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        <title>Artikel „Rede“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
            <forename>Daniel</forename>
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        </author>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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        </editor>
        <editor>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="en">Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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             <addrLine>Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin</addrLine>
             <country>Germany</country>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Rede“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <lbl>II.</lbl>
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          <orth expand="Rede" orig="Rêde">Rêde</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">f.;</pos><gen norm="feminine"/> –n:</gramGrp>
        </form>
        <sense>das Reden (ſ. d.) mit verſch., in einander ſpielenden Nüancen: 1) (ohne Mz.) zuw.: die Fähigkeit zu reden, vgl. Sprache: Wie der Verſtand Erfahrung, ſo hat Vernunft zu ihrer Sphäre das weite Reich menſchlicher Gedanken mittels der R. <bibl><author>H.;</author>  <title>Er hat die Gabe der R. [Beredſamkeit] in hohem Grade; Seitdem ihn der Schlag gerührt, kann er mit der R. nicht gut fort; Die R. iſt ihm vergangen, kehrt wieder ꝛc.</title></bibl> — 2) (ſ. 1) zuw. (o. Mz.) die Art und Weiſe des Redens, z. B.: Seine R. [,,der Schall ſeiner Worte“ <bibl><author>Zunz]</author>  <title>war wie ein groß Getöne.</title></bibl> <bibl><author>Dan.</author> <biblScope>10, 6;</biblScope> <title>Eine vernehmliche,</title></bibl> — undeutliche R. [Sprache] haben. <bibl><author>Adelung</author>  <title>(vgl. Aus-R. 2); Jch kenne ihn an der R. [Ton der Stimme, Sprache].</title></bibl> <bibl><author>Derſ.;</author>  <title>Jakob’s R. und Eſau’s Hände (Sprchw.).</title></bibl> <bibl><author>Spate</author>  <title>(vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>27, 22) ꝛc.,</biblScope> <title>häufiger wo bei dem Klang des Organs zugleich der Bezug auf den Inhalt des Geſprochnen (ſ. 3) mit hervortritt, z. B.: Seines Mundes Lächeln, | ſeiner Augen Gewalt | und ſeiner R. | Zauberfluß.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>11, 148; 1, 233</biblScope> <title>(ſ. u.) ꝛc.; ferner in Bezug auf Stilart und Rhythmus: In der gehobnen R. [Sprache] des Dichters; Gebundne R. (ſ. binden 4e), in beſt. Rhythmus, Ggſtz.: die ungebundne, ſchlichte, gewöhnliche R. [Proſa], z. B.: Reime oder Vers machen gute Sentenz oder Sprichwort, die man lieber braucht, denn ſonſt ſchlechte [ſchlichte] R.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author>  <title>SW.</title></bibl> <bibl><biblScope>56, 305 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl.: Da wird Liſpeln Geſchwätz, wird Stottern liebliche R. [ſ. v.], | ſolch ein Hymnus verhallt ohne proſodiſches Maß.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 233 ꝛc.</biblScope></bibl> — Gw. aber mit Bezug auf den Inhalt: Das, was geredet, geſprochen wird (3—5) — und zwar: 3) wo es ſich um eine Konverſation mehrerer mit einander ſprechender (zuw. auch: verhandelnder) Perſ. handelt (vgl. Unterredung, Geſpräch, Wort): Entſchuldigen Sie, daß ich Ihnen in die R. [ins Wort] falle und vergeſſen Sie Ihre R. [Das, was Sie ſagen wollten] nicht; Der Dachs nahm jetzo die R. [das Wort]. <bibl><author>G.</author> <biblScope>5, 126;</biblScope> <title>Die Hand des Todes zertrennte den Faden ſeiner R.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>720b ꝛc.;</biblScope> <title>Von wem | iſt denn die R.? [ſprechen Sie]</title></bibl> <bibl><biblScope>283b;</biblScope> <title>Der in R. [oder in Frage, ſ. d.] ſtehnde Ggſtd., wovon geſprochen wird, worum es ſich handelt; Davon iſt ja eben die R. (verſch. 