zīēhen">Zīēhen</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp>zog, zöge; gezogen; ziehſt (zeuchſt), zieht (zeucht); zieh (zeuch)!:</gramGrp>
        </form>
        <sense>(ſ. Zeuch, Anm. und für die veralt. Flexionsformen die Belege): <bibl><biblScope>tr. (1),</biblScope> <title>wobei aber das Obj. auch ein rückbezügl. Fw. ſein kann</title></bibl> — alſo (2) <bibl><biblScope>refl.</biblScope></bibl> — oder fortbleiben kann — alſo (3) <bibl><biblScope>intr.</biblScope> <title>(haben)</title></bibl> <bibl><biblScope>—;</biblScope> <title>andrerſeits aber auch (4) eig.</title></bibl> <bibl><biblScope>intr.</biblScope> <title>(ſein), woran ſich dann noch reihen: (5) das adjekt. Partic. Präſ. und der ſubſt. Infin. mit Bſtw.; (6) adjekt. Partic. paſſ. und Fortbild.; (7) Ziehung; (8) Zieher. Die in der Anwendung freilich mannigfach modificierte Grundbed. iſt für das Tranſit.: Etwas in allmählich und ſtetig wirkender Weiſe nach ſich hin bewegen (vgl. als nah berührend ſchieben, entgegengeſetzt in Bezug auf die Richtung</title></bibl> <bibl><biblScope>—,</biblScope> <title>wie reißen auf den Grad der Bewegung, ferner zerren, dehnen ꝛc.) und allgemeiner als Faktit. des Intranſ., das bed.: in ſtetigem Vorrücken ſich fortbewegen: 1)</title></bibl> <bibl><biblScope>tr.:</biblScope></bibl> <sense n="a)">a) mit einem die Richtung bezeichnenden Adv., ſ. unten die Zſſtzgn: her ꝛc.-, hinauf- oder empor-, fort-oder weg-z. ꝛc.; ferner z. B.: Und herwärts zog mich mächtig und ahndungsvoll mein Herz. <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>3, 227;</biblScope> <title>So zog mich der Strom [der Menge] dahin.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>21, 181;</biblScope> <title>Vorwärts gezogen wird der Unterkiefer durch die äußern Flügelmuſkeln.</title></bibl> <bibl><author>Oken</author> <biblScope>4, 47 ꝛc.,</biblScope> <title>auch mit Es (ſ. d. 7) als Subj., z. B.: Wie’s zieht in ſtiller Vollmondnacht | den Wandrer ſternenwärts.</title></bibl> <bibl><author>Grün</author>  <title>Gd.</title></bibl> <bibl><biblScope>333;</biblScope> <title>Es zog mich heim.</title></bibl> <bibl><author>Reithard</author> <biblScope>389 ꝛc.</biblScope></bibl> — Daran ſchließen ſich (b—r) Anknüpfungen von Hw. mit Präpoſ. (alphab.), wobei die Grundbed. der örtl. Richtung oft zurücktritt, und wozu wir auch (der Überſichtlichkeit halber) die dem Wo? entſprechenden <bibl><biblScope>(c; f)</biblScope> <title>oder das Mittel (i) bezeichnenden Präpoſ. fügen:</title></bibl></sense><sense n="b)">b) mit an und Acc. (verſch. c): Das Schiff ans Land z.; Beluden das Schiff . .,,zugen“ das mit eiſernem Zeug an das Waſſer. <bibl><author>Schaidenreißer</author> <biblScope>55a;</biblScope> <title>Ich weiß nicht, was es iſt .., was ihn an mich | und meinen Sohn ſo mächtig zieht und kettet.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>335a;</biblScope> <title>Etwas ans Licht (ſ. d. 1a), ans Tageslicht z. ꝛc.; Etwas än ſich z., z. B.: Der Magnet zieht das Eiſen an ſich; Der Zaubervogel, womit ſie ihn an ſich gezogen.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>23, 405;</biblScope> <title>Auf alle an ſich gezogene Grundbeſitzungen Verzicht zu thun.</title></bibl> <bibl><biblScope>9, 289,</biblScope> <title>Beſitzungen, die er an ſich gezogen; ferner: Was wir verpeſtet ausathmen, zieht ihr [Pflanzen] an euch.</title></bibl> <bibl><author>H.