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        <title>Artikel „Kur“</title>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Kur“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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          <orth expand="Kur" orig="*Kūr">*Kūr</orth>
          <gramGrp>(lat.), <pos norm="noun">f.;</pos><gen norm="feminine"/> –en; -:</gramGrp>
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        <sense>die ärztliche Behandlung eines Kranken, nam. in Bezug auf die angewandten Heilmittel und den Erfolg: Einen Kranken in die K. nehmen, in der K. haben; Sich zu einem Arzt in die K. begeben; Der Arzt hat außerordentliche K–en gemacht; Die K. ſchlägt an, bekommt ihm wohl; Magnetiſche, ſympathetiſche K–en ꝛc. Auch übertr. auf Geiſtiges: Beſſer wär’s, wenn wir ihn heilen könnten, lieber gleich <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>auf treuen Rath des Arztes eine K. | verſuchten ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 105;</biblScope> <title>Ein Meiſter in der K. | verletzter Sprödigkeit.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 289 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. kurieren.</title></bibl></sense>
        <p type="compositions">
          <entry type="sub">Zſſtzg. vielfach, nam. nach dem Heilverfahren und dem hauptſächl. angewandten Mittel: Einem Kranken eine Bade-, Brunnen-, Molken-, Trauben-K. ꝛc. verordnen; Gegen die Luſtſeuche eine Queckſilber-K. gebrauchen; Speichel-K., wobei Speichelfluß bewirkende Mittel angewandt werden; Schmier-K.; Hunger- K., wobei der Patient auf ein ſehr geringes Maß von Nahrungsmitteln beſchränkt wird; Ekel-K., wobei der Patient, nam. durch Brechmittel in kleinen Gaben, in andauerndem Ekel erhalten wird: Wo die Züge ſich ungefähr wie bei denjenigen Unglücklichen verzerren, die ein grauſamer Arzt zu einer Ekel-K. verurtheilt hat. FSchlegel DM. 3, 77; Eiſen-, Stahl-K., wo ſtärkende eiſenhaltige Arzneien angewendet werden, auch übertr. und im Wortſpiel: Der heutige Beifall war eine Eiſen- und Stahl-K. für ſeinen Muth geweſen. IP. 3, 16; Wo ſich das immer ſchwächliche Miniſterium durch die Eiſen-K. des Belagerungszuſtandes ſtärken wird. Auerbach Tag. 62 ꝛc., vgl.: Das einzige Mittel, das er [der Tod, als Arzt] anwendet, ſeine Erd-K. Heine Reiſ. 4, 39 ꝛc.; ferner: Weil er ſeine Staar- und Augen-K–en mit vielem Glück und unentgeltlich fortſetzte. Stilling 4, 251, die Heilung des Staars und der Augenkrankheiten; Seelen-K. W. 11, 270 ꝛc.; Wunder-K–en, wunderbar erſcheinende ꝛc.; ferner: Die glücklichſten heiterſten Ereigniſſe, veranlaſſt durch wohlgelungene Neben-K–en des durch die Haupt-K. ſo unglücklichen [ärztlichen] Freundes. G. 22, 293, durch K–en, die er nebenbei an andern Patienten glücklich vollbrachte, während die an dem hauptſächlichen Kranken vollzogne mißlang; aber auch in Bezug auf den Patienten: Die Haupt- K. im Ggſtz. zu Vor- und Nach- K., wie ſie vor und nach der eigentlichen Kur gebraucht werden, z. B.: Wünſch Ihnen .. gute Beſſerung an Leib und an der Seel’ und zweifle nicht, daß die Nach-K. eines guten Benehmens wackerer Leute gegen Sie ſolche gar ſehr befördern werde. Muſäus Ph. 3, 88; Thümmel 4, 211 ꝛc.</entry>
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