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        <title>Artikel „Rechnen“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Rechnen“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="Rechnen" orig="Réchnen">Réchnen</orth>
          <gramGrp>(veralt.</gramGrp>
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          <orth expand="rechen)" orig="réchen">réchen</orth>
          <pc>),</pc>
          <gramGrp><pos norm="verb">tr.</pos><subc norm="transitive"/> und <pos norm="verb">intr.</pos><subc norm="intransitive"/> (haben) und zuw. refl.:</gramGrp>
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        <sense>Rechen- (ſ. Anm.): (eig.) arithmetiſche Operationen vornehmen, d. h. ſolche, die zur Beſtimmung geſuchter Zahlgrößen dienen; die Anſätze dazu machen; dadurch das Geſuchte finden: R. lernen, können; Richtig, ſchnell, gewandt, ſicher, genau ꝛc., falſch ꝛc. r.; Eine Aufgabe r., ſie löſen; An einer Aufgabe r., ſich mit der Löſung (dem Finden des Facits) beſchäftigen, mühen und z. B. übertr. (ſ. 2f): Ich rechnete ſolange am Wetter [ſuchte, das günſtigſte herauszugrübeln ꝛc.], bis ich grade das ſchlechteſte getroffen. <bibl><author>IP.</author>  <title>HVoß</title></bibl> <bibl><biblScope>110 ꝛc.;</biblScope> <title>Eine Rechnung, ein Exempel, eine Addition, die vier Species, Kettenrechnungen oder Kettenſätze, Gleichungen des zweiten Grades r. ꝛc.; Mit beſt. Zahlen, mit Buchſtaben; mit ganzen Zahlen, mit Brüchen; mit (un)benannten Zahlen; mit Potenzen, mit Wurzelgrößen, Wurzeln, imaginären Größen r.; Die Aufgabe kann man oder</title></bibl> — läſſt ſich — leichter mit Logarithmen r., rechnet ſich (ſ. d. †) leichter mit Logarithmen ꝛc.; Etwas nach der wälſchen Praktik, nach der Kettenregel, nach dem — oder im — Kettenſatz r.; R., wie theuer das Pfund kommt; wieviel Jemand dem Andern ſchuldig iſt; wieviel die Zinſen betragen; wann das Kapital fällig iſt; wann und wo der zweite Bote den erſten einholt ꝛc.; Sich r–d den Kopf zerbrechen; ſich müd und matt r. ꝛc.; So ſoll ihn [den Acker, den Werth des Ackers] der Prieſter „rechen“ nach den übrigen Jahren zum Halljahr. <bibl><biblScope>3.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>27, 23; 25, 27; 50;</biblScope> <title>Soviel, daß man’s nicht zählen noch „rechnen“ konnt.</title></bibl> <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Kön.</author> <biblScope>8, 5;</biblScope> <title>Fing an, zu zählen und zu r. und ſchien verdrießlich, daß die Summe mit der Kaſſe nicht übereinſtimmen wollte.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>19, 291;</biblScope> <title>Wenn mein Sohn „rechen“ und leſen kann.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>5, 172a; 184a ꝛc.</biblScope></bibl> — Wir erwähnen hier noch beſ.: <sense n="a)">a) An den Fingern [zählend] r.; (Etwas) auf der Tafel, auf Papier, im Buch, im — oder aus — dem Kopf r. ꝛc. und dazu (vgl. ehebrechen ꝛc.) im Jnfin. und den untrennbaren Formen: finger-, kopf-, tafel-r., z. B.: Im Kopf-R. geübt; Sie ſollten nun kopfr. <bibl><author>Freſe</author>  <title>Beda</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 284;</biblScope> <title>Solche Aufgaben müſſen im Kopf, nicht auf der Tafel gerechnet werden ꝛc., vgl. ähnlich: Mit Brüchen, mit Potenzen r. Und: das</title></bibl> Bruch-, Potenzen- R. ꝛc., ſ. Rechnung1. —</sense><sense n="b)">b) im adjekt. Partic.: Unſern r–den und be-r–den Geſchäftsmann. <bibl><author>G.</author> <biblScope>19, 178;</biblScope> <title>Fingert in der Luft, wie r–d.</title></bibl> <bibl><author>Heine</author>  <title>Rom.</title></bibl> <bibl><biblScope>44;</biblScope> <title>Mit einer r–den Miene.</title></bibl> <bibl><author>Rabner</author> <biblScope>4, 71; 166,</biblScope> <title>mit der Miene eines R–den, ins R. Vertieften ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="c)">c) (prägn.) Mit Jemand r.: r., wie groß die Schuld iſt, vgl. — wo es ſich um gegenſeitige Fordrungen, um ein Konto des Soll und Haben handelt — ab-, zuſammen-r.; Der mit ſeinen Knechten „rechnen“ wollt und als er anfing zu „r.“ ꝛc. <bibl><author>Matth.</author> <biblScope>18, 23 ff.;</biblScope> <title>Wenn wir Beide (mit einander) r. wollten, ich weiß nicht, wer dem Audern mehr verpflichtet iſt; Wer wird mit einem armen Teufel um ein paar Kreuzer r.?</title></bibl> <bibl><author>Waldau</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 158 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="d)">d) (ſprchw.) Ohne ſeinen Wirth (ſ. d.) r., z. B. <bibl><author>Fiſchart</author>  <title>B.</title></bibl> <bibl><biblScope>244a ꝛc.,</biblScope> <title>häufiger: die Rechnung (ſ. d. 5b) ohne den</title></bibl> — vor dem — Wirth machen, inſofern man ſich dann ſpäter, wenn der Wirth mit Einem rechnet (ſ. c), gw. durch eine größre Fordrung getäuſcht ſieht, — allgm. (ſ. 2f): ſich ver-r–d in ſeinen Hoffnungen betrügen. —</sense><sense n="e)">e) Eins ins Andre r. ꝛc., von der Bauſch- und Durchſchnittsrechnung, wobei das Zuwenig des einen Poſtens gegen das Zuviel des andern ausgeglichen wird, eig. und übertr. (vgl. 2): Beim Fraß des Rothen tröſtete er ſich damit, Das werde wohl den ganzen Tag darhalten. . . So könne man denn Eins ins Andre r. <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>Sch.</title></bibl> <bibl><biblScope>265;</biblScope> <title>Eins ins Andre gerechnet, iſt der Menſch in allen Dingen und Genüſſen nur eines gewiſſen Maßes fähig.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 64 ꝛc.,</biblScope> <title>ähnlich: Alles in Allem gerechnet [wenn man die Summe zieht], bleibt hiernach der Elephant das Thier mit dem menſchenähnlichſten Beine von allen.</title></bibl> <bibl><author>Burmeiſter</author>  <title>gB.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 81 ꝛc.;</biblScope> <title>Wär’ er minder warm und ſtolz, | er hätt’ es bleiben laſſen, dich zu retten. | Du muſſt ihm Eins fürs Andre r.</title></bibl> <bibl><author>L.</author>  <title>Nath.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 8 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="f)">f) (veralt.) Einem Etwas r. ſtatt: an-, zu-r., es ihm in Rechnung ſtellen, ſo daß er dafür zu haften hat; So du, Herr, die Sünd’ und Schuld <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>uns r. wilt.</title></bibl> <bibl><author>Waldis</author>  <title>Pſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>130, 1 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>2d</biblScope> <title>am Schluß.