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        <title>Artikel „Reim“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Reim“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="Reim" orig="Reim">Reim</orth>
          <gramGrp>Horchend auf die wunderſam geheime | fremdart’ge Weiſe, die gelinden R–e (ſ. 1, des Lieds). Platen 4, 256; In Proſe umgekleidete R–e. Schmid (L. 13, 466); Eine Nymph’ .., ſo nenn ich ſie [ſt. des für den Vers zu langen „Salamandrin“], damit der R. ſich füllen laſſe. W. 12, 306, aus Gründen des Versmaßes, nicht des R–s (1); Dieſe R–en:</gramGrp>
        </form>
        <sense>Wer mehr will verzehren <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>als ſein Pflug kann er- ähren ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, 185.</biblScope></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Ahd., mhd. <bibl><biblScope>rim,</biblScope> <title>zu</title></bibl> <bibl><biblScope>(gi)rîman,</biblScope> <title>ſich ſchicken, paſſen,</title></bibl> — welche Bed. — ſ. auch unreimiſch — noch unſer reimen (ſ. d. 1a) neben der abgeleiteten von unſerm R. als Ausdr. der Verskunſt hat, gew. als Übertr. von dieſer aufgefaſſt, vgl. frz.: <bibl><biblScope>Il n’y a ni rime ni raison</biblScope> <title>und: Die Leute wußten ſich keinen</title></bibl> Vers daraus zu machen [es nicht zu reimen]. <bibl><author>ThStorm</author></bibl> <bibl><author>(Gartenl.</author> <biblScope>10, 640a) ꝛc.</biblScope></bibl> — Vgl. <bibl><author>Graff</author> <biblScope>3, 506;</biblScope></bibl> <bibl><author>Wackern.</author>  <title>Gl.</title></bibl> <bibl><biblScope>439</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><biblScope>294;</biblScope></bibl> <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>3, 86</biblScope> <title>und nam.</title></bibl> <bibl><author>Diez</author> <biblScope>290.</biblScope></bibl> — Die veraltende Form der Mz.: R–en, ſ. o. und z. B. <bibl><author>Opitz</author></bibl> <bibl><author>(Wackern.</author> <biblScope>3, 628 ⁸1; ³⁶ ꝛc.),</biblScope> <title>ferner niederd.; Die hübſchen</title></bibl> Reimels. <bibl><author>JGMüller</author>  <title>Lied.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 240; 4, 409 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl.: Läuſchen und</title></bibl> Riemels von <bibl><author>F.</author></bibl> <bibl><author>Reuter</author>  <title>ꝛc.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <entry type="sub">Zſſtzg., wie von Vers, Spruch, Lied, Gedicht ꝛc. (ſ. d.), nam. in Bezug auf Stellung, Wiederkehr ꝛc. des R–s in Gedichten vielfach bei Altern, vergl. Spate und z. B.: [Bei Schottel] hören wir außer . . den Kling- R–en (Sonetten) .. von endſchallenden R–en .., von Ringel-R–en, die gleichen Anfang und Ausgang haben [ſ. Rondeau], von Bilder-R–en (Bild eines Eies, einer Säule ꝛc.), von Tritt-R–en, wo die Reimung wechſelsweiſe umtritt, von ..Jrr-R–en oder Wandel-R–en oder Reim-R–en, von Schiller-R–en, wo allemal eine R.