<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Artikel „Natur“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
            <forename>Daniel</forename>
          </persName>
        </author>
        <editor>
          <persName>
            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
          </persName>
        </editor>
        <editor>
          <persName>
            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
          </persName>
        </editor>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>
          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="en">Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
          <address>
             <addrLine>Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin</addrLine>
             <country>Germany</country>
          </address>
        </publisher>
        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
          </licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>Daniel Sanders: „Natur“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>

  <facsimile>
    <surface ulx="18" uly="1225" lrx="1011" lry="3963">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-2_1__0403__0401__1"/>
    </surface>
    <surface ulx="22" uly="235" lrx="1002" lry="4013">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-2_1__0403__0401__2"/>
    </surface>
    <surface ulx="125" uly="232" lrx="1111" lry="3966">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-2_1__0404__0402__0"/>
    </surface>
    <surface ulx="17" uly="229" lrx="1013" lry="3968">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-2_1__0404__0402__1"/>
    </surface>
    <surface ulx="14" uly="233" lrx="1017" lry="3971">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-2_1__0404__0402__2"/>
    </surface>
    <surface ulx="42" uly="255" lrx="1038" lry="677">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-2_1__0405__0403__0"/>
    </surface>
  </facsimile>
  <text>
    <body>
      <entry type="main" xml:lang="de">
        <lbl>*</lbl>
        <form type="lemma">
          <orth expand="Natur" orig="Natūr">Natūr</orth>
          <gramGrp>(lat.), <pos norm="noun">f.;</pos><gen norm="feminine"/> –en; -:</gramGrp>
        </form>
        <sense>ein Wort von mannigfach nüancierten u. vielfach in einander übergreifenden Bedd.: 1) die an- u. eingeborne oder angeſchaffne, — verallgemeinert: die der urſprünglichen innern Beſtimmung von Etwas, ſeinem Weſen entſprechende Art zu ſein, auch mit Bezug darauf, wie ſie, frei von umgeſtaltenden äußern Einwirkungen, ſich von innen heraus, aus ſich ſelbſt entwickelt (ſ. Eingeſchaffenheit, Weſen, Weſenheit): Von N., z. B.: So du aus dem Ölbaum, der von N. wild war, biſt ausgehauen und wider die N. in den guten Ölbaum gepfropfet. <bibl><author>Röm.</author> <biblScope>11, 24; 2, 14; 27;</biblScope></bibl> <bibl><author>Gal.</author> <biblScope>2, 15; 4, 8 ꝛc.;</biblScope> <title>Er iſt von N. ſchüchtern, aber er hat ſeine ſchüchterne N. bezwungen; Man kann ſeine N. wohl eine Zeitlang unterdrücken, aber nicht ganz er-ſticken; Er kann ſeine N. nicht verleugnen; Die N. läſſt ſich nicht zwingen; Gewohnheit iſt die zweite N., wirkt ſo mächtig wie Angebornes; Etwas wird Einem zur zweiten (od. andern) N. ꝛc.; Kunſt, die dieſem Geſchöpf [dem Menſchen] zweite N. iſt.</title></bibl> <bibl><author>H.</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 210 ꝛc.;</biblScope> <title>Die göttliche, die menſchliche N. Chriſti; Der Herre Chriſt | nach beiderlei N–en.</title></bibl> <bibl><author>Ringwaldt</author></bibl> <bibl><author>(Wackern.</author> <biblScope>2, 182</biblScope> <title>Z. 36); Etwas der N. Gottes,</title></bibl> — meiner N., — der N. der Sache Widerſtrebendes, Gemäßes; Etwas iſt wider, gegen meine N.; Er iſt nun einmal nicht gemacht, nach Andern <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>geſchmeidig ſich zu fügen und zu wenden; | es geht ihm wider die N., er kann’s nicht.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>335b ꝛc.;</biblScope> <title>Das iſt in meiner N.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>28, 21;</biblScope> <title>Es iſt nicht in der menſchlichen N.