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        <title>Artikel „link“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „link“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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          <orth expand="link" orig="Link">Link</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="adjective">a.:</pos></gramGrp>
        </form>
        <sense>1) eig.: von Menſchen und Thieren, die Seite, wo das Herz liegt, im Ggſtz. zu recht: Die l–e Seite, Hand (ſ. Linke); Der l–e Fuß, Arm; Das l–e Auge, Ohr ꝛc.; Da nahm ſie Joſeph Beide, Ephraim in ſeine rechte Hand gegen Jſrael’s l–e Hand und Manaſſe in ſeine l–e Hand gegen Jſrael’s rechte Hand ꝛc. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>48, 13;</biblScope> <title>Laß deine l–e Hand nicht wiſſen, was die rechte thut.</title></bibl> <bibl><author>Matth.</author> <biblScope>6, 3 ꝛc.;</biblScope> <title>Wenn ein Rabbin ſagt: die rechte Hand iſt l., ſo iſt ſie l.; ſagt er: die l–e Hand iſt recht, ſo iſt ſie recht.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>8, 115b ꝛc.</biblScope></bibl> — <sense n="a)">a) Die L–e <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>l–e Hand, z. B.: Seine L–e lieget unter meinem Haupt und ſeine Rechte herzet mich.</title></bibl> <bibl><author>Hohel.</author> <biblScope>2, 6;</biblScope> <title>Zur L–en .., zur Rechten [Hand od. Seite].</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Kön.</author> <biblScope>11, 11;</biblScope> <title>Wägt in der ſchreckenden Rechte [ſ. d.] dann den Mond und die Sonne, | in der L–en die Morgenſterne.</title></bibl> <bibl><author>Kl.</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 493 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Sich eine Frau an die l–e Hand (ſ. d. 1b) z. B. <bibl><author>Lohenſtein</author>  <title>Roſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>22 ꝛc.</biblScope> <title>und ſcherzh.: ans l–e Bein</title></bibl> <bibl><author>(Heine</author>  <title>Reiſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 189)</biblScope> <title>antrauen laſſen ꝛc., vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>5.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) Mit dem l–en Fuß (ſ. d. 1k) zuerſt aus dem Bett geſtiegen ſein. <bibl><author>Benedix</author> <biblScope>5, 120 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="d)">d) veralt.: An dem Arm zu l. <bibl><author>Rollenhagen</author>  <title>Fr.</title></bibl> <bibl><biblScope>580,</biblScope> <title>gew.: Am l–en Arm, vgl.: zur L–en und l–s.</title></bibl> —</sense><sense n="e)">e) L. ſein (z. B. <bibl><author>Richter</author> <biblScope>3, 15; 21; 20, 16;</biblScope></bibl> <bibl><author>Hippel</author>  <title>Leb.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 92),</biblScope> <title>die l–e Hand ſtatt der rechten gebrauchen; Das, was von Andern gew. mit dieſer geſchieht, mit der l–en verrichten, vgl.: Man könnte Dies] mit dem</title></bibl> Linkſein vergleichen und zufällig bin ich auch links. <bibl><author>G.</author> <biblScope>40, 54,</biblScope> <title>und ſo oft: Eine Perſ., die l. iſt, heißt auch: L.-Hand, Pfot-, Tatz (m.) oder vermeintlich korrekter Pfote, Tatze (f.), ſ. Hand, Zſſtzg.