-Zeile übrig bleibt, welche ſich mit keiner andern reimt, .. von Klapp- R–en . ., von Schlag-R–en, Stachel-R–en und wie ſie weiter heißen. Herrig 14, 64, vgl. Gervinus Lit. 3, 233. Hiernach genügen als Bſp. noch einige, nam. der noch jetzt gewöhnlicheren Zſſtzg.: Er hatte ſchnell einen andern Spruch-R. zur Hand. .. Da Sprüchworte und Denk-R–e vom Volk aus gehen. G. 22, 243 ꝛc.; Einen Ehren-R. zu Jemandes Feſt dichten, ausbringen ꝛc., dagegen vralt.: wie Nothlüge; eine Erdichtung, um die Ehre zu wahren ꝛc.: [Rahel] thut einen Ehren-R., damit ſie ihren Vater mit Glimpf und weiblicher Geſchwindigkeit, abweiſt [ſ. 1. Moſ. 31, 35]. Matheſius Pr. 12 ꝛc.; End-R–e, den Schluß der Verſe bildend im Ggſtz. zu In-R. (ſ. d.). Herrig 14, 261. z. B. auch: Ein Gedicht nach aufgegebnen oder vorgeſchriebnen End-R–en, z. B.: B. 64a ꝛc.; In Verſen boshaft befehdet, auf die ſie ſich in Gegen- R–en tapfer vertheidigte. Freytag Bild. 1, 287 ꝛc. — Leichte und in der That muſikaliſche In-R–e [im Minnegeſang]. Herrig 14, 264, innerhalb der Zeilen im Ggſtz. der End-R–e, vergl. Mittel-R. — Kehr-R. = Refrain (ſ. d.). B. 354a; „Wieder-, Wende-R.“ ebd. (vgl. Rund- R.); auch übrtr.: Denn Geld iſt Kehr-R. meines Freierlieds. V. Sh. 3, 352. — Ketten-R., Art Gedichte, wobei der Schluß jeder Zeile ſeinen R. in der Mitte der nächſten findet ꝛc. — Knittel-, (Knüttel-) R–e, gereimte Verſe mit vier Hebungen und ſchwankenden Senkungen, doch im Ganzen mit vorherrſchend jambiſchen Charakter, nam. in ältern Gedichten vor Opitz in Brauch, — zunächſt als tadelnde Bez. des Holprigen (ſ. Knüppel, Anm.), dann auch untadelhaft: Um einem Deutſchen zu gefallen, | ſpricht eine Huri an Knittel- R–en. G. 4, 145; Daß der Deutſche, um drollig zu ſein, einige Jahrhundert zurückſchreitet und nur in Knittel-R–en eigentlich naīv und anmuthig zu werden das Glück hat. 33, 151; 22, 213 (Knittelverſe. ebd.); H. 13, 195 ꝛc. — Kreuz-R–e, Verſe mit regelmäßig abwechſelnden (männl. und weiblichen) Reimen, Ggſtz.: Platt oder Schlag-R–e, wo Zeile auf Zeile reimt. — Leber-R–e, eine aus dem Anfang des 17. Jahrh. (ſ. Gervinus Lit. 3, 320) herrührende Art Tiſchgedichte in Bezug auf die Hechtleber, dann anch als Bez. ſchaler Reimereien, z. B.: Platen 1, 322. — Da ſie Lieder und Geſänge des Palmentages u. a. m. Narrenwerk und Lotter-R–e ſchelten. Luther SW. 56, 239. — Sichtbare Spuren dieſer Mittel-R–e. Grimm Altd. W. 2, 157, vgl. In-R. — Namens-R., Akroſtichon (ſ. d.) auf einen Namen, z. B. Günther 178 ꝛc. — Flickworte und Noth-R–e [Flickverſe]. Schütze HambTh. 222. — Platt-R–e: ſ. Kreuz-R. — Singt den Rund-R. kräftig mit. G. 11, 86, Refrain (ſ. d., vergl. Rundwort. 26, 245). — Schlag-R–e: ſ. Kreuz-R–e. — Spruch-R.: ſ. Denk- R. und vgl. R.-Spruch. — Bezeichnend für den Untergang des Stab-R–s [der Alliteration, ſ. d.] in den eigentlichen Reim. Augsb. Zeit. (1844) S. 1962a ꝛc. — Eraſt, der gern ſo neu als eigenthümlich ſpricht, | nennt einen Stachel-R. ſein leidig Sinngedicht. L. 1, 2, ſ. o., vgl.: Die Stich-R–en. Fiſchart B. 170b. — Daß du den Stift- R. bloß männlich genommen. Cham. 5, 69. — Lange hab ich mich durch Sinn und Unſinn | mich durch R. und Un-R. durchgewunden. Koſegarten (H. 13, 339), reimloſe Schriften ꝛc. — Wende-, Wieder-R.: ſ. Kehr-R. u. ä. m.</entry>
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