<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Artikel „Mensch“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
            <forename>Daniel</forename>
          </persName>
        </author>
        <editor>
          <persName>
            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
          </persName>
        </editor>
        <editor>
          <persName>
            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
          </persName>
        </editor>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>
          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="en">Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
          <address>
             <addrLine>Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin</addrLine>
             <country>Germany</country>
          </address>
        </publisher>
        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
          </licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>Daniel Sanders: „Mensch“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>

  <facsimile>
    <surface ulx="-2" uly="2306" lrx="1019" lry="3953">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-2_1__0291__0289__1"/>
    </surface>
    <surface ulx="14" uly="237" lrx="1014" lry="3951">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-2_1__0291__0289__2"/>
    </surface>
    <surface ulx="104" uly="237" lrx="1108" lry="3952">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-2_1__0292__0290__0"/>
    </surface>
    <surface ulx="17" uly="236" lrx="1013" lry="3954">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-2_1__0292__0290__1"/>
    </surface>
    <surface ulx="17" uly="238" lrx="1013" lry="3957">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-2_1__0292__0290__2"/>
    </surface>
    <surface ulx="46" uly="254" lrx="1052" lry="3405">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-2_1__0293__0291__0"/>
    </surface>
  </facsimile>
  <text>
    <body>
      <entry type="main" xml:lang="de">
        <lbl>I.</lbl>
        <form type="lemma">
          <orth expand="Mensch" orig="Ménſch">Ménſch</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">m.,</pos><gen norm="masculine"/> –en [ſ. Anm.]; –en; –chen, lein, elchen; –en-:</gramGrp>
        </form>
        <sense>„ein vernünftiges Erdweſen“ <bibl><author>(Kant</author>  <title>Anthr. 329); ein zu den Thieren, und zwar zu den Säugethieren gehöriges, eine eigne Gattung derſelben (die zum aufrechten Gang beſtimmten Zweihänder) bildendes, von allen übrigen Thieren aber nam. durch Vernunft und Sprache ſich auszeichnendes Weſen: 1) mit ſehr verſch. Nüancen, jenachdem z. B. die Ahnlichkeit mit Gott oder mit den Thieren; die Beziehung auf Geiſt und Seele oder auf den Leib; die Hoheit, Würde, ſittliche Größe, das Göttliche im M–en einerſeits oder andrerſeits die Kleinheit, Niedrigkeit, Unvollkommenheit, Schwäche, Gebrechlichkeit hervorgehoben wird ꝛc., vgl. die Ggſtze., darunter z. B. auch die Bezeichnungen für Das, was der M. im Leben nicht ſowohl iſt als ſcheint, darſtellt ꝛc.; ſeinen Stand, Rang, Würde ꝛc., ferner Menſchheit</title></bibl> <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>und menſchlich, z. B.: Gott ſchuf den M–en, ihm zum Bilde.</title></bibl> <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>1, 27;</biblScope> <title>Ägypten iſt M. und nicht</title></bibl> Gott und ſeine Roſſe ſind Fleiſch und nicht Geiſt. <bibl><author>Jeſ.</author> <biblScope>31, 3;</biblScope></bibl> <bibl><author>Heſ.</author> <biblScope>28, 2; 9;</biblScope></bibl> <bibl><author>Hoſ.</author> <biblScope>11, 9;</biblScope> <title>Beide, M–en und</title></bibl> Vieh. <bibl><author>Zeph.</author> <biblScope>1, 3;</biblScope> <title>Weder M. noch</title></bibl> Thier. <bibl><author>Jon.</author> <biblScope>3, 7;</biblScope> <title>Ich bin ein</title></bibl> Wurm und kein M. <bibl><author>Pſ.</author> <biblScope>22, 7 ꝛc.;</biblScope> <title>Was iſt der M.? Halb</title></bibl> Thier, halb Engel. <bibl><author>Freimaurerlied;</author>  <title>Er [der Gott] bequemt ſich hier zu wohnen, | läſſt ſich Alles ſelbſt geſchehn, | ſoll er ſtrafen od. ſchonen, | muß er M–en</title></bibl> menſchlich ſehn. <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 195</biblScope> <title>[als M., nicht als Gott]; Hans Adam war ein</title></bibl> Erdenkloß, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>den Gott zum M–en machte ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 8;</biblScope> <title>Je mehr du fühlſt ein M. zu ſein, | deſto ähnlicher biſt du den</title></bibl> Göttern. <bibl><biblScope>3, 93;</biblScope> <title>Edel ſei der M., | hilfreich und gut! denn Das allein | unterſcheidet ihn | von allen Weſen, | die wir kennen. | Heil den unbekannten |</title></bibl> höhern Weſen, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>die wir ahnen ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 67;</biblScope> <title>Du ſo</title></bibl> grauſam? du nicht edel? <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>ſei ein M. und gieb ſie los!