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        <title>Artikel „Maschine“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Maschine“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="Maschine" orig="Maſchīne">Maſchīne</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">f.;</pos><gen norm="feminine"/> –n; Maſchinchen, lein; –n-:</gramGrp>
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        <sense>1) eine Vorrichtung, ein Werkzeug, nam. ein zuſammengeſetztes, künſtliches Werk, wodurch Etwas hervorgebracht wird, was ohne ſolche Anwendung nicht oder doch nicht ſo ſicher, ſo leicht, ſo geſchwinde möglich wäre, — im engſten techn. Sinne ſolche Vorrichtung nur, inſofern damit eine Bewegung, Kraft oder Zeit ſparend, hervorgebracht wird: Die einfachen M–n laſſen ſich ſämmtlich auf die Theorie des Hebels zurückführen; zuſammengeſetzte M–n giebt es nach den verſchiedenen Zwecken unzählige, ſ. Zſſtzgn, ſtatt deren, wo es keiner nähern Beſt. bedarf, das Grundw. ſtehen kann: Kaffe auf der M. kochen; Die Hemden ſind mit der M. genäht; Die [Dampf-] M. heizen ꝛc.; Die Anwendung der M–n macht eine Menge von Menſchenkräften in den Fabriken entbehrlich; Eine [Dampf-] M. von <bibl><biblScope>20</biblScope> <title>Pferdekraft (ſ. d.); Die eiſerne Jungfrau, jene bekannte verborgne</title></bibl> Richt-M., die den Menſchen durch die Umarmung entleibt. <bibl><author>IP.</author>  <title>Fat.</title></bibl> <bibl><biblScope>226;</biblScope> <title>Da die</title></bibl> Käu-M. aus mehreren Nußknackern beſtand. <bibl><biblScope>280;</biblScope> <title>Ich dreſche, ſäe, ſpinne, kartätſche durch Dreſch-, Säe-, Spinn- und Kartätſch-M–n.</title></bibl> <bibl><biblScope>282 ꝛc.;</biblScope> <title>Schnellpreſſe (M.).</title></bibl> <bibl><author>Franke</author>  <title>Kat.</title></bibl> <bibl><biblScope>85,</biblScope> <title>im Ggſtz. der minder zuſammengeſetzten Handpreſſe, und dazu nach den verſch. Syſtemen der Bau- art, nam. in Bezug auf die Art der Bewegung:</title></bibl> Eiſenbahn- und Krummzapfen-M. <bibl><biblScope>91 ꝛc.</biblScope></bibl> — 2) (ſ. 1) oft übrtr. und bildlich: <sense n="a)">a) So treibt der Menſch es, wie es geht, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>bis die M. ſtille ſteht, vgl.: bis die Uhr</title></bibl> — des Lebens — abgelaufen ꝛc., ſ. Staats-M.; Gleichſam als ein Gott [ſ. d. <bibl><biblScope>1]</biblScope> <title>aus einer M. herunterzuſteigen und unſre Verlegenheit zu endigen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>10, 98,</biblScope> <title>in Bezug auf die Theater-, nam. Flug-M–n (ſ. b); Alle M–n des großen Wageſtücks ſind im Gang.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>159b,</biblScope> <title>Alles, was dazu in Thätigkeit, in Bewegung geſetzt wird, mit ins Spiel kommt ꝛc.; Die verſchiedenen M–n, welche man dieſen Tag über auf beiden Seiten hatte ſpielen laſſen, brachten den .. Staatskörper .. in eine Art von wagerechtem Schwanken.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>14, 83;</biblScope> <title>Da er die Religion bloß als eine politiſche M. anſah.</title></bibl> <bibl><biblScope>122;</biblScope> <title>Sie hatte eine Menge M–n angelegt, um ſich meiner zu bemächtigen.