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        <title>Artikel „Recht“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Recht“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <lbl>II.</lbl>
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          <orth expand="Recht" orig="Récht">Récht</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">n.,</pos><gen norm="neuter"/> –(e)s, (–ens, ſ. 4h); –e, (–en); –s-:</gramGrp>
        </form>
        <sense>Das, was in Gemäßheit eines entſcheidenden Ausſpruchs, Urtheils, Geſetzes recht (ſ. <bibl><biblScope>I 3)</biblScope> <title>iſt oder dafür gilt; wozu man befugt iſt; was Einem zuſteht und gebührt ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>—,</biblScope> <title>mit verſch., ſich daraus entwickelnden Bedd. und oft nah an einander grenzenden Nüancen, wobei nam. auch von Einfluß iſt, ob das Wort (allgm.) ohne Artikel in Ez. ſteht oder (kollektiv) mit dem beſt. Artikel in der Ez. oder (vereinzelnd) mit dem unbeſt., woran ſich die Mz. ohne oder mit Artikel ſchließt: 1) allgm., wo zu beurtheilen ſteht, ob Das, was Jemand ſagt oder gethan, recht, richtig, wahr, gut, zu billigen iſt (Ggſtz.:</title></bibl> Un-R.), — in Ez., ohne Artikel (außer bei hinzutretendem Superlat.), in beſt. Verbind.: <sense n="a)">a) prädikativ, wo R. aber dann füglich als Ew. zu faſſen iſt, ſ. <bibl><biblScope>I3.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) als Obj., z.B. (ſ. I31): Ich habe R., (Un-R.), Das, was ich ſage oder thue, iſt recht, (un-r.); Einem R. (Un-R.) geben, das Urtheil fällen, daß er R. hat; R. (Un-R.) bekommen (erhalten, kriegen), von dem Urtheilenden für Den erklärt werden, der R. (Un-R.) hat; R. behalten, die Poſition behaupten, der zufolge man R. hat; Einem R. laſſen, das Feld räumend, ihn als Den erſcheinen laſſen, der R. hat: Hab ich R. oder hab ich Un-R.?; Du haſt in allen Punkten R.; Du haſt ſehr R., — wenn oder daß du ihm nicht trauſt, — ihm nicht zu trauen; Du willſt immer R. haben, R. behalten; Darin kann ich dir nicht R. geben; Du haſt nicht R., aber ich will dir R. laſſen; Und wenn ich auch das größte R. habe, bei ihm bekommſt du doch R. und ich Un-R.; Erſt ſchlägſt du mich und dann haſt du noch R., — noch groß R., — noch R. überlei (ſ. d.); Ja, er hatte noch übriges R. und Vieles zu klagen. <bibl><author>G.</author> <biblScope>5, 167 ꝛc.,</biblScope> <title>auch wohl: Er hat noch</title></bibl> Über-R. ꝛc.; „Du haſt nicht „recht“!“ Das mag wohl ſein; <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>doch Das zu ſagen, iſt klein. Habe</title></bibl> mehr „recht“ als ich. Das wird ’was ſein. <bibl><author>G.</author> <biblScope>3, 66;</biblScope> <title>Wenn wir R. haben [wenn unſre Sache gerecht iſt], werden wir Gerechtigkeit finden.</title></bibl> <bibl><biblScope>9, 255;</biblScope> <title>Ich hab doch „recht“ | ... „Wer recht behalten will und hat nur eine Zunge, | behält’s gewiß | . . . Du haſt „Recht“, vorzüglich weil ich muß.</title></bibl> <bibl><biblScope>11, 132;</biblScope> <title>Welcher ſchwört, | es habe grade Haberecht [ſ. haben</title></bibl> <bibl><biblScope>I 20]</biblScope> <title>darum kein ,,R.“, | weil er es immer haben und behalten will; | es habe Niemand „R.“ als, wer den Widerſpruch | mit Geiſt zu löſen, Andre zu verſtehen weiß.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 296;</biblScope> <title>Daß er immer R. hatte und auf ſeinen neun Augen (ſ. d. 13m) hielt.</title></bibl> <bibl><author>vHorn</author>  <title>Schmj.</title></bibl> <bibl><biblScope>34 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl.: Der Lehrer hat das R. (ſ. 2), dich zu tadeln; aber er hatte nicht R., dich wegen dieſes ganz richtigen Ausdrucks zu tadeln, er hat im Allgm. die Befugnis, dich zu tadeln; aber hier war ſein Tadel ungerecht; Wer die Macht hat, mag auch das R. haben, den Schwachen zu unterdrücken; aber er hat nicht R., wenn er es thut ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="c)">c) abhäng. von Präpoſ.: Mit R. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>ꝛR. habend; ſo, daß man R. hat; mit Grund; mit gegründeter Urſache ꝛc.,</title></bibl> — Ggſtz.: mit Un-R., z. B.: Man behauptet, — ich weiß nicht, ob mit R. oder mit Unrecht, daß ꝛc.; Die Tugend . ., deren .. <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>mitFug und R. mein Herz ſich rühmt.</title></bibl> <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>3, 226,</biblScope> <title>vgl.: Einen mit Un- R. beſtrafen, ohne daß er es verdient,</title></bibl> — ohne R., ohne daß der Strafende dazu berechtigt iſt, — wider R., ſo daß das R., die Gerechtigkeit dadurch verletzt wird, widerrechtlich; Wider R. Beglückte ſtürzt <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>der Eumeniden ſchwarze Schaar.</title></bibl> <bibl><author>WHumboldt</author> <biblScope>3, 48.</biblScope></bibl> — 2) die Einem od. <bibl><biblScope>85*</biblScope> <title>etwas Perſonif. zuſtehnde Befugnis und das vermittels derſelben ihm Zuſtehnde und Gebührende, von ihm mit Fug in Anſpruch zu Nehmende (vgl. 4), z. B.: Das R. des Stärkern</title></bibl> <bibl><author>(W.</author> <biblScope>31, 429),</biblScope> <title>der Stärke</title></bibl> <bibl><author>(Sch.</author> <biblScope>414a),</biblScope> <title>der Gewalt, der Fauſt</title></bibl> <bibl><author>(Reithard</author> <biblScope>43) ꝛc.,</biblScope> <title>Das, was der Stärkere ſich gegen den Schwächern erlauben darf, da, wo eben nur die Gewalt regiert, vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>4;</biblScope> <title>Die R–e eines oder des Bürgers, die Befugniſſe, die ein Bürger als ſolcher hat und in Anſpruch nehmen darf; ein R. des Bürgers, ein einzelnes von dieſen R–en; das R. des Bürgers, entw. von einem beſt., einzelnen, in Rede ſtehnden ſolchen R. oder (kollektiv) die Geſammtheit aller dieſer R–e; Die Beiſaſſen haben nicht das (volle) R. des Bürgers ꝛc.; Die R–e des Freundes</title></bibl> — der Freundſchaft — geltend machen, mißbrauchen; Das R. des Verwandten, der Verwandtſchaft, des Bluts ꝛc.; Das iſt mein R. [Das, was ich mit Fug als mir zukommend in Anſpruch nehmen darf] als Menſch, als Bürger ꝛc.; Das iſt mein gutes R.; Ich will Nichts als mein R.; Jemandem ſein R. vor- enthalten; In Jemandes R. oder R–e eingreifen, übergreifen; Ich dulde keinen Eingriff in meine R–e; Jemand oder Etwas (einigermaßen perſonif.) tritt in ſein altes R. ein, z. B.: Die Unarten, gegen die Aurelie ſo viel gearbeitet hatte, waren .. wieder in ihre alten R–e getreten [hatten ſich wieder geltend gemacht]. <bibl><author>G.</author> <biblScope>17, 274 ꝛc.;</biblScope> <title>Das Spiel will ſein R. haben, verlangt Befolgung der Spielregeln ꝛc.; Der Fürſt hat das R., einen Verurtheilten zu begnadigen,</title></bibl> — das Begnadigungs-R.; Die Kurfürſten hatten das R., den Kaiſer zu wählen, — das Wahl-R.; Die Stände haben das R., die Steuern zu bewilligen oder zu verweigern, — das Steuerbewilligungs-, Verweigrungs-R.; Die Bürger haben dort das R., ſich zu verſammeln, — das Verſammlungs-R., das R. der Freizügigkeit, der freien Preſſe ꝛc.; Andern dieſelben R–e gegen ſich zuzuſchreiben, die er ſich gegen Andre zuſchreibt. <bibl><author>Fichte</author> <biblScope>8, 6;</biblScope> <title>Auf dieſe Bitte frei von ſeinem ſtrengen R. herunterzulaſſen.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 81;</biblScope> <title>Der ein ausſchließendes R. [Privileg] hat, Bier fürs Kap zu brauen.</title></bibl> <bibl><author>Forſter</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 51;</biblScope> <title>Ihr habt das R., geſittet pfui zu ſagen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>11, 144</biblScope> <title>(verſch.: ihr habt R., ſ. 1b); Da man Niemanden zumuthen kann, ſich willig zerſtören zu laſſen, ſo haben ſie völlig das R., das Große und Übergroße, wenn es neben ihnen wirkt, ſo lange zu leugnen, bis es hiſtoriſch wird.</title></bibl> <bibl><biblScope>39, 84;</biblScope> <title>Eurer Tochter ermangl’ es an Nichts, was irgend den Todten | nur zu R–e geſchieht: [was ſie als das ihnen Gebührende beanſpruchen können] ich laß ihr Vigilie ſingen ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 133;</biblScope> <title>Geht ein Fußweg durch den Acker und es iſt ein R. [daß man dort gehen kann].</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 1,</biblScope> <title>vgl. Servitut; Es war kein Streben nach Freiheit (ſ. d. 1), ſondern nach Freiheiten, kein Kampf für R–e, ſondern für Gerechtſame.</title></bibl> <bibl><author>Heine</author>  <title>Reiſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 300</biblScope> <title>(vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>4a:</biblScope></bibl> <bibl><author>Volksz.);</author>  <title>Der Begriff des R–s (ſ. 4) iſt ganz genau beſt.; wie unbeſtimmt iſt aber der Begriff der Billigk. [ſ. d.</title></bibl> <bibl><biblScope>1]!</biblScope> <title>Da heißt es: ich ſoll von meinem R. Etwas ablaſſen, aber wieviel? Laſſe ich zu Viel ab, ſo thue ich meinem R–e Abbruch.</title></bibl> <bibl><author>Kant</author>  <title>Rel.</title></bibl> <bibl><biblScope>7, 155;</biblScope> <title>Die Erlaubnis (das ſittliche Vermögen) ſich eines Dinges als Mittels zu ſeiner Glückſeligkeit zu bedienen heißt ein R.</title></bibl> <bibl><biblScope>..</biblScope> <title>Jeder Pflicht entſpricht ein R.</title></bibl> <bibl><author>Mendelsſohn</author> <biblScope>4, 1, 129;</biblScope> <title>Das R. des Herrſchers üb’ ich aus zum letzten Mal.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>513a;</biblScope> <title>Stürzt mich in die Nacht der Nächte | aus des Himmels goldnem Saal! | ehret nicht der Göttin R–e! | ach, ſie ſind der Mutter Qual.</title></bibl> <bibl><biblScope>54b;</biblScope> <title>Ich habe große R–e, über die Natur ungehalten zu ſein.</title></bibl> <bibl><biblScope>105b;</biblScope> <title>Der Thron . . kam auf Ägeus durch der Kindſchaft R.</title></bibl> <bibl><biblScope>614a,</biblScope> <title>vgl. Erbſchafts-R.; Das R. der Wölfe über die Schafe. .Das natürliche R. der Wölfe an die Schafe [ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>3a]</biblScope> <title>iſt ein R., ſie zu freſſen, das R. des Stärkern.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>31, 429;</biblScope> <title>Wer kann ein nähers R., dich zu beſitzen haben?</title></bibl> <bibl><biblScope>12, 248;</biblScope> <title>Kein Verhältnis ſchwächt | die R–e der Natur. Wer hat .. dir . . ein R. an mich [ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>3a]</biblScope> <title>gegeben? | Die Macht allein giebt Göttern ſelbſt kein R.</title></bibl> <bibl><biblScope>251;</biblScope> <title>Um des Friedens willen Etwas von unſerm vermeinten ſtrengen R. fahren zu laſſen.</title></bibl> <bibl><biblScope>14, 94 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>3</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><biblScope>6a.</biblScope></bibl> — 3) (ſ. 2) ein auf zuſtehnde Befugnis gegründeter Anſpruch und demgemäße Befugnis (vgl. An-R.) mit an, auf, zu, z. B.:</sense><sense n="a)">a) Vieles .. hat ein R. an meine Liebe. <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>5, 195;</biblScope> <title>Er hat ein R. an ſein Geſchöpf.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>350a;</biblScope> <title>Daß euer gutes R. | an England euer ganz Unrecht iſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>410b; 491a;</biblScope> <title>Ländereien, an die man kein anderes R. hatte als das der Eroberung.</title></bibl> <bibl><biblScope>972b;</biblScope> <title>Seine auf eine Erbverbrüderung gegründeten R–e an dieſes Herzogthum geltend machen.</title></bibl> <bibl><biblScope>992b;</biblScope> <title>Ihre eingebildeten R–e an einen Dritten.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 313;</biblScope> <title>Theuer hab’ ich das R. eines zweiten Vaters an dich erkauft.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>8, 120;</biblScope> <title>Da ſie als gute Unterthanen ein R. an ſeinen Schutz hätten.</title></bibl> <bibl><biblScope>9, 203;</biblScope> <title>Erwirbt ein kleines R. an ihn.</title></bibl> <bibl><biblScope>10, 8; 22, 135; 28, 100; 31, 415;</biblScope> <title>Daß unſre Vorfahren nicht weniger R. an die allgemeine Achtung haben. Att. Muſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 1, 18 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Rechte auf den Thron. <bibl><author>Enſe</author>  <title>Denkw.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 573;</biblScope> <title>Er bittet, ſeine R–e darauf zu wahren.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>39, 249;</biblScope> <title>Wenn du ſo biſt, habe ich keine Macht, kein R. auf dich.</title></bibl> <bibl><author>Hölderlin</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 10;</biblScope> <title>Was dieſes Gold betrifft, worauf ich ſelber kein R. habe.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>720b ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) Wer iſt, der R. zu mir hat? <bibl><author>Jeſ.</author> <biblScope>50, 8;</biblScope> <title>Das R. zur Krone war nicht erblich.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>16, 293;</biblScope> <title>Der hatte ſchon ein gewiſſes R. zu jenem Ehrennamen.</title></bibl> <bibl><biblScope>39, 274;</biblScope> <title>Ich maße mich allein des R–s zum Himmel an.</title></bibl> <bibl><author>IESchlegel</author> <biblScope>1, 252;</biblScope> <title>Um Tand .</title></bibl> <bibl><biblScope>.</biblScope> <title>vertauſcht er ſeine R–e | zu glänzender Unſterblichkeit.</title></bibl> <bibl><author>Uz</author> <biblScope>2, 143;</biblScope> <title>Sie, welcher die Geburt | ein unverletzlich R. zum Zepter gab.