<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Artikel „lumpen“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
            <forename>Daniel</forename>
          </persName>
        </author>
        <editor>
          <persName>
            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
          </persName>
        </editor>
        <editor>
          <persName>
            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
          </persName>
        </editor>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>
          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="en">Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
          <address>
             <addrLine>Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin</addrLine>
             <country>Germany</country>
          </address>
        </publisher>
        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
          </licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>Daniel Sanders: „lumpen“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>

  <facsimile>
    <surface ulx="49" uly="1609" lrx="1040" lry="3958">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-2_1__0183__0181__0"/>
    </surface>
    <surface ulx="22" uly="250" lrx="1018" lry="1094">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-2_1__0183__0181__1"/>
    </surface>
  </facsimile>
  <text>
    <body>
      <entry type="main" xml:lang="de">
        <lbl>III.</lbl>
        <form type="lemma">
          <orth expand="lumpen" orig="Lúmpen">Lúmpen</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="verb">tr.:</pos><subc norm="transitive"/></gramGrp>
        </form>
        <sense>Einen l., ihn als Lump behandeln — und <bibl><biblScope>intr.</biblScope> <title>(haben): als Lump lottern (ſ. d.), „ein nachläſſiges liederliches Leben führen und dabei ſchwelgen, zuw. mit dem Nebenbegriff des Schuldenmachens und Betrügens“.</title></bibl> <bibl><author>Schm.,</author>  <title>ſ.</title></bibl> <bibl><author>Stalder,</author>  <title>auch verkl.</title></bibl> lümpeln. Hochd. gw.: Sich nicht l. laſſen, ſich nobel, nicht lumpig oder verächtlich zeigen, z. B.: Mit allen Ehren von der weiblichen Verſchwiegenheit geſprochen, ſo läſſt ſich doch die männliche auch nicht l. <bibl><author>B.</author> <biblScope>498b ꝛc.,</biblScope> <title>und beſ. von Perſ.: ſich nicht knauſerig und filzig zeigen, z. B.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>12, 275;</biblScope></bibl> <bibl><author>Kinkel</author>  <title>E.</title></bibl> <bibl><biblScope>183;</biblScope></bibl> <bibl><author>Zelter</author> <biblScope>5, 25 ꝛc.;</biblScope> <title>auch: Für die ſchöne Kollekte [von Subſkribenten] danke ich Ihnen herzlich. Wenn Sie auch einmal ſo ein Treibejagen anſtellen wollen, ſo will ich mich gewiß auch nicht l. laſſen ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>12, 527.</biblScope></bibl> — S. ferner lumm, Anm.</sense>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. z. B.: Áb-: Seine Kleider a., zu Lumpen abreißen, nam. im Partic. ſ. ver-l. 1 u. 3 u. zer-l.: Ein Subjekt, deſſen abgelumpter Anzug, deſſen ſohlenloſe Stiefel ihn in die Kategorie der Verdächtigen ſtellte. Waldau Nat. 3, 199 ꝛc., und von Perſ.: Abgelumpte verlorene Söhne. Schlegel Sh. 6, 140; 8, 139, vgl. ſchwzr.: Sich a., ſich durch Verſchwendung zu Grunde richten. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Āūs-:</comp> intr. (ſein): (ſchwzr.) bankerott werden, ebenſo ver-l. Stalder; Der eine Kutſcher [Fuhrherr] daſelbſt war ausgelumpt. JvMüller 13, 249. — Ent-, tr.: von den Lumpen frei machen: Bis das Schauſpiel .. in einem edlern entlumpten Gewande auftrat. Schütze HambTh. 3. — Ver-, tr. u. intr. (ſein): 1) tr.: Kleider v., ſie ab-l., zer-l., zu Lumpen vertragen ꝛc., und intr.: zu Lumpen zerfallen: Schöne Mäntel, die aber bald v. Oken 7, 428, nam. im Partic.: Ein verlumpt Hemde. Gotthelf U. 2, 191. — 2) durch Lumpen, durch liederliche Wirthſchaft verbringen, zu Grunde richten: Das Gut iſt jetzt auch frei; ich kann mit thun, was ich mag, ich kann’s v. Auerbach Dorf. 4, 41; Weil man verlumpet, was man gehabt. Gotthelf Sch. 192; Die .. ihr Haus und Hof v. Peſtalozzi 4, 375. — 3) (ſ. 2) intr.: in der Wirthſchaft, in ſeinen Vermögensverhältniſſen zu Grunde gehn, bankerott werden, ſ. aus-l.: Ich will nicht, daß die ganze Welt v. ſoll [durch Theilung der großen Güter]. Auerbach D. 4, 157; Wenn die Alten v., um die Kinder Etwas lernen zu laſſen. Gotthelf 5, 325; Da er von ſeiner Mutter noch einiges Geld erhielt, verlumpte er zwar langſam, aber vollkommen. Hackländer SGſch. 3, 159; Das V. ſtehe ihm näher als von ſeinen Renten zu leben. Spindler Stadt 1, 5 ꝛc.; oft auch zugleich in Bezug auf das ſittliche Verkommen. Nam. oft im Partic.: Ein verlumpter Zirkelſchmied. Hebel 3, 127; Jene verlumpten oder verlaufenen Subjekte. König Kl. 3, 111; Eine Verſammlung liederlicher, vertrunkener, verlumpter Müßiggänger. Lavater 1, 75; Sein verlumptes [moraliſch geſunknes] Dorf in Ordnung zu bringen. Peſtalozzi 4, 107 ꝛc., mit Fortbildung: Dem lächerlichen Riccaut und der anmaßenden Verlumptheit dieſes franzöſiſchen Glücksritters. Stahr (Nat.-Z. 7, 595). —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Zer-:</comp> gw. im Partic.: Zerlumpte Kleider (ſ. ab-, ver-l. 1), zu Lumpen abgeriſſen; Im zerlumpten rothen Mantel. Arnim 3; Spindler Jud. 1, 7 ꝛc., dann auch von Perſ. in ſolcher Kleidung ꝛc.: Zerlumpt, verhungert, hager und bleich. Cham. 3, 225; Den zerlumpten Rhapſoden. G. 1, 269; Die Einwohner ſind arm und zerlumpt. 30, 146; 17, 168; 25, 228; Heine Sal. 1, 50; Den zerlumpteſten Bettler. Sch. 157b; V. 2, 21 ꝛc., auch: Iſt dieſe ſchöne Litteratur noch ganz das widerſpruchvolle, innerlich zerriſſene und äußerlich zerlumpte Weſen, das durch Blöße, Schmutz und üble Sitten des edlen Forſter’s Auge .. beleidigte. Monatbl. 2, 225a ꝛc. Die Zerlumptheit. Schwegler (46) 277. Vgl. (vralt.): Wie ich „zuhaderlummt“ gehe. Schaidenreißer 75b.</entry>
        </p>
      </entry>
    </body>
  </text>
</TEI>
