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        <title>Artikel „Meinung“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
            <forename>Daniel</forename>
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            <surname>Göttel</surname>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Meinung“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="Meinung" orig="Mēīnung">Mēīnung</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">f.;</pos><gen norm="feminine"/> –en; –s-:</gramGrp>
        </form>
        <sense>das Meinen (ſ. d. in den verſch. Bedd.) und nam. das Gemeinte, ſo nam:</sense>
        <sense n="1)">1) (ſ. meinen 1) auf ſubjektiven Gründen beruhende Anſicht (vgl. Glauben): (Un-)gegründete, (un-)wahrſcheinliche, (un-)richtige, falſche, vorgefaßte M–en; Eine (gewiſſe) M. haben, hegen; einer (gewiſſen) M. ſein; ich habe die M., daß ꝛc.; ich bin der M., daß ꝛc.; Einer (und derſelben) M., der gleichen M., andrer M. ſein; Ich war früher derſelben M., bin jetzt aber andrer M. geworden; Ich bin mit Jhnen einer, derſelben M., ich bin ganz Ihrer M., ich bin der M. des Ariſtoteles ꝛc., dagegen bei vorangeſtelltem abhäng. Genit., wo das Genit.-Verh. von M. formell nicht zu erkennen iſt: In Anſehung des Silbenmaßes bin ich ebenfalls von (ſ. d. †) Ariſtoteles’ M. <bibl><author>H.</author> <biblScope>13, 53;</biblScope> <title>Es waren nicht Alle von Engelbert’s M.</title></bibl> <bibl><author>Zſchokke</author>  <title>Nov.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 107 ꝛc.;</biblScope> <title>Ich ſtand in der M., daß ꝛc.; Ich that es, in der M., daß ꝛc.; In M., daß der Wolf im Ernſt entſchlafen ſei.</title></bibl> <bibl><author>Ramler</author>  <title>F.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 528 ꝛc.;</biblScope> <title>Auf, bei ſeiner M. bleiben, be- oder verharren, beſtehen; über ſeine M. halten</title></bibl> <bibl><author>(L.</author> <biblScope>1, 256);</biblScope> <title>Von ſeiner M. nicht weichen, abgehn; Seine M. aufgeben, fahren laſſen, verlaſſen, ändern; „Was iſt Ihre M. darüber?“ Meine M. geht dahin, daß ꝛc.; Nach meiner M. oder meiner M. nach haben Sie Unrecht; Man hat mich in dieſer Sache nicht um meine M. gefragt; Wollen Sie mir nicht gefälligſt Ihre M. ſagen? (vgl. a); Sagen Sie mir Ihre aufrichtige, wahre M. darüber; Das kann nicht Ihre wahre, Ihre</title></bibl> Herzens- M. ſein; Nicht mit des Herzens <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>M. ſprach ich das Wort.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Il.</title></bibl> <bibl><biblScope>8, 40 ꝛc.;</biblScope> <title>Die M–en darüber ſind ſehr verſchieden; getheilt; Ich kann Ihre M. nicht theilen, Ihrer M. nicht beiſtimmen, beitreten; Einem irrige M–en beibringen; Einen bei ſeiner M., ihm ſeine M. laſſen; Ich wollte ihm die gute M. (ſ. b), die er von dir hat, nicht (be-)nehmen; Eine gute M. von Jemand, von ſich ſelbſt, eine zu große, übertriebne, zu geringe M. von ſich ſelbſt, von Jemandes oder den eignen Verdienſten haben; Die M. des Publikums, des Volks, die öffentliche</title></bibl> <bibl><author>(Sch.</author> <biblScope>425a ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. nam.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>32, 192),</biblScope> <title>die allgemeine M. (ſ. c) ſpricht ſich dafür, dagegen, (un)günſtig dar- über aus; Die M. des Publikums aufklären, berichtigen ꝛc.; Ein Jeglicher ſei in ſeiner M. gewiß.</title></bibl> <bibl><author>Röm.