</title></bibl> <bibl><biblScope>8, 57;</biblScope> <title>Ich ſehe nur, wie ſich die M–en plagen. | Der kleine Gott der Welt bleibt ſtets von gleichem Schlage | und iſt ſo wunderlich als wie am erſten Tag. | Ein wenig beſſer würd’ er leben, | hättſt du ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben; | er nennt’s Vernunft und braucht’s allein, | nur</title></bibl> thieriſcher als jedes Thier zu ſein. <bibl><biblScope>11, 14;</biblScope> <title>Wenn ſich der M., die kleine Narrenwelt, | gewöhnlich für ein Ganzes hält, | ich bin ein Theil ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>56;</biblScope> <title>Hier iſt des Volkes wahrer Himmel, | zufrieden jauchzet Groß und Klein, | hier bin ich M., hier darf ich’s ſein.</title></bibl> <bibl><biblScope>40;</biblScope> <title>Es iſt nicht der</title></bibl> Doktor im langen Kleide, der uns vom Katheder herab belehrt, es iſt der M., der umherwandelt, aufmerkt ꝛc. <bibl><biblScope>39, 112;</biblScope> <title>Die Geiſtlichen als M–en, d. i. als phyſiſche Triebfedern, nicht als</title></bibl> Un- oder Über-M–en betrachten. <bibl><author>H.</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 191;</biblScope> <title>Der M. iſt ein</title></bibl> Gott, ſobald er M. iſt. <bibl><author>Hölderlin</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 141;</biblScope> <title>O wunderſchön iſt Gottes Erde | und werth, darauf ein M. zu ſein. Drum will ich, bis ich</title></bibl> Engel werde, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>mich dieſer ſchönen Erde freun.</title></bibl> <bibl><author>Hölty;</author>  <title>Der M., das kluge</title></bibl> Thier. <bibl><author>Mühlpforth</author>  <title>Hochz.</title></bibl> <bibl><biblScope>3;</biblScope> <title>Den</title></bibl> Körper mit dem Stein, das Leben mit der Pflanze, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>die</title></bibl> Seele mit dem Thier theilſt du, o. M., fürs Ganze; <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>vor Pflanze, Thier und Stein haſt du voraus den Geiſt, | daß du ein Ganzes ſelbſt, nicht nur fürs Ganze ſeiſt.</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>W.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 45;</biblScope> <title>Rouſſeau fällt durch Chriſten, | Rouſſeau, der aus</title></bibl> Chriſten M–en wirbt. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>7b;</biblScope> <title>Den M–en hintanſetzen, um der</title></bibl> politiſche Held zu ſein. <bibl><biblScope>144b;</biblScope> <title>Kunſt iſt die rechte Hand der Natur, dieſe hat nur</title></bibl> Geſchöpfe, jene hat M–en [gebildete Geſchöpfe ꝛc.] gemacht. <bibl><biblScope>160a;</biblScope> <title>Der alte Urſtand der Natur kehrt wieder, wo M. dem M–en gegenüber ſteht [frei von allen geſellſchaftlichen und ſtaatlichen Satzungen ꝛc.].</title></bibl> <bibl><biblScope>530a;</biblScope> <title>Da kam der Landvogt gegen mich daher, | er ganz allein mit mir, der auch allein war, | bloß M. zu M. [ſ. Anm.].</title></bibl> <bibl><biblScope>533a;</biblScope> <title>Erſchien ſie wie die M.-gewordene</title></bibl> Göttin der Freiheit. <bibl><author>Stahr</author>  <title>Rep.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 318;</biblScope> <title>Aber ein heiligeres, hochherziger denkendes Weſen | fehlte annoch, das beherrſchen die anderen könnte mit Obmacht | und es erhub ſich der M.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Ov.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 7;</biblScope> <title>Dieſe ſehr ungleichartigen einzelnen Erdenbewohner, die ihr, weil ſie auch zweibeinig und ohne Federn ſind und den Kopf aufrecht tragen wie die eigentlichen M–en mit dieſen zu vermengen und unter dem gemeinſchaftlichen Namen M. zuſammenzuwerfen beliebt, ſind nun einmal größtentheils .. alles Andre, was ihr wollt, nur keine vernünftigen Weſen.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>24, 222;</biblScope> <title>Nur durch Ertödtung des</title></bibl> thieriſchen M–en wird der geiſtige ins Leben geboren. <bibl><biblScope>16, 181;</biblScope> <title>Hat keine Vorſtellung davon, was für</title></bibl> Engel von M–en es ſind. <bibl><biblScope>17, 82;</biblScope> <title>Die Verſuchung iſt zu groß .., als daß ein bloß</title></bibl> menſchlicher M. [der nicht ein Über-M. iſt] auf halbem Wege ſtehen bleiben ſollte. <bibl><biblScope>9, 127;</biblScope> <title>Mit einer Menge M–en, die alle vorhin ſchon an Köpfen und Herzen ſo beſchaffen waren, daß ſie mit uns andern</title></bibl> menſchlichen M–en [die wir uns vom Vieh unterſcheiden] Nichts gemein hatten als die bloße Geſtalt und ohne dieſe von einer Herde Schafe ſchwer zu unterſcheiden geweſen wären. Luc. <bibl><biblScope>3, 183;</biblScope> <title>Er iſt ein</title></bibl> Teufel an Grauſamkeit [ein Un-M.], kein M.; Ich habe auch mit dem Verbrecher Mitleid, er iſt doch immer ein M. [meines Gleichen]; Er kann ſich irren, er iſt auch nur ein M.; So ein Knecht und ſo ne Magd, Das hat nicht Haus, nicht Hof, iſt immerweg zuſammen und M–en ſind ſie doch auch. <bibl><author>Lewald</author>  <title>W.