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>32, 31;</biblScope> <title>Es iſt meiner N. gemäß, liegt in meiner N.; Es liegt in der N. der Sache; Die N. der Sache bringt es ſo mit ſich; In der N. des Magnets liegt es, das Eiſen anzuziehn; Der Vortrag iſt der N. des Gegenſtands angemeſſen; Die N. der franzöſiſchen Sprache erlaubt ſolche Inverſionen nicht; Sie ſind ſchier der Roßbremen Art und N.</title></bibl> <bibl><author>Fiſchart</author>  <title>B.</title></bibl> <bibl><biblScope>262b;</biblScope> <title>Die N–en der Menſchen ſind verſchieden; Jemand hat [od. iſt, ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>3c]</biblScope> <title>eine (un)glückliche, harte, weiche, ſtarke, kräftige, ſchwache N.; Meine ganze N. ſträubt, empört ſich dagegen ꝛc. Minder gw.: Die ſanguiniſche N. Thiebold’s hatte [Th. hatte ſeiner ſanguin. N. nach, ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>3c]</biblScope> <title>ſchon den Hut in der Hand.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>Z.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 14;</biblScope> <title>In Griechenland würde Byron anders geſungen haben, wo ſeine geſammten N–en [Anlagen] in ihrer vollen Gediegenheit und Herrlichkeit hätten voll .. hinausblühen können ins Leben.</title></bibl> <bibl><author>Zſchokke</author> <biblScope>1, 272.</biblScope></bibl> — 2) (ſ. 1) ein in ſich geſchloßner Kreis von Werdendem od. Gewordnem (Seiendem), in mehr oder minder umfaſſendem Sinn (vgl. Welt, All, Weltall), im weiteſten: alles Seinde; in etwas engrem: die finnliche Welt (im Ggſtz. der übernatürlichen, vgl. Schöpfung), nam. inſoweit ſie ſich der Betrachtung des Erdbewohners darbietet: die irdiſche Welt; dann auch — wo auch nam. dichteriſch die Mz. auftritt — einzelne in ſich abgeſchloſſene Kreiſe der Welt, ſei es der wirklichen od. der Gedankenwelt (vgl. die folg. Nummern): N., in der vielfachen Deutung des Wortes, bald als Totalität des Seienden und Werdenden, bald [ſ. <bibl><biblScope>4]</biblScope> <title>als innere, bewegende Kraft, bald als das geheimnisvolle Urbild aller Erſcheinungen aufgefaſſt, offenbart ſich dem einfachen Sinn und Gefühle des Menſchen vorzugsweiſe als etwas Irdiſches, ihm näher Verwandtes.</title></bibl> <bibl><author>Humboldt</author>  <title>K.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 83;</biblScope> <title>Die N. iſt, wie Carus trefflich ſagt und wie das Wort ſelbſt dem Römer und dem Griechen andeutete, das ewig Wachſende, ewig im Bilden und Entfalten Begriffene.</title></bibl> <bibl><biblScope>22;</biblScope> <title>N. iſt der Inbegriff der Gegenſtände der Erfahrung.</title></bibl> <bibl><author>Kant</author>  <title>phRel.</title></bibl> <bibl><biblScope>12;</biblScope> <title>In der ganzen N., in dem ganzen Kreis (Umkreis, Umfang) der N.; Durch die ganze N.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>110b;</biblScope> <title>Die lebloſe, die belebte N.; Die drei Reiche der N.; Ins Innre der N. dringt kein erſchaffner Geiſt, | zu glücklich, wem ſie noch die äußre Schale weiſt.</title></bibl> <bibl><author>Haller</author> <biblScope>88,</biblScope> <title>vgl.: N. hat weder Kern noch Schale ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>2, 304 ꝛc.;</biblScope> <title>Unfühlend | iſt die N.: | es leuchtet die Sonne | über Böſ’ und Gute ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>67;</biblScope> <title>Als das Auge der N. [die Sonne] | ſich endlich ſchloß.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 252 ꝛc.;</biblScope> <title>Es giebt Augenblicke . ., wo wir der N. in Pflanzen, Mineralien, Thieren, Landſchaften .., bloß weil ſie N. iſt, eine Art von Liebe</title></bibl> <bibl><biblScope>..</biblScope> <title>widmen. .. N. in dieſer Betrachtungsart iſt uns nichts Anderes als das freiwillige Daſein, das Beſtehen der Dinge durch ſich ſelbſt, die Exiſtenz nach eigenen unabänderlichen Geſetzen ꝛc. [vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>1].</biblScope></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>1190;</biblScope> <title>Schöne Welt, wo biſt du? kehre wieder, | holdes Blüthenalter der N. [Menſchheit].</title></bibl> <bibl><biblScope>22a ꝛc.;</biblScope> <title>Freude heißt die ſtarke Feder | in der ewigen N.; | Freude, Freude treibt die Räder | in der großen Weltenuhr.</title></bibl> <bibl><biblScope>19a ꝛc.