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>28, 61 ꝛc.</biblScope></bibl> — 4) in engrem Sinn, in Bezug auf Entſcheidung nach Geſetz oder Geſetzen (hier auch in hergebrachten Fügungen der ſonſt veralt. Genit.: Rechtens, ſ. k):</sense><sense n="a)">a) was nach dem Geſetz — nach den entſcheidenden Beſtimmungen über das Rechte — recht (ſ. <bibl><biblScope>I 3)</biblScope> <title>iſt oder dafür erkannt wird, ſowohl abſtrakt und allgm. (vergl. Gerechtigkeit, auch perſonif.), als auch in Anwendung auf einen konkreten zur Entſcheidung vorliegenden Fall, vgl.: Von dem wichtigen Unterſchiede des wirklichen und förmlichen R–s. .. Was überhaupt wirkliches R. und wirkliche Wahrheit ſei, iſt einem Jeden bekannt, ſo ſchwer es auch iſt, das eine oder die andre in einem gegebenen Falle zu entdecken. .. Förmliches R. iſt für ſtreitende Parteien, was ein erwählter oder verordneter Richter zuletzt dafür erkannt hat . . . Es thut Nichts zur Sache, ob .. die Richter geirret haben oder nicht ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 114 ff.,</biblScope></bibl> — oft im Ggſtz. zur Gewalt, z. B.: Nicht iſt von R., noch von Gericht die Rede, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>hier iſt</title></bibl> Gewalt! entſetzliche Gewalt! <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 303;</biblScope> <title>Nicht vom R–e, von Gewalt allein | iſt zwiſchen mir und Engelland die Rede.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>414a;</biblScope> <title>Gewalt geht über R.</title></bibl> <bibl><author>Hab.</author> <biblScope>1, 3;</biblScope></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>31, 412 ꝛc.,</biblScope> <title>vergl.: Die</title></bibl> Macht allein giebt Göttern ſelbſt kein R. <bibl><biblScope>12, 251,</biblScope> <title>dagegen: Haſt du die Macht, du haſt [faktiſch] das R. auf Erden.</title></bibl> <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>3, 275,</biblScope> <title>vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>2;</biblScope> <title>ferner: R. und</title></bibl> Gerechtigkeit lieben, üben, anrichten, herſtellen ꝛc.; Für R. und Wahrheit [für das Rechte und Wahre] kämpfen; Das R. biegen, beugen, verkehren, verletzen, mit Füßen treten, (ver)drehn ꝛc.; R. muß doch R. bleiben. Sprchw. <bibl><author>(Pſ.</author> <biblScope>94, 15);</biblScope> <title>Sieheſt du dem Armen Unrecht thun und R. und</title></bibl> Gerechtigkeit wegreißen im Lande. <bibl><author>Pred.</author> <biblScope>7, 5;</biblScope> <title>Es hielt | die Milde nicht den Arm des R–s [perſonif.] zurück.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 152;</biblScope> <title>Die Pflege des ſtrengen, gerichtlichen R–s, des läßlichern, wo Klugheit und Gewandtheit dem Ausüben zur Hand geht.</title></bibl> <bibl><biblScope>18, 101;</biblScope> <title>R. und</title></bibl> Gerechtigkeit gatten ſich nicht mit Willkür. <bibl><author>Jahn</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>54;</biblScope> <title>Das iſt der Kern des ganzen R–s [ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>b],</biblScope> <title>das Ränk’ und Griffe lehrt, | wodurch ſich R. in</title></bibl> Schuld verkehrt. <bibl><author>Lichtwer</author> <biblScope>152;</biblScope> <title>Die Kunſt, das R. in</title></bibl> Un-R. zu verdrehen. <bibl><author>Ramler</author>  <title>F.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 188;</biblScope> <title>Regierte R. [einigermaßen perſonif.], ſo läget Ihr vor mir | im Staube jetzt.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>429a;</biblScope> <title>Daß R–e und Freiheiten ganz was Andres ſind als R. und Freiheit: R–e werden gegönnt; R. dagegen iſt ein Beſitz, der da ſichern ſoll gegen Mißgunſt.</title></bibl> <bibl><author>Volksz.</author> <biblScope>9, 178</biblScope> <title>(vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>2:</biblScope></bibl> <bibl><author>Heine);</author>  <title>Das, was R. iſt, von Dem, was Wahn oder Gewalt zu R. ſetzen, zu unterſcheiden.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>24, 37 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ.</title></bibl> <bibl><author>Körte</author> <biblScope>4952 ff.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) die geſetzlichen Beſtimmungen, wonach das R. (ſ. a) entſchieden wird, Geſetz, einzeln und kollektiv, z. B.: Einen nach R. und Geſetz verurtheilen; Dem R. gemäß; Nach dem R., nach dem römiſchen R., nach deutſchem R.; Gegen oder wider das R.; gegen alles, — göttliches und menſchliches R.; Das R. oder die R–e [Jus, Jura] ſtudieren; Ein Student der R–e (veralt.: der R–en. <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>2, 57,</biblScope> <title>vgl.: Der R–en wie gefliſſen.</title></bibl> <bibl><author>Rachel</author> <biblScope>6, 361 ꝛc.);</biblScope> <title>Ein Doktor beider R–e, des geiſtlichen (kanoniſchen) und des bürgerlichen; Vorleſung, Kolleg über das gemeine R. ꝛc.; Im R., in den R–en bewandert ſein ꝛc.; Nach meinen [Gottes] R–en ſollt ihr thun und nach meinen Satzungen ſollt ihr handeln.</title></bibl> <bibl><biblScope>3.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>18, 4 ꝛc.;</biblScope> <title>Wie uns Niederländer zuerſt einzelne Fürſten regierten, Alles nach hergebrachten R–en (ſ. 2), Privilegien und Gewohnheiten.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>9, 165;</biblScope> <title>Müſſt ihr nicht nach euren</title></bibl> Land-R–en gerichtet werden . .. Hat der Brüßler nicht ein ander R. als der Antwerper? <bibl><biblScope>166;</biblScope> <title>Es erben ſich Geſetz’ und R–e | wie eine ew’ge Krankheit fort. | . .. Vom R–e, das mit uns geboren iſt, | von dem iſt, leider, nie die Frage.</title></bibl> <bibl><biblScope>11, 80;</biblScope> <title>Was uns nützt, iſt unſer höchſtes R.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 265;</biblScope> <title>Der den Leuten R. ſprechen [ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>d]</biblScope> <title>ſoll und vor lauter R. nicht zur</title></bibl> Gerechtigkeit kommen kann. <bibl><biblScope>18, 131 ꝛc.</biblScope> <title>und ſo in zahlreichen Zſſtzg., z. B.:</title></bibl> Bank-, Bau-, Berg-R. ꝛc., die für das Bank-, Bau-, Bergweſen ꝛc. geltenden Geſetzbeſtimmungen in ihrer Geſammtheit. —</sense><sense n="c)">c) das Einem nach dem R. <bibl><biblScope>(a, b)</biblScope> <title>Zukommende, ſowohl von etwas Gutem als von etwas Schlimmem, z. B.: Gnade (ſ. d. 2) für R. ergehn laſſen</title></bibl> <bibl><author>(Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 15;</biblScope></bibl> <bibl><author>Rückert</author> <biblScope>6, 291;</biblScope></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>537a; 711b),</biblScope> <title>für die verdiente Strafe, auch (veralt.): vor R.</title></bibl> <bibl><author>W.</author>  <title>Luc.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 308 ꝛc.;</biblScope> <title>Gunſt vor R. gehn laſſen.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 48 ꝛc.;</biblScope> <title>Jch verlange keine Gnade, ich will mein R.; Dir ſoll dein R. werden, zu Theil werden; Einem zu ſeinem R. (ver)helfen; Einem oder ſich ſelbſt R. (ver)ſchaffen; Was heiſcht ihr hier | Gerechtigkeit, da im Begriff ihr ſeid, | euch ſelbſt das R. zu ſchaffen?</title></bibl> <bibl><author>Böttger</author>  <title>Byr.</title></bibl> <bibl><biblScope>8, 147;</biblScope> <title>R. ſich zu verſchaffen gegen euch.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>490a ꝛc.;</biblScope> <title>Da er R. nicht konnte finden, | ſich Rach’ zu holen mit der eignen Hand.</title></bibl> <bibl><biblScope>549a ꝛc.;</biblScope> <title>Es wäre zu wünſchen, daß jeder andere Betrüger .. ebenſo ſein R. [ſeinen Lohn, die verdiente Strafe] finden möchte.</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 4</biblScope> <title>(vgl.</title></bibl> — zu <bibl><biblScope>a, b</biblScope></bibl> — in ähnl. Sinn: R. findet ſeinen Knecht (ſ. d. 8); was ich verdient habe, wird mir werden. <bibl><biblScope>264 ꝛc.);</biblScope> <title>Zum Richter wallten nun die Drei, | ſich um ihr R. zu balgen.</title></bibl> <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>3, 211,</biblScope> <title>damit er ihren Streit entſcheide ꝛc.; Einem geſchieht R. (oder recht, ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>I 3),</biblScope> <title>ihn trifft Etwas verdientermaßen (als Strafe), z. B.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>14, 249;</biblScope></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>2, 44,</biblScope> <title>vergl.: Rechten (ſ. d.) oder R. leiden.</title></bibl> —</sense><sense n="d)">d) der richterliche Urtheilsſpruch, ſ. <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>3, 23 (d),</biblScope> <title>z. B. verbunden: Sie haben uns ohne R. und</title></bibl> Urtheil öffentlich geſtäupt. <bibl><author>Ap.</author> <biblScope>16, 37;</biblScope> <title>Wie nun nach Urtheil und R. gebunden Reineke daſtand.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>5, 167;</biblScope> <title>Ihm durch Urtheil und R. das Leben aberkannt.</title></bibl> <bibl><author>Olearius</author>  <title>Reiſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>402b;</biblScope> <title>Durch Urthel und R. entſchieden.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>14, 19,</biblScope> <title>ferner nam. oft: R. ſprechen, das Urtheil fällen; Den ſtreitenden Parteien, den Leuten</title></bibl> <bibl><author>(G.</author> <biblScope>18, 131),</biblScope> <title>R. ſprechen ꝛc., verſch.: Einen recht (ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>I 3m)</biblScope> <title>ſprechen. S. das Folg.</title></bibl> —</sense><sense n="e)">e) gerichtliches (od. Rechts-) Verfahren, Proceß (vgl. R–s-Weg ꝛc.), z. B.: Ich vergleiche mich nicht, ich laſſe es aufs R. ankommen, auf einen Proceß und das richterliche Urtheil (d), vgl.: Er ſtellt das in das R. <bibl><author>Murner</author>  <title>Ul.</title></bibl> <bibl><biblScope>119;</biblScope> <title>Das R. (d) ſcheidet wohl (die ſtreitenden Parteien), aber freundet nicht. Sprchw.; Daß ſie, was ſie geſucht, im Wege R–s (d) erreicht.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 50,</biblScope> <title>ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>g;</biblScope> <title>Weil die Frau um das rechte R. (d) bitte, müſſen ſie zuvor mit ihr im unrechten R–en [Anm.] gehandelt haben.</title></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, 100,</biblScope> <title>in einem unrechtmäßigen Verfahren ꝛc,, ferner (mehr mundartl., veralt.): Als er geglaubt, er habe den Schuldner auf der Gabel, ſchlage dieſer ihm R. dar.</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>Sch.</title></bibl> <bibl><biblScope>328;</biblScope> <title>Mit einander ins R. gerathen.</title></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>2, 91 ꝛc.;</biblScope> <title>Einen mit R. vor-, fürnehmen</title></bibl> <bibl><biblScope>(6, 254; 256);</biblScope> <title>um Etwas beſprechen</title></bibl> <bibl><biblScope>(2, 93),</biblScope> <title>ihn gerichtlich (deßhalb) belangen ꝛc., ferner: Nun war die Sache noch in hängenden R–en.</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>308,</biblScope> <title>die Sache,</title></bibl> — eig. der Proceß — ſchwebte noch, war unentſchieden ꝛc. und daher ähnlich: Es ſteht im alten R. <bibl><author>Uhland</author> <biblScope>422,</biblScope> <title>in der Sache, in unſrem Vh. zu einander hat ſich Nichts ver- ändert, es ſteht Alles beim Alten ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="f)">f) Gericht, im Allgm. veralt., mundartl., ſ. <bibl><author>Stalder</author> <biblScope>2, 265;</biblScope></bibl> <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>3, 20 ff.;</biblScope> <title>Nach ſeinen Beziehungen erhielt ſo ein R., d. h. Gerichtsſitzung verſch. Benennungen, z. B.</title></bibl> Dorf-, Hofmark-, Land- ꝛc. R.; Herbſt-, Kirchtag-, Quatember- ꝛc. R.; Ehaft-, End-R.; Burg-, Hof-, Hub-R.; Gaſt-, Mann-R.; Lehen-R.; R. um Eigen, Malefiz-R., wie man noch ſagt: Kriegs-R., Stand- R. von einer einzelnen Gerichtsverſammlung, S tangen-R. <bibl><biblScope>23 ꝛc.</biblScope> <title>So noch: Ich ſtehe redlich zu R–e.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>5, 166,</biblScope> <title>ich entziehe mich dem Gericht und der über mich zu fällenden Sentenz nicht, vgl.: Daß ich ihm zu R. allzeit geſeſſen und gewärtig bin.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>6, 325a;</biblScope> <title>Ich darf Deß Alles zu R. ſtehen.</title></bibl> <bibl><biblScope>326b,</biblScope> <title>ich kann es getroſt vor Gericht verantworten, ferner bildl.: Sie fordern mich zu R. und wollen mit ihrem Gott</title></bibl> rechten. <bibl><author>Jeſ.</author> <biblScope>58, 2 ꝛc.</biblScope></bibl> — Hieran ſchließen ſich noch einige formelhafte Fügungen, ſo:</sense><sense n="g)">g) Von R–s wegen, dem R. (den geſetzl. Beſtimmungen) und dem R–s-Verfahren gemäß, ſo nam. als Schluß richterlicher Urtheile und Entſcheidungen: Das ſei hiemit erkannt von R–es wegen. <bibl><author>Ramler</author>  <title>F.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 86 ꝛc.</biblScope> <title>und häufig abgekürzt: „V. R. W.“</title></bibl> <bibl><author>w.</author> <biblScope>14, 23 ꝛc.</biblScope> <title>(veralt.: zu R., z. B.</title></bibl> <bibl><author>Zeitſchr.</author>  <title>f.</title></bibl> <bibl><author>d.</author></bibl> <bibl><author>Recht</author> <biblScope>13, 442 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ.</title></bibl> <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>3, 22),</biblScope> <title>dann auch verallgemeint: Von R–s wegen [eig.; wenn es ſtreng nach dem R. ginge ꝛc.] hätte ich Das nicht thun, Dir es nicht geben müſſen ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="h)">h) in Genit.