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      <titleStmt>
        <title>Artikel „offen“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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        <editor>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „offen“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="offen" orig="Offen">Offen</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="adjective">a.:</pos></gramGrp>
        </form>
        <sense n="1)">1) (ohne Steigrung) nicht zugemacht, nicht ge- oder verſchloſſen, — daher auch (mit Steigr.) frei zugänglich (ſ. a) und oft nahe an <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>grenzend: Etwas Verſchließbares iſt, bleibt, ſteht o.,</title></bibl> — es o. haben, halten, laſſen (ſ. auch vergeſſen 1); es o. finden, ſehn, erblicken ꝛc., z. B.: Die Thür eines Zimmers, das Zimmer iſt o. ꝛc.; O–e Thüren, Fenſter, Zimmer, Stuben, Häuſer, Thorwege, Thore, Städte (ſ. a); O–e Kiſten, Kaſten, unverſchloſſen oder ohne Deckel (vgl. 2), ſo: O–e Geräthe, Pokale ꝛc.; O–e [nicht zugeſchüttete, zugemachte] Gruben, Gräben ꝛc.; O–e [nicht zugeheilte] Wunde; O–er (Leibes-) Schaden, ſichtbar daliegend (ſ. 2) ꝛc.; O–e [unverſiegelte] Briefe (ſ. b), Billette ꝛc.; O–e Augen, nicht geſchloſſen, wie bei Schlafenden oder Todten (verſch. <bibl><biblScope>a</biblScope> <title>und 2); Mit o–em Munde daſtehn, gaffend, ſ. maulaffen ꝛc.; Ein Platz iſt o., unbeſetzt, leer, ſo daß Einer oder Etwas dort eine Stelle finden kann; Eine Zeile o. laſſen ꝛc., ſo auch: Ein o–es [erledigtes, eröffnetes] Lehen; Eine o–e [vakante] Stelle, ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>a;</biblScope> <title>Sobald ein Ehrenſtand dort o. iſt.</title></bibl> <bibl><author>Gryphius</author>  <title>Fr.</title></bibl> <bibl><biblScope>349;</biblScope> <title>Die Superintendur iſt o.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>2, 389 ꝛc.</biblScope></bibl> <bibl><author>Sanders,</author>  <title>deutſches Wörterb.</title></bibl> <bibl><biblScope>II.</biblScope></bibl> — <sense n="a)">a) freien Zugang, Eintritt gewährend, wobei Der oder Dasjenige, dem der Zugang frei iſt, im Dat. oder mit „für“ beigefügt werden kann: Einem bleibt eine Hinterthüre (ſ. d.) o.; ſich eine Hinterthüre o. halten, laſſen, zum Entſchlüpfen ꝛc.; Die neuen Bürger ziehen <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>.. in das gaſtlich offne Thor.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>56b ꝛc.;</biblScope> <title>Der Laden, das Geſchäft iſt bis Mittag o. (für die Käufer); Das Muſeum, die Gallerie iſt o. (für das beſuchende Publikum); Die Poſt iſt nicht mehr o., iſt geſchloſſen (für die Annahme von Briefen ꝛc.); Geſtern war die Bibliothek ſchon zu, als ich Ihren Brief bekam, und jetzt, da ich ſchreibe iſt ſie noch nicht o.</title></bibl> <bibl><author>Forſter’s</author>  <title>Br.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 359 ꝛc.;</biblScope> <title>Mein Haus iſt (ſteht) dir immer o., du findeſt dort Aufnahme, biſt willkommen; Willſt du in meinem Himmel mit mir leben, | ſo oft du kommſt, er ſoll dir o. ſein.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>71b ꝛc.;</biblScope> <title>im Mittelalter ꝛc. auch: Es iſt auch des Biſchofs Schloß zu Arbon dieſer zehn Orten, dazu der Bürgerſchaft, in Kriegsnöthen o. Haus.</title></bibl> <bibl><author>Stumpf</author> <biblScope>494b,</biblScope> <title>ſie haben das Beſatzungsrecht, ſ.</title></bibl> <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>1, 33 ꝛc.;</biblScope> <title>O–e Kaſſe bei Jemand haben, ſo viel Geld von ihm entnehmen können, wie man wünſcht ꝛc.; Mein Land ſteht dir o.; wohne, wo dir’s gefällt.