</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 73;</biblScope> <title>Was in denſelben [Gefäßen] ſteht, zeucht den Geruch an ſich [nimmt ihn an].</title></bibl> <bibl><author>Lohenſtein</author>  <title>Soph.</title></bibl> <bibl><biblScope>88 ꝛc.;</biblScope> <title>bei</title></bibl> <bibl><author>Olearius</author>  <title>Roſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>7b</biblScope> <title>auch (vgl. c): Wenn’s Fried’ iſt, zeuch an dir [ſt. dich] mit deiner Gütigkeit | Den, der dir helfen ſoll ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="c)">c) mit an und Dat. (verſch. b): Einen an (oder bei) den Haaren z.; „Zupft Kaſka nur am Ärmel!“.. Ihr zogt am Mantel mich. <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Cäſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 2 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="d)">d) mit auf, z. B.: Einen auf die (oder bei) Seite z.; Einen auf ſeine Seite oder Partei z.; Etwas auf ſeinen Zipfel (ſ. d.) z. ꝛc.; Saiten auf ein Inſtrument, eine Geige ꝛc. z.; Wein, Bier ꝛc. auf Flaſchen ꝛc. z., zapfen (ſ. ab-z. 1h8); Einen Wechſel (ſ. d. 7b), eine beſt. Summe (durch einen Wechſel) auf Jemand z. (ſ. x), das Geld auf ihn, als den Zahlenden, anweiſen; Aus Etwas (ſ. e) Schlüſſe, Folgerungen ꝛc. auf Etwas z.; Sie ſtudieren die Aufſchriften und Poſtzeichen der Briefe und ziehen darnach (ſ. k) ihre Vermuthungen auf verſchiedene Vhe. ihrer <bibl><biblScope>Locataires</biblScope> <title>[Miether].</title></bibl> <bibl><author>JKohl</author>  <title>Par.</title></bibl> <bibl><biblScope>1,</biblScope> <title>164ꝛc.; Etwas auf die lange Bank (ſ. d. 3e) z.</title></bibl> <bibl><author>Schwegler</author> <biblScope>(47) 626 ꝛc.</biblScope> <title>(vgl. auf-z.</title></bibl> <bibl><biblScope>15;</biblScope> <title>hin-z.); Sich Etwas auf den Hals (ſ. d. 2) z., z. B.</title></bibl> <bibl><author>Brockes</author> <biblScope>9, 615 ꝛc.;</biblScope> <title>Jemandes Aufmerkſamkeit auf Etwas z.</title></bibl> <bibl><author>(Sch.</author> <biblScope>793a ꝛc.)</biblScope> <title>oder lenken; Etwas oder Jemand zieht die Aufmerkſamkeit, Jemandes Haß</title></bibl> <bibl><author>(G.</author> <biblScope>30, 36)</biblScope> <title>auf ſich ꝛc.; Jemand zieht (oder häufiger: bezieht, ſ. d.) Etwas auf ſich ꝛc., ſieht es als darauf hindeutend an, z. B.: Als ich eintrat, kicherten ſie, doch zog ich’s auf mich nicht.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>5, 22;</biblScope> <title>Wir zogen’s auf den Türken.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>389a ꝛc.;</biblScope> <title>veralt.: Gottes Gnade auf Muthwillen z.</title></bibl> <bibl><author>Judä</author> <biblScope>4</biblScope> <title>[zur Zügelloſigkeit mißbrauchen.</title></bibl> <bibl><author>Eß]</author>  <title>ꝛc.; ferner: Daß Frauen, wenn ſie gehn [ſ. d.</title></bibl> <bibl><biblScope>1a,</biblScope> <title>Schluß], ein blinder Appetit | auf wunderliches Zeug und dumme Speiſen zieht.</title></bibl> <bibl><author>Günther</author> <biblScope>421 ꝛc.;</biblScope> <title>Könige ſollten vornehmlich aus den Büchern Homeri auf Kunſt, Tugend und Großthätigkeit unterweiſt und gezogen werden (ſ. v).