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 123 ꝛc.</biblScope> <title>S. ferner Leute</title></bibl> <bibl><biblScope>3,</biblScope> <title>und hier das Folgende.</title></bibl> — 2) (ſ. 1) oft die Ez.: der M., prägn. zur Bez. des Geſchlechts im Ggſtz. zur Mz.: die [einzelnen] M–en, z. B.: Hamlet kennt die Menſchheit (ſ. d.), die M–en ſind ihm fremd; er iſt zu ſehr Philoſoph, um zu lieben und zu haſſen. Die M–en kann er nicht lieben, den M–en kann er nicht haſſen ꝛc. <bibl><author>Börne</author> <biblScope>1, 385; 9,</biblScope> <title>Ihn intereſſierte nur der M., die M–en ließ er gewähren.</title></bibl> <bibl><author>Gervinus</author>  <title>Lit.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 393;</biblScope> <title>Uns war nur darum zu thun,</title></bibl> den M–en kennen zu lernen, die M–en überhaupt ließen wir gern gewähren. <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 322;</biblScope> <title>Der Schauſpieldichter muß nicht ſowohl die M–en als den M–en kennen.</title></bibl> <bibl><author>ETAHoffmann</author>  <title>Ausgew.</title></bibl> <bibl><biblScope>7, 173;</biblScope> <title>M–en werden freilich .. immer bezogen [betrogen] werden, aber der M. immer weniger und endlich niemals mehr.</title></bibl> <bibl><author>Lichtenberg</author> <biblScope>4, 515 ꝛc.</biblScope> <title>Ferner ohne ſolchen Ggſtz., z. B.: Der M. denkt</title></bibl> <bibl><biblScope>[=</biblScope> <title>die M–en denken], Gott lenkt. Sprichw.; Der M. wird zum Unglück geboren.</title></bibl> <bibl><author>Hiob</author> <biblScope>5, 7;</biblScope> <title>Was iſt der M., daß du ſein gedenkeſt und des M–en Kind, daß du dich ſein annimmſt?</title></bibl> <bibl><author>Pſ.</author> <biblScope>45, 3;</biblScope> <title>Es irrt der M., ſolang er ſtrebt.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>11, 16;</biblScope> <title>Gefährlich iſt’s, den Leu zu wecken, | verderblich iſt des Tigers Zahn, | jedoch der ſchrecklichſte der Schrecken, | Das iſt der M. in ſeinem Wahn.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>80a;</biblScope> <title>Aus Gemeinem iſt der M. gemacht | und die Gewohnheit nennt er ſeine Amme.</title></bibl> <bibl><biblScope>362b ꝛc.,</biblScope> <title>vgl. ähnl. die Mz.: Der du die M–en läſſeſt ſterben.</title></bibl> <bibl><author>Pſ.</author> <biblScope>90, 3;</biblScope> <title>Der M–en Augen ſind unerſättlich.</title></bibl> <bibl><author>Spr.</author> <biblScope>27, 20</biblScope> <title>u. o., ferner mit unbeſt. Artikel: Was iſt ein M., daß du ihn groß achteſt?</title></bibl> <bibl><author>Hiob</author> <biblScope>7, 17;</biblScope> <title>Daß ein M. nicht rechtfertig beſtehen mag gegen Gott.</title></bibl> <bibl><biblScope>9, 2; 10, 4;</biblScope> <title>Meinet ihr, daß ihr ihn täuſchen werdet, wie man einen M–en täuſchet.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 9 ꝛc.</biblScope> <title>und oft</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>eine Perſon, man, Jemand, wie: Kein M.</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Niemand, z. B.: Ich will</title></bibl> Niemandes Perſon anſehn und will keinen M–en rühmen. <bibl><author>Hiob</author> <biblScope>32, 21</biblScope> <title>u. 0., vgl. in prägn. Sinn: Wir ſind hier ganz allein, auf dreißig, vierzig Meilen iſt kein M. [Niemand, der dieſen Namen verdient] zu finden.</title></bibl> <bibl><author>Aug.</author></bibl> <bibl><author>Stolberg</author>  <title>Goethe</title></bibl> <bibl><biblScope>140 ꝛc.</biblScope> <title>und mit beſt. Artikel: Der Sturm iſt Meiſter, Wind und Wellen ſpielen | Ball mit dem M–en [mit Einem,</title></bibl> — mit Dem im Schiff]. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>539b ꝛc.</biblScope> <title>Ferner: Ein jeglicher M.</title></bibl> <bibl><author>Pred.</author> <biblScope>3, 13; 6, 7 ꝛc.,</biblScope> <title>jeder M. ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Jeder und ſo mit Ew., wofür auch mit Wegfall von M. die Ew. ſubſtantiviſch ſtehn können: Es giebt überall kluge und dumme, gute und ſchlechte M–en, vgl. Leute, Perſonen ꝛc.; Ein loſer M.</title></bibl> <bibl><author>Spr.</author> <biblScope>6, 12;</biblScope> <title>Der gottloſe M.</title></bibl> <bibl><biblScope>11, 7;</biblScope> <title>Ein närriſcher M.</title></bibl> <bibl><biblScope>15, 20;</biblScope> <title>Ein kluger M.</title></bibl> <bibl><biblScope>19, 11;</biblScope> <title>Ein guter M.</title></bibl> <bibl><author>Matth.