</title></bibl> <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>20, 15; 13, 9,</biblScope> <title>ich „will“ dir überall gern Eintritt ꝛc. gewähren,</title></bibl> — vgl. dagegen: Das ganze Land bis München lag dem Eroberer o. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>947a; 946b,</biblScope> <title>in ſeiner Gewalt, es „konnte“ ihm den Zugang ꝛc. nicht wehren, und ſo: O–e [unbefeſtigte] Städte.</title></bibl> <bibl><author>Spr.</author> <biblScope>25, 28;</biblScope> <title>Ein o–es [gegen feindliche Einfälle unverwahrtes] Land; Ihr ſeid Kundſchafter ... zu ſehen, wo das Land o. iſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>42, 9 ꝛc.;</biblScope> <title>Einem abgehenden Kommis ꝛc. ſeine Stelle noch eine Zeit lang o. halten, ſo daß er wieder eintreten kann; Zwei Gedecke für etwa noch eintreffende Freunde o. zu halten.</title></bibl> <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Dicht.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 32 ꝛc.;</biblScope> <title>Beim Schreiben eines Kontrakts Platz für die Namen o. laſſen ꝛc.; Des ſaroniſchen | Meerbuſens weit den Blicken offnen Strand.</title></bibl> <bibl><author>WHumboldt</author> <biblScope>3, 43 ꝛc.;</biblScope> <title>Ein o–es [empfängliches] Auge, Ohr, einen o–en Sinn für Etwas haben, ſo daß dies in dem Sinn leicht Eingang findet; Ein o–es Auge für die Naturſchönheiten haben; Die Schmeichler finden bei ihm immer ein o–es Ohr; Sein Ohr iſt den Schmeicheleien o.; Schmeicheleien, Einflüſterungen, guten Lehren, guten Rathſchlägen ein o–es Ohr (dar)bieten, leihen; Daß die Niedern | ſich ihres offnen Ohrs bemächtigen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>493b;</biblScope> <title>Ein für alle Eindrücke o–es Herz; Je o–er wir für dieſe Genüſſe ſind.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 159;</biblScope> <title>Alle Quellen natürlicher Empfindung, die der Fülle unſerer Väter o. waren, ſchließen ſich ihm.</title></bibl> <bibl><biblScope>31, 18;</biblScope> <title>Einer.. ſchon den zarteſten Gefühlen o–en Nation.</title></bibl> <bibl><biblScope>33, 321;</biblScope> <title>So ſtehet ſeiner Wünſche Schlund | zuletzt den Millionen o.</title></bibl> <bibl><author>Nicolai</author> <biblScope>1, 82,</biblScope> <title>ſeine unerſättlichen Wünſche gehn bis in die Millionen, dieſe finden in ſeine Wünſche Eingang: Weich | iſt euer Herz gebildet, o. iſt’s | der Scham.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>409a;</biblScope> <title>In dem Alter, wo die Seele, jedem Eindruck o., ſich ebenſo leicht mit edeln Geſinnungen füllt.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>8, 214 ꝛc.</biblScope> <title>Ähnlich: Ein o–er Kopf, (ſ. d. 3b), der unbefangen, Alles leicht faſſt, vgl. als Ggſtz.: ein vernagelter ꝛc. Ferner z. B.: Der Weg iſt nur für Fußgänger o., für Wagen und Reiter geſperrt; „Wandle!“ rief’s, „der Weg iſt o.“ [frei].</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>48a ꝛc.;</biblScope> <title>Das Waſſer iſt wieder o. (für die Schifffahrt), frei von Eis; Die Erde iſt noch nicht o., frei von Froſt, ſo daß man grabend ꝛc., den Acker beſtellend, leicht eindringen kann ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="b)">b) daran reihen ſich (ſ. <bibl><biblScope>a</biblScope> <title>u. 3) einige Verbind. mit beſ. nüancierter Bed., z. B. (alphab. nach dem Hw.): Mit o–en Armen (ſ. d. 1f) Einen aufnehmen, empfangen ꝛc.</title></bibl> — Einen freien o–en Born haben wider die Sünde. <bibl><author>Zach.</author> <biblScope>13, 1,</biblScope> <title>Allen frei zugänglich, woraus Alle ſchöpfen können (ſ. 3),</title></bibl> — verſch.: Ein o–er [nicht zugedeckter] Brunnen ꝛc. — Ein o–er Brief (ſ. 1), auch: mit einem für Jedermanns Kenntnis beſt. Inhalt (ſ. <bibl><biblScope>3</biblScope> <title>und Patent 1a).