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      <titleStmt>
        <title>Artikel „Regel“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="en">Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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             <addrLine>Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin</addrLine>
             <country>Germany</country>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Regel“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="Regel" orig="Rēgel">Rēgel</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">f.;</pos><gen norm="feminine"/> –n; –chen, ein; -:</gramGrp>
        </form>
        <sense>1) Lineal, z. B.: Die R. meines Schulmeiſters und die Linien, die er damit zog. <bibl><author>Reinhard</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>106 ꝛc.</biblScope> <title>So auch (nam. bei Altern) von Linealen als Richtſchnur bei Meſſungen (vergl. Maß-R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1,</biblScope> <title>ſ. Alhidade ꝛc.): Setz zwo R–n oder Pfähl an beiden Zielen der Ebene.</title></bibl> <bibl><author>JStöffel</author> <biblScope>24 ꝛc.</biblScope> <title>und ſo bildl.: Nach dem Ziel der R., damit uns Gott abgemeſſen hat das Ziel ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Kor.</author> <biblScope>10, 13 ff.</biblScope></bibl> — Gw. übrtr. wie Richtſchnur (ſ. d.): Das, wonach man ſich richten kann, richtet od. zu richten hat, mit verſchiednen, in einander ſpielenden Nüancen, ſo nam.: 2) das gemäß der Erfahrung, der Beobachtung Gewöhnliche, — im Ggſtz. zu dem davon Abweichenden (den Ausnahmen), — ohne daß die innern Gründe, warum es das Gw. iſt, — ſei es nun allgm. oder nur von dem nach der Norm ſich Richtenden und Urtheilenden — erkannt werden (wodurch ſich R. vom Geſetz unterſch.): Keine R. ohne Ausnahme; Die Ausnahmen beſtätigen die R.; In der R. [gw.] iſt es ſo, aber nicht immer; Er kommt in der R. [od. regelmäßig] zu ſpät; Könige pflegen [ſ. d. <bibl><biblScope>3b]</biblScope> <title>ſich in der R. wenig an die R. [ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>2]</biblScope> <title>zu halten.</title></bibl> <bibl><author>Zſchokke</author> <biblScope>8, 345 ꝛc.;</biblScope> <title>Aus Einfalt, d. i. aus Mangel einer ſchon zur R. [ſtehnden Gewohnheit, vergl.</title></bibl> <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>und Maxime] gewordenen Verſtellungskunſt.</title></bibl> <bibl><author>Kant</author>  <title>Anthr.</title></bibl> <bibl><biblScope>12 ꝛc.;</biblScope> <title>So iſt es z. B. nur eine R. [ein Ergebnis der Erfahrung], daß auf je</title></bibl> <bibl><biblScope>100</biblScope> <title>Mädchen</title></bibl> <bibl><biblScope>105</biblScope> <title>Knaben geboren werden ..; ein</title></bibl> Geſetz iſt es dagegen, daß während einer Theuerung der Tod eine reichere Ernte hält als gewöhnlich [inſofern man den Grund dafür einſieht]. <bibl><author>Gumpert</author></bibl> <bibl><author>(Nat.–Z.</author> <biblScope>15, 85);</biblScope> <title>Alle jene Bildung geſchieht wenigſtens nach R–n, wenn auch nicht nach</title></bibl> Geſetzen (ſ. 2). <bibl><author>Fichte</author> <biblScope>6, 88;</biblScope> <title>Bei dieſer ſcheinbar aus der R. (ſ. 2) ſchreitenden Erſcheinung.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>39, 243 ꝛc.</biblScope></bibl> — 3) (ſ. 2) eine beſt. Vorſchrift u. Norm, wonach ſich Etwas richtet und wonach man ſich demgemäß in den vorkommenden Fällen zu richten hat, — hier ſich oft nahe (vergl.</sense>