5); Von Teufeln iſt die</title></bibl> Frage nicht, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>von Göttern iſt allhier die R.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>34, 329;</biblScope> <title>Nicht iſt von Recht noch von Gericht die R., | hier iſt Gewalt.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 303;</biblScope> <title>Schon iſt | die Red’ nicht mehr davon, den Herzog bloß | bei Ehren zu erhalten.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>351b; 418b</biblScope> <title>u. v.; I! Das iſt keine R. [Frage]! Das</title></bibl> verſteht ſichvon ſelbſt. <bibl><author>Lewald</author>  <title>Ferd.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 199 ꝛc.;</biblScope> <title>Ich werd’ es ihm ſagen, wenn die R. [das Geſpräch] grade darauf kommt; Ich will ſuchen, die R. darauf zu bringen; Die Sache muß endlich einmal zur R. [Sprache] kommen oder gebracht werden, beſprochen werden ꝛc.; Es kam hernach die R. von den [gw.: auf die] Freiſtätten.</title></bibl> <bibl><author>Forſter</author>  <title>Jt.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 100;</biblScope> <title>Ich weiß nicht, wie wir in der R. auf dieſen Ggſtd. kamen, (ver)fielen); Die R. kam zufällig, fiel auf deinen Vater, wandte ſich bald auf andre Perſonen ꝛc.; Hiervon muß die R. werden.</title></bibl> <bibl><author>Viſcher</author>  <title>Äſth.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 85;</biblScope> <title>Als er menſchlicher Undankbarkeit zu Red ward [darauf zu reden kam].</title></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, 180;</biblScope> <title>Sie ſind alſo unter einander zu R. worden.</title></bibl> <bibl><author>Schaidenreißer</author> <biblScope>41a,</biblScope> <title>einig; haben es mit ein-, ander verabredet; Endlich wurden ſie der R. [vgl.: des Handels] eins, es ſollte ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 67 ꝛc.;</biblScope> <title>Laſſen Sie die Kleinigkeit! es iſt nicht der R. werth, nicht werth, daß man davon ſpricht; Das iſt meine R. immer geweſen, die von mir ausgeſprochne Anſicht; Das hab ich immer geſagt. In Bſp., wie den vorſtehnden, wo das Geſprochne kollektiv bez. wird, gilt nur die Ez., bei Ver- einzelung dagegen auch die Mz., vgl.: Er kehrt ſich an deine R. nicht,</title></bibl> — an die R–n all ſeiner Verwandten nicht: er thut doch was er will; Als die R–n der Bauernburſche zu derb wurden. <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 28;</biblScope> <title>Die ſchlüpfrigſten R–n, die buhlerhafteſten Scherze.</title></bibl> <bibl><author>L.</author>  <title>Sampſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 3;</biblScope> <title>Die ſich beſprachen von Allerhand. . ., Heute nun ergoß ſich der R. Brunſt | über die Redekunſt. .. Wie nun die R–n ſprudelten ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Mak.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 43;</biblScope> <title>Wenn gute R–n ſie begleiten, | dann fließt die Arbeit munter fort.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>77a ꝛc.,</biblScope> <title>vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>4;</biblScope> <title>Was habt ihr für R–n unter einander? ꝛc.</title></bibl> — 4) wo es ſich nur von einer redenden Perſ. handelt oder von einzelnen — ohne daß eine Konverſation ſtatthat (vgl. 3), z. B.: <sense n="a)">a) (vgl. 3) von einzelnen (abgerißnen) Außerungen, die man an oder gegen Jemand richtet: Gottesläſterliche R–n [Worte] ausſtoßen; Kurzweilige, — verfängliche R–n führen; Einem die loſeſten R–n anhängen. <bibl><author>W.</author>  <title>Luc.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 262 ꝛc.,</biblScope> <title>ſo: Hohn-, Schimpf-, Schmäh-R–n ausſtoßen; Spott-, Stichel-R–n ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="b)">b) (ſ. c) ein ſich an Hörer wendender zuſammenhängender Vortrag überh., ſ.: Gedicht .., eine ſinnlich vollkommene R. ..; R. iſt Ideenreihe in Worten und Worte ſind hörbare Zeichen unſerer Gedanken. <bibl><author>Engel</author> <biblScope>4, 111 ꝛc.,</biblScope> <title>z. B.: Ihr Weiber Lamech’s, hört meine R. [meinen Spruch, mein Lied] und merket,</title></bibl> was ich ſage. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>4, 23;</biblScope> <title>Die R. gefiel Pharao .. wohl.</title></bibl> <bibl><biblScope>41, 37,</biblScope> <title>Das, was Joſeph ihm ſeinen Traum deutend geſagt; Merket auf, ihr Himmel! ich will reden und die Erde höre die R. meines Mundes. Meine Lehre triefe wie der Regen und meine R. fließe wie der Thau!</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 32, 1</biblScope> <title>u. v.; ſo auch bibl. von dem „Wort (ſ. d.) Gottes“: Höre das Geſetz von ſeinem Munde und faſſe ſeine R. in dein Herz.</title></bibl> <bibl><author>Hiob</author> <biblScope>22, 22;</biblScope> <title>Der Herr ſprach: Darum, daß ſie mein Geſetz verlaſſen und gehorchen meiner R. nicht.</title></bibl> <bibl><author>Jer.</author> <biblScope>9, 15</biblScope> <title>u. o. Ferner auch von ſchriftl. Aufzeichnungen ꝛc.: Dies ſind die R–n des Predigers ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Pred.</author> <biblScope>1, 1;</biblScope> <title>Die erſte R. habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von alle Dem, das ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Ap.</author> <biblScope>1, 1,</biblScope> <title>vgl.: In meiner erſten Schrift habe ich, o Theophilus, von alle Dem erzählt.</title></bibl> <bibl><author>Eß.</author></bibl> —</sense><sense n="c)">c) (ſ. b) in engrem Sinn: ein Vortrag, den Jemand nach den Regeln der Kunſt (der Redekunſt oder Beredſamkeit) hält, damit die Zuhörer — überzeugt oder überredet — das Vorgetragne als geltend und richtig annehmen: Eine R. ausarbeiten, memorieren, — aus dem Stegreif halten; Geiſtliche, weltliche, akademiſche, gerichtliche R–n; Eine R. ans Volk halten; Die R–n des Demoſthenes gegen den Philipp; Cicero’s R. für ſein Haus, für den Ligarius; Die R–n im Parlament für und gegen den Antrag; Eine R. über Etwas (als Ggſtd., Inhalt der R.), auf Etwas (das dadurch gefeiert, verherrlicht wird); Seine R. beim Abgang zur Univerſität (Abgangs-, Abiturienten-R.); beim Antritt ſeines Amts (Antritts-R.) ꝛc., am Grabe (Grab-, Leichen- R.) ꝛc. Hierzu zahlreiche Zſſtzgn (ſ. d.) nach dem Ort, wo <bibl><biblScope>—,</biblScope> <title>nach dem Anlaß, wobei</title></bibl> — nach dem Ggſtd., worüber die R. gehalten wird, nach dem Jnhalt ꝛc. S. ferner (im Ggſtz. zu a): Es war nicht möglich, R–n mit ihr zu halten, es wurden von ſelbſt Geſpräche. <bibl><author>FSchlegel</author>  <title>Luc.</title></bibl> <bibl><biblScope>174.</biblScope></bibl> — 5) Das, was „die Leute“ reden (vgl.: das Gerede, Gerücht):</sense><sense n="a)">a) allgm.: Was ein echter Schulze iſt, Der kehrt ſich an die R–n der Leute nicht; Es gehn ſeltſame R–n von ihm; Man hört ſeltſame R–n über ihn; Es iſt die R. davon (verſch. 3), daß ꝛc.; Hier im Publikum iſt ſtark die R. davon, daß der Miniſter abdanken wird; Durch das ganze Dorf hört man die R. gehn: <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>der kleine Töffel hat den Hadrian geſchlagen.</title></bibl> <bibl><author>Lichtwer</author> <biblScope>87;</biblScope> <title>Auf hübſche Chriſtendamen ſo erpicht, | daß einmal gar die R. ging</title></bibl> — — nun, nun, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>man ſpricht nicht gern davon.</title></bibl> <bibl><author>L.</author>  <title>Nath.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 5;</biblScope> <title>Schon vor Jahr und Tag ging die R. aus einem</title></bibl> <bibl><biblScope>86*</biblScope> <title>Ohr ins andre, Feridun brüte über den Anſchlag.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>9, 267 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) ſpeciell von etwas Nachtheiligem, das von Einem geredet wird, — häufiger: das Gerede, z. B. bei <bibl><author>Adelung:</author>  <title>In der R. ſein; in die R. kommen; Jemanden in die R. bringen; Ein ehrlicher Menſch kann oft unſchuldig in die R. [ins Gerede] kommen.