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        <title>Artikel „Prallen“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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        </editor>
        <editor>
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            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
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          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Prallen“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="Prallen" orig="Prállen">Prállen</orth>
          <pc>:</pc>
          <gramGrp>1) intr (haben und ſein, ſ. flattern, Anm.):</gramGrp>
        </form>
        <sense>
          <sense n="a)">a) mit einem Prall (ſ. d.) auf Etwas an-, eindringen, losfahren ꝛc., beſ. oft mit Bezug auf das Zurück-Fahren, -Springen, -Schnellen in Folge der Elaſticität (ſ. ab-, zurück-p.): Der Ball hat beſſer geprallt, ehe er überſtrickt war; Der geworfne Ball iſt von der Wand [ab-, zurück-] geprallt; An, gegen Etwas [an-]p.; Fallend auf Etwas [auf-]p. ꝛc.; [Trunken] zur Erde p. <bibl><author>Daumer</author> <biblScope>2, 110;</biblScope> <title>Mit wildem Gekreiſch prallte der Haufe aus einander.</title></bibl> <bibl><author>Prutz</author>  <title>E.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 396;</biblScope> <title>Ein derber Fluch .. prallte mir in die Ohren.</title></bibl> <bibl><author>Thümmel</author> <biblScope>5, 44;</biblScope> <title>Wie das empörete Meer aufrauſcht mit p–der Brandung.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Georg.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 262;</biblScope> <title>Die Sonne prallt mir ganz unleidlich auf den Schädel.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>14, 5;</biblScope> <title>Schallt | .. ein fürchterlich Gebrüll | .. ihm um die Ohren ’rum | und prallt | ans Tympanum.,</title></bibl> <bibl><biblScope>11, 67 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense>
          <sense n="b)">b) in Bezug auf den durch p–des Auffallen ꝛc. bewirkten Ton: Jch höre Etwas p. <bibl><author>Adelung.</author>  <title>Nam. aber im Partic. (ſ. 1): P–d, von kurz abgeſtoßnen Tönen, z. B.: Zum Schluß aber wieder ein p–der Schnalz.</title></bibl> <bibl><author>Winkell</author> <biblScope>1, 344 ꝛc.</biblScope> <title>u. (Muſ.): P–der (od. Prall-)Triller, Doppelſchlag.</title></bibl> — 2) <bibl><biblScope>tr.:</biblScope> <title>vereinzelt unkorrekt für</title></bibl> prellen (ſ. d. u. <bibl><author>Radlof</author>  <title>Tr. 44), wie umgekehrt dies ſt. p.</title></bibl></sense>
        </sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Urſpr. wohl Tonw., vergl. brallen (ſ. d.), mit Nbnf. p., ſ. prahlen (Anm. und Zſſtzg.) und: Der Prall [Schall ꝛc.] der Löwenſtimm. <bibl><author>Schottel</author> <biblScope>1004,</biblScope></bibl> — vgl. für die Entwicklung der Bed. nam. ſchnallen, gew. ſchnalzen, — ſchnell,(zurück-)ſchnellen ꝛc.</p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. mit ,,ſein“, vgl. die von fahren, ſpringen ꝛc. u. nam. von prellen, ſ. auch die von prahlen, z. B.: Áb-: zurück-p., nam. wirkungslos, von Etwas, das eindringen ſollte od. möchte ꝛc.: Wie von meinem Fenſter ab | dicke Schloſſen prallen. Göckingk Lieb. 28; Das a–de Blei [Kugel]. G. 20, 116; Wie Weſpen .., die gegen die Fenſter fahren .., dann wieder a. 24, 165; A–de Windſtöße. 25, 141; Gleich die erſte Vorausſetzung prallte an dem geſunden Verſtande des Knaben ab. Gutzkow B. 46; Wie die .. majeſtätiſchen Töne am Vatikan a. [reflektiert werden]. Heinſe 9, 204; Die Quelle .. prallt am Felſen ab. Platen 2, 40; Als wie der Sonne Pfeil prallt ab am Felsgeſtein | .. ſo drangen dort nicht ein die Pfeil’ und prallten ab. Rückert Roſt. 89b; Mak. 2, 7; Witzelnde Sophiſterei | prallt ab, wie ſpitzes Blei. V. 4, 176; Il. 4, 511; Die Macht der ſchönſten Blicke | prallt kraftlos von mir ab. W. 25, 130 ꝛc.; Durch Reibungen und Abprallungen. Zſchokke 8, 109; Heinſe A. 2, 136. —</p>