</title></bibl> <bibl><author>Schaidenreißer</author> <biblScope>VII ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="e)">e) mit aus, z. B.: Einen Nagel mit der Zange (ſ. i); eine Schraube mit dem Schraubenzieher aus dem Holz z.; Den Kork mit dem Korkzieher aus der Flaſche z.; Ein Taſchendieb zieht Einem ein Taſchentuch, die Börſe, Geld ꝛc. aus der Taſche; Jemand zieht ſein Taſchentuch, ſeine Börſe ꝛc. aus der Taſche; Das Schwert aus der Scheide z.; Die Pferde aus dem Stall z.; Pflanzen mit <bibl><biblScope>(=</biblScope> <title>ſammt) der Wurzel aus der Erde z.; (Einen Eimer) Waſſer aus dem Brunnen z.; Einen die Würmer (ſ. d. 2) aus der Naſe (ſ. d. 1n) z.; Einen aus dem Waſſer (ſ. d. 3) z.; Den Schwachen zeucht er aus dem Koth.</title></bibl> <bibl><author>Weckherlin</author> <biblScope>91;</biblScope> <title>Einen aus der Patſche (ſ. d. 4), Klemme (ſ. d. 2), Gefahr, Noth ꝛc. z.; Den Kopf aus der Schlingen z.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>5, 267b;</biblScope> <title>Er wird meinen Fuß aus dem Netz z.</title></bibl> <bibl><author>Pſ.</author> <biblScope>25, 15 ꝛc.;</biblScope> <title>Jemand iſt wie aus dem Waſſer (ſ. d. 4c) gezogen ꝛc.; Die Sonne zieht Dünſte aus der Erde, macht ſie aufſteigen; Die Sonne zieht die Farbe aus einem Zeug, Kleid ꝛc., macht ſie ausgehn, bleichen ꝛc.; Etwas Zuſammengeſchobnes, in einander Gedrängtes, Verbundnes ꝛc. aus einander z., z. B.: [Sie] ließen denn doch kaum die beiden noch immer Liebenden, obgleich auf eine wunderſame Weiſe aus einander Gezogenen ohne Berührung.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 387;</biblScope> <title>Ein ſolcher Sabel läſſt ſich aus einander z. wie ein Perſpektiv.</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 324 ꝛc.;</biblScope> <title>ferner: Er zog [that] einen langen Zug aus der Cigarre.</title></bibl> <bibl><author>Lewald</author>  <title>W.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 138 ꝛc.</biblScope> <title>und, inſofern man das Obj. für ſich nimmt, gewinnt, erhält, bekommt, hat ꝛc., z. B.: Ein Los aus der Urne, dem Glückstopf z.; Ihre Kriegsoberſten .. aus dem Glückstopf zu z. [durchs Los wählen].</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>22, 56 ꝛc.;</biblScope> <title>Pflanzen aus Stecklingen, aus Samenkernen, aus Samen z. ꝛc. (ſ. v.); Man kann nicht immer etwas Neues aus eignem Grund und Boden z.</title></bibl> <bibl><author>W.</author>  <title>Luc.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 152 ꝛc.;</biblScope> <title>Daß ſie mit aller ihrer Müh | aus ihrem .. Sohn .. | Nichts z. [nichts Rechtes machen ꝛc.] .. konnte.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 7 ꝛc.;</biblScope> <title>Den Saft, das ätheriſche Öl, den Extrakt (ſ. d.), die Quinteſſenz aus einer Pflanze z.; Einen Extrakt aus einem Buch z. (vgl. Auszug); Die Geſchichte habe ich vorzüglich aus des Kardinal von Retz</title></bibl> <bibl><biblScope>Conjuration ꝛc.</biblScope> <title>gezogen [genommen].</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>144a;</biblScope> <title>Dieſe Sklaven wurden größtentheils aus dem Jnnern gezogen, wo Menſchenraub .. eingeführt war.</title></bibl> <bibl><author>Heeren</author> <biblScope>2, 205 ꝛc.;</biblScope> <title>Die Wurzel (ſ. d. 7) aus einer Zahl z.; Aus den Windrichtungen einen allgemeinen Mittelwerth zu z.