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      <titleStmt>
        <title>Artikel „leihen“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
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        </author>
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            <surname>Göttel</surname>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="en">Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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             <addrLine>Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin</addrLine>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „leihen“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="leihen" orig="Lēīhen">Lēīhen</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="verb">tr.:</pos><subc norm="transitive"/></gramGrp>
        </form>
        <sense>leih; gelieh(e)n: 1) eig. (vgl. lehnen II) Einem Etwas l., es ihm zeitweiſe zur Benutzung ohne Aufgeben des Eigenthumsrechts, und alſo zur Zurückgabe, überlaſſen; Etwas von Einem l., es ſo (geliehn) von ihm nehmen, z. B.: Einem oder von Einem. ſich von Einem Geld, ein Pferd, ein Buch, ein Brot, Korn, Holz, Möbel, Kleider ꝛc., auf längere, kürzere, unbeſtimmte Zeit, umſonſt, gegen Bezahlung l.; Geld ohne Zinſen, auf Zins, auf Wucher, auf Pfänder, Hypotheken l. ꝛc. Auch ohne Obj. nam. von Geld: Mancher leihet ungern .. er muß fürchten, er komme um das Seine. <bibl><author>Sir.</author> <biblScope>29, 10; 5; 35 ꝛc.;</biblScope> <title>Vielleicht bracht’s Jemand als ein Pfand | und meine Mutter lieh darauf.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>11, 119;</biblScope> <title>So wie l., | auf Wucherl. nicht viel beſſer iſt | als ſtehlen.</title></bibl> <bibl><author>L.</author>  <title>Nath.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 9 ꝛc.</biblScope></bibl> — <sense n="a)">a) über das Vh. zu borgen, ſ. d. <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>und z. B.: So wirſt du vielen Völkern l. und duwirſt von Niemand borgen.</title></bibl> <bibl><biblScope>5.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>15, 6 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Miethen, (ſ. d. und vgl. pachten) bez. durch Zahlung einer beſtimmten Summe das Recht erwerben, auf eine — entweder an und für ſich oder durch den zu erreichenden Zweck — beſtimmte Zeit Herr von Einem oder Etwas zu ſein und in dieſer Zeit die Perſ. oder den Ggſtd. zu gewiſſen durch die Miethsbedingungen feſtgeſetzten Zwecken für ſich zu behalten und zu benutzen, — und demgemäß vermiethen: Etwas einem, es Miethenden überlaſſen. L. gilt auch von unentgeltlichem Uberlaſſen und in ſolcher Weiſe, daß man nicht eig. „Herr“ des Überlaßnen wird, dagegen iſt zum Miethen das „Überlaſſen“ nicht nothwendig, z. B.: Dienſtboten, Lohnlakaien miethen; Arbeiter miethen <bibl><author>(Matth.</author> <biblScope>20, 1),</biblScope> <title>gw. dingen ꝛc., weil man nicht eig. ihr Herr wird; Häuſer, Wohnungen, Stuben, Kammern, Keller, Läden, Ställe, einen Garten ꝛc. (von Jemand) miethen, wodurch man für die Miethszeit Herr des Hauſes ꝛc. wird; Zu einer Reiſe ein Fuhrwerk, ein Fahrzeug, einen Fuhrmann, einen Schiffer miethen, ſo daß man für die Reiſe den Wagen ꝛc. als Herr desſelben benutzt ꝛc. Dagegen z. B.: Geld l., nicht miethen, weil der Empfangende das Geld ausgeben, nicht „behalten“ will; Sich aus einer Leihbibliothek ein Buch, von einem Maſkenhändler einen Domino l., gegen Bezahlung freilich, doch wird man dadurch nur Beſitzer, nicht eig. „Herr“ des Buchs, des Domino’s ꝛc. In Fällen aber, wo von L. und Miethen, (Vermiethen) die Rede ſein kann, bez. Jenes das Unentgeltliche, z. B.: Ein Pferdehändler vermiethet,</title></bibl> — ein Freund leiht mir ein Pferd, einen Wagen; Da der von mir gemiethete Bediente erkrankte, lieh mir mein Bruder zur Aushilfe den ſeinigen ꝛc. — 2) (ſ. <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>und 3). Ein Gegenſtand leiht Etwas von einem andern, empfängt von dieſem das ihm Fehlende: Soviel Körper .. | leihn und</title></bibl> borgen allzumal <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>ihren Strahl von deinem [der Sonne] Strahl.