</author> <biblScope>14, 5;</biblScope> <title>Von den Jungfrauen habe ich kein</title></bibl> Gebot des Herrn, ich ſage aber meine M. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Kor.</author> <biblScope>7, 25;</biblScope> <title>Haltet feſt an einander in einem</title></bibl> Sinn und in einerlei M. <bibl><biblScope>1, 10;</biblScope> <title>Niemals war, in allen Landen, | Aller eine M. | Aller Sinn hier trachtet Gutes.</title></bibl> <bibl><author>V.</author> <biblScope>4, 68 ꝛc.</biblScope> <title>Auch mit beſondern Nüancen, nam.:</title></bibl> <sense n="a)">a) Einem ſeine M. ſagen, derb ſagen ꝛc., die tadelnde M., die man von ihm in Bezug auf ſein Thun ꝛc. hegt, ohne Rückhalt gegen ihn ausſprechen. —</sense><sense n="b)">b) M., die Schätzung, die man von dem Charakter und Werth einer Perſon ꝛc. hegt (vgl. 3); Eine gute (ſ.o.), ſchlechte M. von Einem haben, hegen, faſſen; Er iſt dadurch in meiner M. ſehr geſtiegen, geſunken; Er ſteht hoch in der M. des Volkes (ſ. c); Die Revolution iſt .. durch jene Fehler offenbar in der M. geſtiegen. <bibl><author>Gentz</author>  <title>Rev.</title></bibl> <bibl><biblScope>55;</biblScope> <title>Der Pfeil des Schimpfs kehrt auf den Mann zurück, | der zu verwunden glaubt; die M. Andrer | befriedigt leicht das wohlgeführte Schwert.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 193 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) M. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>allgemeine, öffentliche M. (ſ. o.), z. B.: Der unermeßliche Beiſtand, welchen der Revolution die M. leiſtet.</title></bibl> <bibl><author>Gentz</author>  <title>Rev.</title></bibl> <bibl><biblScope>12;</biblScope> <title>Werkzeuge der M. uud Werkzeuge der Gewalt.</title></bibl> <bibl><biblScope>58;</biblScope> <title>Wenn es die M. fordert, mag es ſein.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 156;</biblScope> <title>Die M. muß ich ehren, um das Lob | der Menge buhlen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>438a;</biblScope> <title>Die M. hält es | mit dem Unglücklichen, es wird der Neid | ſtets den obſiegend Glücklichen verfolgen.</title></bibl> <bibl><author>Derſ.;</author>  <title>Raphael ſchnitt alle Bande der Übereinkunft und der M. entzwei, ich fühlte mich ganz frei.</title></bibl> <bibl><biblScope>752b;</biblScope> <title>Sein Silberhaar | wird eine gute M. uns erkaufen.</title></bibl> <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Sh.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 45 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="d)">d) von Jemand, der zu beſtimmen hat, was geſchehen ſoll: die entſcheidende Anſicht darüber, ſeine Willensäußerung, ſein Wille, z. B. von einem König. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Kön.</author> <biblScope>2, 38;</biblScope></bibl> <bibl><author>Eſra</author> <biblScope>5, 17;</biblScope> <title>Vergönne mir [o Königin], in dieſer großen Sache | dein blindes Werkzeug willenlos zu ſein. | In klare Worte faſſe deine M.: | Was ſoll mit dieſem Blutbefehl geſchehn?</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>438b ꝛc.,</biblScope> <title>auch: Ich kann Ihnen die Kaufbedingungen nicht mittheilen, der Beſitzer des Hauſes hat mir ſeine M. noch nicht beſtimmt erklärt ꝛc., ſo auch:</title></bibl> Wilens-M. —</sense><sense n="e)">e) ungw. und unklar: Hab ich menſchlicher M. zu Epheſo mit den wilden Thieren gefochten? <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Kor.</author> <biblScope>15, 32.</biblScope></bibl> —</sense></sense>
