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      <titleStmt>
        <title>Artikel „Lied“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Lied“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <lbl>II.</lbl>
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          <orth expand="Lied" orig="Līēd">Līēd</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">n.,</pos><gen norm="neuter"/> –(e)s; –er; –chen, lein, Mz.:</gramGrp>
        </form>
        <sense><bibl><author>M.</author>  <title>–erchen, erlein; –es-, –er-: ein geſungnes Gedicht, dann auch einerſeits: ein für den Geſang beſtimmtes oder geeignetes Gedicht, andrerſeits: eine Tonweiſe, Melodie, inſofern ihr ein gedanklicher Inhalt zu Grunde liegt oder ihr unterzulegen iſt oder damit verbunden gedacht wird, z. B.: Auf der Kulturſtufe, wo Sänger und Dichter noch ungetrennt in</title></bibl> einer Perſon vereinigt ſind, iſt jedes Gedicht auch ein L. und aus dieſer Periode hat man z. B. epiſche L–er, wie im Deutſchen das Nibelungen-L. und noch bei den Serben die Helden-L–er, welche die meiſtens blinden Sänger zur Gusla vortragen; wo aber die Dichtkunſt ſelbſtändig geworden, verſteht man unter L. gw. nur den kurzen lyriſchen Erguß eines bewegten Gemüthes in der einfachen, dem Tone jener ältern L–er gleichen oder ſich nähernden Weiſe, wodurch das L. ſich von der kunſtvolleren Ode, dem Hymnus ꝛc. unterſcheidet, obgleich in etwas weitrem Sinne auch wohl jedes lyriſche Gedicht ein L. genannt wird. Wie nun ſolche L–er in Muſik geſetzt werden, ſo haben umgekehrt, wenn auch ſeltner, manche Komponiſten, z. B. F. Mendelsſohn-Bartholdy „„L–er ohne Worte“ geſchrieben, gleichſam Tonweiſen, denen ein Dichter die Worte unterlegen könnte, wie man ganz gw. ſelbſt den Geſang von Thieren ein L. nennt, nam. inſofern er dem Hörer der Ausdruck eines beſt. Gefühls ſcheint, z. B.: das klagende L. der Nachtigall; des Hänflings muntres L.; das eintönige L. der Grille ꝛc.; Ein L. ſingen, ſpielen, pfeifen, vor ſich hinbrummen, ſummen; Geiſtliche, weltliche L–er; Bürger’s L. vom braven Mann; Schiller’s L. an die Freude; Ein L., im Freien zu ſingen; Das hohe [ſ. Anm. u. hoch <bibl><biblScope>2a]</biblScope> <title>L.; Das L. der L–er [das vorzüglichſte ꝛc.]; Singet ein L. von Zion!</title></bibl> <bibl><author>Pſ.</author> <biblScope>137, 3;</biblScope> <title>Da ſang Moſe und die Kinder Jſrael dies L. dem Herrn.</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>15, 1;</biblScope> <title>Ich will .. alle eure L–er in Wehklagen verwandeln.</title></bibl> <bibl><author>Am.</author> <biblScope>8, 3; 10;</biblScope> <title>Der Herr .. wird ſingen ein L., wie die Weintreter, über alle Einwohner des Landes, deß Hall erſchallen wird bis an der Welt Ende.</title></bibl> <bibl><author>Jer.</author> <biblScope>25, 30; 48, 33 ꝛc.;</biblScope> <title>Hagedorn’s L. iſt nicht das echte deutſche L., welches erſt Goethe wieder erweckt hat, es iſt nur</title></bibl> <bibl><biblScope>chanson,</biblScope> <title>es ſpielt nur mit den Gegenſtänden, es ergeht ſich in Gegenſätzen und Witzſpielen und vor Allem iſt es voll von Refrains, welche dadurch, daß ſie immer wieder paſſend ſind, den</title></bibl> Verſtand angenehm beſchäftigen, — Alles Reize, welche das deutſche L., in welchem nur das Gemüth ſeinen Ausdruck ſucht verſchmähen kann. <bibl><author>Danzel</author> <biblScope>125;</biblScope> <title>Das L. des Kriegs ſoll durch die Berge gellen.