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      <titleStmt>
        <title>Artikel „Lehre“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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        </editor>
        <editor>
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            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
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          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="en">Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Lehre“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="Lehre" orig="Lēhre">Lēhre</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">f.;</pos><gen norm="feminine"/> –n; Lehr-:</gramGrp>
        </form>
        <sense n="1)">1) das Lehr, ſ. d. und vgl. Model, Kaliber, Schablone, Muſter ꝛc., namentl. <sense n="a)">a) Bauk.: das hölzerne Gerüſt, Gewölbe und Bogen darüber aufzuführen, Bogengerüſt, Lehrbogen, Bogen- L. —</sense><sense n="b)">b) Bergb.: Maß, Richtſcheit. —</sense><sense n="c)">c) Bildh.: Modell. —</sense><sense n="d)">d) Fiſcher.: Strickholz, die Netze dar- über zu ſtricken, ebenſo weidm. —</sense><sense n="e)">e) Glaſer.: ein Eiſenblech mit Löchern, durch die das zu ziehende Blei geſteckt wird und die dieſem gleichſam das Gleis (ſ. d.) anweiſen. —</sense><sense n="f)">f) Kriegsk.: ein Eiſenblech mit kreisrunden Löchern, den Durchmeſſer der Kugeln (das Kaliber) zu meſſen, Kugel-L., -Lehr, verderbt -Öhr. —</sense><sense n="g)">g) Landwirthſch.: der Vorſteckkeil, womit die Räder des Pflugs geſtellt werden. —</sense><sense n="h)">h) Reepſchläg.: ein zum Zuſammendrehen der Taue dienender abgekürzter Holzkegel mit mehreren (gw. 3) Rinnen (,,Rümmeln“), worin die zuſammenzudrehenden Duchten liegen. Die Dicke der L. (des „,Hoofds“, ſ. Haupt 10h) ſteht im Vh. mit der des zu ſchlagenden Taus und davon, wie viel ſchäftig es wird, hängt die Zahl der Rümmel ab: Eine vierrümmlige L. (für vierſchäftige Taue). —</sense><sense n="i)">i) Schloſſer.: Werkzeuge, den Durchmeſſer von Löchern, die gleichmäßige Weite von (Schlüſſel-) Röhren, den Durchmeſſer von Stiften und Dörnern zu beſtimmen (Kaliber), ähnlich auch L., Draht-L., bei den Drahtziehern <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Draht-, Zieheiſen; ferner: ſtählerne Muſter zum Aushauen von Schildern, Schlüſſellöchern, Blechen ꝛc.</title></bibl> — k) Schmied.: z. B. der gußeiſerne Cylinder, um den die Glieder der Ankerketten gebogen werden. <bibl><author>Karmarſch</author> <biblScope>2, 427 ꝛc.</biblScope></bibl> — l) Damit dieſe [Schnitte] recht regelmäßig ausfallen, wird der Draht über hölzernen Linealen und L–n, die man neben den Leimblock legt, hinweggezogen. <bibl><biblScope>578.</biblScope></bibl> — m) weidm.: ſ. <bibl><biblScope>d</biblScope> <title>u. ä. m.</title></bibl> —</sense></sense>
        <sense n="2)">2) Müller: Der Stein (Läufer) liegt in der L., wird in die L. gebracht (oder abgelehrt), in Gleichgewicht, wie er richtig liegen muß, Ober-L., in Bezug auf die obre, Unter-L., in Bezug auf die untre (nicht immer genau mit jener gleichlaufende) Fläche des Steins. — 3) (ſ. 1) eine Regel oder ein Satz als Weiſung und Richtſchnur des Verhaltens: Einem gute L–n geben; Das ſoll mir eine L. ſein; Laß dir Das zur L. dienen; Deine L–n ſind gut; wenn du ſie nur ſelbſt befolgen wollteſt; Was iſt die L. [Moral, ſ. Sitten-L.] dieſer Fabel?; Er ſchlug der Weisheit L–n in den Wind. <bibl><author>Cham.</author> <biblScope>4, 12;</biblScope> <title>Aus dieſem Ereignis zog ich mir jedoch keine L.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>25, 214;</biblScope> <title>Diesmal ſchloß er ſeinen Vortrag nicht mit einer L., die ſich auf irgend eine beobachtete Krankheit bezogen hätte (ſ. 4).</title></bibl> <bibl><biblScope>22, 5;</biblScope> <title>Acht’ auf eines Freundes L–n | und rufe ſelbſt das Unglück her.