</title></bibl> <bibl><author>Brockes</author> <biblScope>1, 117;</biblScope> <title>Mein Aug lieh euren Blick, die Zunge lieh | von eurer Zunge Wort und Melodie.</title></bibl> <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Sommern.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 1 ꝛc.</biblScope></bibl> — 3) (ſ. <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>und 2). Einem oder einem Gegenſtand Etwas l., ihm Etwas, was er ſonſt nicht hat, geben, mit vrſch. Nüancen, (ſ. nam. ver-l. 3.) z. B.: Vorwand lieh dem Verlegnen zum Glück einfallender Regen.</title></bibl> <bibl><author>Baggeſen;</author>  <title>Es leiht gewalt’ge Worte mir oft ein heil’ger Zorn.</title></bibl> <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>3, 327;</biblScope> <title>Du ſollteſt dieſer höchſten Schmeichelei | nicht das Gewand vertrauter Freundſchaft l.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 97;</biblScope> <title>Wenn neben mir in Thales Schluft | er Liebeslieder ſang, | ſo lieh ſein Hauch dem Weſte Duft | dem Haine ſüßen Klang.</title></bibl> <bibl><author>Herrig</author> <biblScope>17, 326;</biblScope> <title>Wie leicht er andern Leuten Plane und Abſichten leihet und</title></bibl> unterlegt! <bibl><author>L.;</author>  <title>Wenn auch Natur mir Weihe</title></bibl> verlieh und auch <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>tonreicher Bruſt Urbilder ans Licht zu ziehn | mir Geiſteskraft gab . ., | mehr als Natur liehn Zeit und Geſchick, ſie liehn | mir Werth des Daſeins.</title></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>2, 174;</biblScope> <title>Die Andacht leiht höheres Leben dem Stein.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>75b;</biblScope> <title>Läſſt der Kaiſer ſich verehren, | wir l. ihm die Herrlichkeit.</title></bibl> <bibl><biblScope>74b;</biblScope> <title>Lord Burleigh leiht dienſtfertig dem Gerichte, | dem er den Geiſt geliehn, nun auch den Mund.</title></bibl> <bibl><biblScope>412a;</biblScope> <title>So holt er auf eine künſtliche Weiſe in ſeiner Volljährigkeit ſeine Kindheit nach, bildet ſich einen Naturſtand in der Jdee .., leiht ſich in dieſem idealiſchen Stand einen Endzweck, den er in ſeinem wirklichen Naturſtand nicht kannte, und eine Wahl, deren er damals nicht fähig war [ſchiebt ſich dieſelbe unter].</title></bibl> <bibl><biblScope>1152a;</biblScope> <title>Der Zuſchauer findet ſich ſelbſt darin [in dem angeſchauten Ggſtd.] nur, ſoweit er ſich ihm l–d unterſchiebt.</title></bibl> <bibl><author>Viſcher</author>  <title>Äſth.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 101</biblScope> <title>(ſ. 6b); Baxter, dervor lauter Sorgfalt, dem Horaz zu geben, was Horazens iſt, ihm auch wohl von ſeinem Eigenen leiht.</title></bibl> <bibl><author>W.</author>  <title>HB.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 157 ꝛc.</biblScope></bibl> — 4) Einem ſein Ohr l., ihn anhören, ihm das Ohr zuwenden (vgl.: Einem ſeine Aufmerkſamkeit ſchenken ꝛc.): Doch lieh er noch diesmal dem Fürſten ſein Ohr. <bibl><author>Klinger</author>  <title>Giaf.</title></bibl> <bibl><biblScope>232;</biblScope> <title>Ein Ohr zu l. jenen Klagepunkten.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>412a;</biblScope> <title>Leiht uns ein geneigtes Ohr!</title></bibl> <bibl><author>Uhland</author> <biblScope>VII.</biblScope> <title>Seltner: Verleiht ihm gern ein Ohr.</title></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>3, 153.</biblScope></bibl> — 5) (vralt.) Einem etwas l., ihn damit belehnen, ſ. aus-, be-, ver-l. — 6) dazu:</sense><sense n="a)">a) der Leiher, z. B.: Einer, der Andern leiht. <bibl><author>Jeſ.</author> <biblScope>24, 2</biblScope> <title>(ſ. Lehner);</title></bibl> <bibl><author>Lichtwer</author> <biblScope>255;</biblScope></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>1, 193b ꝛc.,</biblScope> <title>aber auch: Einer, der von Andern leiht, z. B.: Der Leiher [von Büchern].</title></bibl> <bibl><author>Petzholdt</author>  <title>Bibl.