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      <titleStmt>
        <title>Artikel „Liebe“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
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        </author>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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        </editor>
        <editor>
          <persName>
            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
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          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="en">Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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             <addrLine>Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin</addrLine>
             <country>Germany</country>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Liebe“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="Liebe" orig="Līēbe">Līēbe</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">f.;</pos><gen norm="feminine"/> 0 (ſ. Anm.); –s-, Lieb-:</gramGrp>
        </form>
        <sense n="1)">1) das Lieben und der Ausdruck desſelben; die auf Etwas gerichtete innige Neigung und das Verlangen nach demſelben, als nach Etwas, deſſen das liebende Jch bedarf um ſich ganz und vollbefriedigtzu fühlen, vgl. Freundſchaft und als Ggſtz. Haß. — <sense n="a)">a) das liebende Subjekt iſt immer eine Perſ. oder etwas Perſonif., das geliebte Obj. kann eine Perſon (ſ. c ff.) oder eine Sache (ſ. b) ſein; jenes ſteht im Genit. (dem die beſitzanz. Fw. entſprechen), dies kann ebenfalls im Genit. ꝛc. ſtehn, wird aber häufiger — zumal wenn ſchon ein ſubjekt. Genit. dabei ſteht — durch Präpoſition oder durch Bſtw. in Zſſtzg. bez., in welchen letztern freilich das Bſtw. wieder zuw. (wenn es eine Perſ. bez.) einem ſubjekt. Genit. entſpricht. So bez.: Jemandes, ſeine L. gw. die, die er hegt, ſeltner (dichteriſch) die man zu ihm hegt, z. B.: Deine L. [die L. zu dir] flammt in meinem Buſen. <bibl><author>Platen</author> <biblScope>2, 16;</biblScope> <title>Wie deine L. meine Seele ſpaltet.</title></bibl> <bibl><biblScope>112 ꝛc.,</biblScope> <title>ähnlich mit objekt. Genit. der Sache: Die L. der Freiheit wohnt im Herzen.</title></bibl> <bibl><author>Börne</author>  <title>Frz.</title></bibl> <bibl><biblScope>73;</biblScope> <title>Des Lebens weiche L.</title></bibl> <bibl><author>Kl.</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 360;</biblScope> <title>Die Individualität des Vf., Haß aller Unterdrückung und Ungerechtigkeit, L. der Arbeit.</title></bibl> <bibl><author>Iv</author></bibl> <bibl><author>Müller</author> <biblScope>1, XV ꝛc.,</biblScope> <title>wofür gw.: Die L. zur Freiheit oder: Die</title></bibl> Freiheits-L.; Die L. zum Leben; Die L. zur Arbeit oder: Arbeits-L. ꝛc. Die L. der Eltern oder Eltern-L. kann ſowohl die L. bez., welche Eltern (zu den Kindern) haben (elterliche L.), als auch die der Kinder zu den Eltern (kindliche L.) und alſo gleichbedeutend mit: L. der Kinder oder Kindes-L., beſtimmter: L. zu den Eltern, zu den Kindern und zur Bez. der Gegenſeitigk.: L. der Geſchwiſter, der Gatten ꝛc., gew.: Geſchwiſter-, Gatten-L. ꝛc., ſ. Zſſtzg. Die gew. Präpoſ. iſt, wie erwähnt „zu“: Die Liebe Gottes zu den Menſchen; L. zu Gott, zu den Verwandten, zum Vaterland, zum Gewinn, zum Spiel, zur Wahrheit, Tugend; Die ſtärkſten Antriebe der Natur .. ſind L. zum Leben und Liebe zum Geſchlecht [ſ. <bibl><biblScope>d],</biblScope> <title>die erſtere, um das Individuum, die zweite, um die Species zu erhalten.</title></bibl> <bibl><author>Kant</author>  <title>Anthr.</title></bibl> <bibl><biblScope>242 ꝛc.</biblScope> <title>Daneben: Die L.</title></bibl> gegen Gott, die Nebenmenſchen, die Nächſten; Seine L. gegen ſeine Geſchwiſter ꝛc., wo eine Erwidrung oder Gegenſeitigk. Statt finden kann. Auch: Die L. für ein ſchimmernd Erz [die L. des Geldes]. <bibl><author>Gelert</author> <biblScope>2, 209 ꝛc.;</biblScope> <title>Schwellt dich die L. nach Ruhm.</title></bibl> <bibl><author>H.</author> <biblScope>11, 31;</biblScope> <title>gew. in Verbind. mit Zeitw.: L. zu,</title></bibl> gegen, für Jemand oder Etwas haben, hegen, faſſen ꝛc.; ferner: Mich zwar weilet allhier um Lamia Lieb’ und Beſorgnis. <bibl><author>V.</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 267,</biblScope> <title>in einer Art Zeugma: liebende Beſorgnis um ihn ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="b)">b) (ſ. a) Die L. zu einem Gegenſtand, z. B.: Die L. zur Wahrheit. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Theſſ.</author> <biblScope>2, 10;</biblScope> <title>Seine unmäßige L. zum Branntwein, zum Trunk hat ihn ganz heruntergebracht; Die L. der Ehre darf nicht in Ehrgeiz ausarten; Aus L. zum Frieden in Alles willigen; Luſt und L. zum Dinge | macht Müh“ und Arbeit geringe; Treibet nur Alles mit Ernſt und L.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 309;</biblScope> <title>Alles, was in die jungen Seelen eingetrichtert wird, was ſie nicht aus eigner Luſt und L. halten, haftet nicht.</title></bibl> <bibl><author>Heinſe</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 90 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) (ſ. a) L. zu Perſonen oder perſönlich Gedachtem, in verſchied. Modifikation (ſ. nam. d): L. zu Gott, zu den Nebenmenſchen, zu den Verwandten ꝛc.; L. der Gatten, der Geſchwiſter zu oder unter einander; Elterliche, kindliche, brüderliche, ſchweſterliche L. ꝛc.; Wenn ich mit Menſchen- und Engelzungen redete und hätte der L. nicht, ſo wäre ich ein tönendes Erz. . .. Die L. iſt langmüthig und freundlich, die L. eifert nicht, die L. treibet nicht Muthwillen, ſie blähet ſich nicht, ſie ſtellet ſich nicht ungebärdig, ſie ſuchet nicht das Ihre. . .. Nun aber bleibet Glaube, L. und Hoffnung, aber die L. iſt die Größeſte unter ihnen. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Kor.</author> <biblScope>13, 1—13;</biblScope> <title>Sie beweiſen mir Gutes um Böſes und Haß um L.</title></bibl> <bibl><author>Pſ.</author> <biblScope>109, 5;</biblScope> <title>L. üben.</title></bibl> <bibl><author>Mich.</author> <biblScope>6, 8;</biblScope> <title>Die L. iſt eine Übereinſtimmung zweener Willen zu gleichen Zwecken.</title></bibl> <bibl><author>Gellert</author> <biblScope>3, 60;</biblScope> <title>In der ſiebenten Strophe heißt L. das unbefriedigte, dem Menſchen zwar inwohnende, aber von außen zurückgewieſene Bedürfnis, in der achten Strophe aber iſt unter „Vater der L.“ das Weſen gemeint, welchem alle übrigen die wechſelſeitige Neigung zu danken haben; hier in der zehnten iſt unter L. das edelſte Bedürfnis geiſtiger, vielleicht auch körperlicher Vereinigung [ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>d]</biblScope> <title>gedacht, welches die Einzelnen in Bewegung ſetzt und auf die ſchönſte Weiſe, in Freundſchaft, Gattentreue, Kinderpietät und außerdem noch auf hundert zarte Weiſen befriedigt und lebendig erhält.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>2, 356;</biblScope> <title>Alle L. bezieht ſich auf Gegenwart; was mir in der Gegenwart angenehm iſt, ſich abweſend mir immer darſtellt, den Wunſch des erneuerten Gegenwärtigſeins immerfort erregt, bei Erfüllung dieſes Wunſches von einem lebhaften Entzücken, bei Fortſetzung dieſes Glücks von einer immer gleichen Anmuth begleitet wird, Das eigentlich</title></bibl> lieben wir und hier- aus folgt, daß wir Alles lieben können, was zu unſerer Gegenwart gelangen kann, ja — um das Letzte auszuſprechen — die L. des Göttlichen ſtrebt immer darnach, ſich das Göttliche zu vergegenwärtigen. Ganz nahe daran ſteht die Neigung, aus der nicht ſelten L. ſich entwickelt ꝛc. <bibl><biblScope>3, 335;</biblScope> <title>Die L. (caritas) iſt das allgemeine Wohlwollen und Wohlwollen iſt eine Gewohnheit (habitus) zu lieben.</title></bibl> Liebe aber heißt durch die Glückſeligkeit eines Andern erfreuet werden, oder, was auf Daſſelbe hinauskommt, die Glückſeligkeit eines Andern zu der ſeinigen machen. <bibl><author>Leibnitz</author></bibl> <bibl><author>(Guhrauer</author>  <title>Leibn.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 231);</biblScope> <title>L. heißet ..: von Herzen Einem günſtig und hold ſein und alle Güte und Freundſchaft erbieten und erzeigen ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>6, 35b;</biblScope> <title>Brüderliche L. zaubert | jeden Gram hinweg.</title></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>4, 279;</biblScope> <title>Ich hätte Goethen vor L. freſſen mögen.</title></bibl> <bibl><author>W.</author>  <title>Merck.