</title></bibl> — O–e Bruſt (ſ. d. 3e), vgl. ferner <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — Das o–e E, Ggſtz: das geſchloßne (frz. <bibl><biblScope>e ouvert</biblScope> <title>und fermé), dies mit mehr geſchloßnem, jenes mit mehr geöfſnetem Munde geſprochen und ſo in der Ausſprache ſich dem ä nähernd.</title></bibl> — Auf freiem o–em Feld (ſ. d. 2), im Ggſtz. der von Mauern umſchloßnen Stadt ꝛc. (ſ. 3), ſeltner (vgl. frei 3b): Ich muß mich im O–en dehnen (Er macht die Glasthür auf ꝛc.). <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>162a,</biblScope></bibl> — vgl. ferner: In o–er Feldſchlacht ꝛc.; ferner: Einem o–es Feld (ſ. d. 7) laſſen. — Eine noch o–e Frage, unerledigt, noch nicht zum Abſchluß gekommen, ſo daß deren Löſung noch frei iſt. — O–er Gang, z. B. eine Halle, die an einem oder an beiden Enden o. iſt oder auch (ſ. 2) oben unbedeckt ꝛc., ferner (Bergbau): ein Gang (ſ. d. 7a) voller Druſen und Klüfte. — O–er Hafen, o–e Rhede, nach der Seeſeite zu o. und ſo ohne Schutz gegen Wind und Wellen, Ggſtz. beſchloßne Rhede; — aber auch zuw. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Freihafen (ſ. 3).</title></bibl> — O–e Hand, Ggſtz. zugemachte, geſchloßne, nam. in Bezug aufs Geben, z. B. <bibl><author>Rückert</author>  <title>Mak.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 71 ꝛc.,</biblScope> <title>aber auch aufs Nehmen, z. B.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 230;</biblScope></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>2, 173.</biblScope></bibl> — O–er Harniſch, Ggſtz. geſchloßner, nam. auch Weber.: (ſ. Harniſch 3), dieſer mit zwei, jener mit einer Harniſchſchnur in jeder Rahmſchnur, vgl.: Geſchloßne Kette, wobei die Fäden des Aufzugs in einer Linie liegen; geſpaltne oder o–e, wo ſie durch die Fußtritte in zwei Hälften getheilt ſind. — O–es Konto, o–e [laufende] Rechnung, eine nicht abgeſchloßne. — O–en Leib [gehörige Darmausleerung] haben, Ggſtz.: verſtopft ſein; Sich den Leib o. halten ꝛc. — Auf o–em Meer, auf o–er (oder offenbarer) See (ſ. u.) ſein, ſo weit entfernt vom Lande, daß man ſich nirgends davon umgeben ſieht. — In o–er Rechnung ſtehn, ſ. o.: Konto. — O–e Rhede, ſ. o.: Hafen. — Ein Schiff o. halten, ſich das Ausſegeln desſelben o. halten; ſich ſo davon (luvwärts) halten, daß man es ausſegeln kann. — Wir befanden uns .. bereits außerhalb Landes in o–er See. <bibl><author>Forſter</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 141,</biblScope> <title>ſ. o.: Meer.</title></bibl> — O–e Tafel halten, im Freien oder doch ſo, daß Zuſchauenden der Zutritt geſtattet iſt ꝛc.: Sie iſt wohl Bettlerkönigin, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>die offne Tafel hält.</title></bibl> <bibl><author>Uhland</author> <biblScope>388.</biblScope></bibl> — O–e Tage (veralt. Rechtsſpr.): an denen die Schranken des Gerichts geöffnet waren. — O–er Wechſel, nicht auf eine beſtimmte, abgeſchloßne Summe lautend, ſondern fortlaufend, für Jemandes Bedarf ſich ausdehnend (Kreditbrief), ſ. o.: Konto. — Schiff.: O–er (raumer, breiter) Wind, Backſtagswind, dem alle Segel o. ſtehn, ſo daß er eine breite (raume) Fläche findet. — O–e Zeit, in der die Benutzung, der Gebrauch von Etwas o. iſt, freiſteht, Ggſtz.: geſchloßne Zeit, — z. B.: Das Vieh zu o–en Zeiten ins Gehölz treiben, zur Weide ꝛc. —</sense></sense>