- Form: R–ens (gw. ohne Artikel), z. B. abhäng. von Hw.: Er fand in dieſer Fahrläſſigkeit einen Schein R–ens, ſein Vorhaben .. zu beſchönigen. <bibl><author>Muſäus</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 80;</biblScope> <title>Mit welchem Schein R–ens.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>1, 188;</biblScope> <title>Luc.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 172</biblScope> <title>u. v., dagegen: Nur borg’ er nicht den Schein des Rechtes.</title></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>6, 33 ꝛc.;</biblScope> <title>Die Form R–ens, die er dabei beobachtet.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>20, 163;</biblScope> <title>Zur Form R–ens gehört, daß es von einem befugten Richter ausgeſprochen und in die Kraft R–ens getreten ſei.</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 115;</biblScope> <title>Was die Mittel zur Erhaltung förmlichen R–ens [oder gw.: des förmlichen R–s] oder die Proceſſe betrifft.</title></bibl> <bibl><biblScope>117;</biblScope> <title>Der Weg des förmlichen R–ens [gw.: R–s]. ebd.; Der Hanſe mit Vorbehalt beiderſeitigen R–ens [gw.: des beiderſeitigen R–s] einen ſehr billigen Vergleich anzubieten.</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 175 ꝛc.,</biblScope> <title>ferner unabhäng. vom Hw.: Das iſt bei uns R–ens [dem R., dem R–s-Verfahren gemäß].</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>414a;</biblScope> <title>Was in der Liebe R–ens iſt.</title></bibl> <bibl><author>Thümmel</author> <biblScope>3, 30;</biblScope> <title>Es wird, was R–ens iſt, geſchehen.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>10, 42; 281 ꝛc.;</biblScope> <title>Der Staat macht durch ein ausdrückliches Geſetz .. Dasjenige R–ens, was vorher nur Sache der Billigkeit war.</title></bibl> <bibl><author>Fichte</author> <biblScope>8, 236 ꝛc.,</biblScope> <title>auch adverb.: Und R–ens [von R–s wegen ꝛc.] folgt daraus der Schluß, | daß er den Gaul behalten muß.</title></bibl> <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>3, 212; 4, 68 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="i)">i) Etwas beſteht zu R., iſt nach dem R. (rechtlich) in Kraft und Wirkſamkeit, ſ. rechtsbeſtändig: Der aufgelöſte Bundestag beſteht jetzt freilich wieder faktiſch, aber nicht zu R.; Der annoch zu R. beſtehenden Ortsjuſtiz. <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 97.</biblScope></bibl> — 5) adverb. verſchmelzend mit „zu“ und daher heute gw. in der Schreibw.: zurecht(e) (vgl. zufrieden) <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>zu Stande; in den rechten Stand, ſowie es ſich gehört, wie es ſein ſoll,</title></bibl> — eig. und übertr., z. B.: Etwas zu-r. machen, fertig machen, zubereiten, z. B. eine ſaure Milch. <bibl><author>G.</author> <biblScope>10, 140 ꝛc.</biblScope> <title>und nach der verſch. Weiſe, z. B.: Etwas zu-r. kneten.</title></bibl> <bibl><author>Kohl</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 375;</biblScope> <title>hämmern.</title></bibl> <bibl><author>Duller</author>  <title>Gr.</title></bibl> <bibl><biblScope>61,</biblScope> <title>ſchneiden, ſchnitzen, miſchen, brauen ꝛc.; Etwas nicht zu-r. bekommen, kriegen, damit zu Stande kommen; Etwas zu-r. [in Ordnung ꝛc.] rücken.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 279; 29, 403;</biblScope></bibl> <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Rom.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 5 ꝛc.;</biblScope> <title>Einem den Kopf (ſ. d. 2d) zu-r. rücken, ſetzen; Er ſtellt ſeinen kümmerlichen Hausrath bald ſo, bald ſo zu-r–e.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>38, 92;</biblScope> <title>Jch legte mir zu-r., was die ewig widerſprechende Welt mir ungeſchickt und verworren aufgedrungen.</title></bibl> <bibl><biblScope>22, 120;</biblScope> <title>[Als Richter] alles Unrechte zu-r–e bringen.</title></bibl> <bibl><author>Sir.</author> <biblScope>7, 6;</biblScope> <title>Der Blinde ward wieder zu-r–e gebracht, daß er Alles ſcharf ſehen konnte.</title></bibl> <bibl><author>Mark.</author> <biblScope>8, 25;</biblScope></bibl> <bibl><author>Luk.</author> <biblScope>6, 10;</biblScope> <title>Wir haben noch die Hoffnung, den Unglücklichen zu-r–e zu bringen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>17, 191 ꝛc.;</biblScope> <title>Die Verwirrten zu-r. weiſen.</title></bibl> <bibl><biblScope>10, 52,</biblScope> <title>auf den r–en Weg ꝛc.; Ihr braucht ihn dann nicht ängſtlich zu-r. zu rufen, als verirre er ſich.</title></bibl> <bibl><author>Enſe</author>  <title>Denkw.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 337;</biblScope> <title>Von unſerm Herrn zu-r. beſchieden.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>2, 120 ꝛc.;</biblScope> <title>Sich zu-r. finden.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 265; 22, 218;</biblScope></bibl> <bibl><author>Tiedge</author>  <title>Ep.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 112 ꝛc.;</biblScope> <title>Daß ſie ſich den weiten Weg von der holländiſchen Grenze glücklich zu-r. gefragt.</title></bibl> <bibl><author>Prutz</author>  <title>Muſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 37 ꝛc.;</biblScope> <title>Mit Etwas</title></bibl> <bibl><author>(Sch.</author> <biblScope>213b ꝛc.),</biblScope> <title>mit Jemand</title></bibl> <bibl><author>(Benedir</author> <biblScope>8, 66; 132;</biblScope></bibl> <bibl><author>B.</author> <biblScope>485a ꝛc.)</biblScope> <title>zu-r. kommen, fertig werden, zu Stande kommen, ſich abfinden ꝛc., auch bloß: Da kommen nun die .. ſtreifenden Völkerſchaften am übelſten zu-r. [weg, fort].</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>32, 84; 8, 141 ꝛc.;</biblScope> <title>Wie wollten die Wundermänner auch zu-r–e kommen, wenn es nicht ſolche gutwillige, jeder Täuſchung immer ſelbſt entgegenkommende Seelen in der Welt gäbe?</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>16, 189 ꝛc.,</biblScope> <title>dagegen veralt.: [Ihr] werthes Schreiben habe zu-r. [richtig] erhalten.</title></bibl> <bibl><author>Leibnitz</author> <biblScope>2, 109 ꝛc.</biblScope></bibl> — 6) mundartl., veralt. Anwendungen (ſ. <bibl><author>Schm.),</author>  <title>wovon wir hier erwähnen:</title></bibl></sense><sense n="a)">a) (ſ. 2) ein von Jemand für etwas ihm Geleiſtetes oder Erlaubtes zu beanſpruchendes Reichnis, z. B.: Der Mann, der für einen Andern einen Jagdhund in gewiſſer Art beſorgte, ſprach dasSeil-R., — der ein Pferd, das Zaum-R. als Douceur an. <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>3, 23 ꝛc.</biblScope> <title>und ſo in vielen Zſſtzg., z. B.:</title></bibl> Abzugs-R. (oder -Geld), Geld, das für den ertheilten Abzugs- oder Auswandrungskonſens gezahlt werden muß ꝛc. —</sense><sense n="b)">b) Er mahnet ihn, zu beichten und Gottes R. zu nehmen. <bibl><author>Murner</author>  <title>Ul.</title></bibl> <bibl><biblScope>55,</biblScope> <title>das Abendmahl,</title></bibl> — gleichſam als das von Gott zu Fordernde <bibl><biblScope>[2] ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) Menſtruation, vgl. Rechnung <bibl><biblScope>6c.</biblScope></bibl></sense></sense>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. zahlreich, ſ. 4b; 4f und 6b, ferner nam. zu [2], — was unbez. bleibt, — wobei das Bſtw. theils Das bez., wozu man rechtlich befugt iſt — vgl. Servitut, Gerechtigkeit —, theils, in welcher Eigenſchaft man Etwas rechtlich zu beanſpruchen hat, danach und nach den folg. Bſp. leicht zu mehren und zu verſtehn, vgl. Spate und Glück Reg. s. v. Jus: Äbberufungs-: z. B.: Die Wähler behalten ſich das A. ihres Deputierten vor. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Ábfahrts-:</comp> Abzugs-R. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Áblöſungs-:</comp> Das A. in Betreff der Servitute ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ábtriebs-:</comp> ſ. Näher-R. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ábwälzungs-:</comp> Devolutions-R. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Abzugs-:</comp> das Recht ab-, fortzuziehn und [6a] die Steuer dafür. — Accreſcénz-, Alluviōns-: ſ. Anwachs-R. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ácker-:</comp> Feld-R. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Álters-:</comp> ein Recht, das auf dem Alter (ſ. d. 1d), auf der Anciennetät beruht, nam. im Bergb. Altersgerechtigkeit. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Áltvater-:</comp> Altentheil (ſ. d.). Eichhorn Priv. 863, was der Altvater von dem abgetretnen Gut ꝛc. als ſein Theil zu beanſpruchen hat. — An- [3]: Ein A. an, auf, zu Etwas — haben, geltend machen; Mein gutes A. zu behaupten. Sch. 614a; Beſitz-, Erbſchafts-, Thron-A. ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Anger-:</comp> das Nutzungs-R. an einem (Gemeinde-)Anger, „Au-R.“ —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ánklage-:</comp> Die An- erkennung der drei parlamentariſchen Rechte: Theilnahme an den neuen Geſetzen, Bewilligung neuer Steuern, A. gegen die Staatsbeamten. Gneiſt (Nat.–Zeit. 15, 119). —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ánſterbe-:</comp> Devolutions-R. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Anwachſ(ungs)-:</comp> <sense n="1)">1) Alluvions-, Anſpülungs-R., Eigenthums-R. eines Flußanwohners auf das ſeinem Grundſtück angeſchwemmte Erdreich. — 2) Accreſcenz-R., das Recht, den Antheil eines in Ausfall kommenden Mit- erben für ſich zu nehmen. — <comp>Anwands-:</comp> Die Befugnis, auf des Nachbars Acker den Pflug zu wenden, das ſogen. A., iſt ein altes Herkommen. <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Leb.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 27.</biblScope></bibl> — <comp>Ármen-:</comp> das Recht eines anerkannt Armen auf unentgeltliche Rechtspflege: Sich ins A. begeben, ſchwören (durch den ,,Armeneid“), vgl. Armuthszeugnis. — <comp>Aſſociatiōns-:</comp> Vereins-R. — <comp>Aū(en)-:</comp> Anger-R. — Átzungs-, Āūsſpann-: ſ. Atzung <bibl><biblScope>1;</biblScope> <title>Ablager</title></bibl> <bibl><biblScope>3.</biblScope></bibl> — <comp>Bāhr-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4e]</biblScope> <title>eine Art Gerichtsverfahren zur Entdeckung des unbekannten Mörders, wobei die des Mords Verdächtigen an die Bahre treten mußten, weil man meinte, daß beim Nahen des wirkl. Mörders die Wunden aufbrächen, vgl.: Wer daran unſchuldig, leicht iſt es dargethan: | er darf nur zu der Bahre hier vor dem Volke gehn. . . | Wenn man den Mordbefleckten bei dem Todten ſieht, | ſo bluten ihm die Wunden.</title></bibl> <bibl><author>Simrock</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>984;</biblScope> <title>Iſabella .. (führt ihn zu dem Leichnam) .. Chor: Brecht auf, ihr Wunden! ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>511b.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) das Recht, einen Ermordeten gerichtl. aufzuheben und fortzubringen. — <comp>Bálken-:</comp> das Recht, die Mauern des Nachbarhauſes als Stützen der Balken zu benutzen, Tram- (verderbt: Traum-)R. — <comp>Bánk-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) die den Geldbanken rechtl. zuſtehnden Befugniſſe. — Bankerótt- <bibl><biblScope>[4b]:</biblScope> <title>ſ. Geldtags-R.</title></bibl> — <comp>Bánn-:</comp> ſ. Bann <bibl><biblScope>3:</biblScope> <title>Daß man das edle Recht, ſeines Nächſten Rath und Beiſtand zu ſein, auf eine gewiſſe Zahl einſchränken und dieſer ein B. mittheilen werde.</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 190; 2, 272;</biblScope> <title>Das der Stadt .. durch die Landesherrſchaft eingeräumte B., nach welchem alle Handwerke zwei Meilen um Roſtock unterſagt ſind.</title></bibl> <bibl><author>MWiggers</author>  <title>Warn.</title></bibl> <bibl><biblScope>37 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Bāū-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[2].</biblScope></bibl> —</sense><sense n="3)">3) <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Baumanns-R., vergl.</title></bibl> <bibl><author>Uhland</author>  <title>V.</title></bibl> <bibl><biblScope>337.</biblScope></bibl> — Bāūer(n):</sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) die einem Bauern als ſolchem zukommenden Rechte u. Befugniſſe. — <comp>Bāūlebungs-:</comp> Hauptfall (ſ. Fall 4a), auch „Erb-, Haupt-, Trauer-R.“ — <comp>Bāū(manns)-:</comp> ſ. Grund-R. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — <comp>Begnādigungs-:</comp> Das B. der Fürſten. — <comp>Behándungs-:</comp> ſ. behändigen: Verwirken .. den Hof und ihr daran habendes B. <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 347.</biblScope></bibl> — <comp>Behólzungs-:</comp> ſ. beholzen. — <comp>Bérg-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[2]</biblScope> <title>rechtl. Befugnis zum Bergbau: Einem Ort B. verleihn.</title></bibl> — 3) [6a]Abgabe eines Weinberg-Beſitzers an den Grundherrn. — <comp>Beſátz(ungs)-:</comp> das Recht, eine Beſatzung in einem Ort, nam. in einer Bundesfeſtung, zu halten. — <comp>Beſítz-:</comp> Greift auch dein Anſpruch nie in mein Beſitzes-R. <bibl><author>Platen</author> <biblScope>3, 28.</biblScope></bibl> — <comp>Beſtēūrungs-:</comp> <bibl><author>Oppen-</author>  <title>heim J.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 240.</biblScope></bibl> — <comp>Bewílligungs-:</comp> Reichsſtände ohne B. der Steuern. <bibl><author>Enſe</author>  <title>Tag.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 172;</biblScope> <title>Abhängig von einer Kirchenſteuer, d. h. von einem B. der Ortsgemeinde.