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        <title>Artikel „Menschheit“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="en">Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Menschheit“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="Menschheit" orig="Ménſchheit">Ménſchheit</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">f.;</pos><gen norm="feminine"/> 0:</gramGrp>
        </form>
        <sense n="1)">1) das Menſch-Sein, das menſchl. Weſen, die menſchl. Natur, die Weſenheit und das Eigenthümliche des Menſchen als ſolchen (vgl. Volkheit ꝛc., Menſchlichkeit), mit ebenſo verſch. Nüancen wie das Wort „Menſch“ (ſ. d. 1) ſelbſt, z. B. theolog.: Alſo haben ſie Das .. von ſeiner [Chriſti] Gottheit ausgelegt, .. ſo doch Das nach der M. geſagt iſt. <bibl><author>Luther</author> <biblScope>1, 98b;</biblScope> <title>Johannes beſchreibet die Gottheit und M. des Herrn Chriſti, daß er Gott und Menſch ſei. SW.</title></bibl> <bibl><biblScope>46; 356 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl.</title></bibl> <bibl><author>Lichtwer</author> <biblScope>XXV,</biblScope> <title>wo Gottſched (1757) dem Dichter, der ein Gedicht: Recht der M. (ſ. 2) oder Recht der Natur genannt, ſchreibt: Die M. klingt bei uns im Deutſchen ſo fremd, daß man ſie bloß im theologiſchen Verſtande bei der M. Chriſti als ein theolog. Kunſtwort leiden will ꝛc., heute aber gilt das Wort allgemeiner, vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>2,</biblScope> <title>welche Bed. oft hier ſchon mit hineinſpielt, z. B.: Seine [des Negers] M. zu bezweifeln.</title></bibl> <bibl><author>Burmeiſter</author>  <title>gB.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 135;</biblScope> <title>Sie haben die M. abgelegt und kennen nur noch die Bedürfniſſe des Körpers [die thieriſchen].</title></bibl> <bibl><author>Forſter</author>  <title>Jt.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 41;</biblScope> <title>Michel Angelo hat Gottheit und M. nahe zuſammengerückt.</title></bibl> <bibl><biblScope>107;</biblScope> <title>Alles beruht hier [in der griech. Mythologie] auf allgemeiner geſunder M., welche ſich in verſchiedenen, abgeſonderten Charakteren neben einander als die Totalität einer Welt darſtellen ſoll.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>33, 83;</biblScope> <title>Die ihre Augen nach dem Alterthum wenden, wo ganz allein für die höhere M. (ſ. 2) und</title></bibl> Menſchlichkeit reine Bildung zu hoffen und zu erwarten iſt. <bibl><biblScope>40;</biblScope> <title>Der Paria kann füglich als Symbol der herabgeſetzten, unterdrückten, verachteten M. aller Völker gelten.</title></bibl> <bibl><biblScope>32, 361;</biblScope> <title>„Sobald du [Löwe] willſt, biſt du ein Menſch, wie wir.“ | .. So thöricht bin ich nicht, die M. gönn’ ich dir; | ich bleibe, was ich bin.</title></bibl> <bibl><author>Hagedorn</author> <biblScope>2, 203;</biblScope> <title>Bis, wann er itzt entfernt von irdiſchen Begriffen, | im weiten Ocean der Gottheit wagt zu ſchiffen, | Vernunft, der Leitſtern, fehlt und er aus M. irrt.</title></bibl> <bibl><author>Haller</author> <biblScope>67,</biblScope> <title>aus menſchl. Schwäche, ſpätre Lesart: aus Blindheit; Jeder Mann tauſcht die M. mit der</title></bibl> Viehheit, der Mannheit und Mannlichkeit durch die Kraft der Zuchtthiere und Beſchäler zu beweiſen wollüſtelt. <bibl><author>Jahn</author>  <title>V.</title></bibl> <bibl><biblScope>413;</biblScope> <title>Um den vollkommenen Bock aus mir [den zum Bock Gewordnen] her- auszulecken .. und jeden Funken widerſtrebender M. mir abzulecken.</title></bibl> <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 147;</biblScope> <title>Hier wird die Natur im Menſchen noch vor ſeiner M., alſo in ihrer Allgemeinheit, ſowie ſie im Thier thätig iſt . ., vorgeſtellt.</title></bibl> <bibl><author>Kant</author>  <title>SW.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 650;</biblScope> <title>Wurde die M. (ſ. 2) | jemals alſo entmenſcht?