        <sense n="2)">2) unbedeckt, unverdeckt, z. B. (ſ. 1): Oben o–e Hallen, Gänge ꝛc.; O–e Wagen, Fahrzeuge (ohne Verdeck); Landwirthſch.: O–er (offenbarer) Froſt, Barfroſt, der die Erde noch ohne Schneedecke trifft; Dem Feind die o–e [nackte] Bruſt entgegentragen; Der glanzvoll offne [unverhüllte] Schoß des Tages. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>528a;</biblScope> <title>Am offnen [hellen] Tage.</title></bibl> <bibl><author>vdLühe</author></bibl> <bibl><author>(Campe)</author>  <title>ꝛc.; O–es Geſperr</title></bibl> (Uhrmach.), frei ſichtbar an der Schnecke der Taſchenuhren angebracht; O–er [äußerlich ſichtbarer] Leibesſchaden; Etwas liegt o. [unverhüllt, frei ſichtbar] da, zu Tage, vor Aller Augen; Da brach es auf, da lag es kund und o., <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>aus welchem Beutel ich gewirthſchaft hatte.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>343a ꝛc.;</biblScope> <title>Nachdem er ſeine Karten ... verborgen hält, ſollen wir die unſern auflegen und ein o–es Spiel gegen ein verdecktes ſpielen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>18, 85;</biblScope> <title>Einen o–en Miſere (ſ. d.) ſpielen, mit aufgedeckten Karten ꝛc.; Etwas o. zeigen, z. B.</title></bibl> <bibl><author>Scheling</author> <biblScope>2, 2, 658;</biblScope> <title>Hier zeigt ſich ſeine Dummheit, Schlechtigkeit ꝛc. o.; Er zeige frei das offne Laſter.</title></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>6, 33;</biblScope> <title>Zum o–en [rückhaltloſen] Spott der Thoren.</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Mak.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 104</biblScope> <title>und oft (ſ. Offenheit): ohne Hinterhalt und Verſtellung, ſich, wie man iſt, gebend und zeigend (vgl. o-herzig, aufrichtig ꝛc.): O–e Gegner, Feinde, erklärte, die Feindſchaft nicht verhehlende; Im o–en ehrlichen Kampf; Jemand, ſeine Anſichten o. bekämpfen; Frei und o. mit der Sprache herausgehn, mit ſeiner Anſicht hervortreten; Sich o. über Etwas ausſprechen; Etwas o. äußern, geſtehn, bekennen; O–es Geſtändnis, Bekenntnis; Jemand,</title></bibl> — ſein Herz, Gemüth, ſeine Seele iſt o.; Jch bin o. und gutmüthig . ., du biſt verſteckt und ſtill. <bibl><author>G.</author> <biblScope>21, 233;</biblScope> <title>Ottilie war kindlich heiter, nach ihrer Weiſe konnte man ſie o. nennen.</title></bibl> <bibl><biblScope>15, 102;</biblScope> <title>Begann ſie das Geſpräch .. um ſo mehr o. und zuverſichtlich.</title></bibl> <bibl><biblScope>125;</biblScope> <title>Ein geſchäftiges Leben [macht] den o–ſten [Menſchen] vorſichtig.</title></bibl> <bibl><biblScope>30, 301;</biblScope> <title>Gegen dich iſt’s offne, treue Meinung.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 190;</biblScope> <title>Bar und o. ꝛc. Danach auch vom Außern, als Spiegel des Innern: O–e Phyſiognomie, Miene ꝛc.; O–er Blick; o–es Auge (verſch.</title></bibl> <bibl><biblScope>1; 1a),</biblScope> <title>Ausſehn, Geſicht, Äußere, Weſen, Benehmen ꝛc., auch ſubſt.: Etwas O–es im Weſen haben ꝛc.</title></bibl> —</sense>
        <sense n="3)">3) als attrib. Ew. (ohne Steigr.) in einigen Verbind. faſt <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>öffentlich (ſ. d.), z. B.: Einen o–en Laden, ein o–es Geſchäft haben, wobei die Waaren o. zur Schau geſtellt werden (ſ. 2) ꝛc.; Auf o–er (Land-) Straße, wo Alle gehn ꝛc.; Auf</title></bibl> <bibl><biblScope>59</biblScope> <title>o–em Markt, Platz</title></bibl> <bibl><author>(Werner</author>  <title>Lthr. 68), Weg</title></bibl> <bibl><author>(Gellert</author> <biblScope>1, 264) ꝛc.;</biblScope> <title>Iu o–er Verſammlung, wo Niemand ausgeſchloſſen, Alle zugegen ſind; Auf o–er Kanzel.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>122b,</biblScope> <title>wo es das ganze Publikum hört; In o–er Gant, in öffentlicher Verſteigrung, wozu Jedem der Zutritt und das Mitbieten o. iſt; O–es Inſtrument (ſ. d. 4), veralt. Rechtsſpr.: von einem öffentlichen Notar ſtreng nach der Form Rechtens ausgeſtellt ꝛc.</title></bibl> —</sense>