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 169 ꝛc.;</biblScope> <title>Etwas mit dem Mantel der (chriſtlichen) L. (ſ. e) bedecken; Aus L. zu Einem Etwas thun oder laſſen ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="d)">d) (ſ. c) beſ. häufig von der Geſchlechtsneigung und dem darauf beruhenden Vh. Zweier, ſ. Freundſchaft (auch die Bſp.) und vgl. Minne, z. B. (welche Ausdrücke theilweiſe auch zu <bibl><biblScope>c</biblScope> <title>gelten): Reine, edle, keuſche, lautre, tugendhafte, beſtändige, treue, leidenſchaftliche, heftige, brennende, glühende, feurige, unlautre, unkeuſche, fleiſchliche, ſündhafte, ſündige, unbeſtändige, flatterhafte, (un)glückliche, (un)erwiderte L.; Sinnliche L.; Überſinnliche, geiſtige oder platoniſche (ſ. d.) L.; Daß man ihm die ſokratiſche L. [Päderaſtie] Schuld giebt.</title></bibl> <bibl><author>Forſter</author>  <title>Br.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 272,</biblScope> <title>ebenſo: Griechiſche L.</title></bibl> <bibl><author>Zelter</author> <biblScope>2, 30 ꝛc.</biblScope></bibl> — L. zu Jemand haben, hegen, faſſen; In L. entbrennen, erglühn; Von L. ergriffen, verzehrt, anfgerieben werden; In (unerwiderter) L. ſeufzen, ſchmachten; Der L., der Werke der L. pflegen; L. genießen, pflücken, die Frucht der L. pflücken; Daß ich in ihren Armen raſch und frei <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>den ſüßen Kampf der L. fechte.</title></bibl> <bibl><author>Nicolai</author> <biblScope>2, 32;</biblScope> <title>Worte wurden, L. ward gewechſelt.</title></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>4, 293 ꝛc.;</biblScope> <title>Amor, der Gott der L.; Venus, die Göttin der L. und Schönheit (ſ. e); Ein Kind der L. [natürliches]; Jch bin ſo ſehr nicht aus der Art geſchlagen, | daß ich der L. Herrſchaft ſollte ſchmähn. | Ich nenne mich nach ihr [,,Baſtard“], ich bin ihr Sohn.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>453a ꝛc.;</biblScope> <title>Alte L. roſtet nicht, Sprchw. das Gefühl der Anhänglichk. gegen geliebte Perſ. verwiſcht ſich nicht (ganz); Doch fand ſeine L. nur</title></bibl> Freundſchaft zur Erwiderung. <bibl><author>Börne</author> <biblScope>1, 3;</biblScope> <title>Die eigentliche L. aber, die ſie mit dem rohen Geſchlechtstriebe dieſes Namens nicht verwechſeln müſſen.</title></bibl> <bibl><author>Engel</author> <biblScope>7, 304;</biblScope> <title>Lobet lebenslang | die freie L., nicht die Ehe.</title></bibl> <bibl><author>Hagedorn</author> <biblScope>3, 26;</biblScope> <title>Der erſten L. goldne Zeit. .. O daß ſie ewig grünen bliebe, | die ſchöne Zeit der jungen L.!</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>77b;</biblScope> <title>Die</title></bibl> Leidenſchaft flieht, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>die L. muß bleiben.</title></bibl> <bibl><biblScope>78a;</biblScope> <title>Wo zarte</title></bibl> Minne herrſchte, wo die L. <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>der Ritter große Heldenherzen hob.</title></bibl> <bibl><biblScope>453a;</biblScope> <title>Deren L. kann Geluſt nur heißen, | nicht Regung ihres Herzens, nur des Gaums, | die Sattheit, Ekel, Überdruß erleiden.</title></bibl> <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Sh.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 216;</biblScope> <title>Jch verſetze mich gern in den Frühling unſerer L.</title></bibl> <bibl><author>FSchlegel</author>  <title>Luc.</title></bibl> <bibl><biblScope>21;</biblScope> <title>Den großen Unterſchied von Lieb’ und Unzucht.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>Cymb.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 5;</biblScope> <title>Wenn man Das, was er noch für ſie fühlte, L. nennen könnte, ſo hätte er durch ſeine Erfahrung bewieſen, daß L. und Haß zugleich in eben und demſelben Buſen mit gleicher Stärke wüthen könnten. Aber was er fühlte, verdiente keinen ſo ſchönen Namen, es war bloße Begierde, die undankbare Widerſpenſtige eben dadurch zu beſtrafen, daß er ſie, auch wider ihren Willen zum leidenden Werkzeuge ſeiner Selbſtbefriedigung machen wollte.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>9, 257;</biblScope> <title>Das matte, in L. ſchwimmende, unſchuld’ge Auge.</title></bibl> <bibl><biblScope>10, 129;</biblScope> <title>Der .. nie im Stil der hohen</title></bibl> Minne <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>von ſeiner L. ſpricht.</title></bibl> <bibl><biblScope>12, 55;</biblScope> <title>Zeit, da man bereits zwar liebt, | doch noch der Neigung nicht den Namen L. giebt.