</title></bibl> <bibl><author>Kl.</author>  <title>Od.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 172;</biblScope> <title>Einem guten Menſchen, in dem ſo viel reine M. iſt.</title></bibl> <bibl><author>Lavater</author></bibl> <bibl><author>(G.</author> <biblScope>22, 385);</biblScope> <title>Das ohnedem geringe Gefühl ſeiner M.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>4, 257,</biblScope> <title>vom Herkules, der ſich mehr als ein Menſch fühlt; Jetzt fiel der</title></bibl> Thierheit dumpfe Schranke <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>und M. trat auf die entwölkte Stirn | und der erhabne Fremdling, der Gedanke, | ſprang aus dem ſtaunenden Gehirn.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>24a;</biblScope> <title>Der M. [ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>2]</biblScope> <title>Würde iſt in eure Hand gegeben.</title></bibl> <bibl><biblScope>25b;</biblScope> <title>Der Mann . .. | verliert die ſchöne Mitte, | wo die M. fröhlich weilt. | Aber</title></bibl> <bibl><biblScope>.</biblScope> <title>. in des Weibes verklärter Geſtalt | .. leuchtet der M. Vollendung und Wiege, | herrſchet des Kindes, des Engels Gewalt.</title></bibl> <bibl><biblScope>81b;</biblScope> <title>Der Tod hat eine reinigende Kraft, | . . das Sterbliche zu läutern und die Flecken | der mangelhaften M. zu verzehren.</title></bibl> <bibl><biblScope>514b;</biblScope> <title>Die Könige .. eines Corneille . .. vergeſſen ihren Rang auch im heftigſten Leiden nie und ziehen weit eher ihre M. als ihre Würde aus. . . Alles aber, was nicht M. iſt, iſt zufällig an dem Menſchen . . . Die Helden ſind [bei den Griechen] für alle Leiden der M. ſo gut empfindlich als Andere.</title></bibl> <bibl><biblScope>112b;</biblScope> <title>So würde die Vernunft ihm [dem Naturmenſchen] für eine M., die ihm noch mangelt und unbeſchadet ſeiner Exiſtenz mangeln kann, auch ſelbſt die Mittel zur</title></bibl> Thierheit [thieriſchen Eriſtenz] entriſſen haben, die doch die Bedingung ſeiner M. iſt. <bibl><biblScope>1152b;</biblScope> <title>Es iſt auch nicht gemeine Sinnlichkeit . ., ſondern die reinſte und hellſte M., die ſich nicht ſchämt, weil ſie ſich nicht zu ſchämen braucht.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author> <biblScope>16, 388;</biblScope> <title>Die M. iſt des Menſchen Ziel. | Der Hang zum Mehr [Engel ꝛc.] macht uns zu Thoren, | das Minder macht uns Thieren gleich.</title></bibl> <bibl><author>Tiedge</author>  <title>Ep.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 100;</biblScope> <title>Das Jdeal der reinſten M., unter welchem ich mir die Perſon unſers erſten Meiſters dachte.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>17, 22;</biblScope> <title>Er grüßt dich Göttin, wie dort Satan Even, | dich leichter um die M. zu betrügen.</title></bibl> <bibl><biblScope>26, 290;</biblScope> <title>Wir ſind hier Alle Nichts als Menſchen und die M. iſt das Einzige, was wir an einander hochachten und lieben.</title></bibl> <bibl><biblScope>27, 400;</biblScope> <title>Daß Menſchen ſehr nahe zu den Thieren herunterſinken können . .. Um die M. wieder bei ihnen herzuſtellen ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>29, 173;</biblScope> <title>Sie ſinkt aufs Lager hin ..</title></bibl> — Er ſiehts und länger hält die M. [der Zuſtand eines von ſinnlichen Begierden beherrſchten Menſchen, der kein „Engel“ ꝛc. iſt] es nicht aus: <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>halb ſinnlos nimmt er ſie .. in ſeinen Arm ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>20, 182:</biblScope> <title>Der Ggſtd. ſeiner Liebe konnte nichts Geringers als ein Engel ſein, aber wehe dem „Engel“, wenn Mondor irgend einen dunkeln Flecken an ihm entdeckte! er mußte ſich dann glücklich ſchätzen, wenn er in ſeiner Meinung und Zuneigung nicht tiefer als bis zur gemeinen</title></bibl> Alltags-M. herabſank. <bibl><biblScope>19, 295 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="2)">2) die Menſchen, ihre Geſammtheit, das menſchl. Geſchlecht, nam. oft (ſ. 1) inſofern ſie das Weſen des Menſchen, frei und abgeſondert von dem Zufälligen der Einzelweſen repräſentiert: Wahre Verdienſte um die M. (ſ. 1). <bibl><author>Bahrdt</author> <biblScope>1, 5;</biblScope> <title>Die Gattung iſt die unendliche Reihe der endlichen Weſen, die M. iſt die Unſterblichkeit der ſterblichen Menſchen.