</title></bibl> — 2) verallgemeint auf dem R. (1) ähnliche Geiſtesoperationen, z. B. wie ,,zählen“ (ſ. d.), ferner ſowohl von den Schlußfolgrungen, die man auf einander <bibl><biblScope>—,</biblScope> <title>als von den Annahmen und Vorausſetzungen, auf die man ſie baut ꝛc., mit verſch., Nüancen, nah an einander und an</title></bibl> <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>grenzend:</title></bibl></sense><sense n="a)">a) (ſ. c) ein Obj. als zu Etwas gehörig anſehn und demgemäß placieren (ihm ſeine Stelle anweiſen): Man rechnet (oder zählt) ihn zu den (oder unter die) guten (beſten) Autoren; Einen zu den Verlornen — vgl. <bibl><biblScope>c:</biblScope> <title>für verloren</title></bibl> — r.; Einige r. Jsland zu Amerika, Andre zu Europa; Das Volk wird beſonders wohnen und nicht unter die Heiden „gerechnet“ werden. <bibl><biblScope>4.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>23, 9;</biblScope> <title>Er iſt unter die Übelthäter „gerechnet“.</title></bibl> <bibl><author>Mark.</author> <biblScope>15, 27,</biblScope> <title>vgl. (ſ. c): Daß er den Übelthätern gleich „gerechent“ iſt.</title></bibl> <bibl><author>Jeſ.</author> <biblScope>53, 12;</biblScope> <title>Wir dürfen uns nicht unter Die „rechen“ oder</title></bibl> zählen, ſo ſich ſelbſt loben. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Kor.</author> <biblScope>10, 12;</biblScope> <title>Daß er die Bonner Mädchen unter das alte Eiſen r. wollte.</title></bibl> <bibl><author>Kinkel</author>  <title>E.</title></bibl> <bibl><biblScope>205 ꝛc.;</biblScope> <title>Die, welche in der Zahl der Poeten wollen gerechnet werden. Opitz Poet.</title></bibl> <bibl><biblScope>98.</biblScope> <title>Veralt.: Wie wohl es die Kinder brauchen, ſo trifft dies Wort auch die Alten; darum will ich’s auf den Wucher,,rechen“ [beziehn].</title></bibl> <bibl><author>Agricola</author> <biblScope>153,</biblScope> <title>ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>b.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) (ſ. a) Etwas gegen einander r. (oder halten), die gegenſeitigen Beziehungen und Vhe vergleichend betrachten: Gegen das Licht „gerechnet“, gehet ſie [die Weisheit] weit vor. <bibl><author>Weish.</author> <biblScope>7, 29;</biblScope> <title>Gegen den Erddurchmeſſer gerechnet, ſind die höchſten Berge, wie ein Sandkorn auf einer Kegelkugel ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="c)">c) einen Anſchlag machend, tarierend Etwas annehmen; nach ſeinem Dafürhalten Etwas in gewiſſer Weiſe anſehn, erachten, gelten laſſen ꝛc.: „Wie hoch r. Sie den Louisd’or?“ Wir r. den Louisd’or (zu) <bibl><biblScope>5¼</biblScope> <title>Thaler; Man rechnet von hier nach B. zwei Meilen; Es ſind hoch, gut (ſ. d. 3) gerechnet [höchſtens]</title></bibl> — ſchlecht, niedrig gerechnet [mindeſtens] zwei Meilen; Rechne ich, daß wir uns dort zwei Stunden aufhalten, — (auf) einen zweiſtündigen Auf- enthalt, ſo können wir doch um acht Uhr zurück ſein; Wir r., daß Jeder ein halb Pfd. Fleiſch aufiſſt, — auf Jeden ein halb Pfd. Fleiſch; Etwas oder Jemand (für) verloren r.; Zwei Dinge (für) gleich r.; Brüche über <bibl><biblScope>¼</biblScope> <title>(für) voll r.; Etwas (für) Nichts r.; Alle Gefäße waren lauter Gold, denn das Silber ward Nichts „gerechnet“ zur Zeit Salomo.</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Chr.</author> <biblScope>9, 20;</biblScope> <title>[Sie] hatten nicht viele Kinder, darum wurden ſie für eines Vaters Haus „gerechnet“.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 24, 11;</biblScope> <title>Er ward nicht „gerechnet“ zur Erſtgeburt [als Erſtgeborner].</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 1;</biblScope> <title>Ein Haus auf dem Dorf . ., das ſoll man dem Feld des Lands gleich „rechen“.</title></bibl> <bibl><biblScope>3.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>25, 31;</biblScope> <title>Das Feld ſoll ein Wald „gerechent“ werden.</title></bibl> <bibl><author>Jeſ.</author> <biblScope>29, 17,</biblScope> <title>vgl.: So wird der Acker für einen Wald „gerechent“ werden.</title></bibl> <bibl><biblScope>32, 15;</biblScope> <title>Ein Narr, wenn er ſchwiege, würde auch weiſe „gerechnet“.</title></bibl> <bibl><author>Spr.</author> <biblScope>17, 28;</biblScope> <title>Ihr Abſchied wird für eine Pein „gerechnet“ und ihre Hinfahrt für ein Verderben.</title></bibl> <bibl><author>Weish.</author> <biblScope>3, 2;</biblScope> <title>Wir ſind für die Deinen „gerechnet“.</title></bibl> <bibl><biblScope>15, 2 ꝛc.;</biblScope> <title>Daß man dich „rech“[ne für] ein wildes Thier.</title></bibl> <bibl><author>Brant</author></bibl> <bibl><author>(Zarncke</author> <biblScope>147 v. 78);</biblScope> <title>Früher als ich gerechnet [gedacht].</title></bibl> <bibl><author>Fichte</author> <biblScope>8, 5;</biblScope> <title>Rechne [betrachte dich], als wenn du in deinem Hauſe und bei deinem Vater ſeiſt.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>28, 23;</biblScope> <title>Wie ſie vor Gott und in geiſtlichen Sachen „gerechent“ werden.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>6, 7b;</biblScope> <title>Daß ihre Sünde nicht mehr Sünde gerechent wird.</title></bibl> <bibl><biblScope>120a; 8, 250b;</biblScope> <title>Warum rechnet Ihr Schriftſteller bloß Schmerz und Gefahr für die Ggſtde der Selbſterhaltung!</title></bibl> <bibl><author>Mendelsſohn</author></bibl> <bibl><author>(L.</author> <biblScope>13, 97);</biblScope> <title>Mich rechne für verloren.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>15, 103;</biblScope> <title>Daß man unter</title></bibl> <bibl><biblScope>1000</biblScope> <title>Einwohnern eines Landes kaum einen r. [annehmen] darf, der ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>32, 204 ꝛc.</biblScope> <title>und (veralt.) mit abhäng. bloßem Jnfin.: Daß er ſich nicht r. will lieb gehalten werden [daß er die Liebe nicht gelten laſſen will], wir liebhaben denn auch den Nächſten.</title></bibl> <bibl><author>Zwingli</author> <biblScope>2, 204 ꝛc.</biblScope> <title>und (mundartl.) als Rede-Einſchiebſel: zu r.</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>meines Dafürhaltens (ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>I.</biblScope> <title>Halt); ſozuſagen; faſt.</title></bibl> <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>3, 15;</biblScope></bibl> <bibl><author>Schwäb.