</title></bibl> <bibl><author>Freiligrath</author> <biblScope>1, 429;</biblScope> <title>Sie [die Revolution] ſingt ein L. . ., | daß euch das Herz, das feige Herz, das falſche Herz im Leibe bebt! | kein</title></bibl> Klage-L! kein Thränen-L.! kein Lied um Jeden, der ſchon fiel! <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>noch minder gar ein L. des Hohns auf das verworfne Zwiſchenſpiel | . .. Nein, was ſie ſingt ... | iſt</title></bibl> Sieges-L., Triumphes-L., L. von der Zukunft großem Tag ꝛc. Pol. <bibl><biblScope>2, 7 ff.;</biblScope> <title>Liebchen kommen dieſe L–er | jemals wieder dir zur Hand, | ... nur nicht leſen! immer ſingen, | und ein jedes Blatt iſt dein.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 83;</biblScope> <title>Selbſt Philomele, die L–er- Göttin, | muß deinem [der Lerche] langen Geſange weichen. | Denn, ach, der Liebe, der Sehnſucht Klagen | in Philomelens Geſang erſterben; | das L. der Andacht, der Ton der Freude,| das L. des Fleißes hat langen Frühling.</title></bibl> <bibl><author>H.</author> <biblScope>15, 11;</biblScope> <title>Nach Schwanes [ſ. d. und Schwanen-L.] Art | aufſingend ihrer Todesweiſe letztes L.</title></bibl> <bibl><author>WHumboldt</author> <biblScope>3, 83;</biblScope> <title>Ihre ganze Seele war ein zartes L. geworden, ein einfacher Ausdruck der Wehmuth und Sehnſucht.</title></bibl> <bibl><author>Novalis</author> <biblScope>1, 28;</biblScope> <title>So ſind Heine’s meiſte Gedichte nicht eigentliche L–er, im angenommenen Sinne des Worts, Poeſien, in welchen eine Empfindung ſich rein und ruhig ausſpricht und voll austönt.</title></bibl> <bibl><author>GPfizer</author></bibl> <bibl><author>(DViertelj.</author> <biblScope>1, 1, 182);</biblScope> <title>Jenen [hohen lyriſchen Dichtern] ward bloß geiſtiger Reiz, des L–chens | leichter Takt nicht ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>2, 194;</biblScope> <title>Es war ihr L. echten Gefühlen geweiht</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 232;</biblScope> <title>Siegesthaten lebten in dem L.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>23b;</biblScope> <title>Ihm ſchenkte des Geſanges Gabe, | der L–er ſüßen Mund Apoll.</title></bibl> <bibl><biblScope>57b;</biblScope> <title>In dem Hain erwachen L–er.</title></bibl> <bibl><biblScope>54a;</biblScope> <title>Die Lerche .. ſingt ihr krauſes L. mir für.</title></bibl> <bibl><author>Schubart</author> <biblScope>3, 50;</biblScope> <title>Es wandelt Dieſer mit dem Geſang eines L–es.</title></bibl> <bibl><author>Schubert</author>  <title>Nachtſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>218;</biblScope> <title>L–er ſind wir nur, Romanzen, | Alles nur von leichtem Schlag, | wie man’s ſingen oder tanzen, | pfeifen oder klimpern mag.</title></bibl> <bibl><author>Uhland</author> <biblScope>VII;</biblScope> <title>Iſt denn im Schwabenlande verſchollen aller</title></bibl> Sang? <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>.. Man liſpelt leichte L–chen ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>411;</biblScope> <title>Du kannſt ja ſolche hübſche Liederchen auf dein Mädchen.</title></bibl> <bibl><author>Weiße</author>  <title>Kom. Op.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 172 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. z. B. noch.</title></bibl> <bibl><author>Sulzer</author> <biblScope>3, 252 ff.</biblScope> <title>und Abhandlungen von den L–ern der alten Griechen.</title></bibl> <bibl><author>Hagedorn</author> <biblScope>3, 199 ff.</biblScope></bibl> — Danach auch zuw. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Ggſtd. des L–es, das Beſungne, z. B.: Sie iſt . . . | ſein Denken, ſein Gebet, ſein Traum, ſein L.</title></bibl> <bibl><author>ESchulze</author>  <title>Roſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>49 ꝛc.</biblScope> <title>und (vgl. Gaſſen-Spott-L. ꝛc.): Ich bin ein Spott alle meinem Volk und täglich ihr L–lin.</title></bibl> <bibl><author>Klag.