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>57b ꝛc.</biblScope></bibl> — Die Ez. auch diſtributiv, z. B.: Ich bin nicht unbedeutſam, ich nehme L. an. <bibl><author>Engel</author> <biblScope>12, 60,</biblScope> <title>d. i. die mir in den einzelnen Fällen zu Theil werdende L.,</title></bibl> — nam. aber auch kollektiv: eine Geſammtheit von L–n, die in ſich ein abgeſchloßnes Ganze bilden (ſ. 4), oft als Theorie der Praris gegenübergeſtellt: Laſſt uns die Hauptſumma aller L. hören. <bibl><author>Pred.</author> <biblScope>12, 13 ꝛc.;</biblScope> <title>Welcher [deren] L. iſt kein nütze und ihre</title></bibl> Werke ſind falſch. <bibl><author>Pſ.</author> <biblScope>144, 8;</biblScope> <title>Er vernehme die L. der Weiſen und ihre</title></bibl> Beiſpiele. <bibl><author>Spr.</author> <biblScope>1, 6;</biblScope> <title>Beiſpiel predigt beſſer als L.</title></bibl> <bibl><author>Forſter</author>  <title>Br.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 341 ꝛc.</biblScope> <title>und oft prägnant</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Glaubens- L., religiöſes Syſtem (ſ. 4): Die rechte, die reine L.; Die Lehre Chriſti; Die chriſtliche L.; Sie aber blieben beſtändig in der Apoſtel L.</title></bibl> <bibl><author>Ap.</author> <biblScope>2, 42;</biblScope> <title>Jeruſalem hat mein Geſetz verwandelt in gottloſe L.</title></bibl> <bibl><author>Heſ.</author> <biblScope>5, 6;</biblScope> <title>L. der Phariſäer und Sadducäer.</title></bibl> <bibl><author>Matth.</author> <biblScope>16, 12 ꝛc.</biblScope></bibl> — 4) (ſ. 3) verallgemeinert, wobei der Begriff der „Richtſchnur des Verhaltens“ zurücktritt oder ganz verſchwindet: etwas Wahres oder als Wahres Aufgeſtelltes, das in Denen, welchen es mitgetheilt wird, die richtige Erkenntnis Deſſen, worum es ſich handelt, bewirken ſoll, ſeien es nun einzelne Sätze oder häufiger ein Syſtem von Sätzen (Doktrin), wo es dann auch ein Buch, deſſen Inhalt die Lehre bildet, bez.; Die L. des Pythagoras von der Seelenwandrung; Die L. von der Kongruenz der Dreiecke; Die L. von den Brüchen; Die L. des Kopernikus von der Drehung der Erde um die Sonne galt als ketzeriſch; Die L. von der Dreieinigkeit ꝛc.; Eigenſchaften, welche .. Gall, nach ſeiner L. [der Schädel-L.], an mir anerkannte. <bibl><author>G.</author> <biblScope>21, 288;</biblScope> <title>Zur</title></bibl> Farben-L. <bibl><biblScope>37, III;</biblScope></bibl> Bänder-L. <bibl><biblScope>19, 23</biblScope> <title>[Syndesmologie, L. von den die Knochen des Körpers verbindenden Bändern]; Akuſtik iſt die L. vom Schall oder die</title></bibl> Schall- L. und ſo in unzähligen Zſtzg. — 5) (ſ. 3) o. Mz.: der Zuſtand Deſſen, der in einem praktiſchen Fach (zunftmäßig) Unterweiſung und Anleitung bekommt, um es ſpäter ſelbſtändig ausübend in Anwendung bringen zu können — und: die Zeit, ſolange man ſich in dieſer Unterweiſung befindet, verſch. Unterricht, Schule (ſ. d.): Bei einem Meiſter, Handwerker, Künſtler in der L. ſein, ſtehn, in die L. kommen, treten, gegeben, gethan werden; Einen Knaben in die L. nehmen; Aus der L. laufen; Wenn er die L. durchgemacht hat, wird er losgeſprochen und Geſell; Sein Vater gab ihn einem ſogen. Viehdoktor in die L. <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 27 ꝛc.</biblScope> <title>Ugw.: Die Studenten . . . laufen alle aus der L. [dem Kolleg], | ihm ein Hoch-Vivat zu bringen.</title></bibl> <bibl><author>Schenkendorf</author></bibl> <bibl><author>(Hungari</author> <biblScope>2, 198).</biblScope> <title>Auch übertr.: Du kannſt bei ihm in die L. gehn [noch von ihm lernen, er iſt dein Meiſter]; Ich merke ſchon, ſie nimmt ihn in die L. [unterweiſt ihn in der Liebe].</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>12, 80 ꝛc.