</title></bibl> — 2) (ſ. 1) was auf die l–e Seite gehört, z. B.: Der l–e Ärmel, Stiefel, Steigbügel ꝛc. — 3) nach der l–en Seite zu gelegen:</sense><sense n="a)">a) Hierbei kommt es natürlich auf den Standpunkt an, z. B.: Auf der l–en Seite der Straße, wenn man vom Thor hereinkommt, alſo auf der rechten, wenn man hinausgeht ꝛc. Doch iſt für einzelne Fälle der Standpunkt, wenn er nicht beſ. angegeben iſt, ein für allemal beſt.; z.B.:</sense><sense n="b)">b) bei Ggſtdn., wo ein entſchiednes Vorn iſt, hat man ſich ſo zu ſtellen oder zu denken, daß das Geſicht nach vorn gerichtet iſt: Die l–e (rechte) Seite, der l–e Flügel eines Gebäudes; Der l–e (rechte) Sitz im Wagen ꝛc. —</sense><sense n="c)">c) in Bezug auf die Weltgegend gilt bibl., nach dem Hebr., die Bez. für Den, der das Geſicht nach Oſten wendet: Samaria, die dir zur L–en [gen Norden] wohnet und Sodom, die zu deiner Rechten [gegen Süden] wohnet. <bibl><author>Heſ.</author> <biblScope>16, 46 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="d)">d) in Bezug auf Flußufer gilt die Bez. für Den mit dem Geſicht nach der Mündung Zugewendeten oder ſtromab Fahrenden: Deutſchland liegt auf der rechten, Frankreich auf der l–en Seite des Rheins: Bald nach der L–en hin, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>wo Vogeſus die müde Sonne kühlet, | bald nach der Rechten zu, wo junge Morgen glühen.</title></bibl> <bibl><author>Nicolai</author> <biblScope>1, 120;</biblScope> <title>Wenn dich das ſchwanke Brett | hin- überträgt an jene l–e Seite, | wo deutſche Treu vergeht.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>101a;</biblScope> <title>Am l–en Ufer ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="e)">e) bei ſceniſchen Bemerkungen in Bühnenſtücken, bei Beſprechung von Gemälden ꝛc. gilt — wenn nichts Beſondres bemerkt iſt — nicht der Standpunkt des Schauenden, ſondern des Geſchaueten: Auf der l–en Seite der Bühne; Der rechte Sohn iſt hin, der l–e wird derweile feſtgehalten [in der Gruppe des Laokoon]. <bibl><author>Heinſe</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 65 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="f)">f) ſo auch bei einem Wappenſchild, für das der Standpunkt des Ritters gilt, an deſſen Arm man es ſich zu denken: Das obre l–e Feld des Schilds ꝛc. —</sense><sense n="g)">g) bei Schraubenzügen ꝛc. normiert die erſte Windung vom Ausgangspunkt aus: Weil beide Schrauben übereinſtimmend liegende (l–e) Gewinde haben. <bibl><author>Karmarſch</author> <biblScope>1, 822 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl. (Bot.): Rechts [mit der Sonne, von Oſt nach Weſt], links [von Weſt nach Oſt] gewunden.</title></bibl> —</sense><sense n="h)">h) in Verſammlungen ꝛc. gilt der Standpunkt des Präſidenten: Auf der rechten, l–en Seite des Hauſes ſitzen, womit zugleich der politiſche Standpunkt bez. iſt, indem (als Regel wenigſtens) die Volks- und Fortſchrittspartei auf der l–en Seite, die entgegengeſetzte auf der rechten ihre Sitze einzunehmen pflegt, ſ. Berg <bibl><biblScope>6:</biblScope> <title>Er gehört der äußerſten, entſchiedenſten, der gemäßigten L–en (oder Rechten), dem l–en (oder rechten) Centrum an; In ſeiner Philoſophie der Geſchichte ſteht er ſchroff gegen die l–e Seite des Zeitgeiſtes, gegen den Vertretungsſtaat.</title></bibl> <bibl><author>Gervinus</author>  <title>Lit.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 609 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. links.</title></bibl> — 4) im Ggſtz. der nach Außen zu kommen und geſehen zu werden beſtimmten Seite (der „rechten“) die andre (vgl. 5): Das Tuch iſt auf der l–en [oder unrechten] Seite viel rauher und unanſehnlicher, als auf der rechten; Wir kehren .. den Strumpf auf die l–e Seite <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>und tragen ihn ſo.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>3, 68.</biblScope></bibl> — 5) nicht recht; nicht ſo oder doch nicht ganz ſo, wie es ſein ſollte:</sense><sense n="a)">a) Ein Kind <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>aus einer l–en Ehe .. Solche Kinder, Liebeskinder, wie man ſie nennt, .. ſchöner als Kinder rechter Ehen.