</author></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>428 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="d)">d) (ſ. c) Etwas r., es beim Kalkül (eig., — ſ. <bibl><biblScope>1</biblScope></bibl> — und übertr. — ſ. <bibl><biblScope>f —)</biblScope> <title>in Anſchlag bringen: Die Flaſche Wein kommt, den Tranſport nicht (mit)gerechnet oder ungerechnet, acht Groſchen; Zehn Procent Thara,</title></bibl> <bibl><biblScope>¼½ ₀</biblScope> <title>Gutgewicht,</title></bibl> <bibl><biblScope>2 ⁰</biblScope> <title>Rabatt r.; Bei dieſer Entwicklung der Fallgeſetze iſt der Widerſtand der Luft nicht gerechnet; Wir wollen das Agio für (oder auf) die Koſten r.; Ich rechne nur die baaren Auslagen, meine Mühe (Arbeit) rechne ich gar nicht; Bei ſolchen Waaren wird nicht ſowohl der Silberwerth als die Arbeit gerechnet; Wie groß auch der Antheil iſt, den der Umgang mit unſerm trefflichen Jacobi daran hatte, ſo wäre ich doch ungerecht, auf Hanover gar Nichts davon r. zu wollen.</title></bibl> <bibl><author>Forſter’s</author>  <title>Br.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 799;</biblScope> <title>Nicht zu r. [abgeſehen davon], daß er alle Proteſtanten zu fürchten hatte.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>800b;</biblScope> <title>Unkriegeriſch biſt du und kraftlos, | nie auch weder im Kampf ein Gerechneter, noch in dem Rathe.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Jl.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 202 ꝛc.</biblScope> <title>Auch (ſ. 1f): Einem (oder ſich) Etwas zum (als) Verdienſt, zur Ehre r.; Dieſe Tücke des Zufalls rechne ich dir nicht zur Schuld; Abram glaubte dem Herrn und Das „rechent“ er ihm zur Gerechtigkeit.</title></bibl> <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>15, 6;</biblScope> <title>Daß Abraham ſei ſein Glaube zur Gerechtigkeit „gerechnet.“ Wie iſt er ihm denn zugerechnet?</title></bibl> <bibl><author>Röm.</author> <biblScope>4, 6;</biblScope> <title>Dem man ſeine Mängel | zur Tugend rechnet.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 174 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="e)">e) Auf Etwas r. (oder zählen), bei ſeinem Kalkül (ſ. f) darauf bauen: Auf Jemand, auf ſeine Güte, Hilfe, Unterſtützung, Nachſicht r.; Dieſe Steinart wird aber nie anders als unterhalb dem Waſſer erzeugt und folglich kann man ſicher darauf r., daß an ſolchen Stellen, wo ſie außerhalb dem Waſſer angetroffen wird, eine große Veränderung mit dem Erdboden müſſe vorgegangen ſein. <bibl><author>Forſter</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 341;</biblScope></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 33;</biblScope> <title>Merck</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 242;</biblScope></bibl> <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 62;</biblScope> <title>Ich habe mich in dir verrechnet, ja! | ich rechnete auf einen weiſen Sohn, der ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>359b ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="f)">f) einen Kalkül machen, in Erwägung der Sachlage Etwas annehmen und daraus Schlußfolgerungen ziehn: Die Empfindung verrechnet ſich nicht, weil ſie gar nicht rechnet. <bibl><author>Börne</author> <biblScope>5, 364;</biblScope> <title>Der Erfolg zeigte auch, daß er richtig gerechnet hatte.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>875a ꝛc.;</biblScope> <title>Am Wetter r., ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>im Anfang ꝛc. und veraltend: Helfen die Schläge nicht, ſo iſt’s gut zu „rechen“ [leicht zu ermeſſen, zu begreifen], daß unſer Reden noch viel weniger helfen wird.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>8, 49b;</biblScope> <title>Iſt leichtlich zu „rechen,“ daß ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 11b; 287b; 288a; 5, 229a ꝛc.</biblScope></bibl> — 3) Dazu:</sense><sense n="a)">a) Ungerechnet, z. B. (1): Die ungerechneten Exempel ꝛc. und nam. (2d): Das Buch koſtet, den Einband ungerechnet, zwei Thaler; Wir waren, die Kinder ungerechnet, <bibl><biblScope>20;</biblScope> <title>Aber, die Urſachen ungerechnet, die mich ſchon phyſiſch davon abhielten, würde es mir auch noch eine gewiſſe Empfindlichkeit der Seele verwehrt haben.</title></bibl> <bibl><author>Thümmel</author> <biblScope>3, 12 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Rechner, Rechnung (ſ. u.). — 4) ſ. <bibl><biblScope>II.</biblScope> <title>Rechen.</title></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Goth. <bibl><biblScope>rahnjan,</biblScope> <title>ahd.</title></bibl> <bibl><biblScope>rechanôn</biblScope> <title>(ſ.</title></bibl> <bibl><author>Graff</author> <biblScope>2, 381),</biblScope> <title>mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>rech(e)nen, rehnen,</biblScope> <title>urvwdt mit lat.</title></bibl> <bibl><biblScope>reor,</biblScope> <title>ſ. Rath, Anm. und vgl. ahd., mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>rahha, racha,</biblScope> <title>Sache, lat.</title></bibl> <bibl><biblScope>res ꝛc.</biblScope></bibl> — Das Schwanken der Form zw. rechen (ſ. d. II) und r. bei Älteren zeigen die Bſp., nam. aus <bibl><author>Luther,</author>  <title>ſelten dreiſilbig</title></bibl> rechenen, ſ. z. B.: Welchem Gott „zurechenet“ die Gerechtigkeit. <bibl><author>Röm.</author> <biblScope>4, 6 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl.</title></bibl> <bibl><author>Sanders</author>  <title>Orth.</title></bibl> <bibl><biblScope>93 ff.</biblScope></bibl> — Nach der Regel entſpricht das Bſtw. in Zſſtzg. im Allgm. dem Infin. mit Fortfall des Schluß-(e)n, ſ. <bibl><author>Sanders</author>  <title>Progr.</title></bibl> <bibl><biblScope>62b,</biblScope></bibl> — z. B.: Reit-Bahn, Hemm-Kette ꝛc.; Polter-Abend, Wandel-Stern, Zitter-Aal ꝛc. bezüglich zu reiten, hemmen ꝛc.; poltern, wandeln, zittern ꝛc. So gehört als Bſtw. zu rechen <bibl><biblScope>—:</biblScope></bibl> Rech-, zu rech(e)nen <bibl><biblScope>—:</biblScope></bibl> Rechen-. Es iſt daher eine irrführende und falſche Darſtellung, wenn <bibl><author>Adelung</author>  <title>(und</title></bibl> <bibl><author>Campe)</author>  <title>ſagt: „Übrigens iſt in den Zſſtzgn noch das veraltete einfache</title></bibl> rechen fürr. üblich, wie Rechenbuch, Rechenkunſt ꝛc.