</biblScope> <title>und (ſ. v.) in Mz.: Tilge ſie [die Liebe] vom Uhrwerk der N–en: | trümmernd aus einander ſpringt das All; | in das Chaos donnern eure</title></bibl> Welten. <bibl><biblScope>2a;</biblScope> <title>Hingeſchmiedet zum Geſang, | ſtehn im ew’gen Wirbelgang, | einzuziehn die Wonnefülle, | lauſchende N–en ſtille.</title></bibl> <bibl><biblScope>3a;</biblScope> <title>Beſchwöre die N–en rings</title></bibl> — und weine, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>daß du nicht Macht haſt über todte Steine.</title></bibl> <bibl><author>Meißner</author>  <title>Gd.</title></bibl> <bibl><biblScope>87;</biblScope> <title>O Schöpfer der N–en.</title></bibl> <bibl><author>Spee</author></bibl> <bibl><author>(Wackern.</author> <biblScope>2, 293</biblScope> <title>Z. 18) ꝛc.; In der unerſchöpfbaren N. iſt Alles einzig und einzeln und ſo in der N. aller N–en, der Liebe.</title></bibl> <bibl><author>H.</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>7, 68,</biblScope> <title>in der Welt der Welten, in der höchſten Welt, vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>3d,</biblScope> <title>nam.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 53.</biblScope></bibl> — 3) (ſ. 2) N. auch von einem einzelnen Weſen, inſofern es als etwas in ſich Abgeſchloßnes erſcheint oder aufgefaſſt wird, als eine eigne Welt (vgl. Mikrokosmos): <sense n="a)">a) <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Geſchöpf, Weſen: Aller irdiſchen N–en Kraft | zu dem Heil der Menſchen auszukunden.</title></bibl> <bibl><author>B.</author> <biblScope>88a;</biblScope> <title>Unter allen organiſchen N–en.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>29, 388;</biblScope> <title>Es ruft uns .. | des Tages Licht zu irdiſchen Geſchäften, | ihr leiblich Theil verleihend den N–en.</title></bibl> <bibl><author>Schlegel</author> <biblScope>1, 146 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) (ſ. c) ein perſönl. Weſen nach der ihm einwohnenden N. (1) od. Weſenheit: Zur Erkenntnis der übrigen erhabenen N–en [der Engel und Gottes]. <bibl><author>G.</author> <biblScope>39, 75;</biblScope> <title>Das Bild menſchlicher N–en (1).</title></bibl> <bibl><author>H.</author></bibl> <bibl><author>(Wackern.</author> <biblScope>4, 442</biblScope> <title>Z. 41); Den Flug | des Denkens hemme ferner keine Schranke | als die Bedingung endlicher N–en.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>279b;</biblScope> <title>Eilteſt du, | junge Himmliſche, dem Frieden | ſeliger N–en zu.</title></bibl> <bibl><author>Tiedge</author> <biblScope>2, 37;</biblScope> <title>Zwei, die mit mir überfuhren, | waren geiſtige N–en [Geiſter, Verſtorbne].</title></bibl> <bibl><author>Uhland</author> <biblScope>67;</biblScope> <title>Einen noch in irdiſche Glieder gefeſſelten Geiſt zum Anſchauen der himmliſchen N–en vorzubereiten.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>5, 13 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) (ſ. b) eine Perſon von ſo u. ſo beſchaffner N. (1): Die feindlich widerſtreitenden N–en (1) <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>ergänzten ſich zu wunderbarer Einheit.</title></bibl> <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>4, 39;</biblScope> <title>Goethe war eine ſchöne, Herder dagegen eine erhabene N.</title></bibl> <bibl><author>Falk</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>148;</biblScope> <title>Gönnt ihr dieſer köſtlichen N. | vom Fürſtenblute nicht das Glück?</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 261;</biblScope> <title>Eine leere, hohle N. wird ſich wenigſtens einen äußern Schein zu geben wiſſen, und der tüchtige Menſch ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>21, 216;</biblScope></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 92; 7, 28;</biblScope></bibl> <bibl><author>Hackländer</author>  <title>Tag.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 13;</biblScope></bibl> <bibl><author>Höfer</author>  <title>V.</title></bibl> <bibl><biblScope>64;</biblScope></bibl> <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 6; 4, 283;</biblScope></bibl> <bibl><author>Lewald</author>  <title>W.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 199; 2, 438;</biblScope> <title>Die Liebe | wird leicht zur Wuth in heftigen N–en.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>508a;</biblScope> <title>In gutartigen N–en.</title></bibl> <bibl><biblScope>280a ꝛc.</biblScope> <title>Selten vrkl.: Muſikaliſche N–chen.