</title></bibl> <bibl><author>Derſ.;</author>  <title>Alſo hat er meine Tochter nur in die R. bringen wollen.</title></bibl> <bibl><author>Gellert,</author>  <title>ins Gerede, in der Leute Mäuler ꝛc.</title></bibl> — 6) in einigen Fügungen <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Rechenſchaft, Verantwortung, Antwort, zunächſt von Dem, was Jemand auf eine Anklage zu ſagen, zu erwidern hat (ſ. Wider-R.) und danach verallgemeint, z. B. in der Verbind.: Red’ und Antwort (ſ. d. am Schluß) Einem auf Etwas geben,</title></bibl> — Einem ſtehn, — Einem von Etwas ſchuldig ſein; Bin ich dir von meinem Thun und Laſſen Red’ und Antwort ſchuldig?; So kann ich mir von allen ihren Abweichungen R. und Antwort geben. <bibl><author>L.</author> <biblScope>6, 415,</biblScope> <title>ſie mir erklären; Dir ſteh ich nicht zur Red’ und Antwort hier.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>504b ꝛc.;</biblScope> <title>ferner: Einen (wegen einer Sache) zur R. ſtellen oder ſetzen, z. B.: Ich hatte ihn einmal zur R. geſtellt und ihm ſeine Laſter vorgeworfen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>28, 67; 33, 298</biblScope> <title>u. o.; Dieſe Miniſter, die dem Volk zur R. ſtehen.</title></bibl> <bibl><author>Börne</author>  <title>Par.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 198;</biblScope> <title>Deutſchen Gelehrten, die ihn über Manches befragten, nicht zur R. ſtehen [Antwort geben] wollen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>30, 30;</biblScope> <title>Frag! ich ſtehe zur R.</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Mak.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 45 ꝛc.</biblScope> <title>und häufig ohne „zu“: Steh mir R., was ich auch dich früge.</title></bibl> <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>4, 171;</biblScope> <title>In tollem Übermuth forderte man das Geſpenſt der Revolution heraus und das Geſpenſt ſtand R.</title></bibl> <bibl><author>Monatbl.</author> <biblScope>2, 210b;</biblScope> <title>[Man hat] auf ſchlaugefaßte ſchwere Klagepunkte | mich die Betäubte, Überraſchte, flugs | aus dem Gedächtnis R. ſtehen laſſen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>407b;</biblScope> <title>An dem Throne | der Königin ſollt ihr mir R. ſtehn.</title></bibl> <bibl><biblScope>432b;</biblScope> <title>Erſt rettet mich und dann ſteh ich euch R. [will ich euch berichten, erzählen].</title></bibl> <bibl><biblScope>517b;</biblScope></bibl> <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Sh.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 76 ꝛc.</biblScope></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">S. Rath, Anm. und <bibl><author>Brem.</author></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>3, 460 ff.</biblScope> <title>Veralt. auch uv. Mz.: Die R. des Herrn ſind durchläutert.</title></bibl> <bibl><author>Pſ.</author> <biblScope>18, 31;</biblScope> <title>Meine R. ſind freundlich den Frommen.</title></bibl> <bibl><author>Mich.</author> <biblScope>2, 7 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl.: Weil ihr ſolche R. triebet.</title></bibl> <bibl><author>Jeſ.</author> <biblScope>5, 14</biblScope> <title>(ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>4a</biblScope></bibl> — wo es ſich freilich auch als Ez. faſſen läſſt). Selten Verkl., ſ. Gegen-, Vor-R.</p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <entry type="sub">Zſſtzg. zahlreich, nam. zu 4c, was unbez. bleibt, leicht zu mehren und zu verſtehn nach den angeführten, vgl. auch die von Predigt und Spate, ferner zu 4a, b die von Wort und zu den mit Vorſ. die entſprechenden von reden, z. B.: Ab-: <sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[3]</biblScope> <title>ein durch gemeinſchaftliche Beſprechung und Berathung feſtgeſtellter Beſchluß, Verabredung, vgl. Unter-R.: Gemeiniglich führen dergl. Innungsabſchiede den Namen von Sprachen und A–n.