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        <title>Artikel „schaden“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „schaden“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <lbl>II.</lbl>
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          <orth expand="schaden" orig="Schāden">Schāden</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="verb">intr.</pos><subc norm="intransitive"/> (haben):</gramGrp>
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        <sense>zum Schaden gereichen; Schaden bringen, thun, verurſachen, — vgl. Ggſtz. nutzen, helfen <bibl><biblScope>—:</biblScope> <title>Hilft es nicht, ſo ſchad’t’s doch nicht; Die Arznei ſchadet (dem Kranken) mehr als ſie nutzt; Ein ſolcher giftiger Menſch ſchadet ihm [ſich] ſelber.</title></bibl> <bibl><author>Sir.</author> <biblScope>6, 4; 19, 6;</biblScope> <title>So ſie etwas Tödtliches trinken, wird es ihnen nicht ſch.</title></bibl> <bibl><author>Mark.</author> <biblScope>16, 15 ꝛc.;</biblScope> <title>Ein wenig Geiz ſchadet dem Weibe Nichts, ſo übel ſie die Verſchwendung kleidet.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>19, 373;</biblScope> <title>Mehr ſch–d als wohlthätig.</title></bibl> <bibl><biblScope>33, 298;</biblScope> <title>Die Rackerei mit ſchlechten Reitern ſchadet einem guten Pferd.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 323 ꝛc.</biblScope> <title>Dazu einige Fügungen mit nüanciertem Sinn:</title></bibl> <sense n="a)">a) Das ſchadet [oder thut, macht, ſ. d. <bibl><biblScope>1e]</biblScope> <title>Nichts, iſt ohne hindernden Einfluß; Nehmen Sie’s! „Ich kann’s aber vor Neujahr nicht bezahlen.“ Schad’t Nichts ꝛc. und fragend: Was ſchadet Das?</title></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Das ſchadet ihm nicht(s), kann ihm nicht ſch., Ausruf bei einem Unfall, der Jemand nach dem Urtheil des Sprechenden mit Recht (durch ſein Verſchulden) trifft und worüber er kein Bedauern verdient, — eig. inſofern der Unfall ihm als Lehre, — ihn zu beſſern, ſittlich zu fördern dienen kann; Ich gönn’ ihm kein Unglück, aber dieſe Demüthigung kann ihm nicht ſch. ꝛc. —</sense><sense n="c)">c) (niederd.) Was ſchadet <bibl><biblScope>[=</biblScope> <title>fehlt, ſ. d.</title></bibl> <bibl><biblScope>7]</biblScope> <title>dir? (vgl. Schade 2a), z. B.: Sie iſt krank, da will ich einmal hinaufſehen, was ihr denn eig. ſchadet.</title></bibl> <bibl><author>Lewald</author>  <title>RothE.</title></bibl> <bibl><biblScope>43;</biblScope> <title>Was muß dem Menſchen ſch., daß er ſo ergrimmt iſt?</title></bibl> <bibl><author>Olearius</author>  <title>Roſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>42b;</biblScope> <title>Baumg.</title></bibl> <bibl><biblScope>44b ꝛc.</biblScope></bibl></sense></sense>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg.: Be-: veralt. ſtatt beſchädigen (ſ. d.). Lanz Karl 261, — gw. nur in dem verneinten Partic.: Un- beſchadet, präpoſitionsartig mit abhängigem (vor- oder nachſtehndem) Genit. oder Dat.: Unbeſchadet der Sache oder: der Sache unbeſchadet = ohne daß die Sache oder die Rückſicht auf die Sache von hinderndem Einfluß iſt, ſein kann oder darunter leidet — ſ. [c], vgl. ungeachtet ꝛc. —, z. B. mit Genit. (den Adelung als allein geltend hinſtellt): Forſter Anſ. 1, 16; Die Quelle aller unſerer Vergehungen, die dem Adam, des göttlichen Ebenbildes unbeſchadet, ebenſowohl anerſchaffen war, als ſie uns angeboren wird. L. 10, 15; Er könnte, unbeſchadet ſeines Gewiſſens, noch eine Zeitlang zuwarten mit der Enthüllung. Möricke N. 14; Der Eidespflichten unbeſchadet. Sch. 344b; Warum ſollte Lucian, ſeiner Göttergeſpräche unbeſchadet, nicht ꝛc.? W. Luc. 5, 265 ꝛc. — ferner mit Dat. — ſ. V. (Jen. Liter.-Zeit. 1804) 1, 190 —: Ich bin, dir unbeſchadet, in Lottens Herzen. G. 14, 81; Das kann ich doch Alles thun, unbeſchadet Berlichingen und unſerer Verbindung. 9, 56; Es war nur Anwendung, dem erſten Sinne Salomons völlig unbeſchadet. H. R. 7, 115; Allem Guten unbeſchadet, — iſt nicht dennoch der Methodismus eine arme Begeiſterung? Ph. 10, 215; L. 10, 24; Mendelsſohn Morg. 237; Unbeſchadet andern Zwecken. Tieck DBl. 2, 300 ꝛc. In andern Fällen unentſchieden, ob Genit. oder Dat.: Unbeſchadet der geheimen Sparbüchſe (G. 14, 264); ſeiner erklärten Anhänglichkeit (Sch. 834b), der Perſon (1109a) ꝛc. oder: Ihrer Glaubwürdigkeit (L. 10, 65); der Wahrheit (Mendelsſohn Ph. 1, 97); Aſpaſiens Ehre (W. 32, 329), der deutſchen Sprache (35, 86) unbeſchadet ꝛc., vgl. (ver- alt.): Mücken, ſo .. ohne einige Beſchadung ihres vorigen Todes lebendig werden. Philander 3, 238 ꝛc. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Ent-:</comp> vereinzelt ſtatt entſchädigen (ſ. d.): Was .., | das mich um dich entſchadet hält? H. 8, 383; E. [erſetzen] | ſie dir Alle denn Cidli? 15, 234.</entry>
        </p>
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