</title></bibl> <bibl><author>Zachariä</author> <biblScope>1, 96;</biblScope> <title>Aber wie, eine ganz andere L.? Die Empfindung der L. iſt immer doch eine und dieſelbe, ſo daß ſelbſt die Sprache nicht mehr als</title></bibl> eine L. kennt, auch für die Mehrheit keinen Ausdruck und nicht ſagt „die L–n“, ſondern höchſtens „die Liebſchaften“, bei denen freilich nicht immer die L. herrſcht. <bibl><author>Zſchokke</author> <biblScope>1, 238 ꝛc.</biblScope> <title>Übrtr. auch auf Pflanzen, in Bezug auf männliche und weibliche und das Geſchäft der Fortpflanzung: [Wie die Natur] .. die Blumen bildet und zu den Werken der L. rüſtet.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>36, 19 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="e)">e) perſonific. zu c u. <bibl><biblScope>d</biblScope> <title>(ſ. Amor ꝛc.), z. B.: Gott iſt die L.</title></bibl> <bibl><author>Joh.</author> <biblScope>4, 8;</biblScope> <title>Glaube (ſ. d. 2c), L. und Hoffnung; So ſteht dein Bild auch klar und glatt | in unſerm Herzen auf jedem Blatt | und L. bleibt zu unſerm Gewinn | ein beßrer Zeichner als ich bin.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>6, 47;</biblScope> <title>Macht’ ich doch, ſagte der Gott, nur das Vergängliche ſchön. | Und die L., die Blumen, der Thau und die Roſe vernahmen’s, | Alle gingen ſie weg weinend von Jupiter’s Thron.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 308;</biblScope> <title>Freundliche Schrift des Geſetzes, des menſchenerhaltenden Gottes, | ſeit aus der ehernen Welt fliehend die L. verſchwand.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>75a ꝛc.;</biblScope> <title>Sie iſt die L. (und mundartl. mit fremder Endung, vgl. albern, Anm.:</title></bibl> Liebetät <bibl><author>OLudwig</author>  <title>Th.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 499)</biblScope> <title>ſelber.</title></bibl> —</sense></sense>
        <sense n="2)">2) (ſ. 1c) eine aus L. oder Geneigtheit hervorgegangne Gefälligkeit ꝛc., in den Wendungen: Einem eine L. thun, erweiſen ꝛc., z. B.: Daß du die L. und Treue an mir thueſt und (ſ. d. †) begrabeſt mich nicht in Ägypten. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>47, 29;</biblScope> <title>Ich that ihr die L. und ging in den Laden.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>20, 212;</biblScope></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>4, 213 ꝛc.,</biblScope> <title>ähnlich: Einem Etwas zu L. (oder zu Lieb, ſ. d.</title></bibl> <bibl><biblScope>I. 5a)</biblScope> <title>thun, laſſen ꝛc.</title></bibl> —</sense>
        <sense n="3)">3) der Ggſtd. der Liebe, der oder die Geliebte; im letztern Fall bleibt oft unentſchieden, ob unſer Wort oder das ſubſtant. Ew. lieb (ſ. d. <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>u. 3) gemeint iſt, z. B.: Eine L. hatt’ ich, ſie war mir lieber als Alles, | aber ich hab ſie nicht mehr.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 277;</biblScope> <title>Nur meine L. will ſie ſein und heißen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>454a;</biblScope> <title>Und wärſt du ſelbſt die Niedrigſte geboren, | du müßteſt dennoch meine L. ſein.</title></bibl> <bibl><biblScope>499a ꝛc.;</biblScope> <title>aber z. B. auch: Mit ihm, | der meine L. war, eh du ihn ſahſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>608a;</biblScope> <title>Sie iſt meine erſte und letzte L. ꝛc., auch: Meine brüderliche L. [mein lieber Bruder] hat es geſagt ꝛc. So auch als Anrede in Predigten (vralt.): Euer L. hat oft gehört, daß ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author>  <title>SW.</title></bibl> <bibl><biblScope>35, 128 ꝛc.</biblScope> <title>u. (vgl. Liebden): Die Kurfürſten ſchreiben Königen Euer L. und nicht Euer Gnaden, denn ſie ſind Königen gleich geachtet.</title></bibl> <bibl><biblScope>61, 392 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="4)">4) Pflanzenname: <sense n="a)">a) Brennende (ſ. d. 2a) L., <bibl><biblScope>Lychnis calcedonica.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Schöne L., <bibl><biblScope>Gnaphalium arenarium.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) L. im Nebel, <bibl><biblScope>Passiflora foetida ꝛc.</biblScope></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">S. lieb <bibl><biblScope>I.</biblScope> <title>Die Mz. ugw. ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>1d,</biblScope> <title>doch vgl. Neben-, Vor-L. und die Mz. von Minne.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>2, 95.