</title></bibl> <bibl><author>Petermann</author> <biblScope>(64) 384a;</biblScope> <title>Die Summe aus den einzelnen Poſten z.; Ein Reſultat, Ergebnis aus Etwas z. ꝛc.; Die Pflanze zieht durch die Wurzel ihre Nahrung aus dem Boden ꝛc.; Jemand zieht viel Geld aus einem Geſchäft, dies bringt es ihm</title></bibl> <bibl><biblScope>(—</biblScope> <title>in andrem Sinn: er nimmt es daraus weg, entzieht ihm das Kapital ꝛc.); Nutzen; Vortheil (ſ. d.), Gewinn (ſ. d.) aus</title></bibl> — oder von — Etwas z. (ſ. auch 9); Sich eine Lehre (ſ. d. 3), gute Lehre, Moral (ſ. d.) aus Etwas z.; Ihre Prämiſſen zugeſtehen und dennoch andere Folgerungen daraus z. <bibl><author>G.</author> <biblScope>33, 249;</biblScope> <title>Anſtatt finſterer Beweiſe für die Zukunft, zieht er viel eher angenehme Fehlſchlüſſe auf beſſere Zeiten daraus.</title></bibl> <bibl><author>Thümmel</author> <biblScope>3, 24 ꝛc.;</biblScope> <title>auch (ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>q,</biblScope> <title>Schluß und oo): Draht aus Metall, aus Eiſen ꝛc. z., durch Z. machen; Fäden aus dem Flachs z.</title></bibl> —</sense><sense n="f)">f) mit bei (ſ. c), z. B.: „Zoch“ dann die Pferde bei dem Schwanz. <bibl><author>Murner</author>  <title>Ul.</title></bibl> <bibl><biblScope>95 ꝛc.;</biblScope> <title>Ich bin bei den Haaren (ſ. d. 1e) dazu (ſ. q) gezogen worden, mich über gewiſſe Dinge zu erklären.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>11, 495 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="g)">g) mit durch, z. B.: Einen Faden durch das Nadelöhr z.; Etwas durch den Schmutz z.; Einem Vogel, übertr.: einer Perſon eine Feder (ſ. d. 1) durch die Naſe z.; Flachs ꝛc., übertr.: Jemand ꝛc. durch die Hechel (ſ. d. 2) z. ꝛc. Selten (ſ. e): Seine Völker z. dadurch <bibl><biblScope>[=</biblScope> <title>daraus] keinen Nutzen.</title></bibl> <bibl><author>Scherr</author>  <title>Bl.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 37 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="h)">h) mit in, z. B.: Man zog Ihr . . Thier <bibl><biblScope>| ..</biblScope> <title>in den Stall.</title></bibl> <bibl><author>B.</author> <biblScope>23a;</biblScope> <title>„Zohe“ erſtgedachte Göttin das Schiff in das Waſſer.</title></bibl> <bibl><author>Schaidenreißer</author> <biblScope>8a;</biblScope> <title>Etwas in die Höhe (oder empor-) z. ꝛc.; ferner meton.: Den Vogel ins Garn z.</title></bibl> <bibl><author>(W.</author> <biblScope>15, 75 ꝛc.),</biblScope> <title>ins Garn durch Zuziehn (Rücken) desſelben bringen ꝛc.; ferner: Etwas in ſich ziehn, einſaugen, einſchlürfen ꝛc. (ſ. 3f), z. B.: Wer nur einen Schluck des Waſſers in ſich zieht.</title></bibl> <bibl><author>Nicolai</author> <biblScope>6, 79;</biblScope> <title>Ich .. zog den Ton in mich</title></bibl> <bibl><biblScope>(⏑ –)</biblScope> <title>in vollen Zügen.</title></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>4, 256 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl.: Mit jedem Blick ſie ganz in ſich</title></bibl> hinein-zu-z. <bibl><author>W.</author> <biblScope>11, 163 ꝛc.;</biblScope> <title>ferner: Jemand in einen Strudel, Wirbel (ſ. d.</title></bibl> <bibl><biblScope>196; 15, 197 ꝛc.)</biblScope> <title>z. (hinein-z.); Mit ſieben Andern, die er mit in ſein Laſterleben gezogen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>104a;</biblScope> <title>Ohne durch Dünkel und Selbſtheit wieder ins Gemeine gezogen zu werden.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>18, 190 ꝛc.;</biblScope> <title>Einen ins Geheimnis, Vertrauen</title></bibl> <bibl><author>(Lewald</author>  <title>NRom.