“, wonach dann z. B. <bibl><author>Bernd</author> <biblScope>235</biblScope> <title>.dieſe Formen als „unrichtig“ verwirft und dafür</title></bibl> — gegen den allgm. Gebrauch (wie er ſelbſt erkennt) — Rechnenbuch ꝛc. verlangt, ohne zu bedenken, daß mit dem vollſtändigen Infin. als Bſtw. es z. B. auch Reitenbahn, Hemmenkette ꝛc.; Polternabend, Wandelnſtern, Zitternaal ꝛc. heißen müßte, vgl. vom oberd. raiten (ſ. u.), z. B. das Raitbuch. <bibl><author>SClara</author>  <title>EfA.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 338,</biblScope></bibl> — nicht: Raitenbuch ꝛc. Darnach ſind nur vermeintlich korrekter, in der That aber falſch Formen wie: Rechnen-Tafel <bibl><author>(Kohl</author>  <title>Irl.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 279),</biblScope> <title>-Meiſter</title></bibl> <bibl><author>(Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 263),</biblScope> <title>-Künſtler</title></bibl> <bibl><biblScope>(9, 209) ꝛc.,</biblScope></bibl> Zeichnen-Talent <bibl><biblScope>(4, 309),</biblScope> <title>-Inſtitut</title></bibl> <bibl><author>(G.</author>  <title>Br. 257a), -Schule (246b) neben dem richtigen</title></bibl> Zeichen-Schule <bibl><biblScope>(304a; 306a ꝛc.),</biblScope> <title>-Anſtalt (432b) ꝛc., vgl.</title></bibl> Berechenbar. — Oberd. gilt für r. noch das wohl ſtammvrwdte raiten (mhd. reiten) und ſo auch in Zſſtzg. und Ableit., ſ. <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>3, 155—157;</biblScope></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>5, 337</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><biblScope>349 ꝛc.</biblScope></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <entry type="sub">Zſſtzg. (vgl. auch rechen II 1), außer den [1a] erwähnten z. B.: Áb-: <sense n="1)">1) rechnend abziehn, in Abzug bringen (ſ. den Ggſtz. zu-r. 1): Zwei Procent Rabatt, das Gutgewicht a. ꝛc.; Gleich werden an dieſem Gelde ihre alten Schulden abgerechnet. <bibl><author>Hackländer</author>  <title>Stillfr.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 49;</biblScope> <title>Der die verunglückten Truthühner dem Buben, der ſie hütete, an ſeinem Lohn abrechnete.</title></bibl> <bibl><author>Muſäus</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 17 ꝛc.</biblScope> <title>Nam. oft im abſoluten Partic.: Das wiegt, Thara und Gutgewicht abgerechnet, zwei Centner; Narciſſa war, ihren .. Stolz abgerechnet, ein .. liebenswürdiges Weſen.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>19, 181;</biblScope> <title>Ich, wie du mich hier ſiehſt, zehn oder zwölf Jahre abgerechnet.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 139</biblScope> <title>[wenn du dieſe zurück-r. willſt]; Das Gepraſſel der Worte abgerechnet, lauter Poſſenwerk. Luc.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 56 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) Mit Einem, dann auch: mit Etwas a. <bibl><biblScope>[1c],</biblScope> <title>das Konto des Soll und Haben ausgleichen und ſo die Rechnung abſchließen, eigentl. und übertr. (vergl. abraiten, z. B.</title></bibl> <bibl><author>Scheuchenſtuel</author> <biblScope>4 ꝛc.</biblScope> <title>und Rechnung 2b): Ich will | a. mit dem Leben.</title></bibl> <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>4, 182;</biblScope> <title>Für Menſchen, die mit Gerechtigkeit und Menſchlichkeit Nichts mehr abzurechnen [zu ſchaffen] hatten, konnte Nichts unerreichbar ſein.</title></bibl> <bibl><author>Gentz</author>  <title>Rev.</title></bibl> <bibl><biblScope>25;</biblScope> <title>Zu Newyork rechnen wir deutſch und ehrlich mit einander ab.</title></bibl> <bibl><author>Spindler</author>  <title>Stadt</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 32;</biblScope> <title>Thun ſie des Guten zuviel, ſo wollen wir’s a. mit Dem (gegen Das, ſ. 1), was Andre zu wenig thun.</title></bibl> <bibl><author>Voigts</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>34;</biblScope> <title>Ohne beim Schluß des Jahres ſo kaufmänniſch abzurechnen, ob Liebe und Gegenliebe gegen ein- ander aufgehen oder wieviel dem Einen oder Andern per Saldo auf neuer Rechnung verbleibe.</title></bibl> <bibl><author>W.</author>  <title>Merck</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 218 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl.: Mit den Menſchen hatte er ab- und ausgerechnet, ein für allemal.</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>U.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 79.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="3)">3) her-r., ab-, herzählen: Man kann es demnach an den Fingern (ſ. d. 2k) a., daß die Geſetzentwürfe ſehr unvollſtändig liberal ausfallen werden. <bibl><author>Nat.–Zeit.</author> <biblScope>15, 49 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="4)">4) Dazu: Ab- rechnung: <sense n="a)">a) (ſ. 1) Nach Abrechnung des Rabatts, der Thara ꝛc. —</sense><sense n="b)">b) (ſ. 2) Wer pflegt auch, im erſten Feuer eines Entſchluſſes .... eine ſo ſtrenge Abrechnung mit ſeinen Kräften zu halten? <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>28a;</biblScope> <title>Mit euer Aller Liebe Abrechnung | zu halten und mit Jedem quitt zu werden.</title></bibl> <bibl><biblScope>581b ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) (veralt.) Aus Gelegenheit aller Abrechnung. <bibl><author>Stumpf</author> <biblScope>303b =</biblScope> <title>aller Berechnung nach; Welches dem Leſer .. viel Abrechnung der [Aufklärung über die] Plätze(n), Zeit und Perſonen geben wird.</title></bibl> <bibl><biblScope>505a ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><comp>Án-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[1f; 2d]</biblScope> <title>eig. und übertr.: Einem Etwas auf die Rechnung, áuf ſein Konto ſetzen mit Bezug auf das Wiehoch? od. Wie?,</title></bibl> — vgl. zu-r. (übrtr. und ohne dieſe Beziehung): <sense n="a)">a) eig.: Einem das Pfund drei Schilling zu theuer a. —</sense><sense n="b)">b) übertr. mit Bezug auf das Wiehoch: Sie ſchien, mir ihre Gunſt theuer a. zu wollen. <bibl><author>G.</author> <biblScope>19, 62;</biblScope> <title>Daß ſie ſich mit einem Fremden begnügte, der ꝛc. .., muß ich ihr ſchon höher a.</title></bibl> <bibl><author>Thümmel</author> <biblScope>5, 60 ꝛc.;</biblScope> <title>Inſofern man ihm die negativen Tugenden für voll anrechnete.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>14, 144 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) übertr., mit Bezug auf das Wie: Einem oder ſich Etwas als Verdienſt <bibl><author>(W.