</author> <biblScope>3, 14;</biblScope></bibl> <bibl><author>Heſ.</author> <biblScope>33, 32 ꝛc.</biblScope> <title>Ferner ſprchw.: Weß Brot ich eſſe, Deß L. ich ſinge, auf Deſſen Seite ſtehe ich, für Den nehm’ ich Partei ꝛc.; Immer das alte, dasſelbe L., vgl.: die alte Leier (ſ. d. 1b), Litanei, Geſchichte ꝛc., z. B.: Ein abgedroſchnes, altes L.; Da alle meine Widerſacher faſt immer einerlei L–lein mir vorgeleiert haben.</title></bibl> <bibl><author>B.</author> <biblScope>175b;</biblScope> <title>Nichtswürdig Alle,</title></bibl> — ſtets dasſelbe L.! <bibl><author>Geibel</author></bibl> <bibl><author>(D</author></bibl> <bibl><author>Muſ.</author> <biblScope>5, 1, 26);</biblScope> <title>Hier fang’ ich mein altes L. wieder an, das ich ewig anſtimmen werde ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>14, 95; 39, 360;</biblScope> <title>Die immer .. ihr altes L–chen ſingt.</title></bibl> <bibl><biblScope>11, 15;</biblScope> <title>Der wird nun aufs alte L. kommen [in die alten Streiche zurückfallen].</title></bibl> <bibl><author>vHorn</author>  <title>Schmj.</title></bibl> <bibl><biblScope>29;</biblScope> <title>Es iſt kein neu L., das er hält [die von ihm vorgetragne Anſicht iſt nicht neu].</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>1, 148a;</biblScope> <title>Das iſt das alte gemeine täglich L–lin, daß Keiner ſiehet, wo den Andern der Schuh drückt.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 183a;</biblScope> <title>Sein L. war beſtändig.</title></bibl> <bibl><biblScope>On ne vit qu’a Paris</biblScope> <title>[Nur in Paris lebt man].</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 82;</biblScope></bibl> <bibl><author>Müllner</author> <biblScope>5, 95;</biblScope> <title>Wenn ihr nichts Anderes wiſſt, als das alte L.; ſo iſt unſere Unterredung zu Ende.</title></bibl> <bibl><author>Roquette</author>  <title>Hön.</title></bibl> <bibl><biblScope>175;</biblScope> <title>Das alte L.! einmal für allemal! Nichts mehr von dieſem thörichten Verdacht.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>378a;</biblScope> <title>So ſtimmt er ſchon ſein altes L–chen an: | Wo bleibt mein Zaum?</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>11, 97 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl.: In Monatsfriſt .. andere L–er!</title></bibl> <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>5, 134</biblScope> <title>[ſoll’s anders lauten]; Lieber Leſer, gehörſt du vielleicht zu jenen frommen Vögeln, die da einſtimmen in das L. von Byron’ſcher Zerriſſenheit, das mir ſchon ſeit</title></bibl> <bibl><biblScope>10</biblScope> <title>Jahren in allen Weiſen vorgepfiffen und vorgezwitſchert wird?</title></bibl> <bibl><author>Heine</author>  <title>Reiſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 249;</biblScope> <title>Da die Weiber, die am ſchlimmſten über dieſen Punkt .. klagten, ihr L. darüber anders anſtimmten [ſich anders darüber äußerten].</title></bibl> <bibl><author>Peſtalozzi</author> <biblScope>4, 248;</biblScope></bibl> <bibl><author>Weidner</author> <biblScope>16 ꝛc.;</biblScope> <title>auch: Ich will ihnen dafür ein ander L–lin ſingen.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>8, 214b,</biblScope> <title>vgl.: aus einem andern Ton mit ihnen ſprechen, ihnen anders aufſpielen ꝛc. Ferner: Das iſt das Ende (ſ. d. 2f) vom L–e.</title></bibl> <bibl><author>L.</author>  <title>Gal.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 1;</biblScope></bibl> <bibl><author>Gotth.</author>  <title>U.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 59;</biblScope> <title>Am Ende vom L. [zuletzt] habe man Nichts mehr ꝛc. Sch.