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        <title>Artikel „pachten“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
            <forename>Daniel</forename>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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        </editor>
        <editor>
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            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
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          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="en">Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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             <country>Germany</country>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „pachten“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="pachten" orig="Páchten">Páchten</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="verb">tr.:</pos><subc norm="transitive"/></gramGrp>
        </form>
        <sense n="1)">1) von Einem, der ein liegendes Grundſtück od. ein auf ſolchem Grundſtück haftendes Recht od. ein Hoheitsrecht (Regal) hat, nach einem abgeſchloßnen Vertrag gegen eine darin feſtgeſetzte Leiſtung (Zahlung), auf eine darin beſt. Zeit Beſitz u. Ertrag (Nutznießung) des genannten Obj. erwerben, vgl.: Ein Haus miethen (ſ. d.); ein Chauſſéehaus p.; Ein Buchhändler kauft das Verlagsrecht eines Werks, pachtet aber, wo der Druck von Kalendern als Regal gilt, dies Regal; Die Zölle, Steuern, Acciſe, ein Gut, einen Acker, Garten, die Fiſcherei, Jagd eines Guts p., auf ſo und ſoviel Jahre von Einem p.; Sie p. große Bergwieſen und miethen dann ebenſo den Bauern ihr Vieh ab. <bibl><author>Kohl</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 412;</biblScope> <title>Außer einem Hofe, den ein Pächter bewirthſchaftet, beſitzen das übrige Land die Bauern, die, wie man hier ſagt, ſich ſelbſt gepachtet haben [ihre eignen Pächter ſind].</title></bibl> <bibl><author>Zöllner</author>  <title>Reiſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>358 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="2)">2) übrtr. u. verallgemeinert: Habt ihr den Pranger allein gepachtet? <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Gv.</title></bibl> <bibl><biblScope>393,</biblScope> <title>ſo daß nur ihr ihn benutzen dürft; Habt ihr das Leben auf eine Ewigkeit gepachtet [vgl. erb-p.], daß ihr Jahrhunderte, dem Haß vergeudet, nicht für verloren haltet?</title></bibl> <bibl><author>Börne</author> <biblScope>5, 61;</biblScope> <title>Die Prieſter nähren ihn [dieſen Glauben] und haben ihn gepacht [um ihn für ſich auszubeuten].</title></bibl> <bibl><author>Haller</author> <biblScope>58;</biblScope> <title>Wir [Männer] haben .. | den Funken des Prometheus nicht gepachtet.</title></bibl> <bibl><author>Herwegh</author> <biblScope>1, 158,</biblScope> <title>er ward nicht uns ausſchließlich, ſondern auch den Frauen zu Theil; Man ahme Frankreich nach! Doch traun, was mag es helfen, | daß man ein franzes Herz für deutſche Brüſte pacht?</title></bibl> <bibl><author>Withof</author></bibl> <bibl><author>(Mendelsſohn</author> <biblScope>4, 1, 160),</biblScope> <title>ſich anzu- eignen ſucht ꝛc.</title></bibl> —</sense>
        <sense n="3)">3) dazu: <sense n="a)">a) Pachtung, das P. u. das Gepachtete ſelbſt (Pacht, Pachtgut ꝛc.): Sein Park, ſeine Waſſer, ſeine Pachtungen. <bibl><author>G.</author> <biblScope>18, 56;</biblScope> <title>Die Einen lüſtern | nach Pachtungen des Staats.</title></bibl> <bibl><author>W.</author>  <title>HB.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 28;</biblScope> <title>Einige werben mit Gier</title></bibl> Staatspachtungen. <bibl><author>V.</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 215 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Pachter (ſ. u.), auch oft mit Uml. (vgl. Schlachter und Schlächter ꝛc.).</sense></sense>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. z. B. (vergl. die von miethen u. Pacht): Áb-: 1 Einem Etwas a., es von ihm pachten Erbvgl. 326; Kohl A. 1, 249 ꝛc. — 2) Einen a., ihn außer Pacht ſetzen, vgl. abmeiern u. aus-p. —</p>