</author> <biblScope>5, 196),</biblScope> <title>als eine Tugend (HB.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 9),</biblScope> <title>zum Verdienſt</title></bibl> <bibl><biblScope>(5;</biblScope></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>9, 239),</biblScope> <title>zur Sünde (Luc.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 37)</biblScope> <title>a.; Du rechneſt dir theils fremdes Verdienſt zu, theils Manches als Verdienſt an, was keins iſt ꝛc.; Hätte die chriſtliche Religion kein [andres] Verdienſt, ſo wär’s an-zu-r. [als ſolches anzuerkennen].</title></bibl> <bibl><author>H.</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 202.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="d)">d) Etwas in An- rechnung bringen ꝛc. —</sense></sense><sense n="2)">2) Daß, von den Menſchen an-zu-r. [richtiger: an zu rechnen], ſie gleichſam ſtaffelweiſe gehn. <bibl><author>Brockes</author> <biblScope>9, 232 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Āūf-:</comp></sense><sense n="1)">1) rechnend aufſchreiben, aufs Konto ſetzen (eig. und übrtr.), vergl. an-r.: Seine Erniedrigungen, die ihm Diderot ſehr hart aufrechnet. <bibl><author>G.</author> <biblScope>29, 323;</biblScope> <title>Stein</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 338;</biblScope> <title>Dieſes Alles [was ich ihr ſchuldig bin] muß meine Gegnerin mir a., ehe ich meine Forderung gelten laſſen kann (ſ. 2).</title></bibl> <bibl><author>Jacobi</author>  <title>Jr.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 2, 86;</biblScope> <title>Was Ihr Zeichner verzehrt hat, war des A–s nicht werth.</title></bibl> <bibl><author>Merck’s</author>  <title>Br.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 371;</biblScope> <title>Die Tage werden uns</title></bibl> gezählt, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>uns aufgerechnet, die wir kluger Luſt geweiht | und wann wir thöricht uns gequält.</title></bibl> <bibl><author>Uz</author> <biblScope>2, 124 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) ab-r. (2), wobei das einander Aufhebende ausgeglichen wird: Wir rechneten das Übel gegen das Gute auf. <bibl><author>Iffland</author> <biblScope>3, 1, 158;</biblScope> <title>Mit oder gegen einander a.</title></bibl> —</sense><sense n="3)">3) Aufrechnung <bibl><biblScope>(1; 2).</biblScope></bibl> — <comp>Aūs-:</comp></sense><sense n="1)">1) durch Rechnung herausbringen; das Facit der Rechnung finden, eig. und übrtr.: Den Anſatz will ich dir machen, aber a. muſſt du das Exempel ſelbſt; Etwas bis auf Heller und Pfennig a.; Das war, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>beinah auf die Minute ausgerechnet, | dieſelbe Zeit.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>273a ꝛc.;</biblScope> <title>Der Anſatz iſt richtig, die</title></bibl> Ausrechnung falſch; Wofern ich den Ausrechnungen der kalten Vernunft mehr Gehör gegeben hätte. <bibl><author>W.</author> <biblScope>16, 188 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) (veraltend): Einem Etwas als einen Fehler a., auslegen. <bibl><author>Adelung,</author>  <title>ſ. an-r.; Rechnet’s nicht zu dem [zum] ärgſten aus.</title></bibl> <bibl><author>HSachs</author> <biblScope>3, 3, 79c ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="3)">3) ſ. ab-r. <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>am Ende.</title></bibl> — <comp>Be-:</comp></sense><sense n="1)">1) Etwas zum Ggſtd. des Kalkuls machen, eig. u. übrtr.: unter möglichſter Erwägung alles Deſſen, was auf das Ergebnis einwirken kann, entw. bloß dies danach beſtimmen oder, — inſofern man ein beſt. zu erreichen ſtrebt, danach ſeine Anſtalten und Maßregeln treffen: Den Verkaufspreis einer Waare b. (aus-r., kalkulieren): Aus den Elementen die Bahn eines Planeten (Kometen) b.; So müſſen dieſe beiden Größen, die berechnete und die beobachtete Länge und Breite des Planeten übereinſtimmen. <bibl><author>Littrow</author> <biblScope>157 ꝛc.;</biblScope> <title>Der Metteur-en-pages hat zu b., wieviel das Manuſkript im Druck giebt ꝛc.; Sonnen- und Mondfinſterniſſe,</title></bibl> — ein Er- eignis voraus-b. ꝛc.; Jeden Umſtand, alle Eventualitäten bei ſeinem Plan b.; Nichts dabei unberechnet laſſen; Alles auf den Effekt b.; Die berechnete Wirkung blieb aus; Er thut Nichts unabſichtlich, es iſt bei ihm Alles berechnet (oder Berechnung, ſ. d); Ein ſchlau-, wohl-berech- neter Plan ꝛc. Zum zweiten ſollt ihr mir b. und ſagen, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>wie bald ich zu Roſſe die Welt mag umjagen.</title></bibl> <bibl><author>B.</author> <biblScope>66b;</biblScope> <title>Die Menſchen entweder als Nieten zu verachten oder als Mittel zu b.</title></bibl> <bibl><author>Droyſen</author>  <title>Y.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 62;</biblScope> <title>Auf dieſen Moment war eigentlich die Wirkung des ganzen Stücks berechnet.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>8, 215;</biblScope> <title>Die großen Zwecke auszuführen, die ich auf dich berechnet habe.</title></bibl> <bibl><author>Klinger</author>  <title>Giaf.</title></bibl> <bibl><biblScope>572;</biblScope> <title>Barbariſche Völker und Zeiten, worin, weil beide ja nur den Mann, nie die Frau b., eine glückliche Ehe Nichts bedeutet, als einen glücklichen Mann.</title></bibl> <bibl><author>IP.</author> <biblScope>22, 176;</biblScope> <title>Mich ſo ganz zu ergründen! .. mich zu b. in einer Thräne!</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>201a;</biblScope> <title>Daß ihre</title></bibl> berechnetſten Pläne an der menſchlichen Freiheit zu Schanden werden. <bibl><biblScope>775a;</biblScope> <title>Ein großer Rechenkünſtler war der Fürſt | von jeher: Alles wuſſt’ er zu b., | die Menſchen wuſſt’ er, gleich des Brettſpiels Steinen | nach ſeinem Zweck zu ſetzen und zu ſchieben. .. Gerechnet hat er</title></bibl> fort und fort und endlich <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>wird doch der Kalkul irrig ſein, er wird | ſein Leben ſelbſt</title></bibl> hineinge- rechnet haben [rechnend hineingeſtürzt, ſo daß es verloren iſt]. <bibl><biblScope>392a;</biblScope> <title>Dieſe unberechnete Ausgabe.</title></bibl> <bibl><author>Thümmel</author> <biblScope>3, 19,</biblScope> <title>unvorhergeſehne, auf die ich nicht gerechnet ꝛc.