        <sense n="2)">2) (ſ. meinen <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>u.</title></bibl></sense>
        <sense n="3)">3) Das was man bei ſeinem Thun im Auge hat, das dabei Gewollte, damit Beabſichtigte und die dem Thun zu Grunde liegende Geſinnung ꝛc.: Aus guter <bibl><author>(Phil.</author> <biblScope>1, 15),</biblScope> <title>herzlicher</title></bibl> <bibl><biblScope>(2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Kor.</author> <biblScope>6, 12),</biblScope> <title>aus keiner böſen</title></bibl> <bibl><author>(Sir.</author> <biblScope>29, 10)</biblScope> <title>M.; Nicht geſchieht Das der M., daß die Andern Ruhe haben und ihr Trübſal.</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Kor.</author> <biblScope>8, 13;</biblScope> <title>Zu erfahren, ob ſein Deuten dieſe oder eine andere M. [Bedeutung] gehabt.</title></bibl> <bibl><author>Forſter</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 114,</biblScope> <title>ob er Das damit hat ſagen wollen; Will die Kraft meiner Jugend mich retten? Undankbare Mühe! Das iſt meine M. nicht.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>213a;</biblScope> <title>Daß das wahre Genie auf die Fingerzeige nicht viel achtet, die man ihm, aus beſſerer M. als Befugnis, zu ertheilen ſich ſauer werden läſſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>1133a;</biblScope> <title>Das iſt der Wortlaut, aber nicht die M. des Geſetzes ꝛc.</title></bibl> — 3) (vralt., ſ. meinen 4) Zuneigung, Liebe: Zu denen ihr von Alter her beſondre M. gehabt. <bibl><author>Zwingli</author> <biblScope>2, 5 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>1b.</biblScope></bibl></sense>
        <p type="compositions">
          <entry type="sub">Zſſtzg. meiſt zu 1, z. B.: Die Alteweiber-M. L. 13, 538. — Wir vernehmen ihre M–en und Gegen- M–en. G. 39, 94, entgegengeſetzte, die andern bekämpfende. — Um unſre Herzens- und Glaubens- M. auszuſprechen, daß ꝛc. 33, 107, die innre als Glauben feſtſtehnde M. oder Überzeugung; Religionskriege und Kämpfe um Glaubens-M–en [religiöſe, Glaubensſatzungen betreffende]. — Schon damals hatte ſich bei mir eine Grund-M. feſtgeſetzt. G. 22, 74. — Einer Haupt- M. viele andre unterzuordnen. Enſe Denkw. 6, 227. — Beim Vortrag einer Lieblings-M. W. 34, 124. — Die wandelbare Partei-M. des Tages. Börne 5, 113. — Mitten im Strome der Tages-M–en [1c]. Gutzkow R. 1, 186, die öffentliche mit dem wechſelnden Tage ſchwankende M.; Enſe Denkw. 6, 593. — Wie weit er die politiſche Übel-M., die ihn faſt allgemein traf, verdient. 215, ſ. Ggſtz. Wohl-M. — Gegen Volks-M–en [1c] und öffentliche Irrthümer zu ſprechen. Gentz Rev. XIII. — Vor-M., M., die man von Etwas vor genauerer Kenntnisnahme gefaſſt, vgl. vorgefaßte Meinung, Vor- urtheil; Es zeigt doch, welch eine Vor-M. herrſcht über die Einſchüchternden und über die Eingeſchüchterten. Auerbach Tag. 66; Ich danke Ihnen, Herr Major, für die gute Vor- M. Gutzkow R. 3, 185; Der .. manche ungünſtige Vor-M. gegen Bürger’s praktiſche Brauchbarkeit hegte. OMüller Bürg. 130 ꝛc. — Einem ſeine Willens-M. [1d] kund thun. — Wohl-M. [2], das Wohlmeinen, wohlwollende Geſinnung. Enſe Denkw. 6, 11; Hutten (Wackernagel 3, 211 Z. 10); Luther 5, 17a; SW. 56, 99 ꝛc.; Das Laſter nimmt die Geſtalt . . der Wohl-M. mit dem Fürſten und dem Staate .. an. W. 7, IX; Warum der Ausdruck von Wohl- M. und Güte eine ſo große Wirkung in ſeinem Geſichte thut. 22, 39; Äußerung unſerer Gutherzigkeit und Wohl-M. mit ihm. 24, 17 ꝛc. — u. ä. m.</entry>
        </p>
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