          <entry type="sub"><comp>After-:</comp> v. einem Pächter (aus zweiter Hand) pachten. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Án-:</comp> Etwas pachten, ſich dort anſiedelnd: Eine Gärberei in Schleſien .. a. Immermann M. 1, 50, auch refl.: Sich dort a., ſ. ein-p. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Āūs-:</comp> <sense n="1)">1) Etwas a., das zu Verpachtende vereinzeln ver-p., es ſo auf Pacht austhun: Auf dieſem von ritterlichen Geſammtpächtern an Einzelne ausgepachteten Blachfelde. <bibl><author>V.</author>  <title>Ländl.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 108.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) Einen a., ihn durch höheres Gebot aus dem Pacht ausdrängen: Ein junger Krüger pachtete ihn bei der [Guts-] Herrſchaft aus. <bibl><author>Karſchin</author>  <title>Leb.</title></bibl> <bibl><biblScope>21.</biblScope></bibl> — <comp>Eīn-:</comp> ſ. an-p.: Sich wo e. — <comp>Er-:</comp> pachtend erwerben, erlangen: Als königliche Pfand- und Pachtträger, die zugleich mit dieſem Grund und Boden auch das Recht erpfändet und erpachtet hätten, unſer Schiff und Gut ausſchließend vor Allen zu retten, zu bergen, zu löſchen ꝛc. <bibl><author>Koſegarten</author>  <title>Rh.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 71;</biblScope></bibl> <bibl><author>Publiciſt</author> <biblScope>11, 103;</biblScope> <title>Stolz .. ſtandeſt du da, als hätteſt du den Horizont von Genua erpachtet.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>164b ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Erb-:</comp></sense><sense n="1)">1) in Erbpacht haben, bekommen: Er hat das Gut geerbpachtet. —</sense><sense n="2)">2) in Doppelzſſtzg.: Ver-e.: erblich verpachten, in Erbpacht geben: Auch die Kuhweiden zu ver-e. <bibl><author>Landwirthſch.</author></bibl> <bibl><author>Zeit.</author> <biblScope>(55) 540b;</biblScope> <title>Zwiſchen der ver-e–den Guts- und Grundherrſchaft und dem Erbpächter.</title></bibl> <bibl><author>Strelitz.</author></bibl> <bibl><author>Geſetzſamml.</author> <biblScope>2, 115;</biblScope> <title>Auf den vererbpachteten Ländereien.</title></bibl> <bibl><biblScope>113;</biblScope> <title>Die Vererbpachtung.</title></bibl> <bibl><author>V.</author> <biblScope>2, 193 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Ver-:</comp> einem Pächter überlaſſen: Wenn für den Ge- brauch einer geliehenen Sache ein beſtimmter Preis bedungen wird, ſo heißt das Geſchäft ein Miethsvertrag; eine Sache heißt verpachtet, wenn dieſelbe Jemandem gegen einen beſtimmten Zins nicht nur zum Gebrauche, ſondern auch zur Nutzung überlaſſen worden. <bibl><author>Preuß.</author></bibl> <bibl><author>Landrecht</author> <biblScope>I, tit. 21</biblScope> <title>§</title></bibl> <bibl><biblScope>259;</biblScope> <title>Als er .. ein Gut kaufte, es verpachtete.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>15, 19;</biblScope> <title>Daß ſo hoch ein Propſt ſein Hirtenämtchen achtet | und ſeine Schafe ſchiert und ihre Milch verpachtet.</title></bibl> <bibl><author>Thümmel</author> <biblScope>3, 80.</biblScope> <title>Der Erbverpachter (ſ. Erbpächter). Ungw. ſt. vermiethen (ſ. d.): Ein tapeziertes Zimmer ver-p.</title></bibl> <bibl><author>Stilling</author> <biblScope>3, 143 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. auch verleihen</title></bibl> <bibl><biblScope>1 ꝛc.</biblScope></bibl></sense></entry>
        </p>
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