</title></bibl> — <sense n="a)">a) im adjekt. Partic. Präſ.: Unſern rechnenden und b–den Geſchäftsmann. <bibl><author>G.</author> <biblScope>19, 178;</biblScope> <title>Jede Blöße, die ſich der allweiſe und all-b–de Rathgeber doch oft genug gab.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>8, 281 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Berechnet, nicht bloß im paſſ. Sinn, ſ. o., ſondern auch — ſich daraus entwickelnd — im aktiven (vgl. 5) <bibl><biblScope>= a,</biblScope> <title>vergl.: Ein ſchlau berechnetes Benehmen, Weſen ꝛc.</title></bibl> — und: Ein ſchlau berechneter [oder b–der] Mann, deſſen Weſen oder bei dem Alles berechnet iſt; Dieſe berechnete Kokette ꝛc. —</sense><sense n="c)">c) Ein ſchlauer <bibl><biblScope>|</biblScope></bibl> Berechner ſeiner Pacht. <bibl><author>KlSchmidt.</author></bibl> —</sense><sense n="d)">d) Die Berechnung der Planetenbahnen, des Sternenlaufs, der Sonnenfinſterniſſe der Pläne, Eventualitäten; Dieſer Zufall lag außer aller Berechnung, konnte nicht in Berechnung kommen; Von der Genauigkeit der Manuſkriptberechnung hängt der Vor- anſchlag der Koſten eines zu druckenden Werks ab. <bibl><author>Franke</author>  <title>Kat.</title></bibl> <bibl><biblScope>47;</biblScope> <title>Die Übereinſtimmung der Berechnungen mit den Beob- achtungen.</title></bibl> <bibl><author>Littrow</author> <biblScope>177; 414;</biblScope> <title>Mit ſorgenloſem Leichtſinn; mit des Anſtands ſchulmäßiger Berechnung unbekannt|.. wandelt ſie | die ſchmale Mittelbahn des Schicklichen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>269b;</biblScope> <title>Der Kaiſer war Barbar aus Berechnung, ſein Sohn aus Empfindung.</title></bibl> <bibl><biblScope>788b ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense></sense><sense n="2)">2) (kaufm.): (Einem) Etwas ſo und ſo b., es in der angegebnen Weiſe (Höhe) ihm in Rechnungbringen, danach den Rechnungsanſatz machen: Wir b. Ihnen die Waare möglichſt billig, ein Schill. billiger als Andern; Wir b. Ihnen drei Monat Ziel oder für Baarzahlung zwei Proc. Diſkonto; Das eingeſandte Gold haben wir Ihnen zum Tageskours berechnet ꝛc. —</sense><sense n="3)">3) (kaufm.) Sich (mit Jemand) b., durch Rechnung feſtſtellen, wieviel Einer dem Andern ſchuldig iſt, vergl. ab-r. <bibl><biblScope>2 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="4)">4) (vralt.) mit Rechnungen belegen. <bibl><author>Adelung;</author>  <title>Auch-durften die Männer nicht „berechen“ [ſie brauchten keine Rechnung abzulegen] . ., ſondern ſie handelten auf Glauben.</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Kön.</author> <biblScope>12, 15,</biblScope> <title>vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>22, 7</biblScope> <title>(ſ. Rechnung 2).</title></bibl> —</sense><sense n="5)">5) (vralt.) Berechnet (vgl. bedienen <bibl><biblScope>3</biblScope> <title>und ſ. 1b)</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Rechnung ablegend, rechnungsverſtändig, z. B.: Rentmeiſter und andere berechnete Diener.</title></bibl> <bibl><author>Schuppius</author> <biblScope>30;</biblScope> <title>Über den einbehaltenen Reſt Rechnung zu leiſten. .. Der Kaiſer .. ließ ihn wieder</title></bibl> unberechnet heimziehn. <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, 240,</biblScope> <title>vgl.: Schultheißen und ..</title></bibl> verrechnete Diener. <bibl><author>Weidner</author> <biblScope>191 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="6)">6) vereinzelt ſtatt berechtigen: Soweit ſie berechnet ſind zu fiſchen. <bibl><author>Döbel</author> <biblScope>4, 98b ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Bēī-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>zu-r. (ſ. d.)</title></bibl> <bibl><biblScope>1:</biblScope> <title>Hiezu kommen noch die binnen</title></bibl> <bibl><biblScope>20</biblScope> <title>Jahren beizurechnenden fünf Schalttage; Sei es uns erlaubt, die Frau von Arnſtein dem Gewinne bei-zu-r., den in dieſer Art Wien von Berlin gezogen.</title></bibl> <bibl><author>Enſe</author>  <title>Denkw.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 255 ꝛc.</biblScope></bibl> — 2). (vergl. zu-r. 2): Ich rechne [oder ſchreibe] dieſe Wirkung der Badereiſe bei ꝛc. <bibl><biblScope>α</biblScope></bibl> — <bibl><biblScope>I.</biblScope></bibl> Dúrch-: z. B.: Er hat den erſten Kurſus des Rechenbuchs, — alle Exempel darin, — das lange Exempel durchgerechnet, zu Ende ꝛc., auch: Daß ſie auf jeden Tag, das ganze Jahr durchgerechnet, einen Goldgulden hatte. <bibl><author>Frey–</author> <biblScope>īr</biblScope> <title>c</title></bibl> <bibl><author>tag</author>  <title>Bild.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 252,</biblScope> <title>im Durchſchnitt.</title></bibl> — <bibl><biblScope>II.</biblScope></bibl> Durch-: ſelten ſtatt <bibl><biblScope>I;</biblScope> <title>ferner: eine Zeit ganz mit Rechnen hinbringen: Die im Büreau durchrechneten Tage ꝛc.</title></bibl> — <comp>Eīn-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[2a; d]</biblScope> <title>Er ſoll ſein Taglohn von Jahr zu Jahr mit „einrechen“.</title></bibl> <bibl><biblScope>3.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>25, 52;</biblScope> <title>Weil der Eigenthümer, wenn er zugleich Redakteur iſt, die Redaktionskoſten in den Gewinn, den er vom Ganzen zieht, einrechnet.</title></bibl> <bibl><author>Hegel</author> <biblScope>17, 387;</biblScope> <title>Wer anhängt allen Zechen, | iſt auch kühnlich „einzurechen“ | in die tolle wilde Zunft.</title></bibl> <bibl><author>Logau</author> <biblScope>1, 32;</biblScope> <title>Das Buch koſtet, den Einband (mit)eingerechnet, fünf Thaler ꝛc.</title></bibl> — Dazu gehört denn auch einige Einrechnung der Windrichtung, wenn dieſe ſo ſtark iſt, daß auch das gradeaus furchende Dampfboot eine kleine Abweichung vom Kours erleiden könnte. <bibl><author>Laube</author>  <title>Kön.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 74 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>refl.:</biblScope> <title>ſich rechnend in Etwas hineinfinden, einüben ꝛc.: Bisher nur an Gulden und Kreuzer gewöhnt, muß ich mich nun die Hamburger Münzen e. ꝛc.</title></bibl> — <comp>Er-:</comp> durch Rechnung finden, heraus-r.: Neptun, der von Leverrier errechnete neue Planet; Das errechnete, mühſam eingetafelte Staatengleichgewicht. <bibl><author>Jahn</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>142;</biblScope> <title>Tiefe Wahrheiten laſſen ſich nur erſchauen, nicht e.