</biblScope></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Ahd. <bibl><biblScope>lêra,</biblScope> <title>mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>lêre,</biblScope> <title>veralt.: Ihre</title></bibl> Lahr. <bibl><author>Luther</author> <biblScope>8, 364a;</biblScope></bibl> <bibl><author>Waldis</author>  <title>Pſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 3; 4; 60, 2</biblScope> <title>neben:</title></bibl> Lehr. <bibl><biblScope>2, 2; 60, 3 ꝛc.</biblScope></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. ſehr zahlreich, nam. zu [4], was wir unbez. laſſen und wovon (vergl. Zſſtzg. von II. Kunde, von Kunſt, Wiſſenſchaft ꝛc.) wenige als Bſp. genügen: Arznēī-: Lehre von den Arzneien. — Bä́nder-. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Bewúſſtſeins-:</comp> ſ. Wiſſenſchafts-L. — Bōgen- [1a]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dénk-:</comp> Logik. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dínge-:</comp> Ontologie, der Theil der Metaphyſik, der die Eigenſchaften, ohne die ein Ding kein Ding ſein würde, angiebt und erweiſt, die Lehre von den denkbaren Dingen, ſ. Wiſſenſchafts-L., auch (ſ. Ding 4): Der Dichter, deſſen Muſe ſpricht, | wie ſeine Dinger-L., | der lauter Metaphyſik iſt. Uz 2, 49 ꝛc., vgl.: In der Denkkunſt [Logik] und in der Weſen-L. [Metaphyſik]. Leibnitz (Wackernagel 3, 1, 998 Z. 14). — Drāht- [1i]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Erkénntnis-:</comp> ſ. Wiſſenſchafts-L. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Erzīēhungs-:</comp> Pädagogik. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Fābel-:</comp> Mythologie, Götter-, Sagen-L. — Fárben-. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gehēīm-:</comp> geheime Lehre: Eine kniffliche G. der Juden. Jahn M. 239, ſ. Kabbala. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gēīſter-:</comp> die Lehre von den Geiſtern, Pneumatologie. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gēīſtes-:</comp> die Lehre vom menſchlichen Geiſt, nam. inſofern er ſich im Gehirn manifeſtiert und deſſen Geſtalt aus der äußern Kopfgeſtalt, dem Schädel, erkannt werden ſoll, Phrenologie, ſ. Scheve Katechism. d. Phrenol. 33. — Glāūbens- [4; ſ. 3]: Lehre vom (keligiöſen) Glauben, Dogma, Dogmatik. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Góttes-:</comp> Religion, Theologie. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Götter-:</comp> ſ. Fabel-L. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Grōßen-:</comp> Mathematik, die Wiſſenſchaft, die die Eigenſchaften der Größe, ſoweit ſie meßbar und berechenbar iſt, zum Ggſtd. hat. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Grúnd-:</comp> <sense n="1)">1) Grundſatz, Ariom, eine Wahrheit, die, aus ſich ſelbſt erhellend, keines Beweiſes bedarf und worauf als Fundament man den Beweis andrer Sätze baut: Wo man Grillen für Wahrheit und Hypotheſen für G–n verkauft. <bibl><author>G.</author> <biblScope>14, 258.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) Metaphyſik, als die erſten Gründe aller menſchlichen Erkenntnis enthaltend. — <comp>Hāūpt-:</comp> eine hauptſächliche, ſehr weſentliche Lehre. — <comp>Hímmels-:</comp></sense><sense n="1)">1) Lehre vom Himmel, den Geſtirnen ꝛc. —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[3]</biblScope> <title>eine himmliſche Lehre: Wo ſie noch von Gott empfingen | Himmelslehr’ in Erdeſprachen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>4, 1.</biblScope></bibl> — Jrr- <bibl><biblScope>[3; 4]:</biblScope> <title>irrige, irrführende Lehre.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>24, 53 ꝛc.,</biblScope> <title>nam. auch in Glaubensſachen, vgl. Ketzerei: Ihn der J. angeklagt.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>39, 83;</biblScope> <title>Freventliche J–n.</title></bibl> <bibl><author>Ruge</author>  <title>Rev.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 104.</biblScope></bibl> — Kínder- <bibl><biblScope>[3]:</biblScope> <title>der für Kinder berechnete Unterricht in der Glaubens-L., die „Katechiſation“, dazu: Der Kinderlehrer [Katechet].