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        <title>Artikel „muden“</title>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „muden“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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          <orth expand="muden" orig="Mūden">Mūden</orth>
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          <gramGrp><pos norm="verb">tr.:</pos><subc norm="transitive"/></gramGrp>
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        <sense>müde machen, gw. er-m. und <bibl><biblScope>refl.:</biblScope> <title>müde werden (wie mhd. auch intr.): Gemüdet vom ewigen Treiben des Rades.</title></bibl> <bibl><author>Baggeſen</author> <biblScope>2, 92;</biblScope> <title>Meint, ihr Grimm werd’ endlich ſich m. von dem Plagen.</title></bibl> <bibl><author>Logau</author></bibl> <bibl><author>(L.</author> <biblScope>5, 201),</biblScope> <title>des Plagens müde werden; Matt von der m–den Flucht.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Ov.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 305; 46; 2, 104;</biblScope> <title>Und Zahn auf Zahn ſich m–d, | käut er.</title></bibl> <bibl><biblScope>124;</biblScope> <title>Ohnmächtig in mulmigem Sande mich m–d.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 110;</biblScope> <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 123 ꝛc.,</biblScope></bibl></sense>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. z. B.: Áb-: Einen und nam. ſich (zuw.: den Leib, die Glieder) a., bis zur entkräftenden Ermüdung anſtrengen, vgl. abmatten: Schwer abgemüdet, im Schwalle | von ängſtlichen Träumen. B. 65b; Er hatte die herrlichen Glieder | abgemüdet. 242 v. 64; Die a–de Bewegung des Tages hatte ihm die ſüßeſte Nachtruhe verdient. G. 18, 117; Wenn der Herr ſich des Tags auf der Kanzlei in der Stadt, auf dem Lande ſich in Geſchäften abmüdet. 19, 106; 29, 391; In jenen .. wunderlichen Aus- und Einwegen müdet ſich nun das Licht [bei Newton] gewaltig ab. 39, 183; Alles, was wir treiben und thun, iſt ein A.; wohl Dem, der nicht müde wird. 3, 191; Wir hatten nicht nöthig, uns mit Unterſuchungen abzumüden. Br. 322b; Ebenſo abgemüdet von Allem, was Leben heißt [Deſſen müde]. Kühne Char. 1, 329; Körper und Seele war mir endlich abgemüdet. Freim. 299; Sch. 125b; V. H. 1, 287; 2, 8; Warum müdeſt du dich auch immer an meiner Bekehrung ab? Zſchokke 1, 130 ꝛc. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Be-:</comp> (vralt.) Die bemüdeten Glieder erquicken. Ryff 20b; 21b; Daß er in heftiger Bewegung ſich weniger bemüde. 26a; 27b; 102b; 147a ꝛc.; Jch will mit zu langer Vorred Niemand b. Stumpf III; 55b; Bis ſie .. in dreien Streiten [Schlachten] alſo bemüdet wurden [geſchwächt ꝛc.]. 62b; 169a; 180b; 673a; 675a ꝛc. Nbnf.: Bemüdigen. Grimm. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ent-:</comp> Ggſtz. zu be-m., von der Müdigkeit befreien: Entmüdet, munter, friſch. Weckherlin 226; Hier kommt auch die Einbildungskraft der Entmüdung zu Hilfe; denn je mehr wir vom Staffel aus, ſchon einen Theil der großen Ausſicht vor uns habend, dem Kulm zueilten, nahm auch die Ermattung der Füße mehr ab als zu. Hegner 4, 192. — Er-: ſ. ermatten: 1) intr. (ſein): müde (ſ. d.) werden: Er ermüdet ſehr bald ꝛc. — a) auch mit Infin. und zu: Der Wind ermüdete, die Fahnen zu durchwehen. Alxinger D. 260; Mädchen .., | die ihren Schmuck einander wiederholt | zu zeigen kaum e. G. 13, 268; Soviele Schwierigkeiten, daß ich e. würde, ſie alle herzuzählen. Klinger 9, 129 ꝛc. — b) mit Genit.: Wenn der Mächtige des Streits ermüdet. Sch. 505a; Menſchen