</title></bibl> <bibl><author>Schopenhauer</author>  <title>Parerga</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 459.</biblScope></bibl> — <comp>Fêhl-:</comp> falſch rechnen, ſich ver-r.: Er hat fehlgerechnet und hierin, in dieſem Rechnungsfehler ꝛc. <bibl><author>Gneiſenau</author></bibl> <bibl><author>(Dorow</author> <biblScope>1, 219);</biblScope> <title>Die erſten</title></bibl> Fehlrechnungen des Lebens, die Schwankungen einer Seele, die ſich ſelbſt ſucht. <bibl><author>G.</author> <biblScope>33, 68 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Fórt-:</comp></sense><sense n="1)">1) fortfahren zu rechnen, ſ. be-r. <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>am Schluß.</title></bibl> —</sense><sense n="2)">2) durch Rechnen fortbringen: Eigenſchaften des Lichts, die kein Newton wegdemonſtrieren und f. kann. — Hêr-, Hín- ꝛc.: Etwas an den Fingern (ſ. d. 2k) her-r. (ſ. ab-r., vor-r., herzählen); Einem ſeine Fehler her-r. ꝛc.; Wo rechenſt du aber Das hin [wo bleibt Dies bei deiner Berechnung ꝛc.], daß du derſelben Keiner biſt? <bibl><author>Luther</author> <biblScope>6, 141a ꝛc.;</biblScope> <title>Wie er etwas Merkwürdiges über ſie</title></bibl> heraus gerechnet zu haben meinte. <bibl><author>Arnim</author> <biblScope>120;</biblScope> <title>In Wahrheit war aber der</title></bibl> herausgerechnete Überſchuß nicht da. <bibl><author>Scherr</author>  <title>Bl.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 241;</biblScope> <title>Ein X, das ich noch nicht habe heraus-r. können.</title></bibl> <bibl><author>Spielhagen</author>  <title>Probl.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 24 ꝛc.;</biblScope> <title>Seitdem er bei der Verſailler Eiſenbahn .. eine ſo klägliche Schlappe erlitten und ſeine Leute in ſo ſchreckliche Verluſte</title></bibl> hinein- gerechnet. <bibl><author>Heine</author>  <title>Lut.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 121,</biblScope> <title>ſ. auch be-r.</title></bibl> <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>am Schluß ꝛc.; Du muſſt die Unkoſten</title></bibl> hinzu-r. (oder zu-r.); Rechne noch dieſen Umſtand mit hinzu [bringe ihn bei deiner Erwägung mit in Anſchlag] ꝛc. — <comp>Mít-:</comp> Jch werde das Ex- empel m. [mit dir]; Die Unkoſten m., mit ein-r. ꝛc. Selten wie mitzählen, <bibl><biblScope>intr. =</biblScope> <title>mit gezählt werden: Eines Mannes, der nur in Ermangelung eines beſſern mitrechnet.</title></bibl> <bibl><author>Danzel</author> <biblScope>108 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Nāch-:</comp> z. B.:</sense><sense n="1)">1) nachträglich, das Verſäumte nachholend ꝛc. rechnen: Die Schüler müſſen die falſch gerechneten oder ausgelaſſenen Exempel n. —</sense><sense n="2)">2) etwas Gerechnetes zur Prüfung der Richtigkeit nochmal rechnen: Ich bezahle keine Rechnung ehe ich ſie nachgerechnet; Ein Schüler rechnet das Exempel an der Wandtafel vor, die übrigen müſſen es mit-r., n., was auch bed. kann: nach dem Muſter des Vor-R–den rechnen. —</sense><sense n="3)">3) in prüfender Nachforſchung aus-r.: Wie alt er iſt, — ſein Alter kann ich leicht n.; Daß er mehr als <bibl><biblScope>800</biblScope> <title>Thaler gebraucht, kann ich ihm n.; Zu einem Beitrag, den ſie ſonſt, ohne nach-zu-r. den Vergang einer müßigen Stunde opferten.</title></bibl> <bibl><author>Thümmel</author> <biblScope>3, 60 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="4)">4) Nam. zu <bibl><biblScope>2:</biblScope></bibl> <sense n="a)">a) Nachrechnung (ſ. auch Zſſtzg. von Rechnung). —</sense><sense n="b)">b) Nachrechner, ſ. Reviſor. — <bibl><biblScope>I.</biblScope></bibl> Über-: 1) rechnend einen Überſchlag machen: <bibl><author>Ap.</author> <biblScope>19, 19;</biblScope> <title>[Opern, wo ich] nur .. die Perſonen überrechnete und dann .. zur Aufführung ſchritt.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>16, 191;</biblScope></bibl> <bibl><author>IGJacobi</author> <biblScope>1, 163;</biblScope></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 336;</biblScope> <title>So werden ſie ihre frohe Vergangenheit und ihre bedeckte Zukunft mit einander ü.</title></bibl> <bibl><author>IP.</author>  <title>Fat.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 213;</biblScope> <title>Wenn ich genau überrechne, wieviel ich Procent mit einem Seufzer verdienen kann.</title></bibl> <bibl><author>Rabner</author> <biblScope>4, 164; 363;</biblScope> <title>Ich überrechnete, wieweit ich damit reichen würde.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>17, 103;</biblScope> <title>Luc.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 199 ꝛc.</biblScope></bibl> — 2) flüchtig durch-r.: Ich habe die Exempel noch einmal überrechnet (oder übergerechnet). — <bibl><biblScope>II.</biblScope></bibl></sense></sense></entry>
        </p>
        <form type="lemma">
          <orth expand="Über-Rechnen" orig="Über-">Über-</orth>
          <pc>:</pc>
          <gramGrp>ſ. I2 ꝛc. — Um-:</gramGrp>
        </form>
        <sense>durch Rechnung umgeſtalten: Das Goldgeld nach dem Kours in Silber um-r.; Tarif zur Umrechnung der alten und der neuen Münze ꝛc. — <comp>Ver-:</comp></sense>
        <sense n="1)">1) in Rechnung bringen, be-r.: Daß Job mit Gott in Rechnung treten will und ſein Kreuz und Leiden gegen ſeine Sünde ver-r. <bibl><author>Fiſchart</author>  <title>B.</title></bibl> <bibl><biblScope>113a;</biblScope></bibl> <bibl><author>Franke</author>  <title>Kat.</title></bibl> <bibl><biblScope>157;</biblScope> <title>Sie ziehen Geld ein, Sie ver-r. mir, was Ihnen gut dünkt.</title></bibl> <bibl><author>Freytag</author>  <title>Soll</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 183;</biblScope> <title>Dieſe verleihe ich gegen acht und zehn Procent und verrechne .. nur fünfe.</title></bibl> <bibl><author>Gellert</author> <biblScope>3, 246;</biblScope> <title>Während er die Ausgaben verrechnete.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 302; 5, 131;</biblScope> <title>Wie verrechnet ſich Das? Liesli</title></bibl> <bibl><biblScope>86;</biblScope> <title>Jeder hat | ſein Leben gegen ſeines Landes Wohl | .. verrechnet [weiß, wie gering es dagegen].</title></bibl> <bibl><author>EKleiſt</author> <biblScope>2, 52;</biblScope> <title>Während ſeiner Verwaltung hatte er</title></bibl> <bibl><biblScope>14000</biblScope> <title>Talente .. zu ver-r.