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      <titleStmt>
        <title>Artikel „melden“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
            <forename>Daniel</forename>
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        </author>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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        </editor>
        <editor>
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            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
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          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="en">Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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             <addrLine>Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin</addrLine>
             <country>Germany</country>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „melden“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="melden" orig="Mélden">Mélden</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="verb">tr.,</pos><subc norm="transitive"/> refl. und zuw. <pos norm="verb">intr.,</pos><subc norm="intransitive"/> Melde-:</gramGrp>
        </form>
        <sense>1) Etwas melden, davon Anzeige, Mittheilung machen, es kund thun, und zwar nach heutigem Gebrauch (ſ. a), inſofern man von dem Subj. eine ſolche Mittheilung erwarten oder ſelbſt als von einem dazu Verpflichteten fordern darf; das Obj. kann auch ein Satz ſein oder ſtatt des Obj. zuw. auch „von“ ſtehn (vgl. berichten, erzählen): Mein Freund meldet mir in ſeinem Brief oder: Sein Brief meldet mir die Ankunft meines Bruders oder: daß mein Bruder dort angekommen iſt, hier ankommen wird; Die Zeitungen m. den Tod des Kaiſers, — daß der Kaiſer geſtorben ſei, — m. [erwähnen, ſ. <bibl><biblScope>4]</biblScope> <title>Nichts davon,</title></bibl> — m. von einem bevorſtehnden Kongreß, von dem Untergang eines Schiffs ꝛc.; Ich eile vor dem König und dem Heere, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>zu m., daß er kommt und daß es naht.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 5</biblScope> <title>(vgl. 2); Eurer Thaten Verdienſt meldet der rührende Stein.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>76a;</biblScope> <title>M.| Sie Das dem König, der Sie hergeſandt.</title></bibl> <bibl><biblScope>244b;</biblScope> <title>„Als ich das Thomasthor vorbeiging, ſah ich .. die Galeeren des Grafen von Lavagna ſegelfertig machen.“</title></bibl> — Nichts Wichtigeres? Es wird nicht weiter gemeldet. . . . Das ewige Anfragen und M.! <bibl><biblScope>167a;</biblScope> <title>Die tapfern Helden, | von denen uns die Lieder m.</title></bibl> <bibl><biblScope>65b;</biblScope> <title>Des Königs Namen meldet kein Lied.</title></bibl> <bibl><author>Uhland</author> <biblScope>445;</biblScope> <title>Er hat [als von mir abgeſendeter Spion] mir ihre Büberein gemeldet (vgl. 4).</title></bibl> <bibl><author>Schlegel</author> <biblScope>8, 90 ꝛc.</biblScope></bibl> — <sense n="a)">a) Nam. in der ältern Sprache auch: etwas Heimliches entdecken, verrathen (ſ. <bibl><biblScope>2a, 5a</biblScope> <title>und an-m.), z. B.: Ich meld’ es nun auf Gnade dir | .</title></bibl> <bibl><biblScope>.,</biblScope> <title>wo man kann verwunden meinen lieben Mann.</title></bibl> <bibl><author>Simrock</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>844;</biblScope> <title>Sie wollte doch nicht m. den Brauch in ihrem Land.</title></bibl> <bibl><biblScope>1802 ꝛc.</biblScope></bibl> — 2) (ſ. 1) Einen m., ſeine Anweſenheit oder ſeine Ankunft m.; ſo z. B. lautet die in <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>angeführte Stelle</title></bibl> <bibl><author>(G.</author> <biblScope>13, 5):</biblScope> <title>Ich komme vor dem König und dem Heer, ſie dir zu m.</title></bibl> <bibl><biblScope>34, 156,</biblScope> <title>ferner: Es kommt Niemand vor, der nicht erſt durch den Bedienten gemeldet iſt; M. Sie mich (bei) dem Herrn! ꝛc., ferner: Etwas meldet Einen, kündet ihn an, verkündet ihn, d. h. ſein Kommen, ſein Nahn, z. B.: Das Evoe muntrer Thyrſusſchwinger | und der Panther prächtiges Geſpann | meldeten den großen Freudebringer.