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author> <biblScope>2, 82</biblScope> <title>(vgl. 1a): Helena iſt mein [der Venus] Schweſterchen (zwar von der l–en Seite) | ein Kind von Zeus, der ihrer Frau Mama | zu Lieb ein Schwanenfell ſich borgte.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>10, 47 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. auch links</title></bibl> <bibl><biblScope>6.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) (bibl.) Des Weiſen Herz iſt zu ſeiner Rechten, aber des Narren Herz iſt zu ſeiner L–en. <bibl><author>Pred.</author> <biblScope>10, 2</biblScope> <title>(auch bei</title></bibl> <bibl><author>Zunz),</author>  <title>jenes wandelt die rechte, dies die verkehrte, falſche Bahn; L–e Werke.</title></bibl> <bibl><author>Olearius</author>  <title>Baumg.</title></bibl> <bibl><biblScope>106b.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) ungehörig im Urtheil, falſch: Daß man über ſein Werk urtheilt ſchal oder gründlich, links oder rechts, gutartig oder hämiſch. .. Auch das ſchalſte, l–ſte, hämiſchſte Urtheil. <bibl><author>L.</author> <biblScope>7, 331;</biblScope> <title>Nicht wiſſen, woran ſie recht ſind und ziemlich l–e Urtheile fällen.</title></bibl> <bibl><author>Mendelsſohn</author> <biblScope>5, 262 ꝛc.</biblScope></bibl> — Am gewöhnlichſten aber:</sense><sense n="d)">d) nicht geſchickt und gewandt, unbeholfen (ſ. linkiſch): Dieſes Militär, welches ſich l. genug bei ſeinen Waffenübungen benahm. <bibl><author>Forſter</author>  <title>Anſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 473;</biblScope> <title>Alle Merkzeichen, wodurch man an den Tag legt, man gebe auf ſich ſelbſt Acht, geben unſern Handlungen ein l–es, ſteifes, gebrechliches, puckliches Anſehen.</title></bibl> <bibl><author>Hippel</author>  <title>Leb.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 401;</biblScope> <title>Die Regeln auf eine ſolche l–e und gezwungene Art beobachten.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>7, 199;</biblScope> <title>Die l–e Erziehung.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 615;</biblScope> <title>Sein Vortrag war nicht l.</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Mak.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 16;</biblScope> <title>Nahmen ſich ſo ungeſchickt und l. dabei.</title></bibl> <bibl><author>FSchlegel</author>  <title>Flor.</title></bibl> <bibl><biblScope>274;</biblScope> <title>Verſtand, nicht l. zu beſtellen, | was ihm Philippus gebot.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 245;</biblScope> <title>Benahmen ſich bei dem Betruge ſo l. Ländl.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 184;</biblScope></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>10, 106 ꝛc.</biblScope></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Ahd. <bibl><biblScope>lenka</biblScope> <title>(die L–e), mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>linc, lenk,</biblScope> <title>ſ.</title></bibl> <bibl><author>Wackernagel</author>  <title>Gl.</title></bibl> <bibl><biblScope>359.</biblScope> <title>Von den früher üblichen Ausdr. ſ. lurken, Anm., noch im ältern Nhd.: Mit ſeiner rechten Hand . ., mit der</title></bibl> tenken. <bibl><author>Schaidenreißer</author> <biblScope>83a;</biblScope> <title>Auf die tenke Hand des Waſſers.</title></bibl> <bibl><biblScope>21b ꝛc.</biblScope></bibl> — Steigrung natürlich nur in übertr. Bed., ſ. z. B. <bibl><biblScope>5c,</biblScope> <title>doch vgl.: Er ſtehet wieder auf dem</title></bibl> linkeren Fuß (Sprichw.). <bibl><author>Schottel</author> <biblScope>1118a,</biblScope> <title>(vgl. 1c?).</title></bibl></p>
        </note>
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