</title></bibl> <bibl><author>Kriegk</author> <biblScope>2, 304;</biblScope> <title>Was habe ich mit dem albernen Biſchof zu ver-r. [ſchaffen], außer daß ich meinen Sohn von ihm fordern muß?</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>NKr.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 473 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. auch be-r.</title></bibl> <bibl><biblScope>5.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="2)">2) <bibl><biblScope>refl.:</biblScope> <title>ſich im Rechnen verſehn, fehl-r., ſich irren ꝛc.: Die Empfindung verrechnet ſich nicht, weil ſie gar nicht rechnet.</title></bibl> <bibl><author>Börne</author> <biblScope>5, 364;</biblScope> <title>Sich dabei häßlich ver-r.</title></bibl> <bibl><author>Kant</author>  <title>Buchm.</title></bibl> <bibl><biblScope>6;</biblScope> <title>Selbſt . . Käſtner ſoll’s begegnet ſein, ſich verrechnet zu haben.</title></bibl> <bibl><author>Muſäus</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 26;</biblScope> <title>Ich habe mich in dir verrechnet.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>359b; 259a;</biblScope> <title>Sich zu ſeinem Nachtheil um</title></bibl> <bibl><biblScope>100</biblScope> <title>Thaler ver-r. ꝛc.</title></bibl> —</sense>
        <sense n="3)">3) dazu: Verrechnung: <sense n="a)">a) (ſ. 1) Ich bin darüber noch mit ihm in Verrechnung. <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 346;</biblScope> <title>Beſorgte die ſämmtliche Verrechnung des Junggeſellenhaushalts.</title></bibl> <bibl><author>Hackländer</author>  <title>Stillfr.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 123;</biblScope></bibl> <bibl><author>Oppen-</author>  <title>heim Jahrb.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 126 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) (ſ. 2) ſeltner: Es iſt eine kränkende Verrechnung. <bibl><author>Börne</author> <biblScope>2, 18.</biblScope></bibl> — Etwas rechnen, ſo daß und damit es Andre hören, ſehn ꝛc. z. B.: als Muſter für Nach-R–de (ſ. d. <bibl><biblScope>2,</biblScope> <title>am Schluß), und ohne ſolchen Zweck, vgl. her-r.: Einem Etwas an</title></bibl> <bibl><author>(Pfeffel</author>  <title>Pr.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 172</biblScope> <title>u. o.), ſeltner: auf</title></bibl> <bibl><author>(L.</author> <biblScope>1, 238)</biblScope> <title>den Fingern (ſ. d. 2k), am Finger</title></bibl> <bibl><author>(G.</author> <biblScope>5, 172)</biblScope> <title>vor-r. ꝛc.; Wie es eine verdrießliche Empfindung erregt, wenn glückliche Menſchen nicht ablaſſen, uns ihr Behagen vor-zu-r.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>25, 128;</biblScope> <title>Man rechnete mir ſie [dieſe Erſcheinung] ſpäter unter meinen Anomalien .. wieder vor.</title></bibl> <bibl><biblScope>22, 285;</biblScope> <title>Als nun die Freier .. ihre Fürſtenthümer und Schätze vorgerechnet.</title></bibl> <bibl><author>W.</author>  <title>Luc.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 54 ꝛc.</biblScope></bibl> — voraus be-r.: Daß man nunmehr des Herzens Schläge Jahre lang vorausrechnet und zu dem Pulſe ſpricht: Bis hieher und nicht weiter! <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>113a.</biblScope></bibl> —</sense><comp>Vōr-:</comp> <comp>Vorāūs-:</comp> <comp>Zū-:</comp></sense>
        <sense n="1)">1) hinzu-r., im Ggſtz. von ab-r. (1), ſ. bei-r.: Die Koſten, die der Verkäufer hat, muß er, als die Einnahmen verringernd, ab-r.; die, welche der Käufer hat, muß er, als den Kaufpreis erhöhend, z.; Das Pfund kommt mit Zurechnung aller Koſten, acht Groſchen ꝛc. —</sense>
        <sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[1d; 2f]</biblScope> <title>Einem Etwas z., es ihm aufs Konto ſetzen als etwas ihm Zukommendes, wofür ihm entw. der Ruhm gebührt oder er die Verantwortung trägt ꝛc., vgl. an-r.</title></bibl> <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>und nam.</title></bibl> <bibl><biblScope>1c:</biblScope> <title>Einem oder ſich fremdes Verdienſt z. [zuſchreiben, beilegen, bei-r.]; Den Meineid wird euch Gott nicht „zurechen“.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>8, 27b;</biblScope> <title>Ihr Todesgötter, rechnet mir’s nicht zu, | daß ich mein ſchrecklich Rachgelübde breche.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>469a;</biblScope> <title>Schwaches Seelchen! du kannſt Nichts ſprechen noch thun, was dir zugerechnet werden könnte.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>27, 313;</biblScope> <title>Ich muß dir allerdings die Schuld davon z.; aber ich kann ſie dir, weil du in guter Abſicht gehandelt, nicht ſehrhoch an-r. ꝛc.; Eine vorſichtige Duldung bei moraliſcher</title></bibl> Zurechnung. <bibl><author>G.</author> <biblScope>21, 86;</biblScope> <title>Der Staatsmann</title></bibl> <bibl><biblScope>..</biblScope> <title>wird .. von Anziehungen und Abſtoßungen ſollicitiert, die .. in ihrer Geſammteinwirkung ihn auf eine Weiſe von ſeiner Bahn ablenken, die ſich ſchwer berechnen läſſt, in der Zurechnung ihm aber nicht vergeſſen werden darf.</title></bibl> <bibl><author>Görres</author>  <title>Ver.</title></bibl> <bibl><biblScope>101;</biblScope> <title>Dieſe Götter .. befreien ſie von der Zurechnung [Verantwortung] Deſſen, was ſie ſündigen.</title></bibl> <bibl><author>W.</author>  <title>Luc.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 242 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. zurechnungsfähig ꝛc.</title></bibl> —</sense>
        <sense n="3)">3) <bibl><biblScope>intr.</biblScope> <title>ſich rechnend ſputen, um fertig zu werden ꝛc.</title></bibl> — <comp>Zuſámmen-:</comp> die Summe von Etwas ziehn, eig und übrtr.: Die verſchiedenen Poſten z. [addieren]; Mit dem Erzählen, „Zuſammenrechen“ der Sünde. <bibl><author>Luther</author> <biblScope>6, 420a;</biblScope> <title>Rechne nun den Grad der Täuſchung zuſammen, den ſo vielerlei zugleich wirkende täuſchende Urſachen machen mußten.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>27, 402 ꝛc.</biblScope></bibl> — 2) gemeinſam rechnen: Wir wollen unſre Exempel z. — 3) <bibl><biblScope>[1c]</biblScope> <title>Neujahr wollen wir z., um zu ſehn, wieviel ich dir ſchuldig bin.</title></bibl> — 4) Zuſammenrechnung, nam. zu3.</sense>
      </entry>
    </body>
  </text>
</TEI>