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 171)</biblScope> <title>z. ꝛc.; Nie ſind Malerei und Poeſie in einen gleichern Wettſtreit gezogen worden.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>6, 501 ꝛc.;</biblScope> <title>ferner: Die Stirn in Falten, Runzeln z. ꝛc.; Etwas ins Enge (ſ. d.</title></bibl> <bibl><biblScope>I 2),</biblScope> <title>Kleine (ſ. d.</title></bibl> <bibl><biblScope>4a,</biblScope> <title>z. B.</title></bibl> <bibl><author>Freytag</author>  <title>NB. 497), Kurze (ſ. d. 3a), Kürzere z.; Er zieht die ſchweifenden Gedanken | in angenehm verengte Schranken.</title></bibl> <bibl><author>Haler</author> <biblScope>96 ꝛc.</biblScope> <title>(vgl. zuſammen-z.); ferner: Etwas in die Länge (ſ. d. 4a) z. ꝛc.; Etwas ins Lächerliche (ſ. d. 2), Scherzhafte, Komiſche ꝛc., in das Gebiet (Bereich) des Lächerlichen, des Scherzes, der Poſſe ꝛc. z.; Er „zoch“ Das in ein Gelächter.</title></bibl> <bibl><author>Murner</author>  <title>Ul.</title></bibl> <bibl><biblScope>37 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl.: Andre tragen noch ein Dekokt von Safran auf, um die Farbe mehr in Scharlach zu z.</title></bibl> <bibl><author>Karmarſch</author> <biblScope>2, 568</biblScope> <title>(ſ. 4g); ferner: Dieſes Werk in unſern Nutzen zu z. [uns nutzbar zu machen].</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>40, 262;</biblScope> <title>Begebenheiten, die ſo leicht in großen Mißbrauch gezogen werden könnten.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>35, 337 ꝛc.;</biblScope> <title>Etwas (mit) ins Spiel (ſ. d.</title></bibl> <bibl><biblScope>1r,</biblScope> <title>z. B.</title></bibl> <bibl><biblScope>18, 54 ꝛc.),</biblScope> <title>in Betracht (ſ. d. 2), Betrachtung</title></bibl> <bibl><author>(G.</author> <biblScope>31, 54 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. betrachten 3c), Erwägung</title></bibl> <bibl><author>(Sch.</author> <biblScope>364b) ꝛc.;</biblScope> <title>in Zweifel (ſ. d.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>21, 314),</biblScope> <title>in Abrede</title></bibl> <bibl><author>(Notter</author>  <title>Uhl.</title></bibl> <bibl><biblScope>205,</biblScope></bibl> — gw.: ſtellen) z. ꝛc. —</sense><sense n="i)">i) mit mit, z. B. ſ. <bibl><biblScope>e;</biblScope> <title>ferner: Einen oder Etwas mit ſich z. (ſchleppen), z. B.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>11, 172 ꝛc.</biblScope></bibl> — k) mit nach, z. B.: Das Pferd nach dem (oder in den) Stall z.; Der Zug, der mich nach dieſer himmliſchen Geſtalt zieht. <bibl><author>G.</author> <biblScope>7, 332;</biblScope> <title>Aus (ſ. e) einem großen .. Kreiſe ſo viele einzelne Strahlen nach</title></bibl> einem Mittelpunkt gezogen. <bibl><biblScope>26, 214 t2 I 44</biblScope> <title>(ſ. y) ꝛc.; ferner: Etwas nach ſich z., z. B. mit perſönl. Subj.: Er nimmt die Leiter und „zücht“ ſie nach ihm</title></bibl> <bibl><biblScope>[=</biblScope> <title>ſich].</title></bibl> <bibl><author>Murner</author>  <title>Ul.</title></bibl> <bibl><biblScope>58 ꝛc.</biblScope> <title>und mit ſachl. Subj., z. B.: So ſehen wir das Blaue gern an, nicht weil es auf uns dringt, ſondern, weil es uns nach ſich zieht.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>37, 255 ꝛc.</biblScope> <title>und beſ. in dem Sinne: Etwas zur Folge haben, z. B.: Deſſen Billigung .. auch die Billigung des Hofes nach ſich zog.