</title></bibl> <bibl><author>Gneiſt</author></bibl> <bibl><author>(Nationalz.</author> <biblScope>15, 119);</biblScope> <title>Das B. der Abgaben zu Provincialbedürfniſſen.</title></bibl> <bibl><author>vStein</author>  <title>Denkſchr.</title></bibl> <bibl><biblScope>215;</biblScope> <title>Das Steuer-B. iſt ein bloßer Popanz, wenn es nicht das Steuerverweigerungs-R. mitumfaſſen ſoll.</title></bibl> — Bīēnen- <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> — <comp>Bīēr-:</comp> Brau-R. — Blūt- <bibl><biblScope>[4f]:</biblScope> <title>Blutgericht.</title></bibl> <bibl><author>Gryphius</author> <biblScope>1, 32.</biblScope></bibl> — <comp>Bōden-:</comp> z. B.:</sense><sense n="1)">1) Wenn der Wagen umfiel oder das Schiff auf den Grund ſtieß, gehörten — ſo behauptete er — nach Boden- und Ruhr-R. die Waarc dem Eigenthümer des Grundes. <bibl><author>Freytag</author>  <title>Bild.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 302,</biblScope> <title>inſofern, was auf den Boden kommt, dieſen berührt, ihn zu Eigen würde, vgl. Strand-R.</title></bibl> —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[6a]</biblScope> <title>Abgabe, die dem Herrn des Grund und Bodens für Etwas gezahlt wird.</title></bibl> <bibl><author>Spate,</author>  <title>z. B.:</title></bibl> <sense n="a)">a) Grundſteuer. —</sense><sense n="b)">b) Bohlen-, Budengeld. —</sense></sense><sense n="3)">3) <bibl><biblScope>[6a]</biblScope> <title>Abgabe von Schiffen od. „Boden“ (ſ. d. 5).</title></bibl> <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>1, 155.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="4)">4) <bibl><biblScope>[6a]</biblScope> <title>ſcherzh.</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Boden-Riß, -Schrumpf, gleichſam Das, was der Kornboden als Abgabe von dem dort lagernden Korn für ſich verlangt, an ſich reißt.</title></bibl> — Bodmerēī- <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> — <comp>Brāū-:</comp> das Recht zu brauen (Braugerechtigkeit) und <bibl><biblScope>[6a]</biblScope> <title>die dafür zu zahlende Abgabe,</title></bibl> — „Bier-R.“ — Brücken-, z. B. <bibl><biblScope>[6a]:</biblScope> <title>Brückengeld.</title></bibl> — <comp>Brūder-:</comp> z. B.: Dazu ſind wir nicht allein ſeine [Chriſti] Kinder, ſondern auch ſeine Brüder . ., daß wir nicht allein nach Kinds-R., ſondern auch nach B. .. Prieſter ſind. <bibl><author>Luther</author> <biblScope>6, 95b.</biblScope></bibl> — <comp>Būch-:</comp> <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>das geſchriebne Recht.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 180a.</biblScope></bibl> — <comp>Bǘchſen-:</comp> Vergeſſt mir aber auch des Rechts der Kanons nicht, welches zugleich das päpſtliche [ſ. kanoniſch] und das B. [ſ. Kanone] mag verdeutſcht werden. <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>2, 82,</biblScope> <title>vgl.:</title></bibl> Lunten-R. hält rechtes R. nur für Lumpen-R. [für ein verächtl.]. <bibl><author>Logau,</author>  <title>ſ.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>5, 331.</biblScope></bibl> — <comp>Búndes-:</comp> das durch einen — oder den Bund begründete: Man beruft ſich auf Land-R. .., auf B. <bibl><author>Enſe</author>  <title>Tag</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 90.</biblScope></bibl> — <comp>Búrg-:</comp> vralt., ſ. <bibl><author>Haltaus</author> <biblScope>194 ff.</biblScope> <title>auch</title></bibl> <bibl><biblScope>[4f]</biblScope> <title>und</title></bibl> Bürger-R., vgl.: Daß die ſpätern B–e Nichts anders waren als Verbündniſſe, iſt gegründet; aber daß Pfahlbürgerſchaft aus B. hervorging, ſteht aus deutſchen Urkunden feſt. <bibl><author>Niebuhr</author> <biblScope>2, 88;</biblScope> <title>Der Abt begab ſich mit den vier Orten .. in ein ewig Burg- und</title></bibl> Land-R. <bibl><author>Stumpf</author> <biblScope>374b,</biblScope> <title>ein Bündnis, wodurch ſie in enge Genoſſenſchaft traten, als Mitbürger und Landsleute unter einander; Der Abt machet ein B. mit der Stadt Lindow.</title></bibl> <bibl><biblScope>381b; 579b</biblScope> <title>U. o., dazu: Die Theilnahme der</title></bibl> verburgrechteten Grafen [die ein B. oder Verbündnis mit ihnen geſchloſſen]. <bibl><author>JoMüller</author> <biblScope>24, 410; 16;</biblScope> <title>St. Gallen, verburgrechtet mit Arbon und den Eidgenoſſen.</title></bibl> <bibl><author>Stumpf</author> <biblScope>XXVI ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Bürger-:</comp> (ſ. Burg-R.) die Geſammtheit der Rechte, die ein Bürger (ſ. d. <bibl><biblScope>1—5</biblScope> <title>und Zſſtzgn.) als ſolcher hat, eig. und übrtr.: Einem das preußiſche</title></bibl> (Staats-)B., das Berliner (Stadt-) B., das Ehren- B. ertheilen ꝛc.; Nach dem Warnemünder Hausbuch liegen die Grundſtücke Warnemünde’s ſämmtlich „zu B.“ .. Daß es nicht als ein Dorf betrachtet werden kann. <bibl><author>MWiggers</author>  <title>Warn.</title></bibl> <bibl><biblScope>12 ꝛc.;</biblScope> <title>Jede Kränkung, von einem Tyrannen erlitten, gab ein B. in Holland.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>776b;</biblScope> <title>Ein fremdes Wort, das aber in unſrer Sprache das B. gewonnen hat ꝛc.; auch (ſ. Burg-R. und rechtlich 3a): Freie aus fremden Orten, mit denen B. oder</title></bibl> Land-R. beſtand, [wurden] zur Gemeinde angenommen. <bibl><author>Niebuhr</author> <biblScope>2, 459 ꝛc.</biblScope> <title>und vralt.</title></bibl> <bibl><biblScope>[Ga] =</biblScope> <title>Abgabe für das (Stadt-)B. und Betrieb bürgerlichen Gewerbes ꝛc., ſ.</title></bibl> <bibl><author>Haltaus</author> <biblScope>198 ff.</biblScope></bibl> — Ceremoniāl- <bibl><biblScope>[4b]:</biblScope> <title>vgl. Ceremonialgeſetz.</title></bibl> — Civīl- <bibl><biblScope>[4b]:</biblScope> <title>bürgerliches (ſ. d. 3) Recht.</title></bibl> — <comp>Dách-:</comp> Trauf-R., die rechtliche Befugnis zu einer Dachtraufe ꝛc. auf des Nachbars Gebiet. — <comp>Dēgen-:</comp> ſ. Fauſt-R. — Dēīch- <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> — <comp>Dēīchſel-:</comp> die Befugnis, die Deichſel des im Stall ſtehnden Wagens in des Nachbars Gebiet überragen zu laſſen. — <comp>Devolutiōns-:</comp> die geſetzliche Beſtimmung, wonach beim Tode eines der Eheleute der überlebende nur Nießnutzer des den Kindern als Erbſchaft heimfallenden Vermögens bleibt, „Abwälzungs-, Anſterbe-, Heimfall-, Verfang(enſchafts)-R.“ — <comp>Dīēnſt-:</comp></sense><sense n="1)">1) das Recht, Dienſte (ſ. d., nam.</sense><sense n="2)">2) von Einem zu fordern, Frohn-R. — 2) <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>die Geſammtheit der Geſetze in Betreff der Dienſt-Verhältniſſe, vgl.: Das</title></bibl> Dienſtmannen-R. ꝛc. — <comp>Díng-:</comp> vralt.</sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4d].</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) Erbpachtsvertrag, ſ. <bibl><author>Friſch</author> <biblScope>1, 198b.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="3)">3) <bibl><biblScope>[6a]:</biblScope> <title>Geben</title></bibl> Land-D. <bibl><author>Haltaus</author> <biblScope>1160.</biblScope></bibl> — <comp>Dórf-:</comp> im Ggſtz. zum Stadt-R., ſ. d., vergl. auch <bibl><biblScope>[4d].</biblScope></bibl> — <comp>Eben-:</comp> ſ. ebenrecht (Zſſtzg. von I). — <comp>Ehaft-:</comp> <bibl><biblScope>[4d],</biblScope> <title>vgl.</title></bibl> <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>1, 5.</biblScope></bibl> — <comp>Ehe-:</comp> z.B.:</sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) Recht, das man als Ehegatte hat. —</sense><sense n="3)">3) <bibl><biblScope>[3]</biblScope> <title>Ihre alten E–e auf ihn geltend zu machen.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 320.</biblScope></bibl> — <comp>Ehren-:</comp></sense><sense n="1)">1) ein Einem als ehrende Auszeichnung verliehnes Recht: Die nutzbaren Rechte und die E–e der beiden erſten Stände. <bibl><author>Dahlmann</author>  <title>Frz. Rev.</title></bibl> <bibl><biblScope>211 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. Ehren-Bürgerrecht ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>die für Ehrengerichte geltenden Satzungen.</title></bibl> — <comp>Eīgenthums-:</comp> vgl. Beſitz-R.: Das Perſonen- und E. <bibl><author>Enſe</author>  <title>Tag.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 187;</biblScope></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>33, 35 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Eīngeburts-:</comp> das Recht eines Eingebornen, Jndigenat, „Einzöglings-, Heimaths- R.“, vgl. Bürger-R. ꝛc. — Eīnlager-[4b]: ſ. Einlager <bibl><biblScope>1,</biblScope> <title>auch: Geißelſchaft nach</title></bibl> Leiſtens-R. zu halten. <bibl><author>Berlichingen</author> <biblScope>267 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Eīnlöſungs-:</comp> Das E. für dies Pfand iſt erloſchen. — <comp>Eīnſtands-:</comp></sense><sense n="1)">1) ſ. Näher-R. —</sense><sense n="2)">2) das Geld, das der für einen Feſtgeloſten als Stellvertreter Eintretende dafür beim Einſtand als das ihm Gebührende erhält. — <comp>Eīnzeln-:</comp> das dem Einzelnen als Solchem zukommt. <bibl><author>Gneiſt</author></bibl> <bibl><author>(Nat.-Zeit15,</author> <biblScope>121).</biblScope></bibl> — <comp>Ēīnzöglings-:</comp> ſ. Eingeburts-R. — <comp>Elend-:</comp> mundartl. ꝛc.:</sense><sense n="1)">1) Armen-R. —</sense><sense n="2)">2) Gaſt-R. — <comp>End-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4f].</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) (Nähter.) die beim Überwendlichnähen „recht“ auf einander zu legenden Enden (Sahl-Leiſten, -Bänder), ſ. <bibl><author>Krünitz</author> <biblScope>100, 659.</biblScope></bibl> — <comp>Erb-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[2; 3]</biblScope> <title>ein Recht, das man als Erbe hat.</title></bibl> <bibl><author>Jer.</author> <biblScope>32, 8;</biblScope> <title>Nicht E., noch Geburt, das Herz macht groß.</title></bibl> <bibl><author>Hagedorn</author> <biblScope>1, 18;</biblScope> <title>Das E. auf ein Königreich.</title></bibl> <bibl><author>Klinger</author> <biblScope>1, 360;</biblScope> <title>Alles, was dein Vater .. hinterlaſſen, gehöret mir; folglich haſt du an Nichts E.</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 282; 281 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="3)">3) ſ. Grund-R. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="4)">4) ſ. Baulebungs-R. —</sense><sense n="5)">5) zuw.: etwas Einem nach dem E. (2) Gebührendes, das Erbe: Sein E. zurückfordern. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>675a;</biblScope> <title>Den Schatz</title></bibl> <bibl><biblScope>.</biblScope> <title>. ihren Kindeskindern als ein E. verlaſſen.</title></bibl> <bibl><author>Weckherlin</author> <biblScope>219.</biblScope></bibl> — Erbfolge- <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> — Ernénnungs-. — <comp>Erſtgeburts-:</comp> das Recht des Erſtgebornen, ſ. Erſtgeburt u. Majorat. — <comp>Fāden-:</comp> ſ. Zſſtzg. von <bibl><biblScope>I. ―</biblScope></bibl> Fāhr-:</sense><sense n="1)">1) Strand-R. —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[6a]</biblScope> <title>Bergegeld.</title></bibl> — <comp>Fálken-:</comp> ſ. Vogel-R. — <comp>Falliménts-:</comp> ſ. Geldtags-R. — <comp>Fāūſt-:</comp> das Recht des Stärkern, der Gewalt (Kolben-, Degen-, Gewalt-, Muthwillen-, Stärker-R.), eig. u. übrtr.: Das Mittelalter mit ſeinem F.; Dem Kammergericht war ein geſetzliches F. gegen die Ungehorſamen in die Hände gegeben. <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 96;</biblScope> <title>Nicht F., ſondern</title></bibl> Kopf-R. [das Recht der Vernunft] . . muß regieren. <bibl><author>Luther</author> <biblScope>5, 180a;</biblScope> <title>Wer weiß, was ich noch ohne F., mit</title></bibl> Fauſtunrecht thue. <bibl><author>Tieck</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 379;</biblScope> <title>Alles durchs F. ausmachen.</title></bibl> <bibl><author>W.</author>  <title>Luc.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 410,</biblScope> <title>auch z. B.: Zum Fauſt- oder</title></bibl> Finger-R. greifen und ſie ſelber inhaftieren. <bibl><author>IP.</author> <biblScope>18, 63.</biblScope></bibl> — <comp>Fêge-:</comp> das Recht, Etwas zu fegen, — namentl. einen Graben, ihn vom Schlamm zu reinigen oder zu räumen, Räumungs- R., und inſofern es durch Schaufeln geſchieht, Schaufel-R., -Schlag. — Fêhde- <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> — Fêhm- <bibl><biblScope>[4b]:</biblScope> <title>ſ. Fehm</title></bibl> <bibl><biblScope>I,</biblScope> <title>auch: Nach richtigem</title></bibl> Freiſtuhls-R. und Königsbann. <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 13; 4, 118 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Féld-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>die Geſetze ꝛc. in Betreff des Feldbaus.</title></bibl> — 2) das Recht, das ein Ackerfeld als ſolches hat, im Ggſtz. zum Wald-, Wieſen-, Heu-, Garten- R. (ſ. d.). — <comp>Fénſter-:</comp> Licht-R., das Recht, das man in Betreff des durch die Fenſter ins Gebäude fallenden Lichts gegen den Nachbar hat und <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>die Geſetzbeſtimmungen darüber.</title></bibl> — <comp>Fēūer-:</comp> Herd-R. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> — <comp>Fínger-:</comp> ſ. Fauſt-R. — <comp>Flōß-:</comp></sense><sense n="1)">1) das Recht, Holz zu flößen. —</sense><sense n="2)">2) die Rechte, die einer Flöße und dem Floßholz zuſtehn. —</sense><sense n="3)">3) <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>die Geſetzbeſtimmungen in Betreff des Floßweſens.