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        <title>Artikel „Perspektiv“</title>
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            <surname>Göttel</surname>
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            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Perspektiv“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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          <orth expand="Perspektiv" orig="Perſpektīv">Perſpektīv</orth>
          <gramGrp>(lat., frz. –īw):</gramGrp>
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        <sense n="1)">1) <bibl><biblScope>n.,</biblScope> <title>–(e)s; –e: Fernrohr.</title></bibl> —</sense>
        <sense n="2)">2) (heute gw.: P–e) <bibl><biblScope>f.;</biblScope> <title>–en: die Lehre oder Kunſt, Etwas ſo darzuſtellen, wie es einem Auge aus einem beſt. Geſichtspunkt erſcheint und ein Lehrbuch über dieſe Kunſt (ſ. Fern-Sicht, -Malerei): P.: Die Künſtler verſtehen darunter die Wiſſenſchaft, mehrere Gegenſtände mit einem Theile des Raumes, in welchem ſie ſich befinden, ſo vorzuſtellen, wie dieſe Gegenſtände auf verſchiedene Plane des Raumes verſtreuet, mitſammt dem Raume, dem Auge aus einem und eben demſelben Standorte erſcheinen würde.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>8, 26; 6, 488;</biblScope> <title>Die P. in den Werken der griech. Maler.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>34, 107</biblScope> <title>und nam.</title></bibl> <bibl><biblScope>112 ꝛc.,</biblScope></bibl> — auch zuw.: der Geſichtspunkt, von dem aus man das Darzuſtellende auffaſſt, z.B. (übrtr.): Der Dichter ſieht aus der P–e des in den Lüften ſchwebenden Adlers herab. <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 8 ꝛc.,</biblScope> <title>ferner: das aus einem beſt. Geſichtspunkt Erblickte, z. B.: Von dem Gipfel überblickt man eine reizende P. ꝛc.</title></bibl></sense>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. zu 2, z. B.: Bǖhnen-: wie ſie auf dem Theater ihre Anwendung findet, Theater-, Dekorations-P. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Fárben-:</comp> Luft-P. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Kavalīēr-:</comp> Militär-P. — Lineār-, Līni-en-: bloß in Bezug auf die Zeichnung, nicht auf die Färbung, ſ. Luft-P. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Lúft-:</comp> in Bezug auf die Färbung, vgl. Linien- P.: Dieſe Farbe, welche die Luft als trübes Medium annimmt, ſteigt nach dem Maße der Entfernungen .. Der verdunkelnde Schleier, welcher ſo ſich bildet, verhüllt in dem Grade, in welchem die Gegenſtände vom Zuſchauer zurücktreten, ihre Form und Lokalfarbe. Dieſe Wirkung der Luft heißt L–e. Viſcher Äſth. 2, 56; Die ganze L. des Polygnotus. L. 8, 32 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Māler-:</comp> wobei man das Darzuſtellende halb von oben (oder unten) und halb von der Seite ſieht. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Militǟr-:</comp> wobei das Auge in unendlicher Ferne über dem Ggſtd. angenommen iſt, ſo daß die Maße desſelben unverändert bleiben: Nicht jede Perſpektiv von oben herein iſt M.; bei dieſer werden zugleich die wahren Maße der Gegenſtände überall beibehalten und Nichts wird nach Erfordernis der Entfernung verkleinert. 29. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Vōgel-:</comp> aus dem Geſichtspunkt eines wie ein Vogel über dem Ggſtd. Schwebenden u. dieſer Geſichtspunkt: Wir beſchauten nunmehr von oben, wie in der V., die Anſtalten, die wir.. vorher in nähern Augenſchein genommen. G. 20, 238; Aus dieſer V. 23, 45 ꝛc., ſ. Vogelſchau.</entry>
        </p>
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