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>23a ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="a)">a) (ſ. 1a) In der ältern Spr. auch <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>entdecken, verrathen, z. B.: Er bedrohete ſie, daß ſie ihn nicht meldeten.</title></bibl> <bibl><author>Matth.</author> <biblScope>12, 16</biblScope> <title>[Er befahl ihnen aber ernſthaft, daß ſie ihn nicht entdeckten.</title></bibl> <bibl><author>Eß]:</author>  <title>Verbirg(e) die Verjagten und melde die Flüchtigen nicht.</title></bibl> <bibl><author>Jeſ.</author> <biblScope>16, 3</biblScope> <title>[Birg die Verſtoßenen, den Flüchtigen entdecke nicht.</title></bibl> <bibl><author>Zunz]</author>  <title>ꝛc.</title></bibl> — 3) (ſ. 2) Sich m., ſein Vorhandenſein, ſeine Anweſenheit, ſeinen Beſuch, etwas das Subj. Betreffendes, z. B. ein Geſuch ꝛc. m., z. B.: Sich bei Jemand zum Beſuch, zur Audienz, zu einer Stelle, zu einem Amt, um ein Amt m.; Ich erwarte ihn heute Abend, er hat ſich m. laſſen; Die Gläubiger werden aufgefordert, ſich zu m.; Zu der Stelle haben ſich viele Bewerber gemeldet; Der ehrliche Finder wird gebeten, ſich bei der Policei zu m. ꝛc. —</sense><sense n="a)">a) Auch von Nichtperſonen (perſonif.): ſein Kommen oder ſeine Nähe durch Anzeichen zu erkennen geben, kund thun, bemerklich machen: Das Alter meldet ſich bei ihm ſchon; Der Winter, das Fieber meldet ſich ꝛc. —</sense><sense n="b)">b) So nam. auch weidm.: Wenn das Thier überraſcht, unſicher, erſchreckt, einen Laut oder mehrere — das Reh z. B. — von ſich giebt, ſo ſagt man: es meldet ſich, gw. aber: es ſchreckt,. es ſchmält, beſ. von Dam- und Rehwild, welches breitere, öftere Töne giebt. <bibl><author>Laube</author>  <title>Brev.</title></bibl> <bibl><biblScope>275,</biblScope> <title>ſ.</title></bibl> <bibl><author>Döbel</author> <biblScope>1, 19b;</biblScope></bibl> <bibl><author>Winkel</author> <biblScope>1, 148 ꝛc.,</biblScope> <title>im ſubſtant. Jnfin. auch ohne „ſich“ (ſ. d. †): Die Hindinnen haben nur einen bellenden Laut, welchen man</title></bibl> ſchmälen oder m. nennt. <bibl><author>Oken</author> <biblScope>7, 1291 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) Sich m., an-m.; (im Volksglauben) Bekannten als abgeſchiedner Geiſt durch ein Geräuſch oder irgend ein Zeichen ſeinen Tod kund thun. <bibl><author>Schm.,</author>  <title>vgl. eignen</title></bibl> <bibl><biblScope>3b ꝛc.</biblScope></bibl> — 4) „Erwähnen“ (ſ. d.) bez. ein flüchtiges Berühren durch eine Mittheilung im Vorbeigehn, m. eine ausführliche, eingehnde Mittheilung, z. B.: Er meldete den Vorfall, erwähnte aber manche Umſtände dabei nicht ꝛc.; doch findet ſich in einzelnen Wendungen m. für erwähnen, ſagen, z. B.</sense><sense n="a)">a) parenthetiſch im Infin.: Mit Ehren (ſ. d. 2b), mit Reſpekt zu m. (oder zu ſagen), als Entſchuldigung eines derben Ausdrucks; Mir, mit Reſpekt zu m., das Geſäß verbrennen. <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 250 ꝛc.;</biblScope> <title>Ohne Ruhm zu m., als Einſchaltung, wodurch man ſich vor dem Vorwurf der Ruhmredigkeit bewahren will ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="b)">b) nam. im adjekt. Partic. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>[im Vorhergehnden] erwähnt, beſagt, z. B.: Gemeldter Schertel.</title></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, 138;</biblScope> <title>Hoch gemeldte Bundsſtänd.</title></bibl> <bibl><author>Berlichingen</author> <biblScope>273;</biblScope> <title>So ſich aber einer ſolches o b gemeldts Mißhandels unterſtünde.</title></bibl> <bibl><author>Caro-</author>  <title>lina §</title></bibl> <bibl><biblScope>119;</biblScope> <title>Die vorgemeldten Diener.</title></bibl> <bibl><author>Schaidenreißer</author> <biblScope>10a;</biblScope></bibl> Vorobgemeldter Uhrwerker. <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>2, 72 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl. auch: Der edle Lord, von dem ihr vorgemeldt [im Vorhergehnden berichtet,</title></bibl> <bibl><biblScope>1].</biblScope></bibl> <bibl><author>Uhland</author> <biblScope>504 ꝛc.,</biblScope> <title>ferner: Die Ligurer . Bemeldten Liguriern in ihr Land zu fallen.</title></bibl> <bibl><author>Stumpf</author> <biblScope>161b;</biblScope> <title>Bemeldter König Ludwig.</title></bibl> <bibl><biblScope>345a;</biblScope> <title>Umgang mit Frauenzimmern von einer gewiſſen Klaſſe . . . Eine Liebſte aus der bemeldeten Klaſſe.