</title></bibl> — Fórſt-, Wáld-R.:</sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) Ein Gehölz nach F. (Wald-R.) abräumen, die nöthigen Laßreiſer für die Wiederbeholzung ſtehn laſſen, „F. (Wald-R.) laſſen“, ſo daß alſo dem Forſt ſein Recht geſchieht oder bleibt, forſtmäßig, — dagegen aber auch: Jemand Land zu Wald-R. übergeben, zur Ausrodung und Urbarmachung; Zu Wald-R. beſeßne Güter, durch Ausrodung urbargemachte, als Lehen gegen einen Waldzins beſeßne. —</sense><sense n="3)">3) das Eigenthums-R. eines Forſts (mit oder ohne das Jagd-R.). —</sense><sense n="4)">4) das Recht der „eingeforſteten“ Unterthanen (der ſogen. „Forſtrechter“, „Holzrechter“) in Betreff des Holz-, Gras-, Streu- Holens und des Viehhütens und — <bibl><biblScope>[6a]</biblScope> <title>eine für dies Recht gezahlte Abgabe.</title></bibl> — <comp>Frāīs-:</comp> Blutbann, ſ. Frais <bibl><biblScope>4.</biblScope></bibl> — <comp>Frāūen-:</comp> das Recht, das Frauen als ſolche haben, z. B.: Fälle, worin die Weiber der geringen Heuerleute auf dem Lande ſich ihres ſogenannten F–s bedient und, wenn ihre Männer gepfändet worden, ſich den Gläubigern unter dem Vorwande widerſetzt haben, daß die gepfändeten Sachen ihnen zugehörten. <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 118;</biblScope> <title>Schimpf’! ungeſtraft zu ſchimpfen iſt ein F. ꝛc., vgl. Männer-R.</title></bibl> — <comp>Frēī-:</comp></sense><sense n="1)">1) die Rechte, die ein Freier (freier Mann) als ſolcher hat und <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>die Geſetze darüber, ſ.</title></bibl> <bibl><author>Haltaus</author> <biblScope>510.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) das Recht, wodurch man von Etwas befreit, erimiert iſt, z. B.: <sense n="a)">a) von der Baulebung — durch den dem Grundherrn bei der Veräußrung der Güter davon zukommenden Zehnten (der ſelbſt „F.“ heißt). <bibl><author>Adelung.</author></bibl> —</sense><sense n="b)">b) (Bergb.) von dem Bergbaubetrieb, ſ. <bibl><author>Scheuchenſtuel</author> <biblScope>83 ꝛc.</biblScope></bibl> — Recht auf Freiheit ꝛc.: Volks- und F–e. <bibl><author>Enſe</author>  <title>Tag.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 188.</biblScope></bibl> — das Recht ſich freizukaufen. — ſ. Grund-R. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — ſ. Fehm-R. —</sense><comp>Frēīheits-:</comp> <comp>Frēīkaufs-:</comp> <comp>Frēīſaſſen-:</comp> <comp>Frēīſtuhls-:</comp> <comp>Frémdlings-:</comp></sense><sense n="1)">1) das Recht, das ein Fremdling als ſolcher hat, vergl. Gaſt-R. —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[3]</biblScope> <title>Recht, das man an einem Fremdling (Ausländer) hat,</title></bibl> — nam. das der Obrigkeit oder des Landesherrn an ſeinem Nachlaß (wenn er kinderlos ſtirbt) <bibl><biblScope>Albanagium.</biblScope></bibl> — Frēūndes-, Frēūndſchafts-: Recht, das man als Freund hat (ſ. Gaſt-R. 1), — das Einem die Freundſchaft giebt, auch (ſ. Freund 2): Kaufe meinen Acker .., denn du haſt [als Vetter] das nächſte Freund-R. dazu. <bibl><author>Jer.</author> <biblScope>32, 7,</biblScope> <title>ſ. Näher-R.</title></bibl> — <comp>Frīēdens-:</comp> das Recht, Frieden zu ſchließen. — <comp>Frōhn-:</comp></sense><sense n="1)">1) ſ. Dienſt- R., Hof-R. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) (vralt., mundartl.): gemeines Stadt-R. (ſ. d.) <bibl><author>Friſch.</author> <biblScope>1, 300b,</biblScope> <title>vgl.</title></bibl> <bibl><author>Haltaus</author> <biblScope>542.</biblScope></bibl> — <comp>Fúchs-:</comp> das Recht, das man gegen einen Fuchs (ſ. d. <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>und 9) hat: F. mit Einem ſpielen.</title></bibl> <bibl><author>Spate,</author>  <title>ihn ſchinden, prellen ꝛc., ſ. Pennalismus.</title></bibl> — <comp>Fundamentāl-:</comp> ein weſentliches Recht, worauf als auf dem Fundament andre beruhn, ſ. Grund-R. <bibl><biblScope>1,</biblScope> <title>Haupt-, Ur-, Menſchen-R. ꝛc.</title></bibl> — <comp>Fürſten-:</comp></sense><sense n="1)">1) ein Recht, das Einer als Fürſt hat, z. B.: das, nur von Seinesgleichen gerichtet zu werden. <bibl><author>Adelung;</author>  <title>ſ. ferner Hoheits-R.</title></bibl> — 2) (veralt.) die Befugnis über einen Fürſten zu Recht zu ſitzen und Recht zu ſprechen, auch <bibl><biblScope>[4b; f]</biblScope> <title>der dazu befugte Gerichtshof und das Recht, wonach er ſpricht, „Ober-R.“.</title></bibl> — <comp>Gánt-:</comp></sense><sense n="1)">1) das Recht zur Abhaltung einer Gant oder Verſteigrung, nam. in Betreff abgepfändeter Sachen (Stangen-R.). —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> — <comp>Gárten-:</comp> (vergl. Feld-R. <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>und Garten</title></bibl></sense><sense n="3)">3) das Recht, ein Stück Land einzuzäunen oder, wie ein eingezäuntes, zu benutzen: Vor Schaffhauſen iſt Alles umzäunt, die Beſitzungen ſind immer abgetheilt und geſichert, Alles ſcheint G. zu haben. <bibl><author>G.</author> <biblScope>26, 119.</biblScope></bibl> — <comp>Gáſt-:</comp></sense><sense n="1)">1) das dem Gaſt, dem Gaſtfreund gebührende Recht; das Recht der Gaſtlichkeit, der Gaſtfreundſchaft: Wie die Begriffe des Schutz-R–es und G–es mit denen des Raub-R–es und ehrenvollen Diebſtahls ſich begegnen [bei den Arabern]. <bibl><author>Hammer-Burgſtall</author></bibl> <bibl><author>(Mager</author> <biblScope>2, 153 ³⁰);</biblScope> <title>Daß er ihm das Freund- und G. genießen ließe.</title></bibl> <bibl><author>Olearius</author>  <title>Reiſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>266b;</biblScope> <title>Hiermit führte er mich in ſeine Wohnung und nöthigte mich, das G. bei ihm anzunehmen.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>17, 75;</biblScope> <title>Weil die Störche .. bei allen geſitteten Völkern im Beſitz einer Art von geheiligtem G–e ſtänden.</title></bibl> <bibl><biblScope>14, 75 ꝛc.,</biblScope> <title>auch (dichter.): An dem frevelnden Geſchlecht | rächet Zeus das</title></bibl> Gaſtes-R. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>53b,</biblScope> <title>die Verletzung des G–s.</title></bibl> — 2) <bibl><biblScope>[4e]</biblScope> <title>ein ſummariſches Rechtsverfahren, wie es nam. in Handelsſtädten für Meßgäſte ꝛc. gilt, Handels-, Kauf-, Meß-R., vralt. auch: Elend-R. (ſ. Elend</title></bibl> <bibl><biblScope>II1</biblScope> <title>und III1),</title></bibl> — dann auch: das für derartige Streitſachen eingeſetzte Gericht <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Gaſt-, Handels-, Kauf-, (Elend-) Gericht.</title></bibl> — <comp>Gāū-:</comp> ſ. Land-R. — <comp>Gêgen-:</comp> ein auf Gegenſeitigk. gegründetes Recht; das Recht für Das, was man Andern gewährt, Entſprechendes von Dieſem für ſich ſelbſt beanſpruchen zu können: Der Senat würde uns .. zugeſtehen, was Jeder in ähnlichen Fällen kraft des G–s fordern zu können wünſcht. <bibl><author>W.</author> <biblScope>13, 67;</biblScope></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author> <biblScope>401 ꝛc.</biblScope></bibl> — Géldtags- <bibl><biblScope>[4b]:</biblScope> <title>(ſchweizr.) die bei Gelt(s)tagen</title></bibl> — d. i. Bankerotten, Fallimenten, ſ. <bibl><author>Stalder</author> <biblScope>1, 440</biblScope></bibl> — geltenden Geſetzbeſtimmungen (Bankerott-, Falliments-, Konkurs-R.): Wer iſt, der ſo wie er .. die G–e kennt? <bibl><author>Haller</author> <biblScope>125.</biblScope></bibl> — <comp>Gemēīnde-:</comp> das Recht, das man als Mitglied einer Gemeinde hat. — <comp>Genīēß-:</comp></sense><sense n="1)">1) das Recht des Nießbrauchs, Nießbrauch-, Nutznießungs-, Nutzungs-R. —</sense><sense n="2)">2) das Recht der zur Jagd benutzten Thiere auf den Genieß (ſ. d. <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>ſo: Hunde-, Falken- oder Vogel-R.) und: der Genieß ſelbſt.</title></bibl> — <comp>Geſándten-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[2].</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> — <comp>Gewált-:</comp> ſ. Fauſt-R. und Gewaltgericht. — <comp>Gewōhnheits-:</comp> ein auf lange Gewohnheit, auf Herkommen beruhndes Recht: Die unter dem Namen der <bibl><biblScope>leges regiae</biblScope> <title>bekannte Zuſammenſtellung der älteſten G–e ſakralen Inhalts.</title></bibl> <bibl><author>Guht</author>  <title>GR.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 307.</biblScope></bibl> — <comp>Gílde-:</comp> Innungs-, Zunft-R.: 1) <bibl><biblScope>[2]</biblScope> <title>Solche Handwerker dürfen es wagen, den königlichen Prinzen ihr G. mitzutheilen.</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 30.</biblScope></bibl> — 2) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> — <comp>Grénz-:</comp> <bibl><biblScope>[4b] ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Grúnd-:</comp></sense><sense n="1)">1) Fundamental-R., vergl. Ur-R.: Die von dem deutſchen Parlament in Frankfurt proklamierten G–e. —</sense><sense n="2)">2) das Recht des Grundherrn, nam. in Bezug auf den Grundzins, auch [ſ. <bibl><biblScope>6a]</biblScope> <title>dieſer ſelbſt und dann auch: ein durch Zahlung desſelben erworbnes Recht des Grundholden, und zwar unterſcheidet man hier (ſ.</title></bibl> <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>3, 29):</biblScope></bibl> Bau(manns)-, Freiſaſſen-R., das G. eines Herrengünſtlers (ſ. d.); Leib-R., G. nur auf Lebzeiten des Grundholden, Ggſtz.: Erb-, Kauf-R., ſich auf ſeine Erben erſtreckend ꝛc. u. dazu: Leib-, Erbrecht(l)er, Grundhold mit Leib-, Erb- R. ꝛc. und Leib-, erbrechtbare Güter. — <comp>Gūts-:</comp> „das Inventarium an fahrender Habe auf einem Gut“. <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>3, 24,</biblScope> <title>auch: Der (Guts-)Bericht, das Gericht.</title></bibl> <bibl><biblScope>35.</biblScope></bibl> — Hándels-, Hándlungs-:</sense><sense n="1)">1) das Recht zum kaufmänniſchen Handeln. —</sense><sense n="2)">2) ein dem Handelsſtand zukommendes Recht. —</sense><sense n="3)">3) <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>das in Handelsſachen geltende Recht.</title></bibl> —</sense><sense n="4)">4) ſ. <bibl><biblScope>3</biblScope> <title>u. Gaſt-R.</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — <comp>Hāūpt-:</comp></sense><sense n="1)">1) Fundamental-R. —</sense><sense n="2)">2) Baulebungs-R. — Hāūs-</sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>die für das Haus- oder Familienweſen geltenden Beſtimmungen: So iſt der Fürſt und Vater ein Tyrann und Unterthan und Kind ſind aller Pflicht gegen ſie entbunden. Herrliches Haus- und</title></bibl> Staats-R.! <bibl><author>W.</author> <biblScope>34, 68.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[2]</biblScope> <title>das dem Hausherrn als ſolchem zuſtehnde Recht, ſ. Herren-R.: Wer Gegenwarts der Frau die Dienerinnen ſchilt, | der Gebietrin H. taſtet er vermeſſen an.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>12, 173;</biblScope> <title>Mein gutes H. hab’ ich ausgeübt | am Schänder meiner Ehr.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>517b;</biblScope> <title>Sein H. brauchen, namentl.: Einem die Thüre weiſen ꝛc.</title></bibl> — Hêger- <bibl><biblScope>[4b]:</biblScope> <title>ſ. Heger</title></bibl> <bibl><biblScope>3.</biblScope></bibl> — <comp>Hēīm(ath)-:</comp> Eingeburts-R. — <comp>Hēīmfalls-:</comp> ſ. Devolutions-R. — Hérbſt- <bibl><biblScope>[4f].</biblScope></bibl> — <comp>Hêrd-:</comp></sense><sense n="1)">1) das Recht, einen eignen Herd (ſ. d. 1) zu haben, Feuer-R. —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[6a]</biblScope> <title>eine von einer Feuerſtätte bezahlte Abgabe, ſ. Herdgeld.</title></bibl> —</sense><sense n="3)">3) <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Schlüſſelgeld.</title></bibl> <bibl><author>Spate.</author></bibl> — <comp>Hērolds-:</comp> vgl. Geſandten-R. — <comp>Hérren-:</comp> ein Recht, das dem Herrn gebührt, z. B.: Dem Schriftſteller ſelbſt, der als Erfinder der Gedanken auch zugleich ein gewiſſes Haus- und H. über den Ausdruck hat. <bibl><author>H.</author>  <title>ꝛc., ſ. auch Grund-R.</title></bibl> <bibl><biblScope>2,</biblScope></bibl> — nam. auch: das Recht eines Herrn auf einen Kuß von einer Dame: Daß er bei allen Mädchen das H. verwalten muß. <bibl><author>L.</author> <biblScope>13, 269;</biblScope> <title>(Er umarmt die Sorel und küſſt ſie auf die Stirn.) .. Das iſt unſer H. | zu Arras und kein ſchönes Weib darf ſich | der Sitte weigerm</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>467b,</biblScope> <title>vgl.: Als er ſich [von der Dame, die er ſchlittengefahren] das</title></bibl> Schlitten-R. erbittet. <bibl><author>G.</author> <biblScope>21, 27 ꝛc.,</biblScope></bibl> Kuß-, Ritter- R. — <comp>Hēū-:</comp> (ſ. Feld-R.) das Recht einer Heuwieſe, für die bis zur vollendeten Heumahd Hegezeit gilt. — <comp>Hílfs-:</comp></sense><sense n="1)">1) die rechtliche Befugnis zur Vollſtreckung der gerichtlichen Hilfe (ſ. d. <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>am Schluß) oder Erekution.</title></bibl> — 2) im Bergbau die geſetzliche Befugnis einen fremden Grubenbau als Hilfsbau für Waſſer- und Wetterloſung zu benutzen. <bibl><author>Scheuchenſtuel</author></bibl> — <comp>Hōf-:</comp> vieldeutig (ſ. namentl. Hof <bibl><biblScope>3</biblScope> <title>und 4) und eben deßhalb größtentheils veralt., ſ.</title></bibl> <bibl><author>Haltaus</author> <biblScope>938 ff.;</biblScope></bibl> <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>2, 158,</biblScope></bibl> — nam.:</sense><sense n="1)">1) das an Fürſtenhöfen übliche Recht, die dort geltende Art und Weiſe: Ich weiß nicht viel „Hofe-R.