</author> <biblScope>12, 35;</biblScope></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>11, 17</biblScope> <title>u. o. (vgl. 3).</title></bibl> — 3) wir erwähnen von den Verbind. mit Ew. (alphab.) beſ.: <sense n="a)">a) Der alte M., theolog.: die angeborne verderbte Natur, die Erbſünde (ſ.: der alte Adam). <bibl><author>Röm.</author> <biblScope>6, 6;</biblScope></bibl> <bibl><author>Eph.</author> <biblScope>4, 22;</biblScope></bibl> <bibl><author>Kol.</author> <biblScope>3, 9;</biblScope> <title>Den alten M. [ſ. Anm.] zu ſchwächen.</title></bibl> <bibl><author>Günther</author> <biblScope>52 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>f.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Ob unſer äußerlicher M. [der Leib] verweſet, ſo wird doch der innerliche [der Geiſt] von Tag zu Tag erneuert. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Kor.</author> <biblScope>4, 16</biblScope> <title>(ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>c</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>1:</biblScope> <title>Der</title></bibl> thieriſche und der geiſtige M. <bibl><author>W.</author> <biblScope>16, 181).</biblScope> <title>Seinen äußern M–en, der ſehr derangiert ausſah, wieder einigermaßen in Ordnung zu bringen [ſeinen Anzug ꝛc.].</title></bibl> <bibl><author>Hackländer</author>  <title>KrFr.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 252;</biblScope> <title>Im Vorbeigehn beim Spiegel würdigte ich auch noch meinen äußern M–en einer flüchtigen Unterſuchung.</title></bibl> <bibl><author>Thümmel</author> <biblScope>2, 92 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) Mein ganzer M. [ich ganz und gar] war ergriffen. <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 329;</biblScope> <title>Ich befinde mich recht wohl, die Augen ſind wieder klar, Appetit, Schlaf, alle Bewegungen in Ordnung und der ganze M. munter.</title></bibl> <bibl><author>JvMüller</author> <biblScope>6, 386;</biblScope> <title>Sein ganzer M. hatte in der Einſamkeit einen unwiderſtehlichen, ſanften Ernſt angenommen.</title></bibl> <bibl><author>Stilling</author> <biblScope>1, 103 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="d)">d) Der Irrthum, Dasjenige außer ſich zu ſuchen, was der innere M. ſelbſt hervorbringen muß. <bibl><author>Sch.</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 118;</biblScope> <title>Der innerliche M., ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>b;</biblScope> <title>Ich habe Luſt an Gottes Geſetz nach dem inwendigen M–en.</title></bibl> <bibl><author>Röm.</author> <biblScope>7, 22;</biblScope></bibl> <bibl><author>Eph.</author> <biblScope>3, 16 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="e)">e) Der natürliche M. [der nicht wiedergeborne]. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Kor.</author> <biblScope>2, 14,</biblScope> <title>ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>a.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="f)">f) Ziehet den neuen M–en an. <bibl><author>Eph.</author> <biblScope>4, 24; 2, 15 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>a;</biblScope> <title>Einen neuen M–en hat er angezogen [er iſt ein Andrer, Beßrer geworden]; | mit dem Helm und Wehrgehäng, | ſchließt er ſich an eine würdige Meng.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>323b.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="g)">g) Der verborgene M. des Herzens. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Petr.</author> <biblScope>3, 4,</biblScope> <title>vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>d</biblScope> <title>u. ſ. Gemüth-M.</title></bibl> — 4) zuw., wie häufiger „Mann“ (ſ. d. 2d) mit abhäng. Genit.: Der M. der Sünde und das Kind (ſ. d. 2d) des Verderbens. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Theſſ.</author> <biblScope>2, 3,</biblScope> <title>der der Sünde angehörige, ergebne, verfallne ꝛc.; Ich bin nimmer ein M. [Freund ꝛc.] des Schaugepränges und der Schaurednerei noch irgend einer Prangerei, Schauerei und Rednerei geweſen.</title></bibl> <bibl><author>Arndt</author>  <title>E.</title></bibl> <bibl><biblScope>333 ꝛc.</biblScope></bibl> — 5) ſpeciell von männl. Individuen, nam. inſofern man ſie nicht durch „Mann“ bez. will, vgl.: Beide der M. [Adam] und ſein Weib. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>22, 5.</biblScope> <title>So verſteht man z. B., wenn es heißt: Es iſt ein M. draußen, der Sie ſprechen will, ohne Weitres ein männl. Individuum, vgl.: ein Frauenzimmer, das ꝛc. u. ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>II;</biblScope> <title>Ein junger M.; Ein angenehmer, netter M.: Er iſt ein herzensguter, aber ein ſehr beſchränkter M. ꝛc., oft auch, mit ſich einmiſchen, dem Ton der Verachtung, des Verdruſſes ꝛc., z. B.: M., ich bin es nicht!</title></bibl> <bibl><author>Luk.</author> <biblScope>22, 58; 60;</biblScope> <title>Dieſer M. höret nicht auf, zu reden Läſterworte.