</title></bibl> <bibl><author>Zelter</author> <biblScope>6, 22.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="d)">d) prägnant: der Menſch als Welt für ſich (vgl. e): Dagegen tritt nun die Kunſt ein; denn, indem der Menſch auf den Gipfel der N. geſtellt iſt, ſo ſieht er ſich wieder als eine ganze N. an, die in ſich abermals einen Gipfel hervorzubringen hat. <bibl><author>G.</author> <biblScope>30, 16.</biblScope> <title>Einerſeits wird nun die N. außer dem Menſchen oft dem Menſchen entgegengeſetzt, andrerſeits ihre (der Wirklichkeit) Ubereinſtimmung mit der im Menſchengeiſt ſich offenbarenden innern Welt hervorgehoben (ſ. 6a): Mir gälte es als das Höchſte, wenn wir als reine N. mitten in das reine N.-Lehen außer uns treten könnten.</title></bibl> <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Ab.</title></bibl> <bibl><biblScope>108;</biblScope> <title>N. und Idee läſſt ſich nicht trennen, ohne daß die Kunſt wie das Leben zerſtört werden. .. Gerade Das, was ungebildeten Menſchen am Kunſtwerk als N. auffällt, Das iſt nicht N. (von außen), ſondern der Menſch (N. von innen).</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>3, 262 ff.;</biblScope> <title>Ein vollkommenes Kunſtwerk iſt ein Werk des menſchlichen Geiſtes und in dieſem Sinne auch ein Werk der N.; aber indem die zerſtreuten Gegenſtände</title></bibl> <bibl><biblScope>51</biblScope> <title>in Eins gefaſſt und ſelbſt die gemeinſten in ihrer Bedeutung und Würde aufgenommen werden, ſo iſt es über die N. ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>30, 399</biblScope> <title>(ſ. außernatürlich); Er mochte von der N. ſo wenig wiſſen, als wir; denn, indem er einige allgemeine Begriffe hingepfahlt, verläſſt er ſie ſogleich, um Dasjenige, was höher als die N. oder als höhere N. in der N. erſcheint, zur materiellen, ſchweren, zwar bewegten, aber doch richtungs- und geſtaltloſen N. zu verwandeln.</title></bibl> <bibl><biblScope>22, 53;</biblScope></bibl> <bibl><author>Knebel</author> <biblScope>1, 97;</biblScope> <title>Mit dem Genius ſteht die N. in ewigem Bunde. | Was der eine verſpricht, leiſtet die andre gewiß.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>83a;</biblScope> <title>Wiederholen zwar kann der Verſtand, was da ſchon geweſen; | was die N. gebaut, baut er wählend ihr nach. | Über N. hinaus baut die Vernunft, doch nur in das Leere. | Du nur, Genius, mehrſt in der N. die N.</title></bibl> <bibl><biblScope>92a ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="e)">e) (ſ. <bibl><biblScope>d</biblScope> <title>u. 6e) Eine N., eine Perſ., die eine bedeutende Jndividualität in ungekünſtelter, ihrem innerſten Weſen gemäßer Weiſe entwickelt und entfaltet; Wie der Ausdruck: „Er iſt eine N.“ in Goethe’s Munde für ein bedeutſames Lob galt.</title></bibl> <bibl><author>Falk</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>22;</biblScope> <title>Was man ſeit Goethe „eine N.“ zu nennen liebt.</title></bibl> <bibl><author>Hartmann</author>  <title>BB.</title></bibl> <bibl><biblScope>242;</biblScope> <title>Es thut wohl, endlich einmal auf eine N. zu ſtoßen, wenn man ſoviel</title></bibl> Puppen geſehen hat. Ich habe da die Unterſcheidungen und Bezeichnungen aufgeſtellt, welche .. unſer großer Dichter von weiblichen Weſen zu gebrauchen pflegte. <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 206;</biblScope> <title>Nachdem Goethe eine gewiſſe Stufe der Entwicklung erreicht und ſich in ſich gefeſtigt hatte, ſagte er über ſich ſelbſt das ſtolze Wort: Ich lernte mich als N. achten.</title></bibl> <bibl><author>TUlrich</author>  <title>Nat.-Z.</title></bibl> <bibl><biblScope>14, 95 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="f)">f) nach der Trennung u. Gegenüberſtellung von Geiſt u. Körper ꝛc. dann auch zuw.: Die geiſtige N. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Geiſt; Indem ich . . in meine phyſiſche N. [auf meinen Körper] ſtürmte, um der ſittlichen [meinem Gemüth ꝛc.] etwas zu Leide zu thun.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>21, 84 ꝛc.</biblScope> <title>So auch als verhüllender Ausdr.: Die N. [den Leib] erleichtern (ſ. d.).</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>1, 194 =</biblScope> <title>ſeine Nothdurft verrichten. Vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>6a.