</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Osn.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 20;</biblScope> <title>Wir wollen der Heirath haben ein’ A.</title></bibl> <bibl><author>HSachs</author> <biblScope>3, 2, 10b;</biblScope> <title>Die</title></bibl> Heiraths-A. ꝛc.; (Eine) A. mit Jemand pflegen, treffen, nehmen; Gegen, wider die A.; der A. zuwider handeln ꝛc.; Mit dem Vetter Zimmermann iſt ſchon A. genommen. <bibl><author>G.</author> <biblScope>6, 321;</biblScope> <title>Er tadelte .., daß ſie bei dem Geſchäfte gegen die erſte A. handelten und doch hatte er in die zweite A. gewilligt.</title></bibl> <bibl><biblScope>15, 111; 119;</biblScope> <title>Inwiefern Sie ſchon ſichere A. getroffen.</title></bibl> <bibl><author>WHumboldt</author>  <title>Sch.</title></bibl> <bibl><biblScope>103;</biblScope> <title>Soll mein Bedienter Emilien ergreifen . .. und in das Schloß bringen. So iſt die A.</title></bibl> <bibl><author>L.</author>  <title>Gal.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 1;</biblScope> <title>Laſſt uns (mit den Andern) Abred’ nehmen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>521a; 329b;</biblScope> <title>Sie hatten ihre A. kaum genommen, als ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>1, 79;</biblScope> <title>Die Sache ſah einer A. zu ähnlich, um für einen Zufall gehalten zu werden.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 228 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[4a]</biblScope> <title>eine Außerung, wodurch man Etwas von ſich abweiſt, z. B. (veralt.)</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Aus-R., Ausflucht.</title></bibl> <bibl><author>Waldis</author>  <title>Eſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 11b;</biblScope> <title>nam. wodurch man das Statthaben von Etwas abweiſt, leugnet, z. B. (veralt.): So iſt auch ohne A. [Wider-R.; unwiderſprechlich] wahr ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Müntzer</author>  <title>Liv.</title></bibl> <bibl><biblScope>V ꝛc.;</biblScope> <title>gw. nur abhäng. von in: Etwas (entſchieden) in A. nehmen, ſtellen, ziehn oder auch: ſein, z. B.: Nicht in A. ſein, daß ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 74; 31, 395; 39, 63 ꝛc.;</biblScope></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>4, 103;</biblScope></bibl> <bibl><author>Liscov</author> <biblScope>42;</biblScope></bibl> <bibl><author>Mendelsſohn</author> <biblScope>4, 2, 363;</biblScope></bibl> <bibl><author>AdMüller</author>  <title>Beredſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>203;</biblScope></bibl> <bibl><author>Reinhard</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>197;</biblScope></bibl> <bibl><author>Tieck</author> <biblScope>16, 406;</biblScope></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>24, 28; 31, 498; 33, 108; 306;</biblScope> <title>Att. Muſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 2, 330</biblScope> <title>u. o., zuw. auch (vgl. leugnen) mit pleonaſt. Verneinung im abhäng. Satz: Ich will nicht in A. ſein, daß dieſe Eigenſchaften</title></bibl> nicht Etwas beitragen ꝛc. <bibl><author>Forſter</author>  <title>Br.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 189 ꝛc.</biblScope> <title>Bei Altern mit abhäng. Genit.: Der Vergleichung .. bin ich nicht in A.</title></bibl> <bibl><author>Kirchhof</author>  <title>Wend.</title></bibl> <bibl><biblScope>264a ꝛc.</biblScope> <title>(vgl.: Daß der Thäter . .. keiner Bekenntnis Abred geſein [geweſen].</title></bibl> <bibl><author>Zeitſchr.</author>  <title>f.</title></bibl> <bibl><author>d.</author></bibl> <bibl><author>Recht</author> <biblScope>13, 441),</biblScope></bibl> — heute mit Accuſ., gw. nur der allgem. ſächl. Fw.</sense></entry>
        </p>
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    </body>
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