</title></bibl> <bibl><biblScope>17, 132; 8, 130 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) in der epiſchen und dramat. Dichtkunſt die nam. zur Löſung des Knotens in Bewegung geſetzten überirdiſchen Weſen, hergenommen von dem „Gott aus der M.“ (a). —</sense><sense n="c)">c) Maler.: „mehrere durch eine Handlung mit ein- ander verbundene Gegenſtände“. <bibl><author>Adelung.</author></bibl> —</sense><sense n="d)">d) zuw. etwas ungemein Großes, Koloſſales: Was iſt denn Das da für ein M. von einem Frauenzimmer? ꝛc. —</sense><sense n="e)">e) ein Menſch, der ohne geiſtige Selbſtthätigkeit nur in einer ihm genau angewieſenen und vorgeſchriebnen Weiſe zu wirken im Stande iſt: Seiler ſuchte, was er vermochte, aus ſeinen M–n zu machen .., aber Fähigkeit und Talent laſſen ſich nicht anzaubern. <bibl><author>Schütze</author>  <title>HambTh.</title></bibl> <bibl><biblScope>526.</biblScope></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Frz. <bibl><biblScope>machine,</biblScope> <title>ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>machina</biblScope> <title>u. vgl. Mechanik ꝛc.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. unzählig, nam. nach dem Zweck, ſ. [1] JP. und z. B. Bohr-, Dreſch-, Egg-, Glätt-, Kämm-, Kopier-, Mäh-, Näh-, Säe-, Spinn-M. und dazu viele Arten, z. B. in der Baumwollſpinnerei (ſ. Karmarſch 1, 118 ff.; Knapp 2, 661 ꝛc.): Ausbreit- od. Watten-, Doublier-, Droſſel-, Fein(ſpinn)-, Flack- od. Schlag-, Kanal-, Mule- [ſ. Mule- Jenny], Putz-, Spul-, Streck-, Water-M. ꝛc., ferner z. B. in der Wollmanufaktur (ſ. Karmarſch 3, 633 ff.): Anlege-, Fein(ſpinn)-, Kämm- oder Kämpel-,Lock-, Pelz- oder Schrubbel-, Plätt-, Rauh-, Scher-, Streck-, Vorſpinn-M. ꝛc., ferner z. B. in der Papierfabrikation (ſ. Karmarſch 2, 800 ff.): Cylinder-, Glätt-, Knoten-, Papier-, Schüttel-, Trocken-M. ꝛc., in der Kattundruckerei: Druck-, Grundier- oder Klatſch-, Klotz-M. und ſo für verſch. Gewerbe ähnliche, worüber man in technolog. Werken nähere Auskunft zu ſuchen hat, ferner z. B.: Bühnen- oder Theater-M., darunter z. B. Flug-M. ꝛc., ferner: Elektriſier-M., zur Erzeugung von Elektricität u. ä. m.; Kaffe-, Thee-M., zum Bereiten von Kaffe; Braten-M. (Langbein 2, 10), Bratenwender ꝛc.; Rauch- oder Taback-M., Waſſerpfeife, Nargileh (ſ. d.) u. ä. m., worunter wir beſ. hervorheben: Dámpf-: eine Maſchine, welche durch Aufnahme des Waſſerdampfs eine mechaniſche Wirkung erzeugt. Karmarſch 1, 457. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Höllen-:</comp> eine Zuſammenſetzung von Feuerwerkskörpern, beſtimmt eine mörderiſche Exploſion zu bewirken. Gotthelf U. 2, 299. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Kúnſt-:</comp> kunſtvolle, künſtliche M. W. 8, 231. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Réchen-:</comp> Maſchine, wodurch man mit Leichtigkeit das Facit von Rechnungen erhält, auch [2e] von einem mechaniſchen Rechner, vgl. Schreib-M. JP. Fat. 2, 6. — Stāāts- [2a]: der Staat als Maſchine, als ein Ganzes vieler ineinandergreifender Theile betrachtet. H. Ph. 4, 251 ꝛc.</entry>
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