</biblScope></bibl> — 4) (ſ. 2) die der Entwicklung des Werdenden u. Seinden zu Grunde liegende Kraft, die das All durchwaltende u. durchwebende, die ſchaffende, zeugende, das All erhaltende Kraft, in Bezug auf das All od. auf Theile desſelben, auch in bald mehr, bald minder ſcharf hervortretender Perſonif.: Mutter (ſ. d. 1k) N.; Die bildende N.; N., die große Werkmeiſterin ꝛc.; Im Lauf (ſ. d. 2e) der N.; Der Gang der N.; Die Schuld der N. bezahlen, ſterben, z. B. <bibl><author>G.</author> <biblScope>17, 129 ꝛc.,</biblScope> <title>inſofern der Sterbliche, ſeiner N. (1) nach, ſterben muß ꝛc.; N., erſchaffne Schöpferin!</title></bibl> <bibl><author>Creuz</author> <biblScope>1, 33;</biblScope> <title>Zuletzt heilt ihn | allgegenwärt’ger Balſam | allheilender N.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>2, 60;</biblScope> <title>N.! du ewig keimende, | ſchaffſt Jeden zum Genuß des Lebens, | haſt deine Kinder alle mütterlich | mit Erbtheil ausgeſtattet.</title></bibl> <bibl><biblScope>171;</biblScope> <title>Hohes Gras wankt drüber hin [über die umgeſtürzten Säulen]! | Schätzeſt du ſo, N., deines Meiſterſtücks [des Menſchen] Meiſterſtück?</title></bibl> <bibl><biblScope>169</biblScope> <title>(ſ. 6g); Alles iſt gut, wenn es aus den Händen der N. kommt. .. Alles verſchlimmert ſich unter den Händen der Menſchen</title></bibl> <bibl><author>(Rouſſeau).</author> <biblScope>22, 192</biblScope> <title>(ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>6d ff.);</biblScope> <title>Niemand irre ſich daran, daß ich zuweilen den Namen der N. perſonificiert gebraucht; die N. iſt kein ſelbſtändiges Weſen, ſondern Gott iſt Alles in ſeinen Werken ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>H.</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, XVI;</biblScope> <title>Die Decke, über deren Entziehung .. Plinius die N. ſo jammernd anklagt. Die wohlthätige Mutter ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>210;</biblScope> <title>Nicht ein todtes Aggregat iſt die N.; ſie iſt „dem begeiſterten Forſcher“ (wie Schelling .. ſich ausdrückt) die heilige, ewig ſchaffende Urkraft der Welt, die alle Dinge aus ſich ſelbſt erzeugt und werkthätig hervorbringt.</title></bibl> <bibl><author>Humboldt</author>  <title>K.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 39;</biblScope> <title>N. des Schöpfers Dienſtmagd.</title></bibl> <bibl><author>Lohenſtein</author>  <title>Hy.</title></bibl> <bibl><biblScope>19;</biblScope> <title>Die N., ſie iſt ewig gerecht.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>491b;</biblScope> <title>Dem Geſetze, | das du ſelber, N., mir in den Buſen geprägt.</title></bibl> <bibl><biblScope>87a;</biblScope> <title>Bis an das All die N. dich, die gewaltige knüpft [als Vater].</title></bibl> <bibl><biblScope>93b;</biblScope> <title>Sich hüten vor Denen, welche die N. gezeichnet.</title></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, 229 ꝛc.</biblScope></bibl> — 5) (ſ. 4) nam. in Bezug auf die im Menſchen ſich gleichſam inſtinktmäßig geltendmachenden Regungen u. Gefühle, z. B.: Der N. folgen, gehorchen; Auf die Stimme der N. hören; Es ſiegt in uns die Stimme der N. [das Mitleid]. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>30a ꝛc.,</biblScope> <title>ſo auch beſ. von den durch die Geburt geknüpften Beziehungen der Blutsverwandtſchaft: Brüder durch | ein edler Band als die N. es ſchmiedet.</title></bibl> <bibl><biblScope>301b;</biblScope> <title>Die Bruderfehde | löſt alle heil’gen Bande der N.</title></bibl> <bibl><biblScope>489b;</biblScope> <title>Jetzt, da ihn [den Bruder] die heilige N. | dir gab, dir in der Wiege ſchon ihn ſchenkte, | trittſt du, ein Frevler an dem eignen Blut, | mit ſtolzer Willkür ihr Geſchenk mit Füßen.</title></bibl> <bibl><biblScope>492b;</biblScope> <title>Zu lange ſchon erſtickt’ ich der N. | gewaltge Regung [das Muttergefühl].</title></bibl> <bibl><biblScope>490a;</biblScope> <title>Er [mein Vater] hat noch nie die Stimme der N. gehört.</title></bibl> <bibl><biblScope>253a;</biblScope> <title>Haſt du N. [das Gefühl eines Sohns] in dir, ſo leid es nicht.</title></bibl> <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Haml.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 5, ꝛc.