</title></bibl> <bibl><author>Devrient</author> <biblScope>2, 257;</biblScope> <title>In Dingen, die eine ſo große Lebensänderung würden nach ſich gezogen haben.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>7, 187;</biblScope></bibl> <bibl><author>Lichtenberg</author> <biblScope>4, 527;</biblScope> <title>Der Thron- und Miniſterwechſel, den das Abſterben Ludwig’s</title></bibl> <bibl><biblScope>XIII.</biblScope> <title>nach ſich zog.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>995b ꝛc.</biblScope></bibl> — l) mit über, z. B.: Weinſtöcke über die Lauben z. <bibl><author>G.</author> <biblScope>23, 20,</biblScope> <title>wachſen machen ꝛc.; Ein Kleid über das andre z.</title></bibl> <bibl><author>IP.</author> <biblScope>1, 131 ꝛc.;</biblScope> <title>Einen Schleier (ſ. d. 2f) über Etwas z.; Einem das Netz, Garn über den Kopf (ſ. d. 2p) z.; Einem das Netz ꝛc.; das Fell, die Haut über die Ohren (ſ. d. 9i) z. ꝛc.; Wie leicht können ſie uns aber ein Regiment Dragoner über den Hals z.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>10, 176;</biblScope> <title>Sich Etwas über den Hals (ſ. d. 2) z. ꝛc.; ferner: Den Schwamm über Etwas z. [es auslöſchen].</title></bibl> <bibl><author>Thümmel</author> <biblScope>2, 177 ꝛc.</biblScope></bibl> — m) mit um, z. B.: Ein Gewand dicht um die Schultern z. ꝛc.; Einen Graben, Wall ꝛc. um die Stadt z. (ſ. V) ꝛc. — n) mit unter, z. B.: Ein Kleidungsſtück unter ein andres z.; Einen Strich, eine Linie unter Etwas z.; Etwas unter eine Rubrik z., ihr unterordnen; Daß ſie Sachen durch die Gebärden ausdrücken wollten, welche niemals darunter gezogen werden konnten. <bibl><author>IESchlegel</author> <biblScope>3, 419 ꝛc.</biblScope></bibl> — o) mit von, z. B.: Die Diener „zugen“ das gebratene Fleiſch von den Spießen. <bibl><author>Schaidenreißer</author> <biblScope>10a ꝛc.;</biblScope> <title>Welch ein heller Ton zieht mit Gewalt das Glas von meinem Munde?</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>11, 33;</biblScope> <title>Den Hut vom Kopf z. ꝛc.; Einem die Maſke, den Schleier vom Geſicht z. ꝛc.; ferner: Da dachte ich in meinem Herzen, meinen Leib vom Wein zu z. und mein Herz zur Weisheit (ſ. ) zu z.</title></bibl> <bibl><author>Pred.</author> <biblScope>2, 3;</biblScope> <title>(vgl. e) Zu dieſer heil’gen Sonne aufzublicken, | von der ich meinen reinen Urſprung zog [ſtamme].</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>621b ꝛc.;</biblScope> <title>Zu hoffen, von [od. aus, ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>e]</biblScope> <title>einem verderbten Stamm laſſe ſich ein geſunder Sprößling z. (ſ. v).</title></bibl> <bibl><author>Prutz</author>  <title>Ob.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 235 ꝛc.;</biblScope> <title>Vortheil, Gewinn, Nutzen von (oder aus) Etwas z., haben ꝛc.; ſelten: Geſchickt, von allen Arten von Menſchen Partie [Vortheil] zu z.</title></bibl> <bibl><author>W.</author>  <title>HB.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 7 ꝛc.;</biblScope> <title>Wovon ich ſehr bald die Einkünfte zog.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>17, 127 ꝛc.,</biblScope> <title>auch: Geld ꝛc. von Einem z., z. B.: Von denen er mehrere tauſend Dukaten zog.