          <entry type="sub"><comp>An-:</comp> an, gegen Etwas vrallen: Da du an die Schranke der Cenſur anprallteſt. Auerbach SchV. 5; Gegenſeitiges A. heftigen Wollens. G. 33, 246; Er prallte ſo heftig an das Hintertheil des vorne plötzlich gehemmten Wagens an. Gutzkow Bl. 1, 29; Üngeſtümer prallen | die Fluthen an. Sch. 15a; Es iſt Etwas in deinen Begriffen, das alle Augenblicke wider die meinigen anprallt. W. 9, 76; Ein jubelnd Siegsgeſchrei prallt an die Wolken an. 20, 338; Das A. des ſchärfſten Nordwindes. 23, 67 ꝛc., auch zuw. (zur Bez. des Wo) mit ,,an“ u. Dat.: Sie an der Warnungstafel a. [ſtutzen] zu ſehen. Thümmel 6, 56. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Āūf-:</comp> in die Höhe prallen (empor-p.): Der [aufs Waſſer geworfnen] Stein ſechs mal a. zu laſſen. Lewald Hela 1, 64; Er ließ den [niedergebognen] Baum a. Luther Tiſchr. 7a; Das Eiſen klirrt, aufprallt die Schar [ſie ſpringen empor]. Schults (Echtermeyer 211), auch: prallend auf Etwas ſtoßen und — ſich mit Ungeſtüm öffnen, ſ. zu-p. und aufprellen. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ent-:</comp> ab-p–d entfahren: Stählern iſt die Bruſt | und jedes Schmerzes Pfeil entprallt unmächtig ꝛc. Cham. 4, 194. — Entgêgen-. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gêgen-:</comp> gegen Etwas prallen, z. B.: Die Taſchenuhr prallt gegen, bei zu heftigem Anſchlag an den Ausſchwenkſtift ꝛc. — Hêr-, Hín- ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Nāch-:</comp> ſ. nachprellen. — Nīēder-. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Rǘck-:</comp> in den ungetrennten Formen ſt. zurück-p. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Um-:</comp> prallend umgeben: Die Brück’, umprallt von des Oceans Fluthen. Sonnenberg (Kurz 3, 338a); Daß der Helm . ., rings umprallt von Geſchoß aufpraſſelte. V. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wīder-:</comp> gegen-, zurück-p.: Die Gewalt des Sturms, | der von dem Teufelsmünſter widerprallt, | wirft ſie .. zurück. Sch. 540a ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Zū-:</comp> Die Falle, die Thür prallt [ſpringt, fährt]zu, ſchließt ſichplötzlich u. heftig, Ggſtz.: auf-p., ſ. verprellen 2. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Zurück-:</comp> prallend zurück-fahren oder -fallen (vergl. ab-, wider-p.): Wird der Speer auf mich zurücke p. Alxinger D. 227; Daß .. Rach’ und Spott zurücke p. [ab-p.]. Göckingk Lieb. 112; Was hilft der Augen ſchärfſter Blitz? | Er prallt zurück an deinem Sitz. G. 12, 195; Indem ich erſchrocken zurückprallte. Heine Reiſ. 2, 280; Rom. 33; Prallten wir gegen den Rand eines andern Abgrundes zurück. L. 7, 454; 197; 8, 245; Luther 8, 259a; SW. 46, 219; Nicolai 1, 215; IP. Fat. 2, 109; Ein gewagter Wurf, | der .. auf den Schützen | zurückeprallt. Sch. 265; Die Blicke .. prallten, wie die Strahlen der Morgenſonne von den .. Bergen, zurück. Thümmel 2, 183; Die Woge .., zurück nun p–d vom Ufer. V. Od. 5, 430; Wenn das Urtheil, das er .. fällt, nicht auf ſeinen eigenen .. Charakter zurückprallt. W. 4, 194; Die Tugend | prallt nicht vor jedem Widerſtand zurück. 28, 46; 12, 43 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Zuſámmen-:</comp> an einander prallen, prallend zuſammenſtoßen: Dort war ſo dichtes Sterben, daß irr die Seelen, die von dannen wallten, | im wilden Kampfgewühl zuſammenprallten. Lenau A. 178; Unter dem Brauſen der z–den Wellen. W. 14, 52 ꝛc.</entry>
        </p>
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