</title></bibl> <bibl><author>Ap.</author> <biblScope>6, 13;</biblScope> <title>Der dumme M., der Michaelis.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 266 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. M–lein (Anm.).</title></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Von Mann, goth. <bibl><biblScope>manna ꝛc.</biblScope> <title>iſt das goth. Ew.</title></bibl> <bibl><biblScope>mannisks,</biblScope> <title>ahd.</title></bibl> <bibl><biblScope>mennisc</biblScope> <title>(vgl. männiſch), und dazu unſer Hw., ahd.</title></bibl> <bibl><biblScope>mannisco, mennisco,</biblScope> <title>mhd. mensch(e),</title></bibl> <bibl><biblScope>m.</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><biblScope>n.</biblScope> <title>(ſ. II).</title></bibl> — Der flexionsloſe Dat. und Accuſ. finden ſich nam., wenn M. ohne Artikel ſteht, z. B.: Er iſt ein Engel von M. — oder von einem M–en; Dem Ding von M. <bibl><author>Klinger</author>  <title>F.</title></bibl> <bibl><biblScope>200;</biblScope> <title>Bloß M. zu M.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>533a</biblScope> <title>(ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>†</biblScope> <title>An, Anm.</title></bibl> <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>†</biblScope> <title>Ander</title></bibl> <bibl><biblScope>I 4);</biblScope> <title>Apoll ſobald er M. [einen Menſchen] ſich fühlte.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 131 ꝛc.</biblScope> <title>ſ. Über-M., doch auch ſonſt vereinzelt: Wo Niemand meinte, daß ein Kleid | zum M. erhebe.</title></bibl> <bibl><author>Burmann</author>  <title>Fab.</title></bibl> <bibl><biblScope>122;</biblScope> <title>Den alten M.</title></bibl> <bibl><author>Günther,</author>  <title>ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>3a;</biblScope> <title>Auf demſelben M.</title></bibl> <bibl><author>IP.</author>  <title>Fat.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 93 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. Un-M.</title></bibl> — Bſp. der Vrkl.: Die Menſchlein, welche im Donner ihrer Unfehlbarkeit einherpoltern. <bibl><author>Bamberger</author></bibl> <bibl><author>(Demokr.</author></bibl> <bibl><author>Stud.</author> <biblScope>176);</biblScope> <title>Wenn Gottes Donner rollen und niederſchmettern das Gequicke der Menſchlein da unten.</title></bibl> <bibl><author>Börne</author> <biblScope>4, 325;</biblScope> <title>Ich aber als ein niedriges und geringes M–lein.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>29, 49;</biblScope> <title>Dieſes M–chen mit ſeinen Spinnemanieren und einer Mückenſtimme.</title></bibl> <bibl><biblScope>15;</biblScope> <title>Die M–lein unten.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>97b;</biblScope> <title>Wir ſind .. nur arme ſchwache M–lein.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>9, 21; 27, 291; 12, 131 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. Menſchling; Beid’, ihr M–elchen dort, die der Dämon plagt.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Ar.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 327 ꝛc.</biblScope></bibl> — Inſofern M. weibl. wie männl. Individuen bez., findet ſich auch: Ich bin die unglücklichſte der M–en. <bibl><author>ASchlichtkrull</author>  <title>Lat. Mag.</title></bibl> <bibl><biblScope>43,</biblScope> <title>wo es aber wohl richtiger wäre, zu ſchreiben: die Unglücklichſte ꝛc.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. (vgl. auch II und die von Mann) vielfach, z.B.: Thier-M., der das Weſen eines Thiers an ſich hat (ſ. u.: Gott-M.) und nach den verſch. Thieren: Daß Jahrtauſende nöthig waren, bis an jenen Tiger-M–en, Wolfs- und Luchs-M–en, Pferde-, Stier- und Eſel-M–en u. ſ. w. .. das Menſchliche ſo viel Übergewicht über die ungeſchlachte Thierheit bekam, daß ꝛc. W. 24, 223 u. ä. m., wovon die folg. als Bſp. genügen: Äfter-: im Ggſtz. zu den wahren echten Menſchen: Unter uns verkünſtelten A–en. W. 9, 131. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Ālltags-:</comp> alltäglicher, von gewöhnl. Schlage, ſ. Dutzend-M. und als Ggſtz. Ausnahms-M.: Eines Hauptes höher | als zehntauſend A–en. B. 87b; Redete wie der geſetzteſte A. Immermann M. 1, 158; Der trockne A. Sch. 104b ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Aūsnahms-:</comp> eine Ausnahme von den Alltags-M–en bildend: Huber und Thereſe ſind A–en und wie ließe bei ſolchen ſich mit elendem Pfahlwerk alltäglicher Worte der Bereich einer ungewöhnlichen Freundſchaft abſtecken? König Kl. 3, 321. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Aūßen-:</comp> Fremder. Kl. Gel. 310, vgl.: O Er, Butenminſch (plattd.). Claudius 1, 82 ꝛc.; auch: Einer, der nur nach der Außenſeite ein Menſch iſt. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Begríffs-:</comp> der nur in Begriffen und Abſtraktionen lebt: Eine Natur, wie ſie Schiller allen B–en, Wiſſern und Spekulatoren entgegenhalten wollte. Gervinus Lit. 5, 474, vgl. Gefühls-M. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Blūt-:</comp> blutgieriger. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bóck-:</comp> böckiſcher Menſch: Eine Art von Waldteufel oder B–en. W. 35, 50. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Būch-:</comp> der ſeine Weisheit aus Büchern ſchöpft: B–en, die ihr Weſen aus geblümten Redensarten zuſammenſetzen. Tieck NKr. 4, 49. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Būchſtaben-:</comp> Buchſtäbler, Buchſtabenmann: Den feuchtigen B–en. Ha- mann Sib. 277; B–en nennt man die Gelehrten und Schriftſteller. Klinger 12, 170 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Búckel-:</comp> ein Buckliger. Heine Lut. 1, 50. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Büffel-:</comp> ein büffelhafter: Ich ſah viel Büffelochſen und B–en. Zſchokke 8, 268. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Búſch-:</comp> Wald-M. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Chríſten-:</comp> Chriſt-: Kein Ch–e hört ihm zu. G. 2, 268 = Niemand. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dónner-:</comp> ein donnernder, z. B.: Ein Seelentriumphator oder ein D. wie Luther. IP., aber auch (ſ. Donner 2): ein verfluchter, verwetterter Menſch, vgl. Donnerkerl. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dóppel-:</comp> Das Märchen von den urſprünglichen D–en einerlei und beiderlei Geſchlechts [in Plato’s Sympoſion]. W. 23, 271 ꝛc., ſ. auch Doppelmann. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dórf-:</comp> ſ. Stadt-M. u. II. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dútzend-:</comp> Alltags-M., ſ. Dutzend. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ehren-:</comp> ein ehrenhafter. Keiſersberg Poſt. 3, 91. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Eīnzel-:</comp> Jndividuum: In der Bildung der Nationen, wie die E–en ꝛc. Enſe Denkw. 6, 405. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Empfíndungs-:</comp> Gefühls-M.: Alle verſchloſſenen E–en. Klencke Swamm. 1, 147. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Engel-:</comp> ein engelgleicher Menſch. Goltz 1, 188 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Erfāhrungs-:</comp> der Erfahrungen macht. H. 11, 245. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Fróſch-:</comp> ſ. o.: Da ſie von Geburt und Natur Menſchen geweſen waren und Alles, was wir von Natur und Geburt ſind, uns einen unauslöſchlichen Charakter giebt, ſo ſind ſie [die in Fröſche verwandelten Bauern] nicht ſowohl Fröſche als F–en. W. 14, 165. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gáttungs-:</comp> z.B.: Die Liebe als Ergänzung des Geſchlechts- M–en zum G–en. Viſcher Äſth. 2, 200, inſofern ſie von der Geſchlechts-Liebe ſich auf die Liebe zur Familie ꝛc. ausdehnt. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gefǖhls-:</comp> bei dem das Gefühl beſonders rege iſt, der davon geleitet wird, ſ. Empfindungs- M. und vgl. als Ggſtz.: Begriffs-, Verſtandes-M. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gemüths-:</comp> vgl. Gefühls-M., ein Menſch von tiefem Gemüth ꝛc.: Der in ſich gekehrte G., mit immer gleichem, ſanftem und ſtillem Sinn. Eß (1. Petr. 3, 4). —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Genúß-:</comp> genußſüchtiger. Enſe Denkw. 6, 271; Gutzkow R. 1, 222. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Geſchléchts-:</comp> ſ. Gattungs-M. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gewált-:</comp> der ſeinen Willen mit Gewalt durchzuſetzen trachtet. Auerbach Gv. 343. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gótt-:</comp> ein Menſch von göttl. Natur oder inſofern er zugleich Gott iſt, ſ. als Bez. Chriſti, vgl. W. 18, 301; Den G. Kl. M. 5, 264; 735; 818 ꝛc., ferner z. B.: Daß er ihn [Apollonius] für irgend einen Menſch gewordnen Gott oder Gott hielt. .. Der vermeinte G. W. 16, 38 ꝛc., vgl.: Daß jetzt die Todten über der Erde gehn und die Lebendigen, die Göttermenſchen drunten ſind. Hölderlin H. 2, 70 ꝛc., vgl. Menſchgott. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hálb-:</comp> Einer, der auf den Namen eines ganzen Menſchen im vollen Sinn des Worts nicht Anſpruch machen kann, z. B.: Nun iſt er zahm geworden, wie alle die H–en, wenn ſie an die Auflöſung denken. G. 16, 234; Ein ſo unfertiger H. [Kaliban]. Gutzkow R. 1, 391; Daß die Einwohner ſich noch auf einer ſo niedern Stufe der Kultur befinden. . . Andere H–en. W. 32, 102; Sklaven . . Dieſe ſo tief herabgewürdigten H–en. 18, 297; 27, 340; 32, 210; Kaliban. So heißt in Shakſpeare’s Sturm eine Art H. . ., ein unförmliches Mittelding zw. Menſch und Meerkalb. 15, 318 ꝛc., auch z.B. v. Centauren od. Pferde-M–en (halb Menſch, halb Pferd). 12, 194; v. Eunuchen. Luc. 5, 194. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hélden-:</comp> ein Menſch, der ein Held iſt: Die göttlichſten der H–en. B. 101b. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ich-:</comp> Egoiſt: Narciß, der Selbſtliebhaber, der Eigenſüchtige, der I. Brachvogel. Narc. 49. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Jdeāl-:</comp> ein Menſch, der einem Jdeal entſpricht: Der I. Fenelon’s, ſo voll Liebe und voll Stärke. JP. 36, 37 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Jā-:</comp> der zu Allem „Ja“ ſagt, Jabruder ꝛc.: Die Beamten haben doch weit mehr Reſpekt vor Einem, der kein unterthäniger J. iſt. Auerbach D. 4, 28. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Jámmer-:</comp> jämmerlicher, elender Menſch: Der J., welcher dieſe Luſt nie gekannt. BSternau. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Kérn-:</comp> ein kerniger, tüchtiger Menſch: Cham. 5, 210; Dieſe Strenge bildet K–en, die ſich in der Folge in alle Umſtände ſchicken, keine Gefahr noch Schwierigkeit ſcheuen. Grube 1, 75 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Klūgheits-:</comp> vgl. Verſtandes-M. Görres Ver. 34. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Kompéndium-:</comp> wie ihn das Kompendium ſchildert: Jeder Menſchenmaler .., wenn er anders eine Kopie der wirklichen Welt und keine idealiſchen Affektationen, keine K–en will geliefert haben. Sch. 102a. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Kráft-:</comp> ſ. Kraftmann. Kultūr-, Kúnſt-: z. B. im Ggſtz. zu Natur-M. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Lêbe-:</comp> ſ. Lebemann 1 und 2: Freie Weltbildung eines heiteren friſchen L–en. Eckermann G. 2, 327; Da dem L–en eine abſtruſe Philoſophie keineswegs annehmlich ſein konnte. G. 4, 178, vergl.: Welt- und Lebens-M–en. 30, 36. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Lícht-:</comp> deſſen Element das Licht iſt: Für Dieſe iſt dann der Sonntag auch ein wahrer Sonnentag d. h. ein Feſt für den innern L–en. JFalk G. 262. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Mánns-:</comp> eine Mannsperſon, Mannsbild: [Dort] angelt ein M. V. 2, 52; Eh ein M. uns geſehn. Ar. 3, 241 ꝛc., ſ. auch II und Frauens-, Weibs-M. II. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Māūl-:</comp> deſſen Menſchenthum im Maul, in den Worten beruht: Der Menſch wird, wie man ſonſt Maulchriſten hatte, ein M. IP. 36, 18. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Mít-:</comp> ein Menſch als Mitbruder, Neben- M., Nächſter. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Mōndſchein-:</comp> der für den und im Mondſchein ſchwärmt, ſentimentaler Menſch: Butterſeele, M. Tieck NKr. 4, 49. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Múſter-:</comp> der als Muſter gelten kann: Regelmäßig ſchön gebildet ſtand er als M. der Menſchheit gegenüber. G. 31, 76. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Mútter-:</comp> ein einziger Menſch: Ob neben mir ein M. noch ſei. Lohen- ſtein Roſ. 139; Epich. 2 v. 332; Dich, Herr, kann ohne dich kein M. erkennen. Scultetus, ſ. L. 8, 272 und Anm., vgl. mutter(ſeelen)allein ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Nácht-:</comp> vgl. Nachtvogel ꝛc., nam. als Bez. für Kakerlak, ſ. d. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Natūr-:</comp> ein natürlicher, d. h. ein von allen umbildenden Einwirkungen mehr oder minder unberührt gebliebner Menſch, ſ. Thier-, Ur-M.: Daß er, wie alle N–en, angetrunken, etwas händelſüchtig wurde. Gutzkow R. 5, 55; H. Ph. 4, 235; Stolze Selbſtgenügſamkeit zieht das Herz des Weltmanns zuſammen, das in dem rohen N–en noch oft ſympathetiſch ſchlägt. Sch. 1154b. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Nêben-:</comp> Mit-M. Gentz Rev. 24; Thümmel 8, 81; W. 9, 137; 14, 95 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Pfêrde-:</comp> ſ. o., z. B. Centaur. W. Luc. 3, 424, vgl. Halb-M. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Prácht-:</comp> ein Prachtſtück von einem Menſchen. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Rēīſe-:</comp> Touriſt ꝛc.: Zu Nutz und Frommen ſehr neugieriger R–en. Brehm (Gartenl. 9, 89), vergl.: Für die gw. Reiſemenſchheit. ebd. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schátten-:</comp> der wie ein Schatten oder Schemen iſt: Einen abgeblüheten und ausgemergelten Sch–en. Koſegarten Rh. 3, 261. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schēīn-:</comp> der nur ein Menſch ſcheint, es nicht eig. iſt, — oder auch: der auf den Schein, im Ggſtz. zum Weſen zu viel Gewicht legt. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schwánz-:</comp> ein geſchwänzter Menſch. G. 24, 101. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Sinnen-:</comp> den Sinneneindrücken gehorchend ꝛc. JFalk G. 279. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Stāār-:</comp> ſ. o., plappernd wie ein Staarmatz. Jahn V. 371. — Stáchelſchwein- (ſ. d.): ein Menſch mit einem Stachelſchweinausſatz, ſ. Bock Diagn. 