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>5, 179;</biblScope> <title>Bemeldetermaßen ꝛc.; So war mir ermeldter von Hutten ein naher und lieber Freund.</title></bibl> <bibl><author>Berlichingen</author> <biblScope>112; 133; 167;</biblScope> <title>Ermeldten Abgott.</title></bibl> <bibl><author>Olearius</author>  <title>Baumg.</title></bibl> <bibl><biblScope>91b;</biblScope> <title>Hochermeldter Seiner fürſtlichen Durchlaucht Bibliothek. Roſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>III;</biblScope> <title>Unweit ermeldeten Kellers.</title></bibl> <bibl><author>Uz</author> <biblScope>1, 144;</biblScope> <title>Spricht mehr ermeldeter Ovidius.</title></bibl> <bibl><author>Weichmann</author> <biblScope>3, LII</biblScope></bibl> <bibl><author>(Richey)</author>  <title>ꝛc. Doch iſt dieſer Gebrauch des Partic., nam. ohne Artikel, heute faſt nur noch der Kanzleiſpr. eigen.</title></bibl> — 5) Dazu:</sense><sense n="a)">a) Der Melder großer Thaten ꝛc., auch (ſ. 1a) in der ältern Sprache <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Verräther, Angeber, ſ.</title></bibl> <bibl><author>Benecke</author> <biblScope>2, 134a</biblScope> <title>und ſo z. B. noch: Er ſchafft aus dem tückiſchen Melder | hartes Schiefergeſtein.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Ov.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 122 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Meldung, <bibl><biblScope>f.;</biblScope> <title>–en, z. B.: Der Schulvorſtand wird die Meldungen der Bewerber entgegennehmen; Was träumte mein Gemahl? Sag mir, ich lohn es | mit ſüßer Meldung meines Morgentraums.</title></bibl> <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Sh.</title></bibl> <bibl><biblScope>8, 19,</biblScope> <title>ferner: Einer Sache Meldung [Erwähnung] thun, ſie erwähnen; Von Etwas Meldung [Anzeige] machen ꝛc.</title></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Ahd. <bibl><biblScope>mëldón, mëldên,</biblScope> <title>mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>mëlden,</biblScope> <title>urſpr. angeben, verrathen.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. vgl. die von künden, beſtellen ꝛc., z. B.: Áb-: Angemeldetes abſagen, z. B.: Den angekündigten Beſuch a. ꝛc., auch: Ankommende Fremde, einziehnde Miether werden auf der Policei angemeldet, abreiſende Fremde, ausziehnde Miether abgemeldet. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Án-:</comp> meldend ankündigen: Er hat ſeinen Beſuch oder ſich bei uns angemeldet, a. laſſen; Er kam unangemeldt zum Feſt. Lichtwer 102; Dies Dienergefolg meldet den Herrſcher mir an [läſſt mich ſeine Nähe erwarten]. Sch. 75b; Daß ſich ein hitziges Fieber anmeldete. Weiſe Erzn. 359 ꝛc., ſ. [3c]. Auch, ſ. [1a], nam. bei Schülern: dem Lehrer denuncieren: Einen, Etwas (beim Lehrer) a. ꝛc. — Die Anmelderin [die mich a–de Perſ.]. Enſe Denkw. 6, 450 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Be-:</comp> (ver- alt.) melden: Was die Vorred auch davon bemelde. Kl. 12, 145; Darum bemeldt [benennt] auch Solinus dieſen See mit ſeinem alten lateiniſchen Namen alſo. Stumpf 389b ꝛc. Ferner ſ. [4b]. — Er-: (veralt.) melden: Wie denn Das die Kopei in die Länge ermeldet. Luther Br. 4, 577, ſ. ferner [4b]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ver-:</comp> zuw. noch ſtatt des Grundw., nam. feierlich, förmlich melden: Jemand ſeinen Gruß, eine Heirath, einen Todesfall verm.; Es wäre gegen alles Schick, dieſe Botſchaft .. durch denſelben Boten zurück-zu- v. Alexis H. 2, 3, 150; Mit dem V., ſie . . wünſchte einen ſo berühmten Mann perſönlich kennen zu lernen. CFBahrdt 3, 246; Sie werde jedenfalls ihre vermuthliche Heimkehr noch verm. LDiefenbach Nov. 1, 249 ꝛc., auch (veralt.): Da er ihnen die Begangenſchaft, doch unvermeldt der Perſonen [ohne Nennung von Namen] erzählete. Zinkgräf 1, 10, und: Einen eines Dings verm., denuncierend anklagen. Schm. (Weidm.) Der Hund vermeldet (ein Wild), ſchlägt mehrmal hinter einander an. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Vōr-:</comp> im Voraus melden: Der Vater, dem er ſeine Ankunft vorgemeldet hatte. Enſe Denkw. 6, 417 ꝛc., nam. [4b]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Zurück-:</comp> an einen Meldenden eine Meldung als Antwort richten ꝛc.</entry>
        </p>
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