</title></bibl> <bibl><biblScope>208;</biblScope> <title>Die Leierkaſten-Beſitzer</title></bibl> — nein Leiher. <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 120 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) ſeltner: Ich nehme alle deine Vermuthungen und Leihungen [die Gedanken, die du mir in deiner Korrektur geliehen] als Geſchenke an. <bibl><author>IP.</author>  <title>HV.</title></bibl> <bibl><biblScope>144;</biblScope> <title>Die Leihung, die Unterſchiebung des Menſchen [in Bezug auf den äſthetiſchen Eindruck des Thierlebens].</title></bibl> <bibl><author>Viſcher</author>  <title>Äſth.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 117; 116</biblScope> <title>(ſ. 3).</title></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Goth. <bibl><biblScope>laihvan,</biblScope> <title>ahd.</title></bibl> <bibl><biblScope>lîhan,</biblScope> <title>mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>lihen,</biblScope> <title>dazu: Das Lehen und lehnen. Ungw. Jmpf.: Daß ſie ihn leiheten.</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>12, 36.</biblScope></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. (vergl. die von lehnen II. und borgen), z. B.: Áb-: Einem Etwas a., es von ihm leihen. Forſter Br. 2, 289; IP. 1, 108; 3, 51; 4, 173 ꝛc.; Der Paß-Plagiarius und -Ableiher. Fat. 1, 84. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Án-:</comp> Von oder bei Einem Geld a. u. es ihm a., inſofern es bis zu einem beſt. Betrage heranreicht, daher gew. nur von größern Summen, ſ. Anleihe und auf-l.: Indem er ihm 300 Thaler ſchenkt | und noch 300 anzuleihn verſpricht. W. HB. 1, 144; Der Schaden fällt auf den Anleiher [der das Geld hergiebt]. Kant 5, 110 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Āūf-:</comp> durch Leihen Summen aufbringen, borgen, vgl. an-l.: So konnte doch der Aufwand des Hofs davon nicht beſtanden werden, man mußte a. H. Erinn. 1, 278; Daß England im vorigen Kriege keine 50 Millionen Pfd. Sterlinge würde haben a. können. Möſer Ph. 2, 314. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Āūs-:</comp> fort-, weg-l., leihend fortgeben: Lieh auf Zins und Pfänder aus. Lichtwer 89, auch [5]; Die Burgen und das Land | mit Fahnen auszuleihen [an die Lehnsmannen]. Simrock Gudr. 189. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Be-:</comp> mit Etwas als Lehen — und danach allgem.: mit etwas Verliehenem begaben: Das Flügelpaar, mit welchem ihn | der hohe Genius beliehn. B. 93a; Vaſall, du biſt erprobt, | hierdurch beleih ich dich mit Millionen Seelen. G. 34, 325; Präſentation, Beleihungen. 321; Wird mit dem Schloß, worin er wohnt, beliehen. 28, 334; [Er] iſt beliehn auf ew’ge Zeiten | mit des Stammes Land und Leuten, | ſammt den Erben. Müllner 2, 52 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dār-:</comp> leihend darreichen: [Der Papſt] der den Fürſten dieſen mehr als Armeen geltenden Machtſpruch aus ſeinem Schatz verkauft oder darleiht: „Alle Macht kommt von Gott.“ Forſter Jt. 2, 69; Anderes lieh man gern dar. vHorn Schmj. 104; Verpfände meine königlichen Zölle | und laß dir Geld darleihn von den Lombarden. Sch. 453a; Dir dein Erbe zu erkämpfen, | lieh der alte Freund ſie [der Krone] dar. Schwab 188 ꝛc.; Geſuche um Darleihung von Büchern. Petzholdt Bibl. 205; Darleiher ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Fórt-:</comp> leihend fortgeben, weg-, ver-l. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ge-:</comp> (veralt.) Gott geleihe [verleihe] mir dazu ſeinen Segen. Schweinichen 2, 2. — Hêr- ꝛc.: leihend hergeben: Die Eltern wollen ihre Töchter nicht mehr h., wie ſie ſagen. Alexis H. 2, 3, 19; Der ſie den nicht damit verſehnen Herrn gewiß mit Vergnügen herlieh. Schücking Gſ. E. 4, 233: Nicht ſehr geneigt, .. | zu ſeinen plumpen Schmeicheleien | noch Ohr, noch Hand, noch Lippen herzuleihen. W. 15, 176; Den ew’gen Litaneien | des Erdenvolks die Ohren herzuleihen. 12, 129. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ver-:</comp> leihend vergeben, und zwar: <sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[1]:</biblScope> <title>Geld auf oder ohne Zins, Pferde, Bücher, Kleider für Geld oder umſonſt verl.; Ich kann dir das Buch nicht geben, ich hab’s verliehen ꝛc. Veralt. ſtatt verpachten</title></bibl> <bibl><biblScope>[1b]. 