</title></bibl> <bibl><biblScope>28, 309;</biblScope></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>1, 512;</biblScope> <title>Haſt du vergeſſen, wie viel wir ſchon von ihm gezogen haben?</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>3, 353 ꝛc.</biblScope></bibl> — p) mit vor, z. B.: Einen Vorhang (ſ. d.), einen Schleier, eine Decke vor Etwas z.; Vor dem Eingang rollte die Finſternis weg, welche die Menſchen davor gezogen hatten. <bibl><author>Klinger</author>  <title>Teutſch.</title></bibl> <bibl><biblScope>149 ꝛc.;</biblScope> <title>Der Abzug der Kaiſerlichen zog die böhmiſche Armee zum zweiten Mal vor Wien.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>902a,</biblScope> <title>machte ſie vorrücken ꝛc.; Einen vor Gericht (ſ. d. 4a), vor das Kriegsgericht</title></bibl> <bibl><author>(Sch.</author> <biblScope>872a)</biblScope> <title>z. ꝛc.</title></bibl> — q) mit zu, z. B.: Einen oder Etwas zū ſich z.; Darum hab ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. <bibl><author>Jeſ.</author> <biblScope>31, 3;</biblScope></bibl> <bibl><author>Joh.</author> <biblScope>12, 32 ꝛc.;</biblScope></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>6, 357b ꝛc.;</biblScope> <title>Junonen Fiſch zeucht zu ſich ſeine Scheren.</title></bibl> <bibl><author>Opitz</author> <biblScope>1, 14</biblScope> <title>(ſ. ein-z.); (Bergb.) Der Gang (ſ. d. 7a) ziehet die Füße zu ſich: ſchneidet ſich ab.</title></bibl> <bibl><author>Jablonsky</author> <biblScope>365a ꝛc.;</biblScope> <title>ferner: Ein Kind zum Guten ꝛc. z. (er-z.); Sein Herz zur Weisheit z. (ſ. o.); Das eitle Herz ward zu dem Mann gezogen, | der ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>443a ꝛc.;</biblScope> <title>Etwas zieht Einen zu Boden; Ich war dazu beſtimmt, das ganze Heil meines Lebens an eine Unglückliche feſtzuknüpfen, die ich durch die Schwere meiner Treu wie ein Rohr zu Boden zog.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>16, 338 ꝛc.;</biblScope> <title>Der ſchäumende Schlund | .. ziehet die Frau . . zu Grund.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 148 ꝛc.;</biblScope> <title>Etwas mit zum Vorhergehnden oder zum Folgenden z., damit verbinden; Einen zur Steuer, Schatzung</title></bibl> <bibl><author>(Rabner</author> <biblScope>4, 197)</biblScope> <title>z. ꝛc., ihn mit ſteuern laſſen ꝛc.; Etwas zu Hilfe z.</title></bibl> <bibl><author>(Oken</author> <biblScope>4, 32 ꝛc.)</biblScope> <title>oder nehmen; Einen oder z. B. das Wörterbuch, den Anmeldezettel</title></bibl> <bibl><author>(G.</author> <biblScope>33, 54)</biblScope> <title>zu Rathe (ſ. d. 3) z.; Einen zur Rechenſchaft, Verantwortung, zur Strafe z. ꝛc.; Etwas zu Ehren (ſ. d. 3c) z. ꝛc.; Sich Etwas zu Kopf (ſ. d. 2t), zu Herzen, zu Gemüth (ſ. d. 1c) z. ꝛc.; ferner (ſ. s) inſofern mit zu Das genannt wird, was</title></bibl> — oder wozu — das Obj. durch das Z. werden ſoll: Sein Kind nicht zur Dame, ſondern zur Hausfrau z. (er-z.), ſ. <bibl><biblScope>v;</biblScope> <title>Metall, z. B. Stahl zu Draht z. Dazu: lZu Draht] gezogner Stahl; Gezogener Rundſtahl. . . Der gezogene viereckige Stahl.</title></bibl> <bibl><author>Karmarſch</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 205.</biblScope></bibl> — r) mit zwiſchen, z. B.: Zieht einen Vorhang zwiſchen mich und dieſen Menſchen. <bibl><author>G.</author> <biblScope>29, I 44</biblScope></bibl></sense></sense>
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  </text>
</TEI>