</biblScope></bibl> — 6) das Seinde, frei von Umgeſtaltungen (inſofern dieſe nicht Entwicklungen des Seinden aus ſich ſelbſt heraus ſind) und dieſer Zuſtand des Seinden, — mit mannigfachen Nüancen:</sense><sense n="a)">a) das Wirkliche, im Ggſtz. des Jdealen, Jdealiſierten ꝛc.: Nach der N. Etwas (ab)zeichnen, nehmen, bilden; Die Familie über die N. [vgl. <bibl><biblScope>3f:</biblScope> <title>über ihren Leib] in Gips abzugießen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>30, 331 ꝛc.,</biblScope> <title>auch zur Bez. einer großen Ahnlichkeit zwiſchen zwei Perſonen: Ganz nach der N.! Zug vor Zug.</title></bibl> <bibl><author>Engel</author> <biblScope>12, 35 ꝛc.;</biblScope> <title>N.! o wende dich nicht ab, N.! | ich will zum Jdeal dich ſchon erheben.</title></bibl> <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>4, 145;</biblScope> <title>Man behauptete, ſie [die Jmaginanten] ſeien ohne Realität, hätten nie und nirgends ein Daſein und ihnen fehle Kunſtwahrheit als ſchöne Wirklichkeit. Wenn man den Nachahmern eine falſche</title></bibl> Natürlichkeit zuſchrieb, ſo blieben die Jmaginanten von dem Vorwurf einer falſchen N. nicht befreit. <bibl><author>G.</author> <biblScope>30, 381;</biblScope> <title>Nicht mehr der Worte redneriſch Gepränge, | nur der N. [ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>e]</biblScope> <title>getreues Bild gefällt.. | und in der</title></bibl> Wahrheit findet man das Schöne. <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>Doch .. der Schein ſoll nie die</title></bibl> Wirklichkeit erreichen <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>und, ſiegt N., ſo muß die Kunſt entweichen; | denn auf dem bretternen Gerüſt der Scene | wird eine Jdealwelt aufgethan. . . Verbannt . . | ſind der N. nachläſſig rohe Töne.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>100a ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) In N., häufiger in ganz lat. Form: <bibl><biblScope>in natura,</biblScope> <title>das Genannte ſelbſt, nicht ein Erſatz dafür: Das Getreide in N(–a) oder das Geld dafür ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="c)">c) Theolog.: N., der Zuſtand eines Menſchen, in dem er ſich durch bloße Anwendung ſeiner Geiſteskräfte ohne göttliche Erleuchtung (durch Offenbarung, Gnade) befindet. —</sense><sense n="d)">d) der Zuſtand, wie Etwas aus den Händen der N. hervorgegangen iſt oder gedacht wird: Der alte Urſtand der N. kehrt wieder, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>wo Menſch dem Menſchen gegenüberſteht.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>530a;</biblScope> <title>Sobald die Menſchen aus dem Stande der N. heraustraten.</title></bibl> <bibl><author>Börne</author> <biblScope>5, 42,</biblScope> <title>mit einer Anm., worin er den (nam. durch Rouſſeau</title></bibl> — vgl. <bibl><biblScope>4.</biblScope></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 192)</biblScope> <title>ſehr geläufigen Ausdr. mißbilligt (vgl. e): Wenn die Menſchen den Stand der N. verlaſſen haben ſollen, ſo muß ihr jetziger Stand ein widernatürlicher oder übernatürlicher, auf jeden Fall aber ein unmenſchlicher ſein ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="e)">e) (ſ. d) N., das frei Entwickelte und Gewordne, im Ggſtz. des Konventionellen, der Lüge, der Unwahrheit, des Zwanges, des Gemachten, der ſich als Bildung gebarenden Verbildung, der Künſtelei an Stelle der Kunſt ꝛc. (kurz: der Un-N.), vgl. naiv (auch die Bſp.): Nichts iſt ſo unwiderſtehlicher als Wahrheit, als N. <bibl><author>Forſter</author>  <title>Br.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 444;</biblScope> <title>Ein liebenswürdiges Geſchöpf, das ſehr viel N. mitten in dem ſteifen Leben erhalten hat.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>14, 76;</biblScope> <title>Hüte dich, | durch ſtrengen Fleiß die liebliche N. [Natürlichkeit, Ungezwungenheit] | zu kränken, die in deinen Reimen lebt.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 211;</biblScope> <title>Die Naīvetät, dieſe edle oder ſchöne Einfalt, welche das Siegel der N. und nicht der Kunſt an ſich trägt.</title></bibl> <bibl><author>Kant</author>  <title>SchE.</title></bibl> <bibl><biblScope>39;</biblScope> <title>Jahrhunderte lang .. | mag das trügende Bild lebender Fülle beſtehn,| bis die N. erwacht und .. aufſteht mit des Verbrechens Wuth und des Elends die Menſchheit | und in der Aſche der Stadt ſucht die verlorne N.