        <sense n="1)">1) mit Geſetz, Grundſatz, Maxime berührend: Eine R. aufſtellen; Einem eine (praktiſche) R. geben; Eine R. anwenden, beobachten, befolgen; Nach der R., der R. gemäß — oder zuwider, entgegen handeln; Sich nicht an die R. kehren ꝛc.; Das Beiſpiel eines ſolchen Dichters galt dann für muſterhaft; die R–n, die er befolgte mußten [für Nachfolger] Geſetze werden. <bibl><author>Bouterweck</author>  <title>Gſch. d. P.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 49;</biblScope> <title>Alle</title></bibl> Geſetze ſind von Alten und Männern gemacht. Junge und Weiber wollen die Ausnahme, Alte die R. <bibl><author>G.</author> <biblScope>3, 230;</biblScope> <title>Korrektion ſetzt R–n vor- aus und zwar R–n, die der Menſch ſelbſt beſtimmt, nach Gefühl, Erfahrung, Überzeugung und Wohlgefallen und darnach mehr den äußern Schein als das innere Daſein eines Geſchöpfes beurtheilt; die</title></bibl> Geſetze hingegen, nach denen die Natur wirkt, fordern den ſtrengſten, innern organiſchen Zuſammenhang [ſ. <bibl><biblScope>1]. 29, 388;</biblScope> <title>Bei der Zeichnung hat man in den Schulen, wenn auch keine vollkommene Theorie, doch wenigſtens gewiſſe</title></bibl> Grundſätze, gewiſſe R–n und Maße, die ſich überliefern laſſen. <bibl><biblScope>416;</biblScope> <title>Wer [hat] Geſetz und R. | wonach es [das Herrſchende] ordnend ſpricht, erkennen mögen?</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 265;</biblScope> <title>Daß Genie diejenige Kraft des Menſchen ſei, welche durch Handeln und Thun,</title></bibl> Geſetz und R. giebt. <bibl><biblScope>22, 378;</biblScope> <title>Damals manifeſtierte ſich das Genie nur, indem es die vorhandenen</title></bibl> Geſetze überſchritt, die eingeführten R–n umwarf. <bibl><biblScope>380;</biblScope> <title>Drum leuchten ſie [die Griechen] uns als Muſter voran, als göttliche R. der Schönheit.</title></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>4, 247;</biblScope> <title>Entläſſt der Tanzmeiſter den Lehrling aus ſeiner Schule, ſo muß die R. bei Dieſem ihren Dienſt ſchon geleiſtet haben . ., das Werk der R. muß in Natur übergehen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>1114a</biblScope> <title>(vgl. 4);</title></bibl> <bibl><biblScope>1132a;</biblScope> <title>Wenn in einer lauen | Minute eine 60jähr’ge R. [Maxime] | wie eines Weibes Laune ſchmilzt.</title></bibl> <bibl><biblScope>207a;</biblScope> <title>Das Genie ſagt: „die R. bin ich!“, es iſt lebendige, perſongewordene R. und wird daher</title></bibl> Geſetzgeber. <bibl><author>Viſcher</author>  <title>Äſth.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 396;</biblScope> <title>Ich will dir etliche R–chen geben.</title></bibl> <bibl><author>Weiße</author>  <title>Kom. Op.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 236 ꝛc.</biblScope> <title>—Dazu nam.:</title></bibl> <sense n="a)">a) Nach der R., der Vorſchrift gemäß; ſo wie es ſein ſoll: Das ſind mir einmal Reitklepperchen, ganz nach der R. <bibl><author>V.</author> <biblScope>2, 112;</biblScope> <title>Die bald, nach der R., ihm Hausehr’ iſt und genannt wird.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 148 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) in Bezug auf beſt. Fächer der Gewerbe, Künſte, Wiſſenſchaften, theilweiſe ſich mit <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>berührend: R–n für den Fecht-, Tanz-Unterricht,</title></bibl> Fecht-, Tanz-R–n; R–n für die Orthographie oder Rechtſchreibung, orthographiſche oder Rechtſchreibungs-R–n; Grammatiſche, ſprachliche oder Sprach-R–n und, inſofern ſie ſich z. B. auf Beſt. des Geſchlechts (Genus) beziehn: Geſchlechts-, Genus-R–n, z. B.: Die R., daß die von Zeitwörtern hergeleiteten Abſtrakte auf „ung“ weiblich ſind, zu <bibl><biblScope>1,</biblScope> <title>inſofern damit bloß der Erfahrungsſatz ausgeſprochen wird, dagegen hierher gehörig, inſofern nach dieſem Satz Jemand das Genus ſolcher Wörter beſtimmen u. erkennen kann ꝛc. So nam. auch: die prakt. Anweiſung zur