</title></bibl> <bibl><biblScope>231;</biblScope> <title>Das iſt immer das Ende vom immer neuen L., wenn ꝛc. [Darauf läuft es immer wieder hinaus].</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 423.</biblScope> <title>Ferner: Ein L.</title></bibl> <bibl><author>(Platen</author> <biblScope>6, 51;</biblScope></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>17, 107; 22, 144 ꝛc.),</biblScope> <title>von Etwas ſingen können, ein L–chen</title></bibl> <bibl><author>(vHorn</author>  <title>Schmj. 183), L–lein</title></bibl> <bibl><author>(Gotthelf</author>  <title>Sch. 135) von Etwas zu ſingen wiſſen, aus ſelbſt gemachter ſchlimmer Erfahrung davon mitreden können ꝛc.; Das L. wollte meiner Stimme zu hoch werden.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author>  <title>SW.</title></bibl> <bibl><biblScope>26, 53,</biblScope> <title>ich konnte die Sache nicht durchführen.</title></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Ahd. <bibl><biblScope>liod,</biblScope> <title>mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>liet,</biblScope> <title>eine Geſangſtrophe (welche Bed. noch durchſchimmert in dem ſprchw.: Jmmer dasſelbe L. ꝛc.), ſo daß urſpr. die Mz. unſrer Ez. entſpricht, vgl. goth.</title></bibl> <bibl><biblScope>liuthon,</biblScope> <title>ſingen. Vrkl. bei</title></bibl> <bibl><author>Luther</author>  <title>L–lin (ſ. o.); in der Volksſpr.: L–el.</title></bibl> <bibl><author>Geibel</author>  <title>Jun.</title></bibl> <bibl><biblScope>48.</biblScope> <title>Selten doppelt vrkl.: Empfindende</title></bibl> Liedleinchen. <bibl><author>IG</author></bibl> <bibl><author>Müller</author>  <title>Lind.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 333;</biblScope> <title>Mz. auch L–erchen, z. B.:</title></bibl> <bibl><author>Göckingk</author>  <title>Lieb.</title></bibl> <bibl><biblScope>7;</biblScope></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>3, 145;</biblScope></bibl> <bibl><author>Talvj.</author> <biblScope>2, 63;</biblScope></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Ar.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 318;</biblScope> <title>Ländl.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 129 ꝛc.</biblScope> <title>In der oft als ein Wort geſchriebnen Verbind.: „Das hohe L.“ werden doch beide Wörter (vgl.: Der Hoheprieſter, die Langeweile ꝛc.) abgewandelt: Eine Überſetzung des Hohenlieds ꝛc.; ugw.: Des Hohe-L–s.</title></bibl> <bibl><author>H.</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>7, 112 ꝛc.</biblScope></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <entry type="sub">Zſſtzg., vgl. die von Gedicht, Geſang ꝛc., unerſchöpflich, z. B. nach den Singenden, nach dem Inhalt oder dem Gefühl, deſſen Ausdruck das L. iſt, nach der es veranlaſſenden Gelegenheit, nach der Zeit, dem Ort ꝛc.; leicht zu mehren und zu verſtehn nach den folgenden: Umhallt vom Abend-L–e der Nachtigall. B. 26b; Jägers (G. 1, 79), Künſtlers (2, 178), Abend-L.; [Wird das Gedicht] ein Abend-L. oder ein Morgen-L.? L. 1, 291; Nur dein Abend-L., o Grille, | tönt. Matthiſſon 9. — Abendmals-L. — Abſchieds-L. Ausw. d. Lied. 325; H. 8, 131. — Das Ächze-L. Zelter 1, 398 (vgl. G. 1, 113 „Das Ächzen und das Krächzen | haſt du heut Du haut ſchon abgethan“). — Advents-L. [für die Adventszeit]. — Amazonen-L–er v. ChFWeiße. — „Die Verderblichkeit einer Lehre, — Das iſt das alte Ammen-L., womit man alte Kinder in den Schlaf zu lullen ſucht. Börne 2, 27, ſ. Wiegen-L. — Die meiſten Brautlieder ſolcher Nationen ſind Aufmunterungs-, Troſt- und halbe Trauer-L–er. H. Ph. 4, 175; Bänkelſänger-L. Sch. 109a. — Barden-L. G. 22, 107. — Das iſt das Bauer-L–lin [das alte L.], das alle Geizwänſte ſingen. Luther 5, 413b. — Begräbnis-L. V. 4, 