</biblScope></bibl> — Als Bſtw. meiſt L–s-, doch auch nicht bloß: Das L.-Flüſtern. <bibl><author>G.</author> <biblScope>4, 2;</biblScope> <title>-Stammeln.</title></bibl> <bibl><biblScope>193;</biblScope> <title>-Locken. Zelt.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 338;</biblScope> <title>-Wallen.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 338;</biblScope></bibl> <bibl><author>Stilling</author> <biblScope>3, 71 ꝛc.,</biblScope> <title>L.-Brief.</title></bibl> <bibl><author>IP.</author> <biblScope>2, 179</biblScope> <title>(der bekanntlich die Binde-s auch ſonſt ausmärzt), ſondern auch: L.-Bild.</title></bibl> <bibl><author>Möricke</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>470;</biblScope> <title>-Geſtändnis.</title></bibl> <bibl><author>Börne</author> <biblScope>1, 213;</biblScope> <title>-ſiech.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>7, 396;</biblScope> <title>-werth.</title></bibl> <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>4, 269,</biblScope> <title>-voll ꝛc., vgl.: L.-Gott, verſch. von L–s-Gott; ferner: Lieb-los, -reich, -werth ꝛc., z. B.: Ebenſo l.-voll als lieblos.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>33, 15 ꝛc.</biblScope></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. unerſchöpflich, ſ. [1a]; danach und nach den folgenden Bſp. leicht zu mehren und zu verſtehn: Áb-: Ohn Vor- oder A. Schm., ſ. Miß-L. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Áffen-:</comp> Liebe, wie ſie ein Affe (ſ. d. 1d) hegt: Die Natur, wenn ſie mit A. deinen ſchlechtern Bruder umſchlingt und dich verſtößt. Börne 2, 462; Gutzkow R. 2, 289 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Áfter-:</comp> <sense n="1)">1) die Liebe ſcheint, ohne es zu ſein, Schein-, Lügen-L., falſche Liebe: Daß A. nur von Sättigung erſtickt. <bibl><author>W.</author> <biblScope>10, 66.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) (ſ. After <bibl><biblScope>II</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><biblScope>I,</biblScope> <title>Anm. „Afterdichter“) Päderaſtie.</title></bibl> — <comp>Áll-:</comp> allumfaſſende. <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Ab.</title></bibl> <bibl><biblScope>25.</biblScope></bibl> — <comp>Án-:</comp> ſ. anlieben. — <comp>Apríl(len)-:</comp> unbeſtändige, wetterwendiſche. — <comp>Árbeit-:</comp> Liebe zur Arbeit, Arbeitsluſt. <bibl><author>Blumauer</author> <biblScope>1, 101.</biblScope></bibl> — <comp>Bāūren-:</comp> ſowohl Liebe, wie ſie Bauern hegen, als auch Liebe zu Bauern, z. B. <bibl><biblScope>[1d]:</biblScope> <title>Götter . ., | die nach B. ſtehn [ländliche Schönen lieben].</title></bibl> <bibl><author>Opitz</author> <biblScope>1, 340.</biblScope></bibl> — <comp>Blūt-:</comp></sense><sense n="1)">1) Liebe unter Blutsverwandten: Wenn B. zur Verrätherin, wenn Vater-L. zur Megäre wird. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>111a; 106a ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. Erb-L.</title></bibl> —</sense><sense n="2)">2) Blutgier. — <comp>Brāūt-:</comp> wie ſie eine Braut hegt: Mutter-L. iſt wohl andere Liebe als B. <bibl><author>Zſchokke</author> <biblScope>1, 341,</biblScope> <title>auch: Liebe zur Braut.</title></bibl> — <comp>Brūder-:</comp> unter Brüdern. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Petr.</author> <biblScope>1, 23;</biblScope></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>245b,</biblScope> <title>vgl. Nächſten-L.</title></bibl> — <comp>Būben-:</comp> ſchändliche, wie ſie Buben hegen, — oder zu Buben, ſ. Knaben-L. — <comp>Chríſten-:</comp> chriſtliche Liebe, ſ. Menſchen-L. — <comp>Dāūer-:</comp> dauernde. <bibl><author>Prutz</author>  <title>Muſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 51.</biblScope></bibl> — <comp>Ēhe-:</comp></sense><sense n="1)">1) Gatten-L. —</sense><sense n="2)">2) Liebe zur Ehe, zum Heirathen. — <comp>Ehr-:</comp> Wer E. nicht hat, wird Schändliches thun, doch durch Ehrgeiz <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>auch wird Schändliches oft (Kundigem glaub’ es!) vollbracht.</title></bibl> — <comp>Eīfer-:</comp> eiferſüchtige Liebe, Eiferſucht: Heute ſchlummert mir <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>die E.</title></bibl> <bibl><author>Stolberg</author>  <title>Sch.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 89.