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      <titleStmt>
        <title>Artikel „Männlich“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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        </editor>
        <editor>
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            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
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          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="en">Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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             <country>Germany</country>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Männlich“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="Männlich" orig="Männlich">Männlich</orth>
          <gramGrp>ſcheidet ſich von der Löwin durch die Mähne ꝛc. — Danach erweitert u. verallgemeinert:</gramGrp>
        </form>
        <sense>b) Botan.: von Pflanzen, in Bezug auf die befruchtenden Blüthentheile, die Staubgefäße (ſ. Blumenſtaub, Staub-Beutel, -Faden): Die m–en Blüthen haben nur Staubfäden, die weiblichen nur Stempel, die Zwitterblüthen Beides, die geſchlechtsloſen Keins von Beiden ꝛc.; Daß der weibliche Palmbaum mit einem Büſchel m–er Blumen beſtreut und belebt wird. <bibl><author>H.</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>7, 12 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl. Fimmel, Hanfhahn ꝛc.</title></bibl> — c) von Edelſteinen ꝛc.: Der dunklere wird m–er, der blaſſe weiblicher Sapphir genannt. <bibl><author>Karmarſch</author> <biblScope>3, 409,</biblScope> <title>inſofern etwa das ſtärkre Hervortreten der Farbe das ſtärkre Geſchlecht bez., ſ.</title></bibl> <bibl><author>Plinius</author> <biblScope>Hist. nat. 37, 7</biblScope> <title>und vgl.: M–en Weihrauch.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Ländl.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 385,</biblScope> <title>mit der Anm. „als vorzüglicher oder von einer gewiſſen Ähnlichkeit“.</title></bibl> — d) Grammat.: von Wörtern, in Bezug auf das ſprachl. Geſchlecht: Im Franzöſiſchen hat man nur m–e und weibliche Hauptwörter, im Deutſchen auch ſächliche, ſ. maſkulin; Das ſprachliche Geſchlecht ſtimmt im Engliſchen mit dem natürlichen überein; bei uns iſt Dies nicht der Fall, ja es widerſtreitet zuweilen demſelben gradezu, wie z. B. „Mannsperſon“ grammatiſch nicht m., ſondern weiblich, „Mädchen, Weib, Frauenzimmer“ nicht weiblich, ſondern ſächlich ſind ꝛc., vgl. das auf dem Spiel mit „der“ — und „die Feige“ beruhende Räthſel: Weiblich geſchätzt, weil guten Geſchmacks, doch m. verachtet, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>weil es an m–em [ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>3b]</biblScope> <title>Muth eben mir M–em fehlt ꝛc.</title></bibl> — e) Metrik: M–e Reime, wo der Reim nur eine, die betonte, Silbe umfaſſt; „M–e Reime“ iſt eigentlich eine unpaſſende wörtliche Übertragung des franzöſiſchen <bibl><biblScope>Rimes masculines.</biblScope> <title>In dieſer Sprache nämlich, wo die meiſten Feminina auf ein ſogenanntes ſtummes</title></bibl> <bibl><biblScope>e</biblScope> <title>ausgehn, heißt grammatiſch (ſ. d) dieſe Endung ausſchließlich die weibliche, jede andre m. und, je nachdem hier ſo in Verſen der Ausgang männlich oder weiblich iſt, nennt man auch die Verſe ſelbſt und die Reime m. oder weiblich ꝛc.; Daß du den Stiftreim bloß m. genommen haſt.</title></bibl> <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>5, 69 ꝛc.</biblScope></bibl> — 2) einem Mann oder m–en (1) Weſen eignend, zukommend, z. B.: Das m–e Glied, die m–en Geſchlechtstheile, der Sitz des Zeugungsvermögens; Johannes iſt ein m–er, Johanna der entſprechende weibliche Name ꝛc. — 3) einem Mann, d. h. einer m–en Perſon im Mannesalter, alſo im Ggſtz. ſowohl zum weibl. Geſchlecht, als auch zum noch unentwickelten Kinde ꝛc. eignend, zukommend, gemäß, darauf bezüglich ꝛc.: <sense n="a)">a) allgem.: Eine Dame in m–er Tracht, Kleidung; M–e Beſchäftigung, Thätigkeit; Als er ins m–e Alter trat; Seine Stimme wird m.; Ihrer zerſtörenden Macht gleichet der m–e Trotz. <bibl><author>Brinckmann</author>  <title>Gd.</title></bibl> <bibl><biblScope>182;</biblScope> <title>Beides, ihr [der Frau] Anblick und ihr Betragen waren ungemein m.</title></bibl> <bibl><author>Forſter</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 273</biblScope> <title>(vgl. c); Nicht aus m–er Dreiſtigkeit, ſondern aus frommem Vertrauen.</title></bibl> <bibl><author>Gervinus</author>  <title>Sh.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 318;</biblScope> <title>M–er Jüngling.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>31, 79;</biblScope> <title>Die ſtarke, m–e Tibetanerin.</title></bibl> <bibl><author>H.</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 154;</biblScope> <title>Bräuner iſt die Schöne | und m–er ſind ihre Töne.</title></bibl> <bibl><author>Nicolai</author> <biblScope>1, 283;</biblScope> <title>Die m–e Herbheit des Ausdrucks ward nur durch die Milde der ..Augen geſänftigt.</title></bibl> <bibl><author>Stahr</author>  <title>Rep.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 55 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) in prägnant lobendem Sinne (vgl. mannlich) <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>mannhaft, kräftig, feſt, muthig ꝛc.: Seid m. und ſeid ſtark!