2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Macc.</author> <biblScope>11, 3;</biblScope> <title>Kein Borger ſei und auch</title></bibl> Verleiher nicht, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>ſich und den Freund verliert das Darlehn oft.</title></bibl> <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Haml.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 3;</biblScope> <title>Juden als Mäkler und Geldverleiher der Studierenden.</title></bibl> <bibl><author>H.</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>10, 115;</biblScope></bibl> Bücher-, Masken-, Pferde-Verleiher ꝛc. —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[5]</biblScope> <title>Etwas als Lehen (ſ. d.) fortgeben: Die Gaben, Dieſen hier verliehn</title></bibl> <bibl><biblScope>—, |</biblScope> <title>an Jeglichen ein reiches Land —| ſind groß und herrlich.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>12, 204;</biblScope> <title>Kaiſer Friederich</title></bibl> „verleich“ die Abtei einem jungen Mönch. <bibl><author>Stumpf</author> <biblScope>406b; 369b; 371b</biblScope> <title>u. a.</title></bibl> —</sense><sense n="3)">3) (ſ. 2) verallgemeinert: Einem Etwas gleichſam aus oberherrlicher Machtvollkommenheit freiwillig und ungezwungen geben, ihn damit begaben ꝛc., wofür auch zuw. das bloße leihen <bibl><biblScope>[3]</biblScope> <title>ſteht, vergl. ſchenken: Gott, der Schöpfer, die Natur verleiht (einem Weſen) Gaben, Talente, Kräfte, Stärke, gewiſſe Eigenſchaften, Waffen zur Vertheidigung ꝛc.; Gott verleihe uns</title></bibl> — ſeinen Segen, Frieden, Gnade, die ewige Seligkeit ꝛc.; — daß wir das Werk glücklich zu Ende führen; — das Werk zu Ende zu führen; Einem Hilfe, Gefangenen die Freiheit verl.; Der Fürſt verleiht Ämter, Orden ꝛc.; Da ſchien mir, daß in tiefem Schlaf ich ſchliefe <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>und ſei mir aufzuwachen nicht verliehen.</title></bibl> <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>4, 157;</biblScope> <title>Die römiſche Kirch, .. die den päpſtlichen Rechten alle ihre Macht und Autorität</title></bibl> lehnet und verleihet. <bibl><author>Fiſchart</author>  <title>B.</title></bibl> <bibl><biblScope>48a;</biblScope> <title>An dem Tag, der dich der Welt verliehen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>3, 340; 4, 5;</biblScope> <title>Kann ich die Talente nicht verl., | verborg’ ich wenigſtens ſein Kleid.</title></bibl> <bibl><biblScope>12, 223;</biblScope> <title>Auch</title></bibl> <bibl><biblScope>..</biblScope> <title>hab’ ich nie | als Rang und als Beſitz betrachtet, was | mir die Natur, was mir das Glück verlieh.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 97;</biblScope> <title>Die Natur, ſie iſt ewig gerecht. | Uns verlieh ſie das Mark und die Fülle ..,| Jenen ward der gewaltige Wille ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>491b;</biblScope> <title>Gabſt du mir nicht die freundlichſten Blicke? . .. Den Leuten ein freundlich Geſicht | verl. [machen] ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>15, 111;</biblScope> <title>Die loſen Knaben, die ihm Geſichter verl., | wovon ihn .. der Inhalt nicht beſonders ergötzt!</title></bibl> <bibl><biblScope>125,</biblScope> <title>vergl. auch</title></bibl> <bibl><biblScope>[4].</biblScope> <title>Dazu: Juno, die</title></bibl> Verleiherin. <bibl><author>G.</author> <biblScope>31, 95;</biblScope></bibl> Glücks-, Heil-, Segen-Verleiher(in), Amts-, Ordensverleihungen ꝛc. und Doppelzſſtzg.: Dagegen ſollen die von Mannsfeld die Behauſung auf dem Kirchhofe .. der Dechanei ein-v. <bibl><author>Luther</author>  <title>SW.</title></bibl> <bibl><biblScope>56, 156.</biblScope></bibl> — Vōr- (veralt.): leihend vorſchießen. <bibl><author>Schweinichen</author> <biblScope>1, 270; 2, 25;</biblScope></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, 26 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Wég-:</comp> fort-l. — <comp>Zu-:</comp> leihend hinzufügen: Zu dem geliehnen Gelde Einem — oder: ſich von Einem Etwas z. ꝛc.</sense></entry>
        </p>
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