</biblScope></bibl> — <comp>Eīgen-:</comp> Liebe zu der eignen Perſ., Selbſtgefälligkeit, Egoismus: Daß Ihr Euch .. in Eure kalte E. hüllet, wenn uns das Herz bricht. <bibl><author>G.</author> <biblScope>17, 239;</biblScope> <title>Die E. läſſt uns ſowohl unſere Tugenden als unſere Fehler viel bedeutender, als ſie ſind, erſcheinen.</title></bibl> <bibl><biblScope>16, 290;</biblScope></bibl> <bibl><author>WKoner</author> <biblScope>34;</biblScope> <title>Was für eine glatte, verführeriſche Schlange iſt die Erzzauberin E.!</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>14, 160;</biblScope> <title>Etwas, das ſeiner E. ſchmeichelte. HB.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 159 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl.: Verdammte</title></bibl> Selbſt-L., die das hohe Ebenbild auf Zeitlebens verhunzt. <bibl><author>Forſter</author>  <title>Br.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 232;</biblScope> <title>Ihre Selbſt-L. kitzeln.</title></bibl> <bibl><biblScope>416 ꝛc.</biblScope> <title>Einige unterſch.: Die</title></bibl> Selbſt- L. eines über Alles gehenden Wohlwollens an ſich ſelbſt heißt E. <bibl><author>Kant</author> <biblScope>4, 185;</biblScope> <title>Am Ende iſt Alles beim Menſchen Liebe zu ſich ſelber</title></bibl> <bibl><biblScope>(amour de soi–même)</biblScope> <title>oder E. (amour–propre).</title></bibl> <bibl><author>Mendelsſohn</author> <biblScope>5, 677</biblScope> <title>und die Anm., ebenſo</title></bibl> <bibl><author>Adelung</author>  <title>und</title></bibl> <bibl><author>Campe,</author>  <title>vgl.: Die Liebe zu uns ſelbſt, allein die weiſe nur | iſt freilich unſre Pflicht ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Hagedorn</author> <biblScope>1, 66.</biblScope></bibl> — Eltern-. — <comp>Erb-:</comp> Blut-L. (1). <bibl><author>JP.</author> <biblScope>24, 106.</biblScope></bibl> — Famīli-en-. — <comp>Fêhl-:</comp> eine fehlſchlagende Liebe: Sein von ſo mancher F. verwundetes Herz. <bibl><author>IP.</author> <biblScope>13, 223.</biblScope></bibl> — <comp>Flátter-:</comp> flatterhafte. <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Sh.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 54.</biblScope></bibl> — <comp>Frāūen-:</comp> Liebe, die Frauen hegen oder die man zu Frauen hegt. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Sam.</author> <biblScope>1, 26.</biblScope></bibl> — <comp>Frēīheits-:</comp> <bibl><author>Hölder-</author>  <title>lin H.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 85.</biblScope></bibl> — Frēūndes-. — Frīēdens-. — Gátten-. — <comp>Gêgen-:</comp> Liebe als Erwidrung von Liebe: Gegengunſt erhöhet Gunſt, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>G. nähret Liebe.</title></bibl> <bibl><author>B.</author> <biblScope>27a;</biblScope></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>35, 160 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Géld-:</comp></sense><sense n="1)">1) Liebe zum Geld. —</sense><sense n="2)">2) eine Liebe, deren Motiv Geld iſt, vgl. Geldheirath ꝛc. — <comp>Geréchtigkeits-:</comp> Die ſtrenge G. <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>meines Königs.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>5, 234 ꝛc.</biblScope></bibl> — Geſchléchts- <bibl><biblScope>[1d]:</biblScope> <title>ſinnliche Liebe, im Geſchlechtstrieb wurzelnd: Wie der Menſch den gemeinen Charakter, den das Bedürfnis der G. aufdrückte, durch Sinnlichkeit auslöſcht und durch Schönheit veredelt.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>1152a.</biblScope></bibl> — Geſchwíſter-. — <comp>Góttes-:</comp> die Gott — oder die man zu Gott hegt, ſ. Himmels- L. — <comp>Hāūpt-:</comp> hauptſächliche Liebe, vergl. Neben-L. — <comp>Hēīmaths-:</comp> Die Liebe roher Völker für die Scholle ſollte man eher H. als Vaterlands-L. nennen. <bibl><author>Lewald</author>  <title>Ferd.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 184.</biblScope></bibl> — <comp>Hérzens-:</comp> herzliche Liebe, z. B.: Zu ihm die H. <bibl><author>Tieck</author>  <title>Cymb.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 7 ꝛc.,</biblScope> <title>auch</title></bibl> <bibl><biblScope>[3]:</biblScope> <title>Du bliebſt ewig meine H. ꝛc.</title></bibl> — <comp>Hímmels-:</comp> himmliſche Liebe oder Liebe zum Himmel, Gottes-L.: Sonſt ſtürzte ſich [mit dem Oſterliede] der H. Kuß <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>auf mich herab in ernſter Sabbathſtille.