“, aber gleichwohl hab ich’s erfahren, wie Herzog Friedrich den Lügnern ſo wunderlich feind war. <bibl><author>Luther</author> <biblScope>6, 164a ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) das Recht, das für Höfe gilt, d. h. für größre ländl. Grundſtücke — theils ohne weitre Unterſcheidung, theils aber in engrem Sinn, inſofern die Unterthanen dort „,hofeshörig“ ſind, und zwar ſowohl das Recht in Betreff der Unterthanen als auch das des Gutsherrn an die Unterthanen: Vorher war Alles Beſetzung zu Land-R–e (ſ. d. 2), Beſetzung zu H–e, Beſetzung zu Ritter-R–e; es war Leihe zu Landſiedel- R–e ꝛc. <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 294;</biblScope> <title>In mehrern H–en heißt es ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>ebd.;</author>  <title>Sind</title></bibl> <bibl><biblScope>20</biblScope> <title>Höfe, ſo unter H. ſtehen, zu kaufen und der Hofesherr hat ſeine Einwilligung dazu ertheilet . ., [doch] findet ſich kein Käufer, der ſich ins H. begeben will.</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 282 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="3)">3) (vergl. 2) Baulebungs-R. ſ. <bibl><author>Haltaus.</author></bibl> — 4) <bibl><biblScope>[4f].</biblScope></bibl> — 5) verallgemeint, zu <bibl><biblScope>1:</biblScope> <title>das bei Jemand Übliche; wozu er ſich berechtigt hält: Unzüchtige Wort ſind ihr „hoffrecht“.</title></bibl> <bibl><author>Franck</author>  <title>Laſt. G.</title></bibl> <bibl><biblScope>4a ꝛc.</biblScope> <title>und zu</title></bibl> <bibl><biblScope>2:</biblScope> <title>das Einem Gebührende (vergl. 7): Hätt der Fuhrmann .. | dem Fuchs ein beſſer „hoffrecht“ gemacht | mit dem Flegel auf ſeinen Rücken.</title></bibl> <bibl><author>Waldis</author></bibl> <bibl><author>(Wackern.</author> <biblScope>2, 52 ²³) ꝛc.,</biblScope> <title>auch: Ich ſage für mein „Hoferecht“ [ich für meinen Theil].</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>5, 308a.</biblScope></bibl> — 6) Auf H.: <sense n="a)">a) (ſ. 2) Auf H. Einen plagen, ſehr, wie einen Hofhörigen. —</sense><sense n="b)">b) (ſ. 1) Auf (nach) H. Einem Etwas erlauben ꝛc., aus Höflichkeit, ohne im Übrigen ſein Recht zu vergeben. — 7) (ſ. 5) eine Jemand zu Ehren gebrachte Muſik, ſ. <bibl><author>Schm.;</author></bibl> <bibl><author>Haltaus</author>  <title>u. nam. hofieren</title></bibl> <bibl><biblScope>2:</biblScope> <title>Habe ich der Jungfrau mit Trommeten und Keſſeltrommel ein Hoferecht machen laſſen.</title></bibl> <bibl><author>Schweinichen</author> <biblScope>3, 276; 279</biblScope> <title>u. o., vergl. Ständchen, Tuſch ꝛc.</title></bibl> — Hérrſcher-. — aus der höchſten Staatsgewalt herfließend, eig. und übrtr.: Souveränitäts-, Majeſtäts-R. (ſ. d.): Dem Geſammtvolke, wenn es in den Komitien zur Ausübung ſeiner H–e zuſammentrat. <bibl><author>Guhl</author>  <title>GrR.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 145 ꝛc.</biblScope></bibl> — Forſt-R., nam. <bibl><biblScope>3.</biblScope></bibl> — Hūb-, Hūf(en)-: <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Hof-R.</title></bibl> <bibl><biblScope>3</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>4.</biblScope></bibl> — ſ. Genieß-R. <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>und Jäger-R.</title></bibl> — das Recht der Viehweide auf einem beſt. Grund und Boden, Trift-; Weide-R., vgl.: Daß ſie ihr Hutungs-R. nicht wollten verjähren laſſen. <bibl><author>Alexis</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 2, 276;</biblScope> <title>Ein der</title></bibl> Hutegerechtigkeit unterworfenes Grundſtück. <bibl><author>Zeitſchr.</author>  <title>f.</title></bibl> <bibl><author>d.</author></bibl> <bibl><author>Recht</author> <biblScope>165; 166 ꝛc.</biblScope></bibl> — Hypothēken-[4b]. — Gilde-R. —</sense><comp>Hōheits-:</comp> <comp>Hólz-:</comp> <comp>Húnde-:</comp> <comp>Hūt-:</comp> <comp>Innungs-:</comp> <comp>Jāgd-:</comp></sense><sense n="1)">1) die Befugnis zur Jagd, Jagdgerechtigkeit. — 2) das von der Jagdbeute dem Grundherrn Gehörende, vergl. Jäger-R. — 3) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> Jǟger-: das dem Jäger Gebührende, z. B.:</sense><sense n="1)">1) ,,der Theil vom erlegten Wilde, welcher dem Jäger zufällt“. <bibl><author>Laube</author>  <title>Br.</title></bibl> <bibl><biblScope>265,</biblScope> <title>ähnl. auch zuw.</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Genieß des Leithundes.</title></bibl> — 2) Fang-, Schießgeld. — 3) die für weidmänn. Fehler gebührende Strafe, ſ. Weidemeſſer. — Júnker-. — Kamerāl-, Kámmer- <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> — Kámpf- <bibl><biblScope>[4b]:</biblScope> <title>Gleiche Waffen! iſt die erſte Regel des K–s ꝛc.</title></bibl> — Kānons- <bibl><biblScope>[4b]:</biblScope> <title>das kanoniſche Recht.</title></bibl> <bibl><author>Kl.</author>  <title>Od.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 52.</biblScope></bibl> — <comp>Kāper-:</comp> die Befugnis zu kapern und <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>die Geſetze betreffs der Kaperei, eig. und übrtr.: Knüpft’ ich ihr kaum das erſte Bändchen ab, | das,mir . . | das K. auf alle gab.</title></bibl> <bibl><author>Thümmel</author> <biblScope>2, 206 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. Kriegs-R.</title></bibl> — <comp>Kāūf-:</comp></sense><sense n="1)">1) vgl. Handels-R. —</sense><sense n="2)">2) ſ. Grund-R. — <comp>Kíndes-:</comp> ſ. Bruder-R. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>67b.</biblScope></bibl> — <comp>Kírchen-:</comp></sense><sense n="1)">1) die Befugniſſe und Gerechtſame einer Kirche. — 2) <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>ſ. Kanons-R.</title></bibl> — Kírchtag- <bibl><biblScope>[4f].</biblScope></bibl> — <comp>Klōſter-:</comp> vgl. Kirchen-R. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> — <comp>Kȫnigs-:</comp> ſ. Fürſten-R. <bibl><biblScope>1:</biblScope> <title>Die Liebe herrſcht mit K–e.</title></bibl> <bibl><author>Kretſchmann</author></bibl> <bibl><author>(Kurz</author> <biblScope>2, 537b).</biblScope></bibl> — <comp>Kónkurs-:</comp> ſ. Geldtags-R. — <comp>Kópf-:</comp> ſ. den Ggſtz. Fauſt-R. — <comp>Kóppel-:</comp> ſ. Koppel <bibl><biblScope>4.</biblScope></bibl> — <comp>Kȫr-:</comp></sense><sense n="1)">1) Wahl-R. —</sense><sense n="2)">2) (ſ. 1) Baulebungs-R. — <comp>Krān-:</comp> das Recht, wonach die Schiffe ihre Waaren an einem Ort (mittels eines Krans) ausladen und verzollen müſſen. — <comp>Krīēgs-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>die im Krieg geltenden Geſetzbeſtimmungen u. das ihnen Gemäße: Das iſt nicht</title></bibl> Un-R., Das iſt K., ſagte der Kaper, und zeigte ihm ſeinen Kaperſchein vor. <bibl><author>Fichte</author> <biblScope>8, 238 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[4f]</biblScope> <title>Kriegsgericht (ſ. d. und Stand-R.): Es ward ihm durch das K. der Kopf abgeſprochen.</title></bibl> <bibl><author>Gelert</author> <biblScope>4, 272.</biblScope></bibl> — Krimināl- <bibl><biblScope>[4b]:</biblScope> <title>peinliches Recht, ſ. Frais-, Malefiz-R.</title></bibl> — <comp>Kūh-:</comp> (ſcherzh.) das Recht, das eine Kuh hat: Man wollte ihm doch nur das Küh-R. vergönnen, er wolle trinken wie eine Kuh. . . Eine Kuh, wenn ſie genug getrunken hätte, hörte ſie auf. <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, 144.</biblScope></bibl> — <comp>Kúmmer-:</comp> (vralt.) das Recht, Beſchlag auf Etwas zu legen, ſ. Kummer <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — <comp>Kūr-:</comp> Wahl-R. — <comp>Kúß-:</comp> ſ. Herren-R. — <comp>Lánd-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>das in einem Land geltende, dort heimiſche Recht und einzelne Beſtimmungen desſelben ſ.</title></bibl> <bibl><author>Haltaus</author> <biblScope>1171 ff.:</biblScope> <title>Das preußiſche L. ꝛc.; Müſſt ihr nicht nach euren L–en gerichtet werden? .. Hat der Brüſſeler nicht ein andres Recht als der Antwerper?</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>9, 166;</biblScope> <title>Der überlebende Theil kann ſich ſo wenig auf ein kaiſerliches als auf ein L. beziehn... In Anſehung der Erbfolge kommt ihnen weder Landnoch</title></bibl> Stadt-R. zu Statten. <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 119 ꝛc.,</biblScope> <title>auch: Wenn man mich denn ſo ſtreng nach engliſchem Recht | behandelt . ., | warum dasſelbe</title></bibl> LandesR. umgehen, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>wenn es mir Wohlthat werden kann?</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>414a,</biblScope> <title>vergl.: Das</title></bibl> Schwaben-R., welches im ſüdlichen Deutſchland, das Sachſen-R., welches im nördlichen galt. <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 93 ꝛc.</biblScope> <title>Ähnlich, nach dem Bezirk, für welchen eben ein beſt. Recht gilt,</title></bibl> Reichs-, Provinciāl-, Gau-, Stadt- R. ꝛc. —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>vereinzelt: das auf dem (platten) Land geltende Recht, im Ggſtz. zum Stadt-R. und in engrem Sinn (ſ. Hof-R. 2) das für ein Landgut (im Ggſtz. zum Rittergut, Meierhof ꝛc.) geltende Recht.</title></bibl> —</sense><sense n="3)">3) <bibl><biblScope>[4f]</biblScope> <title>in einigen Gegenden: ein Gericht für die Er- imierten eines Landes (oder Bezirks), „Landgericht, Mann-R.“</title></bibl> —</sense><sense n="4)">4) (ſ. Burg-R.) ein Bündnis: Muſſt Graf Heinrich der Herrſchaft hulden und ſich des L–s, hievor mit Schwyz und Glarus angenommen, auch entziehen. <bibl><author>Stumpf</author> <biblScope>642a; 374b ꝛc.,</biblScope> <title>ſo auch: Sich mit einander</title></bibl> verlandrechten. — <comp>Lándſiedel-:</comp> ſ. Hof-R. <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>und Landſiedel.</title></bibl> — <comp>Lándſtandſchafts-:</comp> das Recht, zu den Landſtänden zu gehören: Die Rittergutsbeſitzer haben als ſolche in Meklenburg L. — <comp>Lêhen-:</comp></sense><sense n="1)">1) das Recht der Belehnung. —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> —</sense><sense n="3)">3) <bibl><biblScope>[f],</biblScope> <title>vergl. Lehenhof1 und Land-R.</title></bibl> <bibl><biblScope>3.</biblScope></bibl> — <comp>Lēīb-:</comp></sense><sense n="1)">1) ſ. Grund-R. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) Leibeigenthum. — Lēīſtens-, Lēīſtungs-: ſ. Einlager-R. — <comp>Lícht-:</comp> ſ. Fenſter-R. — <comp>Lúmpen-:</comp> ein lumpiges R., ſ. Büchſen-R. — <comp>Lúnten-:</comp> ſ. ebd. — <comp>Majeſtǟts-:</comp> Hoheits-R.: <bibl><author>Droyſen</author>  <title>Y.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 74;</biblScope> <title>Wie die prieſterliche Gewalt ſich durchaus den M–en gleichzuſtellen gewuſſt.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>33, 325;</biblScope> <title>Doch auch hier, wie überall, behauptet das Glück ſein M.</title></bibl> <bibl><biblScope>29, 322;</biblScope> <title>Der Wille des Menſchen ſteht vollkommen frei zwiſchen Pflicht und Neigung und in dieſes M. ſeiner Perſon kann und darf keine phyſiſche Nöthigung greifen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>1153a ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Malefīz-:</comp> ſ. Kriminal-R. und <bibl><biblScope>[4f].</biblScope></bibl> — <comp>Mánn-:</comp> Lehen-R., ſ. d. und Mann <bibl><biblScope>6.</biblScope></bibl> — <comp>Mä́nner-:</comp> das Recht, das Männern als ſolchen zuſteht: Sie haben <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>verſcherzt ihr hohes M.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 49.</biblScope></bibl> — <comp>Márk-:</comp> (ſ. Mark <bibl><biblScope>II 4): 1)</biblScope> <title>das Anrecht an der Mark als Markgenoſſe.</title></bibl> — 2) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> — <comp>Márkt-:</comp></sense><sense n="1)">1) das Recht eines Orts, öffentliche (Jahr-) Märkte zu halten. —</sense><sense n="2)">2) (ſ. 1) das Recht eines Orts als Marktflecken (ſ. Mark 7). —</sense><sense n="3)">3) <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>das Recht in Marktſachen, vgl. Meß-R.</title></bibl> —</sense><sense n="4)">4) <bibl><biblScope>[6a]</biblScope> <title>Abgabe für das Recht, auf dem Markt mit Waaren auszuſtehn.</title></bibl> — <comp>Mēīer-:</comp> das Recht eines Meierhofs, ſ. d., vgl. Hof-R. <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>und Land-R.</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — <comp>Mēīſter-:</comp></sense><sense n="1)">1) das Recht eines Meiſters, nam. bei Handwerkern, aber auch: Um öffentlich meiſtern zu dürfen, braucht man keinen Namen zu haben; Das Recht zu meiſtern, iſt kein M. <bibl><author>Börne</author> <biblScope>1, 87.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) vralt. ſtatt Meiſterſtück: Sein M. an Etwas thun. <bibl><author>Opitz;</author>  <title>[Natur,] | des Höchſten M. und erſtgebornes Kind.</title></bibl> <bibl><author>Derſ.</author></bibl> — <comp>Ménſchen-:</comp></sense><sense n="1)">1) das einem Menſchen als ſolchem zuſtehnde Recht: Indem er ihr Achtung der M–e lehrte. <bibl><author>Börne</author> <biblScope>2, 428;</biblScope></bibl> <bibl><author>Claudius</author> <biblScope>6, 56;</biblScope> <title>Ein unver- äußerliches, unverlierbares M.</title></bibl> <bibl><author>Fichte</author> <biblScope>6, 105;</biblScope> <title>Wurden M–e verſpottet.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>806a ꝛc.,</biblScope> <title>vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>530a.</biblScope></bibl> — <comp>Méß-:</comp> vgl. Markt-R. <bibl><biblScope>3</biblScope> <title>und Gaſt-R.