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        <title>Artikel „laut“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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        <editor>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „laut“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <lbl>I.</lbl>
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          <orth expand="laut" orig="Laūt">Laūt</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="adjective">a.</pos> –eſt:</gramGrp>
        </form>
        <sense>hörbar, vernehmlich, nam. (im Ggſtz. zu „,leiſe“) ſtark ſchallend: Laut [Ggſtz. ſtill, im Herzen] beten, ſeufzen, weinen, lachen; L–e Gebete, Seufzer; Ein l–es (vernehmliches) Ja; L. ſprechen, rufen, zanken; L. oder l.-auf (ſ. Auf 2c) ſchreien, jauchzen, jubeln, kreiſchen; Mit l–er Stimme; Ein l–es Geſchrei, Getöſe, Gezänk, Getümmel; L–er Jubel, Streit, Applaus, Beifall; L. erſchallend. <bibl><author>G.</author> <biblScope>10, 275;</biblScope> <title>L. rief er ihm [dem Roß], ſonſt kam’s auf</title></bibl> leiſen Ruf herbei. <bibl><author>Rückert</author>  <title>Roſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>3a;</biblScope> <title>Was man am Hofe</title></bibl> leiſe flüſtert, ſich <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>im Lande l. erzählt.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>338a;</biblScope> <title>Keine l–e | noch ſtumme Klage [ſoll] in das Herz dir ſchneiden.</title></bibl> <bibl><biblScope>514a ꝛc.</biblScope> <title>Auch übertr.: Etwas ſchreit (ſ. d.) l. um Rache, um Abhilfe ꝛc.; Durch redliche Antwort erfahret ihr oder durch l–es [vgl. beredtes] | Schweigen, was ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Kl.</author>  <title>Od.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 139,</biblScope> <title>inſofern das Schweigen deutlich und vernehmlich das Auszuſprechende verkündet; Bei dieſem l–en [ſtark ausgeſprochnen, unverkennbaren] Berufe zum Genuß.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>261b;</biblScope> <title>Das war deutſch (ſ. d. 2) und l. [verſtändlich ꝛc.].</title></bibl> <bibl><author>Müllner</author> <biblScope>7, 107 ꝛc.;</biblScope> <title>Mag es Geräuſch erregen, nicht der l–e, | nur der gerechte Tadel kann verletzen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>414b ꝛc.;</biblScope> <title>Man darf nicht l. [öffentlich] davon ſprechen. So auch nam. in der Verbind. mit werden (u. machen)</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>öffentlich bekannt, kund (ſ. d., vgl. publik, ruchbar, kundbar), nach heutigem Gebrauch von Etwas, das heimlich bleiben ſollte: Wie iſt Das l. worden?</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>2, 14;</biblScope> <title>Er fürchtet, daß es laut bei Hofe werde.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>8, 24;</biblScope> <title>Jch mache l., was ihre Liſt verhehlet.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>30a ꝛc.,</biblScope> <title>dagegen veralt.: Da nun das Gebot und Geſetz des Königs l. ward.</title></bibl> <bibl><author>Eſth.</author> <biblScope>2, 8;</biblScope> <title>Sie ließen es l. werden und ausrufen in allen ihren Städten.</title></bibl> <bibl><author>Neh.</author> <biblScope>8, 15.</biblScope> <title>Dagegen: Etwas l. werden laſſen, das eine Zeit lang Zurückgehaltne oder Verſchwiegne äußern, z. B.: Seine Empfindungen, Wünſche, Hoffnungen ꝛc. l. werden laſſen, auch</title></bibl> <bibl><biblScope>refl.:</biblScope> <title>Was wir durch dich empfunden und geſchaut, | macht ſich in eitler Schilderung nicht l.</title></bibl> <bibl><author>Schwab</author> <biblScope>107,</biblScope> <title>giebt ſich darin nicht mit lauten, tönenden Worten kund, ferner weidm.: L. ſein oder werden (auch: L. geben oder ausgeben, wo aber L. wohl als Obj. zu faſſen iſt, ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>II 2),</biblScope> <title>von Hunden</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>bellen, anſchlagen; von den Treibern</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>ſchreien; von den Jägern</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>ſchreien oder ins Horn ſtoßen; Der Jäger iſt l. von Horn und Hals, kann l. blaſen und ſchrein; Es oder das Wetter iſt l., bei Froſt ohne Schnee und ruhiger Luft, wo das Geräuſch des Wilds und der Jäger weit hörbar iſt; Der Schnee iſt l., knarrt, wenn man drauf tritt ꝛc.