77. — Des Knaben Berg-L. Uhland 27; Körner 39b. = Bergmanns-L. — Bettel-L. W. Luc. 3, 359. — Bier-L., ſ. Trink-L. — Blumen-L. Hölty 152. — Das geht wahrhaftig übers Bohnen-L. [ſ. Bohne 3], von dem bekanntlich 999 Verſe exiſtieren. Lubojatzky Amſ. 125. — Boten-L–er nannte man die, in welchen Boten eingeführt wurden, die den Frauen Mittheilungen von den Rittern brachten. — Branntwein-L., ſ. Trink-L. — Komm, Küſter, hier! komm mit dem Chor | und gurgle mir das Braut- L. vor. B. 14b. — Buhl-L–er und fleiſchliche Geſänge. Luther 8, 356a. — Der Heilige girrt Buhler- L–er. Hagedorn 3, 189. — Bundes-L. Auswahl der Lied. 3; 13; 25; G. 1, 95. — Burſchen-L. (ſ. Studenten-L.). Vollmann 305. — Buß-L. L. 1, 291; V. 4, 167; ſ. Bußpſalm. — Reger Bienen Chor-L. B. 3b. — Dank-L. B. 12a. — Donner-L., von donnerndem Klang oder beim Gewitter zu ſingen, Wetter-L. — Dorf-L., wie es auf Dörfern geſungen wird, ſ. Stadt- L. — Dreſcher-L. V. 3, 137. — Ehren-L. JESchlegel 1, 374. — Einweihungs-L. Ausw. d. Lied. 186, ſ. Weihe-L. — Eis-L., beim Eislauf zu ſingen. — En- gels-L., ſ. Himmels-L. — Ernte-L. Hölty 28. — Faunen-L. Matthiſſon 156. — Feier-L. CRudolphi NGd. 16. — Feld-L. V. 4, 3, auf freiem Feld zu ſingen; auch: im Feld zu ſingen, Kriegs-L., vgl. Feldjäger- L. B. 112b. — Feſt-L–er für Siegestage. Ausw. d. L. 120; 107 ꝛc., und z. B. nach den verſchied. Feſten: Geburtstags-, Hochzeits-, Neujahrs-, Oſter-, Pfingſt-, Weihnachts-L. ꝛc. — Fiſcher-L. Salis 76. — Frauen-L. So nennt man die kleinern Gedichte der Serben, weil viele, beſonders die Liebes-L–er von Mädchen und Frauen gedichtet ſind. Gerhard W. 2, 221. — Freiheits-L. für Schweizer. Matthiſſon A. 7, 51. — Geſellſchafts-, Tiſch-, Trink-, Freimurer-L–er. G. 31, 435. — Die Freuden-L–er und die Trauer-L–er. Hagedorn 3, 253. — Friedens-L., Ggſtz. Kriegs-L. — [Der Vogel,]der munter | ſein Früh-L. ſingt. Matthiſſon A. 8, 155. — Frühlings-L–er. Uhland 49. — Der Muſen L. wird Furien- L. Freiligrath SW. 5, 8. — Die Garten- und Roſen- L–erchen. H. R. 7, 44. — Gärtner-L., ſ. Gewerks- L. — Die Zeus zur Schmach auf immerdar erſah, | ein Gaſſen-L. der Afterwelt zu ſein. B. 173a; Wo ich Euch nicht Alle in Gaſſen-Ler bringe. Schlegel Heinr. IV. 1, 2, 2; W. 14, 191, ſ. Gaſſenhauer. — Alphabetiſche Ge- dächtnis-L–er [zum Auswendiglernen]. H. R. 7, 169. — Nach dieſem Allen ſeh ich mich doch genöthigt, ein Ge- gen-L. von dem Lobe anzuſtimmen. Heinſe A. 2, 30 (ſ. Palinodie), es zu widerrufen ꝛc.; Wiewohl das Lied mit einer ungeſtümen Beſchwörungsformel mich auffordert, ein Gegen-L. [vgl. Gegenlob ꝛc.] zu ſingen. Platen 7, 79. — Geſang, | der wie ein Geiſter-L. das Ohr umſchwebt. G. 8, 90. — P. Gerhard’s L–er ſind nicht Gelegenheits- L–er, die nur auf einen Fall paſſen, nicht vage Gemeinplätze, die auf alle Fälle ſich ſchicken, ſondern ſie geben der Beſonderheit den Werth der Allgemeinheit. Gervinus Lit. 3, 365. — Die deutſchen Geſellſchafts-L–er des 16. und 17. Jahrhunderts. Hoffmann v. Fallersleben. — Die Inſignien der Geuſen getragen, Geuſen-L–er geſungen. Sch. 858b. — Jagd-, Zunft- und Gewerks-L–er. Kretzſchmer V. 2, 2, ſo Bergmanns-, Fiſcher-, Gärtner-, Hirten-, Jäger-, Weber-L. ꝛc. — Miſcht ſich in ein Grab-L. Feſtestoben. Freiligrath SW. 5, 12, ſ. Begräbnis-, Leichen-, Todten-L., auch dumpf, jämmerlich tönendes L.: Schakal, der unter den Steinhaufen des Alterthums ſein wildes Grab-L. heult. Hölderlin H. 1, 8. — Sammlungen, die in der erſten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter den Titeln Gras liedlein, Gaſſenhauer, Reuterliedlein im Notendruck herauskamen. Uhland V. 979. — Bei frühem Hahnen-L–e. Haug. — Handwerks-L–er, ſ. Gewerks-L. — Haupt-L., z. B. das vor der Predigt geſungne, als das hauptſächliche. — Haus-L., im