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        <title>Artikel „listen“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „listen“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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          <gramGrp><pos norm="verb">intr.</pos><subc norm="intransitive"/> (haben):</gramGrp>
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        <sense>Liſten anwenden, gw. nur im Partic. Präſ., z. B. auch: Mit arg-l–der [argliſtiger] Hand. <bibl><author>Stolberg</author> <biblScope>15, 235,</biblScope> <title>in Zſſtzg., doch z. B. dazu: Den</title></bibl> Liſter zu überliſten. <bibl><author>OLudwig</author>  <title>Himm.</title></bibl> <bibl><biblScope>98.</biblScope></bibl></sense>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. tr., z. B.: Áb-: Einem Etwas a., durch Liſt abnehmen, abgewinnen, ablocken: Börne 3, 371; G. 13, 57; 9, 191; Muſäus M. 2, 122; Sch. 344b ꝛc. Seltner: Es war mir unmöglich, ihm nur den Schein des Verſtoßes gegen die Regeln abzuliſten [ihn darauf zu betreffen]. Eckermann G. 2, 38. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Aūs-:</comp> Einem Etwas a., es liſtend von ihm herausholen, z. B.: ein Geheimnis, Geld ꝛc., vgl. ab-l.: Daß man keine andern Wege habe, ihn . . auszuholen als die Ligue, womit er ausliſtet. IP. 16, 175 —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Be-:</comp> Einen b., liſtig berücken: Es wäre eine Freude, den alten Fuchs zu b. Klinger 1, 121; Schämſt du dich jetzo, | daß Du mich alſo beliſtet? V. 1, 123; Nicht geheim vor Athene beliſtete Phöbos Apollon | Tydeus’ Sohn. Jl. 23, 388 ꝛc., ſ. hinter-, über-l. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Durch-:</comp> im adjekt. Part.: durchliſtet, durchtrieben. Spate; Simpliciſſimus 1, 8. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Er-:</comp> Etwas e., durch Liſt erlangen: Immer wieder wußte Reinecke die Darſtellung ſelbſt Shakeſpeare’ſcher Tragödien zu e. oder zu ertrotzen. Devrient 2, 394; Das zu erſchleichen, zu erſtürmen, zu e., was mir .. auf dem gewöhnlichen Wege verſagt war. G. 23, 349; 9, 199; Der Mann muß .. e., erraffen. Sch. 78a; E. ihre Nahrung. Tſchudi Th. 577; Wagner Kind 12 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hinter-:</comp> Einen h., ihn durch Liſt hintergehn, ſ. be-l.: Dein Bruder Jakob .. hat mich hinterliſtet u. hat deinen Segen empfangen. Hebel 4, 32; Daß Sie mich h., um ſich bei der Alten einzuniſteln. FLSchröder Beitr. 1, 3, 92 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Über-:</comp> Einen ü., ihn durch Liſt überwinden, oder beſiegen, vgl. be-l.: Dieſe dumpfen Pfaffenchriſten, | laſſt uns keck ſie ü.! G. 8, 370; Daß ſie mich überwältigen möchten, daß ſie auf jeden meiner Fehler Acht haben, mich zu ü. 10, 34; Durch ſeine bewegliche Thätigkeit die Ruhenden zu ü. und die Mitwandernden zu überſchreiten. 19, 96; Den ſie ſchmählich unerlaubt überliſteten. 18, 132; [Der Schiffende] ſcheint ſich ihnen [den ſeitwärts wehenden Winden] hinzugeben, | ſtrebet leiſe ſie zu ü., | treu dem Zweck auch auf dem ſchiefen Wege. 2, 59; Ich weiche der ü–den Hölle. Sch. 200a; Den raffinirten Betrüger zu betrügen, den Liſtigen zu ü. Steffens Malk. 1, 331; W. 12, 259. Nbnf.: Wir müſſen immer fürchten, daß er uns auch einmal überliſtigen werde. Möſer Ph. 4, 86. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Um-:</comp> Einen uml., allſeitig mit Liſt umgeben, umſtellen: So gedrängt, verwirrt, verrathen, umliſtet fällt ſie. Stahr Jahr. 1, 185 u. ä. m. (ſ. Spate).</entry>
        </p>
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