</title></bibl> <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Kor.</author> <biblScope>16, 13;</biblScope> <title>Sie liefen m. mit einem Sturm an die Mauer.</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Macc.</author> <biblScope>10, 35;</biblScope> <title>Sie faßte ein m. Herz.</title></bibl> <bibl><biblScope>7, 21;</biblScope> <title>Streitende Kräfte beſaiten das Herz; ihr mächtiger Einklang, | nicht ihr ſtürmendes Spiel, bildet den m–ſten Muth.</title></bibl> <bibl><author>Brinckmann</author>  <title>Gd.</title></bibl> <bibl><biblScope>245;</biblScope> <title>Du lähmſt den Flug mir, hebe dich von dannen, | ich will ihn m. fliegen und nicht zagen.</title></bibl> <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>4, 189;</biblScope> <title>Den m–ſten und gewaltigſten Körper in einer kraftvollen Stellung.</title></bibl> <bibl><author>Forſter</author>  <title>It.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 220;</biblScope> <title>Weiblich geſtaltet, bin ich [die Hoffnung] m. kühn.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>10, 248;</biblScope> <title>Geliebte! Nicht erretten konnt’ ich dich; | ſo will ich dir ein m. Beiſpiel geben.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>433b;</biblScope> <title>Ihr habt euch m. | gelöſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>538b;</biblScope> <title>Ein Jüngling, der . . | an ſtolzem Wuchs und m. ſtarken Sehnen | dem Halbgott glich.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 170;</biblScope> <title>Wie Alles darin m. und deiner würdig iſt. Merck</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 156 ꝛc.</biblScope> <title>So auch: Eine m–e Hand(-ſchrift), einen m–en Stil ſchreiben, ſo wie es einem Mann geziemt, ſeinem Weſen geziemt, von Kraft zeugend ꝛc.; Die gedrungene Schreibart iſt nur eine beſondere Art der m–en.</title></bibl> <bibl><author>Creuz</author> <biblScope>1, 219;</biblScope> <title>Einen m–en Pinſel führen ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="c)">c) zuw. ſt. männiſch (ſ. d. 2): [Die Frauen beim Reiten] werden mannhafter, und Das iſt kein Tadel, nur m. ſollen ſie nicht werden. <bibl><author>Waldau</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 353;</biblScope> <title>Wohl möchteſt du meinen, | daß m. ich ſei, | wenn Beide wir reiſten ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>4, 205,</biblScope> <title>vgl.: Es würden die Götter | mich wei-</title></bibl> biſch ſchelten. <bibl><biblScope>206 ꝛc.</biblScope></bibl> — 4) auf das Verh. des Lehnmanns bezüglich (ohne Rückſicht auf das Geſchlecht): M–es Geſchlecht iſt <bibl><biblScope>genus ministeriale,</biblScope> <title>das letztere kann man nicht wohl anders überſetzen und daher ſind viele Frauenzimmer in Deutſchland m–en Geſchlechts ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 325 ꝛc.</biblScope></bibl> — 5) dazu: Männlichkeit, <bibl><biblScope>f.; 0:</biblScope> <title>nam. im Sinn von</title></bibl> <bibl><biblScope>3,</biblScope> <title>z. B.: „Kerneichengewächs“, deſſen eigenthümlich kräftige Erſcheinung in jedem Geſchlechte, das für M–keit mehr Sinn hätte, noch anders geſchätzt ſein würde als bei uns.</title></bibl> <bibl><author>Gervinus</author>  <title>Lit.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 63;</biblScope> <title>Euch wird an M–keit ein Knab’, ein Weib beſchämen.</title></bibl> <bibl><author>Hagedorn;</author>  <title>Die Geſetze beſtimmen die M–keit [Pubertät] und Mannbarkeit.</title></bibl> <bibl><author>Hippel</author>  <title>Ehe</title></bibl> <bibl><biblScope>2;</biblScope> <title>Erinnerungen aus Jahren der Jugend und der M–keit.</title></bibl> <bibl><author>Reinhard</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>243;</biblScope> <title>Verſuche, den .. zur M–keit herangewachſenen Geiſt wieder in die alten verlegenen Kinderwindeln einzuſchnüren.</title></bibl> <bibl><author>ASchlegel</author>  <title>Mißd.</title></bibl> <bibl><biblScope>7;</biblScope> <title>Dem iſt jetzo kein Herz voll M–keit.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Jl.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 352 ꝛc.,</biblScope> <title>auch: Daß die</title></bibl> Weiblichkeit wie die M–keit (1a) der höheren Menſchlichkeit (ſ. d.) untergeordnet ſein ſoll. <bibl><author>FSchlegel</author>  <title>GR.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 278; 287.</biblScope></bibl></sense></sense>
        <p type="compositions">
          <entry type="sub">Zſſtzg. z. B.: Wenn Sie ſich .. ehe-m. [ſ. ehemänniſch] betragen, mein Herr, ſo werde ich .. ſorgen, daß Sie mich auch wie eine Ehefrau finden. FSchlegel Luc. 101; Wie er ſo groß, ſo helden-m. [3b, ſ. heldenhaft] .. daſteht! Sonnenberg; In ſolchem Mädchen .. ſoll gleichzeitig der über-m–e [3b] Muth wohnen ꝛc. Arnim 23, größer, als man ihn von einem Mann verlangen kann ꝛc.; Gegen die Überraſchung jeder un-m–en [3b] Weichheit feſt. Fichte 6, 425; Erliegen kann ein Mann, nicht ſich un-m. halten. Rückert W. 6, 27; Un-m–e Vergnügungen. W. 34, 63; Einer un-m–en Veränderung ſchuldig. HB. 1, 157 ꝛc., eines Mannes unwürdig; Unglück .. mit wohl-m–er Faſſung ertragen. Cham. 5, 170.</entry>
        </p>
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