Haus geſungen. — Kriegs- und Helden- L–er. Ausw. d. Lied. 3; 90; Gerhard W. 2, 220. — Herbſt- L. Salis 57. — Heu-L., beim Heuen zu ſingen. — Hexen-L. Hölty 140. — O tönet fort, ihr ſüßen HimmelsL–er. G. 11, 34, ſ. Engels-L. — Zwo unterſchiedene Arten von Hirten-L–ern: diejenigen, welche ſie ſelber ſingen und die, welche man zur Nachahmung macht. Hagedorn 3, 254. — Unſres Volks Geſchichte, | Das war das Hoch-L., das der Hochwald ſang. Freiligrath Garb. 102; V. Th. 17, 8; Ar. 1, 185 ꝛc., ſ. Hymne. — Unter einem Wuſte alter Leichen- und Hochzeits-L–er. L. 8, 263; G. 1, 156; Hagedorn 3, 252; 272 ꝛc., ſ. Braut-L. — Hohn- L., ſ. Spott-L. — Hummel-L. B. 89a, mit dem Anfang: Die Buben ſind den Hummeln gleich ꝛc. — Huren- L. — Jagd-L. G. 4, 11. — Jäger-L. Ausw. d. Lied. 62; Uhland 44 ꝛc., ſ. auch Feldjäger-L. — Jakobs-L. Uhland V. 798, L. der Jakobspilger, vgl. Michaels-L. 807 ꝛc. — Jahrmarkts-L., wie es auf Jahrmärkten von Bänkelſängern geſungen wird. — Jammer-L., ſ. Klage-L. — Ein ſelig Jubel-L. Günther 53; Friedensjubellieder. Tiedge 2, 199 ꝛc.; auch ein Lied zur Jubelfeier. — Junggeſellen-L–er von Franz Freih. v. Böcklin (1768). — Kanzel-L., geſungen, während der Prediger die Kanzel beſteigt oder darauf ſteht. — Die Kern-L–er Luthers, kernige. — Kinder- L–er. Kretzſchmer V. 2, 645 ff. — Kirchen-L., Ggſtz. weltliches. — Die Klagelieder Jeremiä; Schäfers Klage- L. G. 1, 68 ꝛc., ſ. Elegie; Auch ein Klag-L. zu ſein im Mund der Geliebten iſt herrlich. Sch. 85a. — Kloſter-L–er. Uhland V. 852 ff. — Kommerſch-L., bei (Studenten-) Kommerſchen geſungen. — Kriegs-L–er. Ausw. d. L. 3; 52 ꝛc. — Künſtler-L–er. G. 2, 192. — Land-L. Salis 70, ſ. Dorf-L. — Lebens-L. Matthiſſon 45. — Leib-L., Lieblings-L. — Leichen-L., Begräbnis-L. — Leid-L., Klage-L. um einen Todten. Opitz 2, 113. — Das berühmte Leier-L–chen ihres [ſavoyardiſchen] Landes. Pfeffel Pr. 10, 167. — Leierkaſten-L., zum Leierkaſten geſungen, Bänkelſänger-L. — Lenz-L., Frühlings- L. — Lerchen-L. — Liebes-L. Hagedorn 3, 253 ꝛc., ſ. Minne-L. — Lieblings-L., das man beſonders gern hat, Leib-L. — Laſſt .. | dieſes Fürſten Lob-L. hören. Hagedorn 3, 242. — Lügen- L–er. Uhland V. 629 ff., deren Inhalt Lügen ſind. — Mai-L. G. 1, 58; 65; V. 3, 102; 145; Frühlings- L. . ., Maien-L. Herwegh 1, 62. — Das Mantel-L. aus Holtei’s Leonore, ſ. Ausw. d. L. 154. — Martins-L. Uhland V. 565, ſ. Martinsgans ꝛc. — März-L. Salis 51. — Matroſen-L., ſ. Schiffer-L. — Meiſter-L., Lied eines Meiſters, ſ. Meiſterſänger. — Metzelſuppen-L. Uhland 89. — Michaels-L., ſ. Jakobs-L. — Minne-L., ſ. Liebes-L. — Morgen- und Abend- L–er. Ausw. d. L. 363; Kriegers Morgen-L. 353 ꝛc.; Pilgers Morgen-L. G. 2, 41; 173 ꝛc., ſ. Früh-L. — Mühlen-L. Uhland V. 888. — Müller-L., ſ. Gewerks-L. — Muskateller-L. Ausw. d. L. 294. — Wanderers Nacht-L. G. 1, 78. — Nachtigallen-L. — Nachtwächter-L. — Die Marſeillaiſe iſt kein Volks-L. (ſ. d.), aber ein echtes National-L. — Neujahrs-L. Ausw. d. L. 319; V. 4, 19, ſ. Feſt-L. — Das Nibelungen-L. (ſ. v.). — November-L. G. 1, 45. — Obſt-L. V. 3, 162, bei der Obſternte. — Opfer-L. Matthiſſon 71. — Paſſions-L., ſ. Feſt-L. — Pfingſt-L., ſ. ebd. V. 3, 203. — Pflüger-L. Salis 79. — Phallos-L. W. 34, 276. — Pilger-L., Wallfahrts-L. — Dieſem Pracht- L–e [prächtigen] das Leben einer Herz und Seele ergreifenden Melodie zu geben. Schwegler 2, 539. — Dem Ewigen murmelt ein Preis-L. Koſegarten Po. 1, 42; Platen 2, 243, Lob-L.; auch: ein Lied, dem der Preis zuerkannt worden. — Punſch-L. Sch. 51b, ſ. Trink-L. — Quartiers-L., auf Schiffen ein, wenn das Quartier (ſ. d.) oder die Wache aus iſt, geſungnes Lied. — Die Thorheit ſingt das Raben-L. [das mißtönende, ſchkimme L.]