587; Wie der St. in London ſeine Stacheln bloß im Winter abwarf. IP. Fat. 1, 167. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Stádt-:</comp> Stadtbewohner, Städter: Das weißt du nie, | o St., wie labend | im Dorfe der Abend. Hartmann Pet. 169, ſ. II. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Thīēr-:</comp> ſ. o., auch: ein Menſch im thieriſchen Zuſtand, Natur-M., z. B. H. Ph. 13, 342. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Tūgend-:</comp> ein tugendhafter ꝛc., vgl. II. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Úber-:</comp> ein Menſch von übermenſchlichem (ſ. d.) Weſen ꝛc.: Kaum biſt du Herr vom erſten Kinderwillen, | ſo glaubſt du ſchon dich Ü. [Anm.] genug, | verſäumſt, die Pflicht des Mannes zu erfüllen! G. 1, 3; Welch erbärmlich Grauen | faſſt Ü–en dich! 11, 23; Die Geiſtlichen .. als Menſchen, d. i. als phyſiſche Triebfedern, nicht als Un- oder Ü–en betrachten. H. Ph. 13, 191. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Un-:</comp> ein Menſch ohne Menſchlichkeit (ſ. d.), nam. ohne menſchliches oder Mit-Gefühl (ſ. unmenſchlich und entmenſchen): Kommt, den U. [Anm.] zu erflehn. Cham. 3, 346; Weil aber hierin wirklich etwas Übermenſchliches liegt, ſo werden ſolche Perſonen gw. für U–en gehalten, für gott- und weltloſe. G. 22, 276; Schämt euch, ihr U–en! ſchämt euch, ihr Drachenſeelen! Sch. 111a; 313b; 402b; 925a; Der kaltblütigen langſamen Rache eines U–en wie Tiberius aufgeopfert. W. 32, 336. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ūr-:</comp> der Menſch in ſeinem Urweſen, in ſeiner Urſprünglichkeit, in der Urzeit, in ſeinem Urzuſtande; das Urbild eines Menſchen; ein Original ꝛc.: Der U. Adam; Der rohe Ur- und Natur-M.; Ich, der Schwarze, bin U.; mich hat der Quell des Lebens, die Sonne, am ſtärkſten getränkt. H. Ph. 4, 32; Das Gewiſſen iſt des Menſchen eigenſtes Weſen in voller Verklärung, der himmliſche U. Novalis 1, 169. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Vāterlands-:</comp> z. B. deſſen Weſen im Vaterlande wurzelt, der für dasſelbe lebt ꝛc.: Der Römer war V., wie der Grieche; er wußte nicht anders als im Ganzen leben. Viſcher Äſth. 2, 242. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Vernúnft-:</comp> ſ. Verſtandes- M., vergl.: Wir Vernunftleute. H. 11, 342. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Verſtándes-:</comp> bei dem der Verſtand überwiegend iſt, vgl. Gefühls-M.: Kalte V–en. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wáld-:</comp> <sense n="1)">1) im Walde lebend, nam. ein Wilder, im Urzuſtand: Mit der Rohigkeit ungebildeter W–en. <bibl><author>V.</author>  <title>Ländl.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 70;</biblScope> <title>Zu alt, um W–en zahm zu machen.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>9, 6 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) (ſ. 1) Name einiger beſ. menſchenähnl. Affen (vgl.: Die wilden Männer Satyri, ein ganz ſchnell Thier auf vier oder zwei Beinen wie ein Menſch. <bibl><author>Eppendorf</author> <biblScope>8;</biblScope> <title>Durch eine ſorgfältigere Nachricht von den Orang-Kubub [Affen] ꝛc. .. werden ſich auch die geſchwänzten W–en verlieren.</title></bibl> <bibl><author>H.</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 71 ꝛc.):</biblScope> <title>Der ungeſchwänzte Maki heißt auf Madagaskar Indri oder W.</title></bibl> <bibl><author>Oken</author> <biblScope>7, 1712;</biblScope> <title>Den Orangutang [ſ. d.] oder W–en</title></bibl> <bibl><biblScope>(Homo silvestris). 1828 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. Schwanz-M., Buſchmann</title></bibl> <bibl><biblScope>3.</biblScope></bibl> — <comp>Wélt-:</comp> Weltmann:</sense><sense n="1)">1) weltlich geſinnter Menſch: <bibl><author>G.</author> <biblScope>16, 93;</biblScope></bibl> <bibl><author>Luther</author>  <title>SW.</title></bibl> <bibl><biblScope>35, 44;</biblScope> <title>Wodurch die Luſtbarkeiten endlich ſelbſt der verdienſtloſeſten Klaſſe der W–en ekelhaft werden.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>5, 131.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) Menſch von Lebensart und Welt: Ein Liebhaber, den du verſtießeſt, weil er nicht W. genug war. <bibl><author>Duſch;</author></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>29, 342,</biblScope> <title>vgl. Lebens-M.</title></bibl> — <comp>Zū-:</comp> zugehöriger Menſch (ſelten): Vater, Mutter, Geſchwiſter und ein paar Z–n ſind ſeine fortbildende Welt. <bibl><author>IP.</author> <biblScope>36, 28.</biblScope></bibl> — <comp>Zūg-:</comp> nach Analogie von Zugvogel (ſ. d.): Die Dichter, dieſe ſeltenen Z–en, die zuweilen durch unſere Wohnſitze wandeln. <bibl><author>Novalis</author> <biblScope>1, 90</biblScope> <title>u. ä. m.</title></bibl></sense></entry>
        </p>
      </entry>
    </body>
  </text>
</TEI>