</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — Mīēth(s)- vergl. Pacht-R. — <comp>Minder-:</comp> im Ggſtz zu Vor-R. (ſ. d.): Daß die M–e, die man mit dem Zufalle der Geburt verbindet, ebenſo grauſam als die Vor-R–e, welche die Geburt ſich anmaßt, lächerlich ſind. <bibl><author>Börne</author> <biblScope>5, 107.</biblScope></bibl> — <comp>Mǖhl-:</comp></sense><sense n="1)">1) das Recht, das eine Mühle hat, z. B. des Mahlzwangs. — 2) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> — <comp>Münz-:</comp></sense><sense n="1)">1) das Recht, Münzen zu prägen, z. B. übrtr.: Die großen Schriftſteller und die Philoſophen, die allein das M. [in Bezug auf Wortprägungen] beſitzen. <bibl><author>Forſter</author>  <title>Jt.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 175.</biblScope></bibl> — <comp>Mūthwille-:</comp> Fauſt-R. — Nāch- (vralt.):</sense><sense n="1)">1) ein aus nachträglich ſich ergebenden Thatſachen erſt zu begründendes Recht: Einen Abſchied mit Vorbehalt der N–e ertheilen. — 2) <bibl><biblScope>[4e</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>d]</biblScope></bibl> Vor-R. u. N., (Wider-R.) das Rechtsverfahren und Urtheil in Bezug auf Vor- und Nachklage, ſ. Gegenklage und <bibl><author>Haltaus</author> <biblScope>1391</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><biblScope>555.</biblScope></bibl> — 3) ein Antheil mancher Beamten an den eingehnden Strafgeldern, ſ. <bibl><author>Adelung</author>  <title>und</title></bibl> <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>3, 23.</biblScope></bibl> — <comp>Náchbar-:</comp></sense><sense n="1)">1) ein dem Nachbar als ſolchem zuſtehndes Recht, z.B. das Näher-R. —</sense><sense n="2)">2) ſ. Nachbar <bibl><biblScope>2,</biblScope> <title>Landlage.</title></bibl> — Nǟher- <bibl><biblScope>[3]:</biblScope> <title>ein näheres Anrecht auf Etwas, wodurch man einen Vorzug vor Andern hat, z. B.: Auf deren Liebe ich als Blutsfreund ein N. hatte.</title></bibl> <bibl><author>B.</author> <biblScope>458b;</biblScope></bibl> <bibl><author>Thümmel</author> <biblScope>2, 159;</biblScope> <title>Geb’ er Hummeln | N. am Honig.</title></bibl> <bibl><author>V.</author> <biblScope>4, 68 ꝛc.,</biblScope> <title>ſo beſ. juriſtiſch: Ob den alſo abgegangenen Kindern auf den Fall, da der Hofeserbe und ſeine Frau abgehen, nicht das N. vor einem Fremden, wenn jener die nämlichen Bedingungen eingehen will, als dieſer, zuzubilligen ſei?</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 333,</biblScope> <title>auch:</title></bibl> Nähergeltungs-R. und nam. das Recht des Vorkaufs (ſ. d. 1), „Vorkaufs-, Abtriebs-, Einſtands-, Zug-R.“ (lat. <bibl><biblScope>jus retractus,</biblScope> <title>inſofern durch das Eintreten oder „Einſtehen“ des näher Berechtigten der andre Käufer „abgetrieben“ und der mit ihm abgeſchloßne Handel „zurückgezogen“ wird).</title></bibl> — Natūr- <bibl><biblScope>[4b]:</biblScope> <title>natürliches (ſ. d. 3) Recht, nam. im Ggſtz. des auf Konvention beruhnden bürgerlichen.</title></bibl> — <comp>Nêben-:</comp> im Ggſtz. zu einem Haupt-R. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> — <comp>Nīēderlags-:</comp> ſ. Niederlage <bibl><biblScope>3</biblScope> <title>am Ende.</title></bibl> — <comp>Nīēßbrauch-:</comp> das Recht des Nießbrauches, Nutzungs-, Nutznießungs-R., auch <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> — <comp>Nōth-:</comp></sense><sense n="1)">1) Etwas, das in Nothfällen (ſ. d.) durch den Zwang der Noth, durch die Unvermeidlichk. ein Recht iſt oder wird: Es iſt hier ein N. für die menſchliche Ruhe, nach welchem nun einmal Dasjenige förmliche Wahrheit und förmliches Recht werden ſoll, was alſo dafür erklärt oder ausgeſprochen wird. .. Es würde daraus die größte Verwirrung entſtehen, wenn nicht ꝛc. <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 114;</biblScope> <title>Wenn die Gründe, ſo ihr außer der Mark bauet, eure Erbgründe wären und ihr könntet ſolche aus der Mark, worin ſie liegen, nicht düngen, ſo könnte er euch ein N.</title></bibl> <bibl><biblScope>(servitutem necessariam)</biblScope> <title>zubilligen.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 218 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. Nothwehr.</title></bibl> —</sense><sense n="2)">2) ſ. <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><biblScope>[4e</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><biblScope>d]</biblScope> <title>ein außerordentliches und ſchnelles Rechtsverfahren und Urtheil in Nothfällen (wo Gefahr im Verzuge); Wo verzehrende und verderbliche Hab und Güter .. zu Pfande gegeben oder arreſtiert ſind, ſo mag der Gläubiger oder Arreſtant durch N. erlangen, ſolche Thier und Waaren von Statt an [ſofort] zu verkaufen.</title></bibl> <bibl><author>Bresl.</author></bibl> <bibl><author>Gerichtsordn.</author> <biblScope>(1591)</biblScope> <title>Art.</title></bibl> <bibl><biblScope>8 ꝛc.</biblScope> <title>ſ.</title></bibl> <bibl><author>Haltaus</author> <biblScope>1428.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="3)">3) <bibl><biblScope>[4e; d]</biblScope> <title>das Recht in Klagen über angethane Gewalt, beſ. über Nothzucht.</title></bibl> <bibl><author>Adelung.</author></bibl> —</sense><sense n="4)">4) ein nöthigendes, zwingendes Recht (Nöthigungs-, Zwangs-R.), z. B.: Ein N., wonach man die auf Einen gefallne Wahl annehmen muß ꝛc. —</sense><sense n="5)">5) ſ. <bibl><author>Haltaus</author>  <title>und</title></bibl> <bibl><author>Herrig</author> <biblScope>26, 214.</biblScope></bibl> — <comp>Nȫthigungs-:</comp> ſ. Noth- R. <bibl><biblScope>4:</biblScope> <title>Durch</title></bibl> <bibl><biblScope>..</biblScope> <title>furchtbare Ereigniſſe wird der Geiſt Gottes ſein unwiderſtehliches N. ausüben.</title></bibl> <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 401.</biblScope></bibl> — <comp>Nútz(nieß)ungs-:</comp> ſ. Nießbrauch-R. — <comp>Öber-:</comp></sense><sense n="1)">1) das Recht des Obern, Oberherrn. —</sense><sense n="2)">2) ſ. <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>und Fürſten-R.</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — <comp>Öd-:</comp> ein Recht, vermöge deſſen man öde Gründe eine gewiſſe Zahl Jahr ohne Stift u. Gült ꝛc. zu bebauen erhielt. <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>3, 29.</biblScope></bibl> — <comp>Ödels-:</comp> bei <bibl><author>Jghn</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>211. =</biblScope> <title>Eigenthums-R. (ſ. Allod Anm.).</title></bibl> — <comp>Öffnungs-:</comp> ſ. Offnungslehen. — <comp>Pácht-:</comp></sense><sense n="1)">1) ein auf dem Pachtkontrakt beruhndes Recht. —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> — Patronāt (s)-: ſ. Patron <bibl><biblScope>3.</biblScope></bibl> — <comp>Perſōnen-:</comp> perſönliches Recht im Ggſtz. des dinglichen oder Sach(en)-R–s: Dieſes erfordert noch keine Einmiſchung des P–s. Dieſes Sachen-R. aber ꝛc. <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 292.</biblScope></bibl> — Petitiōns-. — <comp>Pfánd-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[3]</biblScope> <title>Anrecht auf ein Pfand.</title></bibl> —</sense><sense n="3)">3) das Recht, Jemand zu pfänden (ſchutzpfänden: Schutz-P.), auch Pfände-, Pfändungs-, Schütt-R. — <comp>Pfä́nner-:</comp> das Recht zur Pfännerſchaft zu gehören und ſo auch <bibl><biblScope>[6a].</biblScope></bibl> — <comp>Pfárr-:</comp> Patronats-R. — <comp>Pférch-:</comp> Pfírch-: das Recht des Hordenſchlags (ſ. d.). <bibl><author>Zeitſchr.</author>  <title>f.</title></bibl> <bibl><author>d.</author></bibl> <bibl><author>Recht</author> <biblScope>13, 167.</biblScope></bibl> — <comp>Pflūg-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>eine Geſetzbeſtimmung in Betreff des Pfluges, wonach er z.B. nicht gepfändet werden darf ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="2)">2) die Eintheilung des Ackers in drei Arten (ſ. d. I): Ein Feld nach P. übernehmen, auf drei Jahr, bis die drei Arten herum ſind. — <comp>Plátz-:</comp> Grund-R. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Adelung.</author></bibl> — <comp>Poſſeſſiōns-:</comp> Beſitz-R. — <comp>Póſt-:</comp> Poſtregal. — <comp>Präſentatiōns-:</comp> das Recht, für ein zu beſetzendes Amt Jemand zur Wahl zu präſentieren. — Privāt- <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> — <comp>Provinciāl-:</comp> ſ. Land-R. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> — Quatémber- <bibl><biblScope>[4f].</biblScope></bibl> — <comp>Rāūb-:</comp> das Recht zum Raube; wonach der Raub als recht erſcheint, ſ. Gaſt-R. <bibl><biblScope>1,</biblScope> <title>Kaper-R.</title></bibl> — <comp>Rāūm-:</comp> z. B. in Steiermark das Recht der Beſitzer gewiſſer Waldtheile, einzelne Theile zu roden und <bibl><biblScope>1</biblScope></bibl> — <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>Jahre vor der Wiederbewaldung mit Feldfrüchten zu bebauen.</title></bibl> <bibl><author>Scheuchenſtuel,</author>  <title>vgl. Stock-R.</title></bibl> — <comp>Rǟūmungs-:</comp> ſ. Fege- R. — <comp>Regīērungs-:</comp> ein der Regierung zuſtehndes Recht (vgl. Hoheits-R.): Weil man .. mehrere Erben ſich in Reich und R–e, als ob es Bauerngüter gölte, theilen ließ. <bibl><author>Dahlmann</author>  <title>Dän. Gſch.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 140.</biblScope></bibl> — <comp>Rēīchs-:</comp> ſ. Land- R. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> — <comp>Rēīhen-:</comp> ein der Reihe nach herumgehndes Recht: Die Schenkberechtigung iſt .. ein ſolches R. und jedes Jahr iſt ein anderer Hausbeſitzer zum Schankhalten berechtigt. <bibl><author>Monatbl.</author> <biblScope>1, 436a.</biblScope></bibl> — <comp>Rēīter-:</comp> das einem Reiter zuſtehnde Recht, z. B. früher (nach <bibl><author>Adelung)</author>  <title>das, für ſein Pferd das nöthige Futter auf dem Felde zu nehmen.</title></bibl> — <comp>Repräſentatiōns-:</comp> bei Erbſchaften das Recht, in die Reihe eines verſtorbnen Aſcendenten einzutreten. — <comp>Rítter-:</comp> ſ. Herren-R. und Hof-R. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — <comp>Rückkauf-:</comp> Wiederkauf-R. — <comp>Rūhr-:</comp> R., Grundruhrecht, Strand-R. (ſ. d. und Boden-R.). — <comp>Sách(en)-:</comp> ſ. Perſonen-R. — <comp>Sáchſen-:</comp> ſ. Land-R. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> — <comp>Schácht-:</comp> die Bergbauberechtigung zum Betrieb eines Schachts mit dem entſprechenden geſetzlichen Grubenmaß, ähnlich: Stollen-R. — <comp>Schāūfel-:</comp></sense><sense n="1)">1) ſ. Fege-R. —</sense><sense n="2)">2) Näher-R. beim Pachten eines Grundſtücks. — 3) „im Elſaß das Recht, die Zinsgüter zu beſſern“. <bibl><author>Adelung.</author></bibl> — <comp>Schēīn-:</comp> ſcheinbares Recht: Wollte kein Recht einem Sch. opfern. <bibl><author>Volksz.</author> <biblScope>10, 103.</biblScope></bibl> — <comp>Schíff-:</comp> See-R. — <comp>Schíld-:</comp> Wappen-R. — <comp>Schírm-:</comp> Schútz-R. — <comp>Schlítten-:</comp> ſ. Herren-R. — <comp>Schūl-:</comp></sense><sense n="1)">1) Patronats-R. bei Beſetzung von Lehrerſtellen. —</sense><sense n="2)">2) (vralt.) ein ſchulgerechter Gang (ſ. d. 8) im Fechten, ſ. <bibl><author>Friſch</author> <biblScope>2, 232a</biblScope> <title>und dazu ſprchw., übrtr.: Tritt heraus und laß uns hievon ein Sch. ablegen.</title></bibl> <bibl><author>Olearius</author>  <title>Baumg.</title></bibl> <bibl><biblScope>63a;</biblScope> <title>Jch will dir Sch. leiſten.</title></bibl> <bibl><author>Rachel</author> <biblScope>7, 254,</biblScope> <title>dir im Kampf ſtehn; zeigen, wer Meiſter iſt ꝛc.</title></bibl> — Schúld- <bibl><biblScope>[4b]:</biblScope> <title>das in Schuldſachen geltende Recht, z. B. übrtr.: Das iſt ein ſchönes und heiliges Schuld- und Wechſel-R. . ., daß, wer . . eine Wohlfahrt erfahren hat, ſieht ſie als ein empfangenes Darlehn an und zahlt ſie .. an einen andern Fremdling heim ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 432.</biblScope></bibl> — <comp>Schúrf-:</comp> (bergm.) das Recht zur Anlage eines Schurfbaues und <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> — <comp>Schütt-:</comp> ſ. Pfand-R. — <comp>Schútz-:</comp> das Rechts-Verhältnis zwiſchen Schützling und Schützer (Schutz-, Schirmherr), z. B.: Gaſt-R. — <comp>Schwāben-:</comp> ſ. Land-R. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> — <comp>Sítz-:</comp></sense><sense n="1)">1) (vralt., ſcherzh.): Meiſter Hans [ſ. d.] .. würde ihn [der ſich in den Rath drängen wollte] wohl lehren, wo er ſitzen ſollte und das S. mit ihm ſpielen. <bibl><author>Luther</author> <biblScope>5, 493b.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) (Bergb.) ein im unterſten Theil einer Pütte (ſ. d.) angebrachter kleiner Schacht (,,Seichkaſten“) zur Anſammlung der Soole. <bibl><author>Scheuchenſtuel.</author></bibl> — <comp>Soldāten-:</comp> ſ. Kriegs-R. — <comp>Souveränitǟts-:</comp> ſ. Hoheits-R. — Spīēl- <bibl><biblScope>[4b]:</biblScope> <title>die für ein beſt. Spiel geltenden Regeln und Beſtimmungen.</title></bibl> <bibl><author>Günther</author> <biblScope>1054.</biblScope></bibl> — Spīēß- <bibl><biblScope>[4f]:</biblScope> <title>Das Sp., das herbe Gericht der Landsknechte, wo vor dem Ringe der Profoß den Miſſethäter verklagte und</title></bibl> <bibl><biblScope>40</biblScope> <title>erwählte Mann, Officiere und Gemeine, das Urtheil ſprachen.</title></bibl> <bibl><author>Freytag</author>  <title>Bild.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 38.</biblScope></bibl> — Stāāten- <bibl><biblScope>[4b]:</biblScope> <title>das Recht der Staaten gegen einander: Das St. wird im Deutſchen nicht ganz richtig das</title></bibl> Völker-R. genannt. <bibl><author>Kant.</author></bibl> — <comp>Stāāts-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>das für die Staatsverwaltung geltende Recht, ſ. Haus-R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>und als Ggſtz. Privat-R.