. Günther 61; Platen 4, 135; Schlegel Sh. 8, 94. — Reiſe- L., ſ. Wander-L. — Reiter-L. Ausw. d. L. 350; Uhland V. 378 ff. — Das Rhein-L. von Nik. Becker. — Rheinwein-L. Ausw. d. L. 197, ſ. Trink-L. — Von Roland ſang er .. | und als das Rolands-L. wie ein Sturm erſcholl. Uhland 403. — Roſen-L., ſ. Garten-L. — Sauf- und Zech-L–er, ſ. Trink-L. — Zech- und Schalks-L–er. Kretzſchmer V. 2, 2, ſ. Schelm-L. — Gegen Ungethüm und Graun | ein Schäfer-L–chen ſingen. V. 3, 145, ſ. Hirten-L. — Jene kleinen, meiſt vierzeiligen epigrammatiſchen L–chen, die auch als weſentlicher Beſtandtheil des deutſchen Volksliedes in ganz Süddeutſchland, der Schweiz und Tirol unter vielerlei Namen (Gſetzl, Schnodahaggen, Schnaderhüpfel, Stückle u. ſ. w.) vorkommen und die wir mit einem weniger unbekannten Provincialismus Schämper-L–er benannt haben. MAGreguß Ungariſche Volkslieder (1846) 14, ſ. Schamper (ſchleſ.) = Tanz. Weinhold und vgl. Schnitter-, Hüpfel, Schänſcher-, Schlemper-, Schlumper-L. — Die Schande der Deutſchen will ich beſingen und die Kinder ſollen mein Schand-L. auswendig lernen. Joh. Falk G. 119; Man ſang Schand-L–er und Spottgedichte auf ihn. Droyſen A. 2, 288 ꝛc.; Sie pfeifen ein Schand-L. [vgl. Schelm-L.] im Kirchenton. Heine Lied. 22. — Wenn ſie dann ein ſogenanntes „Schänſcher-L.“ mit ihren quiekenden Sopranſtimmen in den höchſten Tönen geſungen haben, dann erfaſſt die Magd des Vormähders mit kräftigem Arm den erſten beſten der Städter zum „Ringelreihn.“ Holtei Jahr 2, 37, ſ. Schämper-L. — Scheide-L. Ausw. d. L. 329, ſ. Abſchieds-L. — Welche, Schelm-L–er ſingend, in den Tod gingen. G. 25, 75; Da ſollen wir nun die neuen Pſalmen nicht ſingen, aber Schelmen-L–er, ſoviel wir wollen. 9, 144 ꝛc., ſ. Schalks-, Schlumper-L. — Scherz- und Liebes-L–er. Talvj 2, 1. — Schiffer-L. Körner 71a., Matroſen-L. — Schlacht-L. Ausw. d. L. 78. — Ein ferner Bach murmelte ihm mit einförmig wiederkehrendem Plätſchern ein Schlaf-L. Tieck 16, 83. Schlummer-, Wiegen-L. ꝛc. — Schleifer-L., ſ. Schlumper-L. — Alte Schlemper-L–er. Nicolai (L. 13, 558); IP. 31, 10 ꝛc., ſ. Schlumper-L. — Schlummer-L., ſ. Schlaf- L. — Die Schnitterhüpflein .. auch unter dem Namen .. Schleifer-, Schlumper-, Schnapper-, Schelmen-, Schumper-L–lein. Schm. 4, 499, ſ. Frommann 3, 160; Gutzkow Unt. 2, 2, 376b ꝛc., vgl. Schämper-L. — Schnitter-L. Hölty 37. — Er ſingt ſein Schwanen-L. Sobald er ausgeſungen, | zertrümmert er das Spiel [die Leier]. Brich, ſagt er, wie mein Herz. Alxinger D. 270; B. 67b; Cham. 4, 61; Wann die geweihte Braut ihr Schwanen-L. geſungen | und die gerühmte Zell die Beute nun verſchlungen. Haller 33 und o., von dem letzten Liede, ſ. „Lied“. WHumboldt 3, 83 (aus Äſchylos) und vgl.: Es iſt nicht ungegründet, was die alten Dichter ſagen, daß ſie [die Singſchwäne] verwundet noch vor dem Tode ihre wie eine Silberglocke klingende Stimme hören laſſen: „Süßer Geſang hebt an mit gemach abſterbender Zunge | ſelber der Schwan, wenn er trauert um eigenen Tod“ ꝛc. Oken 7, 483; Es erſcholl fernher melodiſches Tönen | .. Es waren die Stimmen der Schwäne, | welche geſchaart die Luft durchſegelten ꝛc. Koſegarten Dicht. 1, 32; Eppendorf 151; RyfTh. 112; V. Myth. 2, 125 ff.; nam. 133 ꝛc.; W. Luc. 3, 296; 434; 446 ꝛc.; auch: Es ſingt der Schwan im Weiher . . | Verklungen das Schwanen-L. Heine Lied. 163 u.: ſchwanenmäßig. — Schweizer-L. G. 1, 122, in Schweizer Mund- art. — Schwert-L. Körner 28b mit dem Anfang: Du Schwert an meiner Linken! ꝛc. — Das hohe Seelen-L. [der Nachtigall]. CRudolphi NGd. 141. — Sieges-L. Freiligrath Pol. 2, 8 ꝛc. — War’s nicht Dieſer, der mir das Sirenen- L. [der Lockung] trillerte? Sch. 134a. — Soldaten-L. Ausw. d. L. 402. — Sommer-L. — Sonntags-L., ſ. Feſt-L. — Spinn-L. V. 3, 81; Spinner-L. B. 29b, von Spinnerinnen geſungen (ſ. † die Endſ. „in“). — Schrieb ſehr gern die Siegs-L–er ab und faſt noch lieber die Spott-L–er auf die Gegenpartei. G. 20, 52, ſ. Schand-L.; auch: Ich möchte nicht gern zum Spott-L. werden, ſ. Gaſſen-L. — Sprech-L. Ausw. d. L. 121, das geſprochen, nicht geſungen wird. — StadtL., das in den Städten geſungen wird ꝛc.; Ggſtz. Dorf-L. — Sterbe-L. Matthiſſon A. 7, 147. — Stiftungs-L. G. 1, 89. — Studenten-L. Ausw. d. L. 258; Günther 916; 923 ꝛc., ſ. Burſchen-L. — Wanderers Sturm-L. G. 2, 54. — Tafel-L. V. 3, 128; 187 ꝛc., ſ. Tiſch-L. — Tage-L–er. Uhland V. 161 ff.; 830, nam. ein L., womit der Tagesanbruch begrüßt wird, z. B. vom Wächter — oft die Schildrung des Abſchieds zweier Liebenden enthaltend, ſ. Benecke 1, 985a und z. B.: Tag- oder Wächterlieder heißen diejenigen, welche den Schmerz über die Trennung der Liebenden beſangen. Kurz Leitf. 18. — Tanz- L., zum Tanz geſungen, ſ. Ballade. — Thee-L. Uhland 87, vergl. Trink-L. — Thränen-L. Freiligrath Pol. 2, 7. — Tiſch-L. G. 1, 98; Hagedorn 3, 208; V. 3, 100 ꝛc., ſ. Tafel-L. — Fort mit Euch, Uhus [Unheilboten]! Nichts als Todes-L–er? Schlegel Rich. III., 4, 4. — Das Todten-L. muß noch in deinen Ohren murmeln, das deinem Vater zu Grabe hallte. Sch. 124a; 136a ꝛc., ſ. Grab-L. — Todtengräber-L. Hölty 44. — Trau- L., bei der Trauung eines Brautpaars geſungen. — Trauer-L. Hagedorn 3, 257; 253 ꝛc., ſ. Freuden-L. — Traum-L. G. 32, 28, das auf einem Traum beruht, einen Traum beſingt ꝛc. — Trink-L. Ausw. d. L. 207 ꝛc., ſ. Sauf-, Zech-L. ꝛc. und nach den verſch. Getränken, z.B.: Bier-, Burgunder-, Champagner-, Muskateller-, Punſch-, Rheinwein-, Wein-L., zuw. auch von nicht berauſchenden Getränken, ſ. Thee-L., wofür aber Trink-L. gew. nicht gilt. — Singe mir noch kein Triumph-L. W. 9, 238; Freiligrath Pol. 2, 8; IP. 22, 69 ꝛc. — Troſt- L., ſ. Aufmunterungs-L. — Erſtes Turn-L. (1811) von E. F. Auguſt. Ausw. d. L. 360; Turner-L. ꝛc. — Ur-L. Hungari 2, 572. — Vaterlands-L. Ausw. der Lieder 3. — Verſammlungs-L. 18. — Man ſpricht ſo oft den Namen Volks-L–er aus und weiß nicht immer ganz deutlich, was man ſich dabei denken ſoll. Gewöhnlich ſtellt man ſich vor, es ſei ein Gedicht aus einer, wo nicht rohen, doch ungebildeten Maſſe hervorgetreten; denn da das poetiſche Talent durch die ganze menſchliche Natur durchgeht, ſo kann es ſich überall manifeſtieren und alſo auch auf der unterſten Stuſe der Bildung. .. Nun aber möchte ich durch eine geringe Veränderung des Ausdrucks einen bedeutenden Unterſchied bezeichnen, indem ich ſage: Lieder des Volks, d. h. L–er, die ein jedes Volk, es ſei dieſes oder jenes, eigenthümlich bezeichnen und, wo nicht den ganzen Charakter, doch gewiſſe Häupt- und Grundzüge desſelben glücklich darſtellen. G. 33, 342, vgl. National-L. — Wächter-L., ſ. Tage- L. u. Nachtwächter-L. — Wald-L. Uhland 33. — Wallfahrts-L., ſ. Pilger-L. — Wander-L. Ausw. d. L. 163; 341; 347; G. 2, 114 ꝛc., ſ. Reiſe-L. — Waſſerzieher-L. Hagedorn 3, 261. — Weber-L. — Wechſel-L. zum Tanze. G. 1, 20; So wie am Feſtmahl | Jünglinge blühender Kraft zum Wechſel-L–e ſich reizen. V. Ländl. 1, 129, wobei die Sänger abwechſelnd fingen. — Weiber-L. — Weihe-L. usw. d. L. 165, ſ. Einweihungs-L. — Wein-L. Körner 52, ſ. Trink- L. — Wetter-L., ſ. Donner-L. — Wiegen-L. Körner 47; Platen 6, 24 ꝛc., ſ. Ammen-, Schlummer-L. ꝛc. — Willkomm-L. G. 7, 191, Bewillkommnungs-L. — Winter-L. B. 13a ꝛc. — Winzer-L. — Weil ich ſie gar wirkſame Liebestränke und Zauber-L–er lehre. W. 22, 129; Matthiſſon 231 ꝛc.; von zauberhafter Wirkung. — Zech-L. B. 50a; Uhland V. 584 ff., ſ. Trink-L. — Zigeuner-L. G. 1, 124. —Zoten-L. Schlegel Heinr. IV. 1, 3, 3. — Zunft-L., ſ. Gewerks-L. u. ä. m.</entry>
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