Löſung von Rechnungsaufgaben, ſo (vergl. die Zſſtzg. von Rechnung) z. B.: Allegations- oder Miſchungs-, Ketten-, Verhältnis-R. (-Satz- -Anſatz ꝛc.); R. (oder nam. in ältern Rechenbüchern, in ganz lat. Form: Regula) de tri, (de)quinque ſeptem ꝛc., Regula multiplex (entſprechend der Verhältnis- und der Ketten-R., bez. nach Anzahl der Glieder); vergl.: Regula cöci, falſi ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="c)">c) kollektiv (vgl. 4) von den Vorſchriften und Beſtimmungen für die Mitglieder einer Genoſſenſchaft, nam. eines geiſtl. Ordens, aber auch allgemeiner: Nonne oder nicht Nonne — Was iſt älter? die R. der Natur [die für alle Menſchen als ſolche geltende] oder die R. des Auguſtin’s? <bibl><author>Leiſewitz</author>  <title>Jul.</title></bibl> <bibl><biblScope>31;</biblScope> <title>Wenn auch ein Biſchof . ., wenn ſogar ein Märtyrer von der [Glaubens-] R. abgefallen iſt.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>11, 83,</biblScope> <title>die für alle Chriſtgläubigen geltende ꝛc., ſo:</title></bibl> Glaubens-, Kloſter-, Mönchs-, Nonnen-, Ordens- R. und nach den verſch. Orden (ſ. d.) z. B.: Au- guſtiner-, Barfüßer-, Franziskaner-, Kapuziner-R. ꝛc. —</sense><sense n="d)">d) ungewöhnlich: Als wie nach Windes R. <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>anzögen weiße Segel.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>12, 149,</biblScope> <title>als wenn ſie, in ihrer Richtung durch den Wind beſtimmt, einherkämen, ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>4.</biblScope></bibl> — 4) die in Etwas herrſchende und es in allen ſeinen Theilen und Beziehungen durchwaltende Ordnung und Abgemeſſenheit, vergl. <bibl><biblScope>3c</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><biblScope>d</biblScope> <title>und z. B.: Die</title></bibl> Unordnung ſeines Hausweſens in R. zu ſetzen [zu regeln]. <bibl><author>G.</author> <biblScope>18, 236;</biblScope> <title>Stände ſeh ich gebildet. . . | R. wird Alles und Alles wird Wahl.</title></bibl> <bibl><biblScope>75b ꝛc.</biblScope> <title>und in tadelndem Sinn (ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>2:</biblScope></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>1114a)</biblScope> <title>von abgezirkelter und ſteifer Abgemeſſenheit im Ggſtz. zu ungezwungnen Natürlichkeiten: Sie richtet vor dem ſchmeichleriſchen Spiegel | zugleich den Putz und ihre Mienen ein; | Gebärde, Blick, Bewegung, Stellung, Alles | iſt in der R. und verräth uns Abſicht, | ſelbſt ihre Grazien ſind ſteif.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>26, 285 ꝛc.</biblScope></bibl> — 5) <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Menſtruation: Doch iſt das Ausbleiben der R–n durchaus kein gewiſſes Zeichen der Schwangerſchaft ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>EvSiebold</author>  <title>Abbild. aus d. Gebiet der .. Geburtsh. (Berl. 1829)</title></bibl> <bibl><biblScope>76.</biblScope></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Aus lat. <bibl><biblScope>regula</biblScope> <title>(von</title></bibl> <bibl><biblScope>regere,</biblScope> <title>ſ. recht</title></bibl> <bibl><biblScope>I,</biblScope> <title>Anm.), ahd.</title></bibl> <bibl><biblScope>rëgula,</biblScope> <title>mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>rëgel,</biblScope> <title>in vralt. Form auch: Die alte</title></bibl> Soldaten-Regul: Wer ’was hat, Das iſt der Soldaten Feind. <bibl><author>Weidner</author> <biblScope>12,</biblScope> <title>vgl. Inſel, Anm.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. leicht zu mehren und zu verſtehn nach dem Obigen und den folg. Bſp. (vgl. Spate 1576), ohne Bez. meiſt zu [3]: Allegatiōns- [3b]. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Ammen-:</comp> wie ſie Ammen kleinen Kindern geben; Regeln für die erſten Anfänger: Die ihm eingeprägten A–n der Profeſſion zu beachten. ETAHoffmann Ausgw. 7, 154. — Bārfüßer- [3c]. — Bāūern- [2; 3]: wie ſie für oder bei Bauern gilt, z. B. Uhland 41 (vgl. Fürſten-R. G. 2, 255) und nam. (vgl. Bauernpraktik, Kalender-, Wetter-R.): Verſchiedene B–n und ſprichwörtliche Wetterprophezeiungen. G. 26, 221; Den Kalender mit der Witterung, den Bauer-R–n. Keller LvS. 458 ꝛc. — Dīēnſt- [3 u. 3c]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Erfāhrungs-:</comp> auf Erfahrung gegründet. — Fécht- [3b]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Fürſten-:</comp> ſ. Bauern-R. — Gēnus-, Geſchléchts- [3b]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Geſchmácks-:</comp> äſthetiſche Regel. G. 21, 67. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Geſúndheits-:</comp> diätetiſche, auch kollektiv = Diät. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Glāūbens-:</comp> ſ. [3c]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Grúnd-:</comp> die Grundlage bildende Regel. Volksz. 10, 19. — Hāūpt-. — Hándwerks- [3b]: vgl. Kunſt-R. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hāūs-:</comp> fürs Haus, für die Wirthſchaft geltend, Wirthſchafts-R. — Hēīraths-. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Kalénder-:</comp> im Kalender enthalten, ſ. Bauern-, Wetter-R. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Kardināl-:</comp> Haupt-R. Spielhagen Probl. 1, 217. — Kétten- [3b]. — Klōſter- [3c]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Klūgheits-:</comp> von der Klugheit gebotne, ihr gemäße Regel (vgl. Lebens-R.). JvMüller 6, 27. — Kúnſt- [3b]: vgl. Handwerks-R. V. Georg. XII. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Lêbens-:</comp> fürs Leben als Richtſchnur geltend: Diät, die eben nur dadurch Diät iſt, wenn ich ſie zur L. mache, wenn ich ſie das ganze Jahr nicht außer Augen laſſe. G. 17, 220; Der, wie der feſte Stern des Pols | mir als die L. vorgeſchienen. Sch. 367b ꝛc., nam. auch: Regel fürs prakt. Leben, vgl. Klugheits-R. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Māß-:</comp> <sense n="1)">1) (veraltend) ſ. <bibl><biblScope>[1]</biblScope> <title>das Richtmaß (ſ. d., vgl. Richtſchnur): Die nach allen Richtungen Streifzüge durch das Feld der Naturwiſſenſchaften vornehmen und weil ſie das Un- ermeßliche desſelben anerkennen, ohne</title></bibl> Plan und M. darin herumſchweifen. <bibl><author>G.</author> <biblScope>39, 227;</biblScope> <title>Was da geſchrieben ſteht, das Wort Gottes, das iſt unſer Glauben und unſere M.</title></bibl> <bibl><author>Klencke</author>  <title>Stolb.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 320.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) (ſelten) eine Regel, feſtſetzende Beſtimmung in Betreff des Maßes, das Mehr oder Weniger: Nun kann ich mir viel Licht und wenig Schatten, oder viel Schatten und wenig Licht denken und nach den M–n [nach Maßgabe] des Mehr oder Weniger, was ich mir von Jedem denke, werden auch die Ausſichten und Modifikationen ſein. <bibl><author>Kant</author>  <title>Rel.</title></bibl> <bibl><biblScope>21.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="3)">3) gw. (vgl. <bibl><biblScope>1; 2):</biblScope> <title>ein nach</title></bibl> <bibl><biblScope>- 6</biblScope> <title>Maßgabe der obwaltenden Verhältniſſe und des zu erreichenden Zwecks eingeſchlagnes Verfahren</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Maßnahme (ſ. d. 2): Kräftige, ſtrenge, entſchiedne, unentſchiedne, halbe M–n ergreifen, treffen; Seine M–n nach Etwas nehmen, einrichten; Hat in Betreff der Cenſur eine halbe M. getroffen, eine ſchwächliche, ſchiefe, dummſchlaue.