</title></bibl> — Kírchen- <bibl><biblScope>[3]:</biblScope> <title>der Inbegriff der von der (oder einer) Kirche angenommenen Lehren, die Glaubens-L. der (oder einer) Kirche.</title></bibl> — <comp>Klūgheits-:</comp> Lehre, wie man ſich klug zu verhalten hat. — <comp>Knífflichkeits-:</comp> Kaſuiſtik. <bibl><author>Jahn</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>106.</biblScope></bibl> — <comp>Kráft-:</comp> bei <bibl><author>Volger</author>  <title>ſtatt des gw. Naturlehre, Lehre von den Kräften.</title></bibl> <bibl><author>Kolatſchek</author>  <title>StdZ.</title></bibl> <bibl><biblScope>132 ꝛc.</biblScope></bibl> — Kūgel- <bibl><biblScope>[1f].</biblScope></bibl> — <comp>Lícht-:</comp> Optik. — <comp>Míß-:</comp> irrige, falſche Lehre: Wegen meteorologiſcher M–n. <bibl><author>G.</author> <biblScope>27, 233.</biblScope></bibl> — <comp>Natūr-:</comp> Phyſik, ſ. Kraft- L. — Öber-[2]. — <comp>Pflíchten-:</comp> Sitten-L. <bibl><biblScope>1a,</biblScope> <title>vgl. Tugend-L.</title></bibl> — <comp>Réchts-:</comp> die Lehre vom Recht, ſ. Tugend-L. — <comp>Sāgen-:</comp> ſ. Fabel-L. — <comp>Schǟdel-:</comp> ſ. Geiſtes-L. — Scháll-. — <comp>Sēēlen-:</comp> Pſychologie, vgl. Geiſtes-L. — <comp>Sēīns-:</comp> Ontologie, ſ. Wiſſenſchafts-L. — <comp>Sítten-:</comp></sense><sense n="1)">1) Moral: <sense n="a)">a) die Lehre vom Sittlichrechten überh., Pflichten-L.: Der Religion und der ihr ſo nah verwandten S. <bibl><author>G.</author> <biblScope>21, 75;</biblScope> <title>Eine Probe ſeiner S., die den erſten Theil ſeiner Geſetzgebung ausmacht.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>7, 69 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) ein einzelner Satz, in welchem ausgeſprochen iſt, wie der Menſch ſich zu verhalten hat (ſ. 2): Ich weiß wohl eins [ein Geſchichtchen], es fehlt ihm nur die S. <bibl><author>Ramler</author>  <title>F.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 6.</biblScope></bibl> —</sense></sense><sense n="2)">2) (ſelten) eine — und die L. von den guten Sitten im geſellſchaftlichen Leben: Knigge’s Schrift .. enthält gute Klugheits- und S–n. <bibl><author>Campe.</author></bibl> — <comp>Sprāch-:</comp> Grammatik, Inbegriff der in einer Sprache geltenden Regeln: Es giebt mehrere deutſche Sp–n von Heinſius. — <comp>Stāāts-:</comp> Lehre von der Einrichtung, Verwaltung eines Staats. — <comp>Trāūm-:</comp></sense><sense n="1)">1) Traumdeutungs-L. —</sense><sense n="2)">2) eine auf Träumen beruhende L. <bibl><author>Luther</author> <biblScope>5, 357a,</biblScope> <title>vgl.</title></bibl> Trug-, Wahn-L. — <comp>Tūgend-:</comp> die (oder eine) Lehre von der Tugend (Ethik): T–n geben und ſelbſt nicht tugendhaft ſein, vergl. Pflichten-, Rechts-L. — Unter- <bibl><biblScope>[2].</biblScope></bibl> — <comp>Vernúnft-:</comp> Logik, auch eine von der Vernunft gegebne Lehre oder Wahrheit. <bibl><author>H.</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>10, 379.</biblScope></bibl> — <comp>Wāhn-:</comp> ſ. Traum-, Irr-L. — Wēīsheits-, Wélt-: Philoſophie, ſ. Wiſſenſchafts-L. — <comp>Wérk-:</comp> Lehre von dem Verdienſt guter Werke, im Ggſtz. der Glaubens-L. <bibl><author>Luther</author> <biblScope>6, 42b,</biblScope> <title>vgl. Werkheiligkeit.</title></bibl> — <comp>Wêſen-:</comp> ſ. Dinge-L. — <comp>Wíſſenſchafts-:</comp> bei <bibl><author>Fichte</author>  <title>Bez. der (wirklich wiſſenſchaftlichen) Philoſophie: Jenen nichtigen Namen darum mußten wir aufgeben; offenbar wäre ſie Wiſſen, Theorie, Lehre und zwar, während das Andere Dinge-L., Seins-L., Welt-L. (gar Weltweisheit) ſich nannte, müßte dieſe Erkenntnis-, Bewußtſeins-, W. heißen.</title></bibl> <bibl><author>Fichte</author> <biblScope>4, 373; 1, 38 ꝛc.</biblScope></bibl></sense></entry>
        </p>
      </entry>
    </body>
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