        <sense n="4)">4) ſubſtant.: Das O–e, ſ. <bibl><biblScope>1b:</biblScope> <title>o–es Feld und</title></bibl> <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>am Schluß.</title></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Ahd. <bibl><biblScope>of(f)an,</biblScope> <title>mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>of(f)en,</biblScope> <title>Participialbild. zu</title></bibl> <bibl><biblScope>ûf,</biblScope> <title>auf (ſod. †),</title></bibl> — das im eig. Sinn von geöffnet ſich mit o. (aber natürlich nur als adv.) berührt, doch nicht das Seinde, ſondern das Bewirkte bez., vgl.: Eine Schachtel ohne Deckel iſt o.; man macht aber eine Schachtel auf, indem man den Deckel auf [d. h. empor] zieht und abnimmt; Diebe nehmen nicht nur aus o. ſtehenden Schränken Geld, ſondern brechen auch die verſchloßnen auf; Die Stellen der künftigen Fenſter werden nicht zugemauert, ſondern bleiben o. Ich habē das Fenſter aufgemacht und es ſoll auf [ellipt. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>aufgemacht, geöffnet] bleiben oder: o. bleiben und ſo ellipt. auch:</title></bibl> Auf <bibl><biblScope>[=</biblScope> <title>geöffnet] ſein, ſtehn, laſſen ꝛc., z. B.: Die Thür iſt auf.</title></bibl> <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>6, 280; 276;</biblScope> <title>Die Fenſter ſtanden alle auf.</title></bibl> <bibl><author>Freiligrath</author> <biblScope>2, 293;</biblScope> <title>Wenn das Schutzbrett an einer Waſſermühle auf [gezogen] iſt, ſo iſt die Waſſerrinne auf (oder o.) ꝛc., ſ. auflaſſen</title></bibl> <bibl><biblScope>3</biblScope> <title>(dagegen gw. nur: Ich fand das Haus o.,</title></bibl> — nicht: auf, wegen der Zweideutigk., ſ. auffinden); ferner ohne Zeitw., z. B. (imperat.): Auf, meine Augen! <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>6, 278 =</biblScope> <title>öffnet euch ꝛc., ſeltner: Und auf [etwa: ging, flog ꝛc.] die Thür! und Röschen lief | hinaus ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>JG</author></bibl> <bibl><author>Jacobi</author>  <title>Ir.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 322 ꝛc.</biblScope> <title>Tadelhaft iſt o. ſt. auf in Zſſtzg. wie</title></bibl> auf- machen, -ſchließen, -brechen ꝛc. — Steigr. ſ. oben <bibl><biblScope>(1; 2)</biblScope> <title>nur in übrtr. Bed.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. — oder eig. Zuſammenſchiebungen — z. B.: Flügel-: von Flügelthüren, mit beiden Flügeln ge- öffnet, weit-o., auch übertr.: Wenn ein ſehnend Hoffen | ... Erfüllungspforten findet f. G. 12, 6 ꝛc., vgl. ſchwzr.: Mangel-o., von einer gw. Thüre ꝛc., bis am Angel (od. ganz) offen. Stalder 2, 196, ſ. weit-o. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Hálb-:</comp> z. B.: Die Thür ſtand h.; Der Mund war h. Stilling 1, 134 ꝛc. und nam.: In einer h–en Beichaiſe. Hackländer SoldKr. 5; H–er Wagen ꝛc., mit halbem Verdeck. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Héll-:</comp> weit-o.: H. liegt vor uns die Welt. Freiligrath 2, 225. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wēīt-:</comp> weit geöffnet ꝛc., Ggſtz.: halb-o.: Mit w–en Naſen. H. Ph. 4, 19; Mit w–en Augen. W. 21, 129; Mit einer w–en Wunde. Luc. 1, 50 ꝛc., auch: Die Thür ſperrweit-o., ſperrangelweit-o., vgl. flügel- o. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wélt-:</comp> weit-o. wie die Welt, ſ. weltoffenbar ꝛc.: Wie Homer die w–e Entfaltung eines jugendlichen Heroenlebens darſtellt. Augsb. Zeit. (44) 2353a.</entry>
        </p>
      </entry>
    </body>
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