</title></bibl> <bibl><author>Börne</author> <biblScope>3, 35;</biblScope> <title>Hamlet kennt die M., die Menſchen ſind ihm fremd.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 385; 9;</biblScope></bibl> <bibl><author>Gervinus</author>  <title>Lit.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 133;</biblScope> <title>Man ſieht .. den Wald nicht vor Bäumen, die M. nicht vor Menſchen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>39, 57;</biblScope> <title>Die alle Gaben, | der M. Stolz zu ſein, nur Menſchlichkeit nicht haben.</title></bibl> <bibl><author>Gotter</author> <biblScope>2, 232;</biblScope> <title>An dem die M. ſo große Unbill verübt.</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>Sch.</title></bibl> <bibl><biblScope>332;</biblScope> <title>Ein Vorurtheil, das die Juden nicht bloß zu rohen Menſchen macht, ſondern ſie in der That weit unter die M. (1) ſetzt.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>4, 219;</biblScope> <title>Seitdem die M. Waſſer lappt gleich einem Vieh.</title></bibl> <bibl><author>Prutz</author>  <title>Woch.</title></bibl> <bibl><biblScope>20;</biblScope> <title>Eine Clariſſa, eine Byron oder eine Amalia iſt die höchſte Zierde der M., ſie ſchwebt zwiſchen der engliſchen und menſchlichen Natur in der Mitte.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>29, 19</biblScope> <title>u. v.</title></bibl> — 3) (ſ. 2) zuw. auch nur: eine beſt. [nicht ,,die“] Geſammtheit von Menſchen, eine Menſchenmenge, z. B.: Der Himmel ſpannt ſich glänzend blau und klar [an dieſem Tage] über die vergnügte M. aus. <bibl><author>Hackländer</author>  <title>Erl.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 216;</biblScope> <title>Es dauerte geraume Zeit, ehe und bevor die M. wieder recht nach dem Paſtor hinhörte.</title></bibl> <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 261;</biblScope> <title>Daß die chineſiſche Sprache gar keine Sprache iſt, wie die chineſiſche M. kein Volk iſt.</title></bibl> <bibl><author>Schelling</author> <biblScope>2, 2, 548 ꝛc.;</biblScope></bibl> Reiſe- M., ſ. Reiſemenſch ꝛc. — 4) ſelten von einem einzelnen Menſchen: Endlich gar eine M., ein menſchliches Herz, nur in verſchiedenen Stunden. <bibl><author>H.</author></bibl> <bibl><author>(Wackernagel</author> <biblScope>4, 440</biblScope> <title>Z. 36).</title></bibl> —</sense>
        <form type="lemma">
          <orth expand="menschheitlich" orig="~lich">~lich</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="adjective">a.:</pos></gramGrp>
        </form>
        <sense>auf die Menſchheit bezüglich, ihr zugewendet oder gewidmet ꝛc.: Ein lebendiges Abbild der erſten Stufe menſchlicher und m–er Entwicklung. <bibl><author>Auerbach</author>  <title>SchV.</title></bibl> <bibl><biblScope>32;</biblScope> <title>Leb.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 264;</biblScope> <title>Kolumbus machte ſeine Entdeckung zu einer m–en Errungenſchaft für ewige Zeiten.</title></bibl> <bibl><author>Freſe</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 188;</biblScope> <title>Das m–e Problem ſei im Fauſt nur hingeſtellt, nicht gelöſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>427;</biblScope> <title>Kein andres Volksthum war dazu m. genug.</title></bibl> <bibl><author>Jahn</author>  <title>V.</title></bibl> <bibl><biblScope>157;</biblScope> <title>Welche Volksthümer ſind die un-m–ſten?</title></bibl> <bibl><biblScope>21;</biblScope> <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>3 ꝛc.</biblScope></bibl></sense>
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