</title></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">S. lauſchen, Anm. und nam. <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>2, 515 ff.,</biblScope> <title>wo mundartl. Übertr. von dem Sinn des Gehörs auf die andern angegeben ſind, vgl. Pracht und Braſſen, Anm., vgl. mit dem dort angegebnen rothbrächt:</title></bibl> Lautprächt [lautbar]. <bibl><author>Stumpf</author> <biblScope>399b.</biblScope></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. z. B.: Bāūch-: Von einer b–en Kolik geplagt. Hippel 8, 12, die ſich in Tönen des Bauchs hörbar macht. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Dónner-:</comp> laut wie der Donner. Koſegarten Po. 1, 247. — Fǟhrte(n)-, Frēī-: weidm.: vor-l. (ſ. d.) vom Jäger, im Anſprechen der Fährte, und vom Hunde, der zu hitzig bellt. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Freude-:</comp> Er rief ihr .. | f. entgegen. Kl. M. 19, 908, laut und freudig, ſ. wonne-l. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gréll-:</comp> grell tönend. Gutzkow R. 9, 455. — Hálb- (⏑ –, ſ. halb, Anmerk. 3): in den Bart gebrummt ꝛc.: Er greinte und ſagte h. für ſich ꝛc. Immermann M. 3, 421 ꝛc., vergl. klein-l. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Héll-:</comp> hell und laut: Sang h. Arnim 387; Wenn die Tugend in den Nöthen | h. rufet mit Drommeten. Derſ.; Unter h–em Geſchrei. Schütze HambTh. 61. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hōch-:</comp> ſehr laut: Er ſpricht immer h. W. Att. Muſ. 2, 2, 31; 40. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Kárg-:</comp> wortkarg: Sei doch nicht ſo k.; ſage mir, wie geht’s ihnen? B. 309a; Der k–e Dichter. V. Ländl. 2, 417; H. 2, 144; Sh. 3, 376 ꝛc. Dazu: Seine Karglautheit über den Inhalt. Myth. 1, 8 und: Karglautigkeit. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Klēīn-:</comp> ſchwach lautend: K. tönte die Stimme | her aus der Fluth und ſo nah er dabei war, ſchien er entfernet. V. Th. 13, 59, gw. übertr.: ohne Muth zur entſchiednen auf volles Selbſtvertrauen ſich ſtützenden Außerung, kleinmüthig: Da aber die Jugend vor-l., das Alter aber k. ewig ſein wird ꝛc. G. 3, 246, nam. von Einem, der den lauten Ton übermüthiger Prahlerei gedemüthigt und niedergeſchlagen herabſtimmt: K. werden; In die Erde hätt’ er mögen kriechen | . . K. tritt er zu den Spießgeſellen. Reithard 39 ꝛc. Dazu: K–heit; K–igkeit. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schéllen-:</comp> Kein ſch–er Thor. G. 11, 26, mit lauten Worten wie „eine klingende Schelle“ (1. Kor. 13, 1), mit Anſpielung auf die Schellen der Narrenkappe. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Stánd-:</comp> weidm.: Der Saufinder iſt ſt. oder giebt St., wenn er die Sau verbellt und nicht fortläſſt. Laube Br. 289. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Stúrm-:</comp> laut wie Sturm: St–er Freiheitsſchwung. V. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Über-:</comp> übermäßig laut, ſehr laut: Ü. lachen. Sir. 21, 20; W. 1, 31; 3, 40; 10, 44; rufen (15, 254), ſprechen (189); So ü., daß man ſein eigen Wort nicht hören konnte. Forſter R. 1, 233; Ü. verſetzte der Dachs: Herr König ꝛc. G. 5, 153; 22, 35; Wie ü–e Hühner gluchzen. Muſäus Ph. 1, 151 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Vōr-:</comp> voreilig laut werdend, z.B. (weidm.): V., zu früh laut bei den Hunden, auch weid-l. genannt. Laube Brev. 298; Daß er [der Weidmann] nicht ſo gleich frei hinaus oder, wie man es zu nennen pflegt, vorl. anſpreche, wenn er nur eine Fährte ſieht, ſondern er muß mehrere Fährten hinter einander beſehen. Döbel 1, 8 ꝛc., ferner z. B.: Jch habe ſie bei den Kapucinern untergebracht, wo auch kein v–er Sonnenſtrahl ſie ausſpionieren ſoll. Sch. 163b, vorwitzig ſich eindrängend ꝛc. und nam. von Perſ.: naſeweis und vorwitzig mit ihren Außerungen ſich vordrängend: Sein Sie nicht böſe, gnädiger Herr, daß wir ſo vorl. ſind. G. 10, 113; In guter Geſellſchaft iſt es billig, daß Niemand vorl. werde. 32, 103; „Jungfer V.!“ Ich will Ihnen was vorlauten, daß Ihnen die Ohren gellen ſollen. Gutzkow Otfr. 71; Sie waren ſonſt ſo vorl. und ſind jetzt ſo nachſtill. Heine Reiſ. 4, 319; V–es Weſen ꝛc.; Die V–heit; Verwies dem muthwilligen Knaben ſeine V–igkeit. Auerbach Dicht. 1, 38, vgl. unter den Zſſtzg. von II. Vorlaut 2. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wáffen-:</comp> von Waffen ertönend, ſchallend: Die w–e Burg. FSchlegel Al. 65. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wēīd-:</comp> ſ. vor-l. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wónne-:</comp> Der w–en | Wachtel Schlag. Koſegarten Po. 1, 206, die in Wonne laut wird, ſ. freude-l.</entry>
        </p>
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