e. bald des Menſchengewürges. Stolberg Jl. 19, 221 ꝛc. — c) mit Präp.: In, bei, von, über der Arbeit e. (Kant SW. 1, 436; Möſer Osn. 1, V ꝛc.); So viele Hinderniſſe, daß der Heldenmuth eines Alexanders darüber hätte e. mögen. W. 7, 128; Er ermüdet ob dem vergeblichen Suchen. Fichte 6, 253; Als wenn er an den menſchmöglichen Reſſourcen der Klugheit und Kriegskunſt ermüdet, ſie wirklich aufgegeben. JvMüller 10, 91; Blumen, an deren beſtändigem Anblick dein Auge e. pürde. Muſäus M. 5, 68 ꝛc., ſ. d. — d) adjekt. Partic., z. B. des Präſ. (vrſch. 2): Mit nie e–dem Fleiß ꝛc. oder im Ggſtz.: Un-e–d ſtrebt er vorwärts; Eine un-e–de Ausdauer ꝛc., ferner das Perf., das freilich auch oft zu 2 (als Paſſ.) gezogen werden kann: Des ermüdeten Grafen, | der, ſchläft er nicht, möcht’ er doch ſchlafen. G. 1, 157; Ermüdet von des Tages lavger Reiſe. 2, 149; Hier hält das Opferthier ermüdet ſtill. L. 2, 284 ꝛc. und im Ggſtz.: Mit unermüdetem Fleiße. G. 5, 7; Unermüdet beſchäftigt. 21, 214; Unter den,Händen ihres unermüdeten Sohnes. 27, 419 und verallgemeinert auch in Bezug auf Unperſönliches: Laſſt es euch eine Stärkung ſein gegen das flache unermüdete [unaufhörliche] Anſpülen unbedeutender Mittelmäßigkeit. 31, 23; Die Weinflaſche wanderte unermüdet von Nachbar zu Nachbar. Sch. 710b; Zündeten ſchnell auf dem Herd unermüdetes Feuer. V. Od. 20, 123 ꝛc., vgl. 2 und unermüdlich. — 2) tr.: müde machen: Wenn euch Roſ’ und Wein und Nymphen einſt e. Gotter 1, 30; Ein tauſendfacher Jubelſchall | .. ermüdet nun den Widerhall. Hagedorn 3, 195; Aus dieſen das Aug’ e–den Gärten. Klinger Th. 3, 145; Doch warum| durch müßigen Umſchweif euch e.? Platen 4, 210 ꝛc.; Er iſt nicht zu e.; Eine nicht zu e–de Ausdauer, ſeltner (ſ. unermüdlich): Eine un-zu-e–de Scharfſinnigkeit. L. 3, 173 ꝛc. Auch oft ohne Obj., z. B.: Alles Einerlei | ermüdet zuletzt. W. 15, 25; Soviel Schönes hinter einander zu ſehn ermüdet ꝛc. und im Partic. (vrſch. 1d): Er kehrt von allen Schönheiten der Natur doch zuletzt immer wieder zu dên Schönheiten des Menſchengeiſtes als den höheren nie alternden, nie e–den zurück. Burmeiſter gB. 2, 282; Die e–dſte Monotonie ꝛc. — 3) refl. = 1: Daß ich . . ſonſt in Nichts nicht mich ermüde. Logau 3, 147; Sich durch raſtloſes Herumflattern zu e. W. 23, 68; Alle Weſen ruhn, | die ſich ermüdet hatten. 10, 14 ꝛc. — 4) dazu: Ermüdung, f.; –en: das E., das Müdewerden, Müdigkeit und: etwas E–des: Einen überfällt, überkommt die Ermüdung; Eh er es richten konnte, fiel ihn Ermüdung an. Simrock N. 1503; Weichgepolſterte Ruhebettchen laden allenthalben zum Ausruhen vom — Nichtsthun und zu angenehmen Ermüdungen ein. W. 13, 76 ꝛc. — 5) Nbnf. (ſelten): Wandernd ermüdigt, | klimmt er. G. 2, 344. — Uber-, tr. und refl.: übermüde (ſ. d.) machen, intr. (ſein): es werden: Seine Seele hatte ſich im Kampf des Lebens übermüdet. Brachvogel FB. 3, 7; Sitzt, um ſich nicht zu ü. Gutzkow R. 4, 297; Von der Hitze erſchöpft und übermüdet. 5, 108; Schon vor Übermüdung konnt’ er nicht ſchlafen. 2, 357; Sah bleich und übermüdet aus. Lewald Ad. 71 [vgl. überwacht]; Es war kein erquickender Schlaf, B. hatte ſich übermüdet. HRau Beeth. 2, 283; Die Übermüdung drückte noch bleiern auf meine Augenlieder. Scherr Gr. 2, 80 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ver-:</comp> (veraltend) in hohem Grade, ſtrapazierend er-m.: Wir zogen langſam, damit wir nicht vermüdet wollten angetroffen werden. Mandelslo 72b; Als unterwegens eins von den Pferden vermüdet. Olearius Reiſ. 392a; 369a; Die vermüdeten Kamele ermuntern. Roſ. 37b; 76b ꝛc.</entry>
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