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>76b ff.;</biblScope> <title>In der N. getreuen Armen | von kalten Regeln zu erwarmen.</title></bibl> <bibl><biblScope>80b; 96b; 100a</biblScope> <title>(ſ. a); Völker, deren Geiſt ſich in unmittelbarer Einheit mit der N. bewegt, deren Bildung N. bleibt.</title></bibl> <bibl><author>Viſcher</author>  <title>Äſth.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 222;</biblScope> <title>Wie verächtlich ihr | ſie von euch ſtoßt, die ſtärkere N. | kommt immer unverſehns zurück und dringt | durch euren falſchen Ekel ſiegreich durch.</title></bibl> <bibl><author>W.</author>  <title>HB.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 165 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="f)">f) N. (ſ. <bibl><biblScope>d</biblScope> <title>u. e), gegenübergeſtellt der entwickelten Bildung u. Kunſt (ſ. d.</title></bibl> <bibl><biblScope>1c</biblScope> <title>u. die Bſp. dort): Aus der Roheit, worin die ungebildete N. ſich am Ende nothwendig verlieren muß.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>21, 242 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="g)">g) ein Theil der Erde, eine Gegend, inſofern die Erzeugniſſe der menſchlichen Thätigkeit, nam. die menſchlichen Wohnungen darin nicht hervor- (od. wieder zurück-)treten, das Freie (ſ. d. 3b): Aus der Stadt, aus dem Thor gehn, um den Nachmittag in der freien N. zuzubringen, um die N. zu genießen; Die kleinſte Republik, wo zu gemeinſchaftlicher Luſt Jeder ſo denkt und für ſeine Perſon ſich abbricht, kann Berge verſetzen und eine andere N. ſchaffen. <bibl><author>Heinſe</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 55;</biblScope> <title>Von Zeit zu Zeit verläſſt man die matte, fade, hinkende Stadt und geht in die</title></bibl> — Vorſtadt, die große, einfältige, rührende N. zu genießen. .. Große, ſtille, feierliche N., du, die Kathedrale der Gottheit, deren Gewölbe der Himmel, deren Säulen die Alpen ꝛc. .., ſo ſpielt man mit dir! <bibl><author>HvKleiſt</author></bibl> <bibl><author>(Monatbl.</author> <biblScope>2, 518b);</biblScope> <title>Auf dem Pontneuf über den Seineſtrom, dieſem einzigen ſchmalen Streifen N., der ſich in die unnatürliche Stadt verirrte. ebd.; Die Landſchaft iſt darum ſo grandios, weil ſie durch und durch hiſtoriſch, weil ſie überall mit N. gewordenem Menſchenwerk, und welchem! überſäet iſt.</title></bibl> <bibl><author>Stahr</author></bibl> <bibl><author>(Schweg-</author>  <title>ler 1846)</title></bibl> <bibl><biblScope>277;</biblScope> <title>Um ganz Rom giebt’s draußen keine ſolche Anlage, wo man in Geſellſchaft zum Kaffe oder Wein die N. genöſſe.</title></bibl> <bibl><biblScope>282 ꝛc.</biblScope></bibl> — 7) mundartl. (wie lat., frz.): die Geburtsglieder, Geſchlechtstheile. <bibl><author>Schm.</author></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Aus <bibl><biblScope>lat. natura</biblScope> <title>ahd.</title></bibl> <bibl><biblScope>natüra,</biblScope> <title>mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>natüre.</biblScope></bibl> — Über Naturs Größe. <bibl><author>L.</author></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. leicht zu mehren und zu verſtehn nach den folg. Beiſp. (vgl. die von Art, Weſen, Charakter ꝛc.), nam. zu [1 u. 3c], was wir unbez. laſſen: All- [4]: die das All umfaſſende Natur, das All: Die Vorſtellung eines v. der A. geſchiedenen Gottes. Schöll (G. Stein 3, 221). —</p>
          <entry type="sub"><comp>Bǟren-:</comp> Etwas von der urſprünglichen B. der Menſchen. Temme Schw. M. 2, 111, derbes, plumpes Weſen. — Bérg- [6g]: Dieſe B. mit ihrem ſtets neuen Wechſel. Tieck A. 2, 227. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bócks-:</comp> Eine herrliche Ausflucht für einen Hurenjäger: ſeine B. aufzubürden einem Geſtirn. V. Sh. 3, 165. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Diktatōren-:</comp> Die großen D. im Kampfe mit den letzten edlen Republikanern. Viſcher Äſth. 2, 245. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dóppel-:</comp> Zwie-N.: Die D. des Menſchen nach Leib und Geiſt. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Eīgen-:</comp> Eigenthümlichkeit. Doigts H. 266. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Erden-:</comp> irdiſche Natur, irdiſches Weſen: Meinen Empfindungen bleibt jede E. unendlich nach. H. 13, 66. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Faktōtums-:</comp> Seine Lohnbedienten- und F. Schwegler (46) 284. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Frōh-:</comp> das frohe Weſen, der Einem eignende Frohſinn: Vom Mütterchen [hab ich] die F. G. 3, 146. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gótt-:</comp> Chriſti G. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Herōen-:</comp> Hölderlin H. 2, 26. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Húnde-:</comp> Möchte man ſich immer Anfangs an ſeiner H. ſtoßen, wie man ſich eben auch an die Nicolai-Natur unſeres Helden ſtieß. Fichte 8, 60. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Jünglings-:</comp> Jhre friſche J. G. 22, 369. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Kérn-:</comp> kernhafte, derbe Natur: Jene Urſprünglichkeit u. K. Gutzkow R. 7, 459. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Kúnſt-:</comp> z. B.: Tretet bald | als Oberförſter, Oberförſterin im Glanz | der K. [der durch die (Schauſpiel-) Kunſt idealiſierten Natur] willkommen u. bewundert auf! G. 6, 351; Die Eremitenhäuschen, die ſüßen kleinen Waſſerfälle, alle dieſe herrliche K. [6g, gekünſtelte Natur]. Tieck NKr. 2, 17. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Lícht-:</comp> Des Herrn der Welten L., | ſie dämmert in der Sonne nur. Daumer H. 2, 199, ſeine lichterfüllte Natur. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Lȫwen-:</comp> Seine L. Freytag Bild. 1, 157, vgl.: Luthers Rieſen-N. 2, 7. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ménſchen-:</comp> Die ganze Anlage der M. H. Ph. 3, 258; Zſchokke 1, 254. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Míß-:</comp> Un-N.: Was, aller Wahrſcheinlichkeit nach, eben von der Bühne als M. ausging, das werden ſie doch nun nicht als wahre Natur der Bühne vorſchreiben wollen. Engel 8, 253. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Pflánzen-:</comp> Geſchöpfe von Pf. H. Ph. 3, 245. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schāfs-:</comp> Der entrollten Lügenfahnen | folgen Alle. Sch.! G. 12, 242. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Tópf-:</comp> Seine brechliche T. Claudius 5, 39. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Un-:</comp> ſ. [6e] Miß-N., das der wahren N. Ungemäße und Widerſprechende, ihr Entfremdete, namentl. inſofern es als das Rechte und Wahre gelten will oder ſoll: Unſre Poeſie von ſolcher U. befreit. Danzel 337. Zuſammengeſchnürt wie Knoſpen | in dumpfiger U. | ſind Herzen ob harter Sitte | unmenſchlicher Diktatur. Daumer H. 2, 128; Der Dünkel führt das Talent auf dieſe Irrbahn und die U. wird das Ziel ſein, zu dem es gelangt. Gervinus Sh. 1, 261; Scenen der U., der Verderbnis, der Barbarei ... Er ſtellte .. entgegen: Scenen einer geſunden Natur, die ſich ruhig entwickelt. G. 19, 367; Dem darunter [unter dem abgemeſſenen und aufgedunſenen Pathos der frz. Tragödie] verborgenen hübſchen natürlichen Kern mag der Deutſche lieber entbehren als ihn aus ſo vieler nach und nach darum gehüllten U. gutmüthig herausklauben. 27, 145; Dieſes erzählen wir .. ganz einfach, wie es der Natur gemäß iſt; Newton hingegen muß ſich mit ſeiner erſonnenen U. viel zu ſchaffen machen. 38, 51; Wie dem Gelehrten die Natur dadurch [durch das Newtoniſche Spektrum] zur U. geworden. 39, 349; Die ganze U. der Bonapartiſchen Ordnungen. Häußer Geſch. 4, 194; Herwegh 1, 113; H. 11, 280; Der Fluch der gottverlaßnen U. Hölderlin H. 2, 113; WHumboldt 1, 365 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Vólks-:</comp> Der bekannte juriſtiſche Beruf lag allerdings urſprünglich in dieſer V. [in der Natur des röm. Volks]. Viſcher Äſth. 2, 242. — Wáld- [6g]: Sonſt herrſcht allerwärts der ernſte, grauſige, allem Leben feindliche Todesſchlaf einer herben Wild- u. W. Kinkel E. 234. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wélt-:</comp> im Ggſtz. der Menſchen-N., wie ſie ſich in der Welt außer dem Menſchen kund giebt. Schütze Hamb. Th. 576. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Zwīē-:</comp> eine zwiefache, zweierlei in ſich enthaltende Natur, Doppel-N.: Wenn ſtarke Geiſteskraft| die Elemente | an ſich herangerafft; | kein Engel trennte | geeinte Z. | der innigen Beiden. G. 12, 304.</entry>
        </p>
      </entry>
    </body>
  </text>
</TEI>