</title></bibl> — 2) zuw. ſtatt Staaten-R. — <comp>Stádt-:</comp></sense><sense n="1)">1) die den Städten im Ggſtz. zum platten Lande zuſtehnden Rechte und Gerechtſame, ſ. <bibl><author>Haltaus</author> <biblScope>1722 ff.</biblScope> <title>und vgl.: Weichbild-R.</title></bibl> <bibl><biblScope>2054.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>das in einer Stadt geltende Recht, ſ. Land-R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1,</biblScope> <title>z. B.: Wer in einer Stadt wohnen will, Der ſoll das St. wiſſen und halten.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>8, 346b;</biblScope> <title>Nach dem St. der Abderiten wurden ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>14, 12 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="3)">3) vralt. Bedd., ſ. <bibl><author>Haltaus</author> <biblScope>1725.</biblScope></bibl> — <comp>Stǟdte-:</comp> Stadt-R. <bibl><biblScope>1; 2,</biblScope></bibl> — wo es ſich um das Recht verſchiedner Städte handelt. — <comp>Stáffel-:</comp> Stapel-R. — Stánd- <bibl><biblScope>[4f]:</biblScope> <title>Das St., ein ſummariſches Verfahren, bei welchem Schultheiß und Schöffen nicht ſaßen und die Officiere das Urtheil in der Hand hatten.</title></bibl> <bibl><author>Frey-</author>  <title>tag Bild.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 46;</biblScope> <title>Einen vor ein St. ſtellen</title></bibl> <bibl><author>(Heſekiel</author>  <title>Jen.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 135);</biblScope> <title>ziehen</title></bibl> <bibl><author>(Pröhle</author>  <title>J. 223); St. halten über Jemand ꝛc., ſ. Kriegsrecht und: ſtandrecht-en, -lich.</title></bibl> — <comp>Stándſchafts-:</comp> St–e der Mediatiſierten. <bibl><author>Antrag</author>  <title>v.</title></bibl> <bibl><author>Oeſtr.</author>  <title>und</title></bibl> <bibl><author>Preußen</author>  <title>an d.</title></bibl> <bibl><author>Bundestag</author>  <title>(v.</title></bibl> <bibl><biblScope>8.</biblScope> <title>März 1862).</title></bibl> — <comp>Stángen-:</comp> Gant-R. — <comp>Stāpel-:</comp> das Recht eines Stapelplatzes (ſ. d.), nam. inſofern durchpaſſierende Waaren eine Zeitlang dort zum Verkauf bleiben müſſen (ſ. Stapel, z. B. <bibl><author>Haltaus</author> <biblScope>1730,</biblScope> <title>vgl. Niederlags-R. ꝛc.):</title></bibl> <bibl><author>Grube</author> <biblScope>3, 59 ꝛc.</biblScope> <title>und übrtr.: [Edle Menſchlichkeit hat] aller Würden freie Bahn | die bald das St. der Großen | bald Kirchenriegel ihm [dem Verdienſt] verſchloſſen | mit weiſer Hand ihm aufgethan.</title></bibl> <bibl><author>Pfeffel</author>  <title>Po.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 155.</biblScope></bibl> — <comp>Stä́rker-:</comp> Fauſt-R. <bibl><author>V.</author> <biblScope>4, 65.</biblScope></bibl> — <comp>Stímm-:</comp> das Recht, bei etwas zu Beſchließendem ſeine Stimme abzugeben: Sein ausgeübtes St. <bibl><author>G.</author> <biblScope>16, 277 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Stóck-:</comp> das Recht eines Waldbeſitzers zum forſtwirthſchaftl. Abtrieb der Waldung. <bibl><author>Scheuchenſtuel</author>  <title>vergl. Raum-R.</title></bibl> — <comp>Stóllen-:</comp> das im Bergb. einem Stollen und deſſen Eigenthümer zukommende Recht, vergl.: Schacht-R., Stollen und Zſſtzg., — ſo z. B. Erb-St. ꝛc. — <comp>Strāf-:</comp> die Berechtigung zu ſtrafen, und <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> — <comp>Stránd-:</comp> das Recht in Betreff geſtrandeter Güter, die inältern Zeiten dem Strandeigenthümer ganz heimfielen (ſ. Boden-R. <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><author>Bobrik</author> <biblScope>672),</biblScope> <title>auch: (Grund-)Ruhr-, Fahr-, Ufer-R., z. B. übrtr.: Von einer Vertheilung gemachter Eroberungen nach den barbariſchen Geſetzen eines politiſchen St–s.</title></bibl> <bibl><author>Görres</author>  <title>Ver.</title></bibl> <bibl><biblScope>77 ꝛc.,</biblScope> <title>dagegen ugw.: Wie wär es, wenn ich .. einen Nothreif ergriffe, der .. ſchon manchen leck gewordnen Reiſenden in ſeinen Fugen gehalten. . . Ehe ich mein St. benutze.</title></bibl> <bibl><author>Thümmel</author> <biblScope>4, 143,</biblScope> <title>das Recht, das ich als Strandender, Scheiternder zu meiner Rettung habe.</title></bibl> — Tāfel- <bibl><biblScope>[4b]:</biblScope> <title>Tiſch-R., die für Tafelnde geltende Beſtimmung: T–s-Verletzer.</title></bibl> <bibl><author>V.</author> <biblScope>3, 188.</biblScope></bibl> — <comp>Thēīl(ungs)-:</comp> das Recht, Etwas zu theilen, nam. ein Grundſtück unter die Erben. — <comp>Tíſch-:</comp> Tafel-R. — <comp>Tóchter-:</comp> das einer Tochter als ſolcher Gebührende. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>21, 9 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl. Kindes-R.</title></bibl> — <comp>Trām-:</comp> Balken-R. — <comp>Trāūer-:</comp> Baulebungs-R. — <comp>Trāūf-:</comp> Dach-R. — <comp>Trāūm-:</comp> ſ. Balken-R. — <comp>Tríft-:</comp> ſ. Hut-R. — Uber- <bibl><biblScope>[1a].</biblScope></bibl> — <comp>ūfer-:</comp> Strand-R. — <comp>Un-:</comp> im Ggſtz. zu <bibl><biblScope>[1]</biblScope> <title>ſ. d. und Bſp. dort</title></bibl> — u. zu <bibl><biblScope>[4a],</biblScope> <title>Das, was unrecht iſt, etwas Unrechtes: Du giebſt ihm nie U. oder: bei dir bekommt er nie U., auch wenn er U. hat; Mit U. Einen tadeln ꝛc.; Einem U., ein U. thun (vgl. Unbill); Ein U., ein himmelſchreiendes U. gegen Jemand, gegen ſich ſelbſt begehn; Beſſer U. leiden als U. thun. Sprchw.; Tauſend Jahr U. | war. nie eine Stunde Recht Sprchw.; Thut Niemánd Gewalt noch U.</title></bibl> <bibl><author>Luk.</author> <biblScope>3, 14;</biblScope> <title>Verlaſſet euch nicht auf U. und Frevel.</title></bibl> <bibl><author>Pſ.</author> <biblScope>62, 11;</biblScope> <title>Beſſer Wenig mit Gerechtigkeit, denn viel Einkommens mit U. [Ungerechtigkeit].</title></bibl> <bibl><author>Spr.</author> <biblScope>16, 8;</biblScope> <title>Ein Herz, das U. haſſet und Un-</title></bibl> bill. <bibl><author>G.</author> <biblScope>5, 35;</biblScope> <title>Die Kunſt, das</title></bibl> Recht in U. zu verdrehen. <bibl><author>Ramler</author>  <title>F.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 188;</biblScope> <title>Ich weiß .., daß euer gutes Recht | an England euer ganz U. iſt.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>410b ꝛc.</biblScope> <title>Seltne Mz.: Mißverſtändniſſe und ſcheinbare U–e.</title></bibl> <bibl><author>Cham.,</author> <biblScope>5, 224.</biblScope> <title>Vralt. Bedd. ſ.</title></bibl> <bibl><author>Haltaus</author>  <title>und</title></bibl> <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>3, 24.</biblScope></bibl> — <comp>Unterthan-:</comp> <bibl><author>Gneiſt</author></bibl> <bibl><author>(Nat.-Zeit.</author> <biblScope>15, 119).</biblScope></bibl> — <comp>Ǖr-:</comp> ein urſprüngliches ewiges Recht (vgl. Grund-R. <bibl><biblScope>1;</biblScope> <title>Natur-R.): Das U. iſt unveräußerlich.</title></bibl> <bibl><author>Fichte</author> <biblScope>6, 170;</biblScope> <title>Die Sehnſucht nach freier ungehemmter Entwicklung unſeres Selbſt iſt Jedem tief eingeboren. Dieſe ſcheint ein U. zu ſein.</title></bibl> <bibl><author>Herrig</author> <biblScope>16,241 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Vāter-:</comp> vgl. Bruder-R.: Doch hab ich ſtets als Oheim V. auf ſie. <bibl><author>G.</author> <biblScope>6, 291.</biblScope></bibl> — Verǟūßerungs-. — <comp>Verēīns-:</comp></sense><sense n="1)">1) das Recht, das ein Verein als ſolcher hat. —</sense><sense n="2)">2) das Recht zur freien Vereinigung, Aſſociations- R.; Verſammlungs- und Vereinigungs-R. <bibl><author>Enſe</author>  <title>Tag.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 219.</biblScope></bibl> — <comp>Verfáng(enſchafts)-:</comp> Devolutions-R. Verfáſſungs-: konſtitutionelles. <bibl><author>Enſe</author>  <title>Tag.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 157.</biblScope></bibl> — <comp>Vergéltungs-:</comp> das Recht, Gleiches mit Gleichem zu vergelten: Weil die Schwäche, um derentwillen ſie alles Unrecht von den Stärkern leiden müſſen, ſie unvermögend machte das V. an Jenen auszuüben. <bibl><author>W.</author> <biblScope>24, 41;</biblScope> <title>Luc.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 171 ꝛc.;</biblScope> <title>Das</title></bibl> Wi(e)der-V. <bibl><author>Platen</author> <biblScope>7, 137;</biblScope></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>19, 329 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Verjǟhrungs-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>die Geſetzbeſtimmungen wegen der Verjährung: Dieſe Fordrung iſt nach dem V. erloſchen, ungültig.</title></bibl> — 2) ein auf Verjährung (ſ. d. 1b) beruhndes Recht, Anrecht: Gaben, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>die ein V. an ihre Gnade haben.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 228,</biblScope> <title>ein altes, lang beſtehndes Recht, vgl. Alters-R.</title></bibl> — <comp>Verlāgs-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) das von dem Verleger erworbne Recht an einem Buch ꝛc. — <comp>Vernúnft-:</comp> auf Vernunft beruhndes Recht (vgl. Kopf-R., Natur-R.). — <comp>Verſámmlungs-:</comp> ſ. Vereins-R. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — <comp>Verwáltungs-:</comp> Kabinetsordres .., die noch dem heutigen engliſchen V. zu Grunde liegen. <bibl><author>Gneiſt</author></bibl> <bibl><author>(Nat.–Zeit.</author> <biblScope>15, 119).</biblScope></bibl> — <comp>Vīērungs-:</comp> (Bergb.) das Recht über die Vierung (ſ. d.). — <comp>Vōgel-:</comp> ſ. Genieß-R. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — <comp>Vōgt-:</comp> Schutz-R. — Völker-[4b]: das Recht in den Wechſelbeziehungen der Völker: Das V. verletzen; Dieſe That, wodurch ſie ſich an .. dem V. ihrer Zeit verſündigt. <bibl><author>W.</author>  <title>Luc.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 157.</biblScope></bibl> — <comp>Vōr-:</comp></sense><sense n="1)">1) ein Recht, das man vor Andern voraus hat, Vorzugs-R., vgl. als Ggſtz. Minder-R., z. B.: Durch die Geburt V–e vor andern Menſchen und auf andere Menſchen erhalten. <bibl><author>Fichte</author> <biblScope>6, 214;</biblScope> <title>Aufhebung der</title></bibl> Adels-, Kaſten-V–e ꝛc., auch z. B. inſofern der Vorzug das Recht der frühern Benutzung iſt, wie bei der Vorjagd ꝛc. —</sense><sense n="2)">2) ſ. Nach-R. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — <comp>Vōrkauf-:</comp> ſ. Näher-R. und Vorkauf <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> — <comp>Vōrzugs-:</comp> Vor- R. — <comp>Wáffen-:</comp></sense><sense n="1)">1) Kriegs-R. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) das Recht der Truppenbewaffnung. <bibl><author>Enſe</author>  <title>Biogr.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 264.</biblScope></bibl> — <comp>Wāhl-:</comp> das Recht, zu wählen: Das unbezweifelte W. der Nation [in Betreff ihres Fürſten]. <bibl><author>Görres</author>  <title>Ver.</title></bibl> <bibl><biblScope>78;</biblScope></bibl> <bibl><author>Scherr</author>  <title>Bl.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 325,</biblScope></bibl> — <comp>Wáld-:</comp> ſ. Forſt- und Feld-R. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — <comp>Wáppen-:</comp> das Recht ein Wappen zu führen und die Beſtimmungen darüber. <bibl><author>Canitz</author> <biblScope>283.</biblScope></bibl> — <comp>Wáſſer-:</comp> das Recht zur beliebigen Benutzung eines Waſſers. — <comp>Wéchſel-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[4b]:</biblScope> <title>ſ. Schuld-R.; Das allgemeine deutſche W. ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="2)">2) das Recht, welches ein Wechſel vor andern Schuldforderungen und der Wechſelgläubiger vor andern Gläubigern hat ꝛc. — <comp>Wēīber-:</comp> Frauen- R. — <comp>Wēīchbild-:</comp> ſ. Stadt-R. und Weichbild. — <comp>Wēīde-:</comp> ſ. Hut-R. — <comp>Wīder-:</comp> ſ. Nach-R. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — <comp>Wī(ē)derkauf-:</comp> ſ. Wiederkauf. — <comp>Wīēſen-:</comp> ſ. Feld- und Heu-R. — Wínkel- <bibl><biblScope>[4b]</biblScope> <title>die Geſetzbeſtimmungen Betreffs der Winkel, d. h. der Zwiſchenräume zwiſchen zwei Nachbarhäuſern.</title></bibl> — <comp>Zāūn-:</comp> *1) das Recht, einen Zaun zu ziehn. — 2) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> — <comp>Zêhent-:</comp></sense><sense n="1)">1) das Recht, den Zehnten zu erheben. —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[4b].</biblScope></bibl> — <comp>Zímmer-:</comp> das Recht, auf ſeinem Grund und Boden Gebäude aufzuführen. — Zíns- <bibl><biblScope>[4b]:</biblScope> <title>ſ. Zſſtzg. von Zins, z. B. Rutſcherzins.</title></bibl> — <comp>Zūg-:</comp> ſ. Näher-R. — <comp>Zúnft-:</comp> ſ. Gilde-R. — <comp>Zwángs-:</comp></sense><sense n="1)">1) Noth-R. <bibl><biblScope>4:</biblScope> <title>Die Einzelnen widerſetzen ſich ihrem [der Kirche] Z.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 30 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) ſeltner <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Noth-R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1:</biblScope> <title>Ein heilig Z. üb’ ich aus, da ich | aus dieſen Banden ſtrebe.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>414a</biblScope></bibl> — Zwēīg- das Recht, in fremden Wald Zweige zum Behuf der Ausübung ſeines Jagd-R–s abzuhauen ꝛc.,</sense></entry>
        </p>
      </entry>
    </body>
  </text>
</TEI>