</title></bibl> <bibl><author>Enſe</author>  <title>Tag.; Der Richtpunkt aller politiſchen M–n.</title></bibl> <bibl><author>Gentz</author> <biblScope>1, 17;</biblScope> <title>Darnach nimm deine M–n.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>15, 278;</biblScope> <title>Indeſſen habe ich auch ſchon meine M–n genommen. Sch.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 89;</biblScope> <title>Ob dieſe für Fremde getroffene M. auch einen Freund .. gelte.</title></bibl> <bibl><author>HKleiſt</author>  <title>E.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 270;</biblScope> <title>Die M–n, die er zu nehmen hätte.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>2, 47;</biblScope> <title>Daß ſie kräftigere M–n ergreifen müſſe, um ſich .. zu erhalten.</title></bibl> <bibl><biblScope>9, 279;</biblScope> <title>M–n, die er zu glücklicher Ausführung des Anſchlags getroffen.</title></bibl> <bibl><biblScope>283; 14, 190 ꝛc.;</biblScope> <title>Die Hälfte der Monarchie durch</title></bibl> Ausnahms-M–n [die nur für Ausnahmsfälle getroffen werden und gelten ſollen], Militärexekutionen oder Belagerungsſtand zwingen. <bibl><author>Oppen-</author>  <title>heim Jahrb.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 236;</biblScope> <title>Jede</title></bibl> Gewalt-M.; wenn ſie nicht zum Ziele führt, nur immer geſchärfter wiederholen. <bibl><author>Görres</author>  <title>Ver.</title></bibl> <bibl><biblScope>35;</biblScope></bibl> Hilfs-M. <bibl><author>Enſe</author>  <title>Tag.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 254;</biblScope></bibl> Regierungs- M. <bibl><biblScope>4, 34; 268 ꝛc.;</biblScope></bibl> Sicherungs-M–n. Biogr. <bibl><biblScope>3, 70;</biblScope></bibl> Vorſichts-M–n gegen Mordverſuche. <bibl><author>Scherr</author>  <title>Bl.1,</title></bibl> <bibl><biblScope>325 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. maßregeln.</title></bibl> — Míſchungs- <bibl><biblScope>[3b].</biblScope></bibl> — Ordens- <bibl><biblScope>[3c].</biblScope></bibl> — Réchtſchreibungs <bibl><biblScope>[3b].</biblScope></bibl> — <comp>Schūl-:</comp> Das Genie durchbricht die kleinlichen Sch–n. — Schǖler-. — <comp>Schützen-:</comp> Mein ganzes Leben lang hab’ ich den Bogen <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>gehandhabt, mich geübt nach Sch.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>544b,</biblScope> <title>nach Dem, was bei den Schützen gilt und Brauch iſt.</title></bibl> — <comp>Sítten-:</comp> moraliſche, — auch kollektiv <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Moral: Ein ſchulgerechter Zögling der S.</title></bibl> <bibl><biblScope>1119a.</biblScope></bibl> — Soldāten- [Anm.]. — Sprāch- <bibl><biblScope>[3b].</biblScope></bibl> — <comp>Stāāts-:</comp> in Betreff von Staatsſachen geltend. — Tánz- <bibl><biblScope>[3b].</biblScope></bibl> — Un- (ſelten): Weil die Natur, ſo wie ſie die Regel ſchafft und ſich in ihr bewegt, auch wieder den Gegenſatz, die U., einſchiebt. <bibl><author>Tieck</author>  <title>NKr.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 14,</biblScope> <title>vgl. Unregelmäßigkeit, Ausnahme ꝛc.</title></bibl> — Verhä́ltnis- <bibl><biblScope>[3b].</biblScope></bibl> — <comp>Verháltungs-:</comp> Regel, Vorſchrift, wie man ſich zu verhalten hat: Blickten ſie auf die Herrſcherin, um gleichſam die V. ihrem Antlitz abzumerken. <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>9. 107;</biblScope> <title>Bis man Zeit gewonnen hätte, V–n aus Spanien zu holen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>820a.</biblScope></bibl> — Wétter-, Wítterungs- <bibl><biblScope>[2]:</biblScope> <title>ſ. Bauern-R.</title></bibl> — <comp>Wírthſchafts-:</comp> ſ. Haus-R. ꝛc.</sense></entry>
        </p>
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