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>11, 34.</biblScope></bibl> — <comp>Hūren-:</comp> unzüchtige. — <comp>Jūgend-:</comp> wie ſie die Jugend hegt: Eine aufknoſpende zarte und heilige J. <bibl><author>Keller</author>  <title>gH.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 27;</biblScope> <title>Die Gluth der J.</title></bibl> <bibl><author>Prutz</author>  <title>Lit. Taſch.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 104 ꝛc.,</biblScope> <title>auch</title></bibl> <bibl><biblScope>[3].</biblScope></bibl> — <comp>Júngen-:</comp> bei den Thieren, zwiſchen Alten und Jungen, namentl. Liebe zu den Jungen, ſ. Kinder-L. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> — <comp>Jünglings-:</comp></sense><sense n="1)">1) Jugend-L. —</sense><sense n="2)">2) ſ. Knaben-L. — Kínder-, Kíndes-:</sense><sense n="1)">1) Liebe der Kinder (oder eines Kinds) zu den Eltern oder umgekehrt, ſ. Jungen-L. —</sense><sense n="2)">2) vgl. Jugend-L.: Selten, daß eine Kinder-L. ſo tiefe Wurzel ſchlägt wie bei Dante. — <comp>Knāben-:</comp></sense><sense n="1)">1) Liebe, wie ſie Knaben hegen, ſ. Kinder-L. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) Liebe zu Knaben, Päderaſtie. — <comp>Kúnſt-:</comp> Liebe zur Kunſt: Richtung, welche die K. in unſern Tagen genommen. <bibl><author>G.</author> <biblScope>26, 247.</biblScope></bibl> — <comp>Láſter-:</comp></sense><sense n="1)">1) Liebe zum Laſter. —</sense><sense n="2)">2) laſterhafte, ſchändliche Liebe. — <comp>Lêbens-:</comp> Ein ſonderbares Gemiſch von L. und Lebensverachtung. <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Dicht.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 93.</biblScope></bibl> — <comp>Lügen-:</comp></sense><sense n="1)">1) Liebe zum Lügen. —</sense><sense n="2)">2) lügenhafte Liebe, ſ. Schein-L. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> — <comp>Mä́nner-:</comp> vgl. Frauen-, Knaben-L. — <comp>Ménſchen-:</comp> das geſammte Menſchengeſchlecht umfaſſend, vergl. Nächſten-, Chriſten-L. — <comp>Míß-:</comp> Mißgefallen, ſ. mißliebig: Gerechtigkeit entfernt von Zu- und Gegenneigung, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>von Vorlieb’ und Mißlieb’.</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>W.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 117,</biblScope> <title>ſ. Ab-L.</title></bibl> — <comp>Mórgen-:</comp> friſche, junge Liebe: Eine ganze Welt von altem Haß und M. <bibl><author>Zelter</author> <biblScope>3, 169.</biblScope></bibl> — <comp>Mútter-:</comp> gw. Liebe der Mutter zu den Kindern. <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>6, 71;</biblScope></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>77b ꝛc.,</biblScope> <title>ſelten umgekehrt: Der Sohn legte dadurch die innigſte M. an den Tag.</title></bibl> <bibl><author>Campe.</author></bibl> — <comp>Nǟchſten-:</comp> ſ. Menſchen-L. — <comp>Natūr-:</comp> Liebe zur Natur oder zur Natürlichkeit: Bei einer deutſchen Natur- und Wahrheits-L. <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 45.</biblScope></bibl> — <comp>Nêben-:</comp> Liebe, die man nebenbei hat, vgl. Haupt- L.: Entſchuldigte ſeine N–n [Anm., Liebſchaften] gegen ſeine Gemahlin. <bibl><author>Hippel</author>  <title>Ehe</title></bibl> <bibl><biblScope>184.</biblScope></bibl> — <comp>Ordnungs-:</comp> Nach herkömmlicher Ordnungs- und Reinlichkeits-L. ließ ich den ſchönen Platz davor kehren und reinigen. <bibl><author>G.</author> <biblScope>25, 248.</biblScope></bibl> — <comp>Partēken-:</comp> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>6, 36a,</biblScope> <title>eigennützige ꝛc., ſ. Parteke.</title></bibl> — <comp>Prácht-:</comp> So mußte das Handwerk der Pracht- und Schein-L. des Einzelnen ſchmeicheln. <bibl><author>G.</author> <biblScope>29, 163.</biblScope></bibl> — <comp>Prúnk-:</comp> Vom Grafen Brühl und deſſen grenzenloſer P. <bibl><biblScope>21, 113.</biblScope></bibl> — <comp>Reinlichkeits-:</comp> ſ. Ordnungs-L. <bibl><author>Sanders,</author>  <title>deutſches Wörterb.</title></bibl> <bibl><biblScope>II.</biblScope></bibl> — <comp>Rūhm-:</comp> vergl. Ehr-L. — <comp>Sámm(t)-:</comp> ſ. Zugleich-L. — <comp>Schálks-:</comp> unwahre oder Schein- L. (1). <bibl><author>Luther</author> <biblScope>6, 36a.</biblScope></bibl> — <comp>Schánd-:</comp> eine ſchändliche Liebe, ſ. Laſter-L. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — <comp>Schēīn-:</comp></sense><sense n="1)">1) die nur den Schein, nicht das Weſen der Liebe hat, ſ. Lügen-L. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) Liebe zum Schein und Glanz, ſ. Pracht-L. — <comp>Schöpfungs-:</comp> Das Erwachen der Liebe iſt eine Sch., ihr Streben nach Vereinigung eine Braut-L. <bibl><author>Jahn</author>  <title>V.</title></bibl> <bibl><biblScope>421.</biblScope></bibl> — <comp>Schǖler-:</comp> Liebe in oder aus den Schülerjahren ꝛc., vgl. Studenten-L. — <comp>Schwéſter-:</comp> ſ. Geſchwiſter-L., z. B. im Ggſtz. der Geſchlechts-L.: Ritter, treue Sch. <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>widmet euch dies Herz. | Fordert keine andre Liebe.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>64b.</biblScope></bibl> — <comp>Sínnen-:</comp> ſinnliche Liebe: Ein Honigvöglein, weich und zart <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>iſt leichte S.</title></bibl> <bibl><author>B.</author> <biblScope>101b.</biblScope></bibl> — <comp>Soldāten-:</comp> Liebe, die Soldaten — oder die man zu Soldaten hegt, auch <bibl><biblScope>[3].</biblScope></bibl> — <comp>Studénten-:</comp> ſ. Soldaten-L., z. B. <bibl><author>Vollmann</author> <biblScope>305.</biblScope></bibl> — <comp>Sünden-:</comp> ſ. Laſter-L. — <comp>Trúnk-:</comp> Trunkſucht. — <comp>Tūgend-:</comp></sense><sense n="1)">1) Liebe zur Tugend. <bibl><author>–</author></bibl></sense><sense n="2)">2) tugendhafte. — <comp>Un-:</comp> Mangel der Liebe, Liebloſigkeit, vergl. den direkten Ggſtz. zu Liebe „Haß“: Jede Stunde, die man in U. verbringt. <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Dorf.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 68.</biblScope></bibl> — <comp>Unſchulds-:</comp> ſ. Tugend-L., z. B.: [Das Lied] dahlt <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>ſo mit der U., wie man vormals | noch liebte.</title></bibl> <bibl><author>H.</author> <biblScope>8, 346.</biblScope></bibl> — <comp>Vāter-:</comp> ſ. Eltern-, Mutter-L. — <comp>Vāterlands-:</comp> Patriotismus, ſ. Heimaths-L. — Verwándten-. — <comp>Vōr-:</comp> Liebe, die auf vorgefaßter Meinung beruht und der gemäß man Etwas vorzieht, Ggſtz. Ab-, Miß-L.: Man hat V. für dieſes oder jenes Plätzchen. <bibl><author>G.</author> <biblScope>15, 27;</biblScope></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>22, 158 ꝛc.;</biblScope> <title>Aus V. zu ſeiner unſterblichen Seele.</title></bibl> <bibl><author>Klinger</author>  <title>F.</title></bibl> <bibl><biblScope>3;</biblScope> <title>Meine V. zur Monarchin.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>24, 4 ꝛc.,</biblScope> <title>auch [ſ. Anm.]; In Vorurtheilen und V–n ungerecht befangen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author>  <title>Zelt.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 122;</biblScope> <title>Sonderbar, daß ſolche ſpecielle Geſchmäcke, Neigungen und V–n ſich oft ſo entſchieden und konſtant zeigen.</title></bibl> <bibl><author>Kohl</author>  <title>Südr.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 124.</biblScope></bibl> — <comp>Wāhrheits-:</comp> ſ. Natur-L. — <comp>Wéchſel-:</comp></sense><sense n="1)">1) Liebe, Neigung zum Wechſel. —</sense><sense n="2)">2) wechſelſeitige Liebe. <bibl><author>Spate;</author>  <title>Beide liebend, | verſtärkt ſie eure W.</title></bibl> <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Anton.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 2.</biblScope></bibl> — <comp>Wēīber-:</comp> Frauen-L., z. B. <bibl><author>Klinger</author>  <title>Giaf.</title></bibl> <bibl><biblScope>608.</biblScope></bibl> — <comp>Wēīsheits-:</comp> Liebe zur Weisheit ꝛc. — <comp>Wīder-:</comp> Gegen-L. <bibl><author>Waldis</author>  <title>Pſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>133, 3.</biblScope></bibl> — <comp>Wórt-:</comp> die ſich nur in Worten kund giebt, ſ. Schein-L. — <comp>Wúnder-:</comp></sense><sense n="1)">1) Liebe zum Wunderbaren. —</sense><sense n="2)">2) wunderbare, z. B. ſehr große Liebe. — <comp>Zāūber-:</comp> zauberhafte Liebe. <bibl><author>H.</author> <biblScope>16, 241.</biblScope></bibl> — <comp>Zuglēīch-:</comp> Die Samm-oder Z. <bibl><author>IP.</author> <biblScope>10, 212.</biblScope></bibl> — <comp>Zwáng-:</comp> erzwungne ꝛc.</sense></entry>
        </p>
      </entry>
    </body>
  </text>
</TEI>
