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        <title>Artikel „Rechen“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Rechen“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <lbl>I.</lbl>
        <form type="lemma">
          <orth expand="Rechen" orig="Réchen">Réchen</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">m.,</pos><gen norm="masculine"/> –s; uv.; Rechlein; -:</gramGrp>
        </form>
        <sense>1) Harke (ſ. d. 1): Holzſamen mit einem eiſernen R. einrechen. <bibl><author>Döbel</author> <biblScope>3, 41;</biblScope> <title>Das Heu ſoll herein, | Das bedeutet der R.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 164; 15, 135;</biblScope> <title>Nahm ſie den R., ſo flog er auf das geſchickteſte über das aufgewühlte Erdreich und die weiteſte Fläche glich einem wohlgeebneten Beete.</title></bibl> <bibl><biblScope>19, 175; 28, 299;</biblScope> <title>Mit der Hungerharke, einem großen, von Menſchen oder Pferden gezogenen R.</title></bibl> <bibl><author>V.</author> <biblScope>2, 196 ꝛc.</biblScope></bibl> — 2) (ſ. 1) etwas R–nförmiges, näher bez. durch Bſtw. in Zſſtzg. (ſ. d.), für die (ſ. die Bſp.) oft das Grundw. genügt.</sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Ahd. <bibl><biblScope>recho.</biblScope></bibl> <bibl><author>Graff</author> <biblScope>2, 386;</biblScope></bibl> <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>2, 14,</biblScope> <title>wohl urſpr.</title></bibl> <bibl><biblScope>hrecho,</biblScope> <title>ſ. Anm. zu röcheln, Harke, Harſt, Rind, Roß ꝛc.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. nam. zu [2], ſ. die von Harke, z. B.: Áb-: mundartl. (auch „Abrecher“) = Haber-, Holz-, Teich- R., ſ. Schm. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Aūslöſungs-:</comp> (Uhrmach.) der gezähnte Bogen im Vorlegewerk der Schlaguhren, wovon vor jedem Stundenſchlag ein Zahn durch das Schöpfrad ausgehoben (ſ. d. 2b) wird, „Stell-, Uhr-R., Stellbogen, Steller.“ —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bánd-:</comp> in den Bandmühlen die Lade (ſ. d. 10) mit den daran angebrachten Schnellſchützen. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bánk-:</comp> bei Spielbanken eine rechenartige, doch ungezähnte Vorrichtung zum Einharken (ſ. d.) des Geldes, „Spiel-R.“ —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Eīs-:</comp> rechenförmige Vorrichtung vor Waſſermühlen, zum Aufhalten des Eisgangs, ſ. Eſel 2c und Mühl-R. ― Fáll-: Fallgatter (ſ. d., frz. herce): Sich unter die Thore zu ſtellen und zu verhindern, daß man die F. nicht herunterließe. Sch. 1082a; Halte dich bei dem F. und den Fallbrücken auf, daß man ſie nicht niederlaſſe. 1089a ꝛc., auch bloß: Der Rechen iſt gefallen hinter ihm | und wie die Brücke, die ihn trug, beweglich | ſich niederließ ꝛc. 387b. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Fíſch-:</comp> Vorrichtung zum Fiſchfang, ähnlich wie die Mühl-R. (ſ. d.), die auch öfters dazu dienen (ſ. Teich-R.): Sind die Lachſe angekommen und ſo weit hinaufgeſtiegen, als ſie zu gehen pflegen, ſo ſetzen ihnen die Fiſcher ihre hölzernen Rechen oder Netze, die ſog. „Wölfe“ und die aufſchnellenden Lachsfallen quer durch das Waſſer und ſuchen ihnen den Rückweg abzuſchneiden. Tſchudi Th. 53 ꝛc.; Die Fiſche, ſo durch den Recken und Gerinne mit durchgehen. Döbel 4, 101b und: Unter allen Umſtänden iſt verboten: das Fiſchen .. mit der Aalharke oder der Aalhaue und der Aalquäſte. Preuß. Geſetzſamml. (1859) S. 462. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Flōß-:</comp> dem Mühl-R. ähnliches Wehr quer durch einen Fluß ꝛc. zum Aufhalten des Floß- oder Triftholzes: Der ſtockende Holzſtoß, bis er endlich auf dem ſanfteren Gefälle des Fluſſes thalabwärts ſchwimmt und am F. aufgehalten wird. Gutzkow Unterh. 2, 2, 27, vgl.: Iſt mit dieſer Anſtalt [der Holzlände] ein beſonderes Waſſergebäude zum Auffangen des Holzes verbunden, ſo heißt dies der Rechen (Holzfang, Holz-R.). Scheuchenſtuel 157 und Ab- R. Schm. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hāber-:</comp> rechenförmige Vorrichtung an der Senſe zum Hafermähn und: Senſe mit ſolcher Vorrichtung, auch,,Ab-R.“ Schm. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Häſchel-:</comp> Nach- R. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hólz-:</comp> ſ. Floß-R.: Wehren und H. für die maſſenhaft angetrifteten Floßhölzer. Kürnberger Nov. 2, 181; Grube 3, 140 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hūt-:</comp> ſ. Kleider-R. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Klēīder-:</comp> ein in paſſender Höhe befeſtigtes Brett mit Pflöcken zum Aufhängen von Kleidern, in Kleiderſchränken oder an der Wand (,Wand-R.“), ſ. Rack 4, ähnl. Hut-R. ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Mǖhl-:</comp> bei Waſſermühlen eine Art Leiter, aus Querhölzern mit dichten Sproſſen, wodurch größere im Waſſer ſchwimmende Körper von dem Gerinne abgehalten werden: [Den Ertrunknen] unten am M. ausgefiſcht. Auerbach D. 4, 248 ꝛc., auch: Der Müller hat ihn [den Ertrunknen] aufgefangen am Rechen. Hebel 3, 297; Etwas weit auseinanderſtehende Borſtenhaare, welche wie der Rechen eines Mühlwerks dazu beſtimmt ſcheinen, das Eingehende durchzuſieben und Ungehöriges abzuhalten. Vogt Oc. 2, 99 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Nāch-:</comp> Hungerharke, in Oberſachſen „Häſchel-R.“ —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Papīēr-:</comp> eine unten mit eiſernen Gitter verſehne Stange, womit der aus dem Holländer kommende Ganzzeug beim Zerlaſſen umgerührt wird — oder wurde (Jablonsky 880b) und: der Kaſten, worin Dies geſchieht (das Büttloch). Adelung. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Spīēl-:</comp> Bank-R. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Spīēß-:</comp> Geſtell, worauf der Bratſpieß beim Umdrehn ruht, vergl. Kleider-R. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Stéll-:</comp> <sense n="1)">1) in Taſchenuhren ein gezähnter Bogen, deſſen Zähne in die des Stellrads (ſ. d.) eingreifen. — 2) Auslöſungs-R. — <comp>Tēīch-:</comp> eine Vorrichtung, wie der Mühl-R., in Teichen, den Weg mit dem abfließenden Waſſer zu verſperren, Weiher-, Fiſch-R. (ſ. d.). — <comp>Trócken-:</comp> eine etwa dem Mühl-R. ähnliche Vorrichtung auf Trockenböden zum Aufhängen des zu Trocknenden, ſo nam. in Buchdruckereien. <bibl><author>Franke</author>  <title>Kat.</title></bibl> <bibl><biblScope>127.</biblScope></bibl> — <comp>ūhr-:</comp> Stell-R. <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — <comp>Wánd-:</comp> ſ. Kleider- R. — <comp>Wáppen-:</comp> Turnierkragen (ſ. Bank 2h). — <comp>Wēīher-:</comp> Teich-R. — <comp>Wínd-:</comp> (mundartl.) die zuſammengereihten Windhaufen (ſ. d). <bibl><author>Krünitz</author> <biblScope>23, 159.</biblScope></bibl></sense></entry>
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