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        <title>Artikel „künstlich“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „künstlich“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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          <orth expand="künstlich" orig="Künſtlich">Künſtlich</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="adjective">a.:</pos></gramGrp>
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        <sense>1) auf Kunſtberuhend, von Kunſt zeugend, durch Kunſt hervorgebracht ꝛc. oft im Ggſtz. des Natürlichen, Naturgemäßen, Echten, Wahren, Einfachen ꝛc., z. B.: der Natur nachgebildet, als Erſatz des Natürlichen (unecht): K–e Haare, Zähne, Gebiſſe, Naſen, Mineralbrunnen, Diamanten ꝛc. Ferner: Linné’s k–es Pflanzenſyſtem, — im Ggſtz. des natürlichen, — inſofern es ſich für die Klaſſifikation auf einige willkürliche Merkmale beſchränkt ꝛc. Ferner im Ggſtz. des Einfachen, ſich ohne viele Kunſt gleichſam von ſelbſt Ergebenden, z. B.: Das k–e Jahr, das aus vielen aſtronomiſchen Beobachtungen genau berechnete, im Ggſtz. des natürlichen, das ohne größre Schärfe von einem Frühlingsanfang bis zum andern gerechnet wird, ſo auch: in ſeinen Theilen und in dem Zuſammenhang, in der Verbindung derſelben nicht einfach (kompliciert): K–e Maſchine, Verſchlingung der Fäden, Einrichtung, Eintheilung, Berechnung ꝛc., übertr.: Ein k–es Lügengewebe, K–e Ausflüchte, Entſchuldigungen ꝛc., (vgl. Kunſt 1b), auch oft in dem Sinn des Gekünſtelten: K–e Akroſticha, Spielereien, Wendungen ꝛc. Ohne Nebenſinn wendet man ſtatt k. lieber: kunſt-voll, -reich ꝛc. an, z.B.: K–e Nachahmungen der kunſtvollen pindariſchen Oden ꝛc., vgl. auch: Der künſtleriſche Sinn liebt Einfachheit, der k–e Überwindung vieler kleinen Schwierigkeiten ꝛc. — : Cherubim ſollſt du daran machen k. [kunſtvoll]. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>26, 1; 28, 6 ꝛc.;</biblScope> <title>Ihm ſchöpferiſch ein bilden, was ſie ihm früher nur k. angebildet.</title></bibl> <bibl><author>Börne</author> <biblScope>3, 37;</biblScope> <title>Ein Gott verſagte mir die Kunſt, | die arme Kunſt, mich k. [ohne Einfalt, voller Künſte, Ränke] zu betragen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>2, 32;</biblScope> <title>Nun werdet Ihr, | Natürliches und K–es, nicht mehr | einander widerſtreben, ſondern ſtets vereint | der Bühne Freuden mannigfaltig ſteigern.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 354;</biblScope> <title>Wendung und Ausdruck</title></bibl> kunſtvoll, ja mitunter k. <bibl><biblScope>31, 110;</biblScope> <title>Alle Werke der Natur ſind zugleich im höchſten Grade k. Man nennt aber zum Unterſchiede Dasjenige ſchlechtweg k., was nicht natürlich zugleich und bloß durch willkürliche Mittel, inſoweit ſie zu einem Endzwecke übereinſtimmen, entſtanden iſt.</title></bibl> <bibl><author>Mendelsſohn</author> <biblScope>4, 2, 213 ꝛc.</biblScope></bibl> — 2) von Perſ.: Kunſt oder Künſte beſitzend, gewandt, ſchlau, fein: Wie ein k–er Dieb oder Zauberer .. die Füße aus den Ketten herauszieht. <bibl><author>G.</author> <biblScope>16, 44;</biblScope> <title>Wir ſind viel k–er als Sie denken, wir haben die Auflöſung des Räthſels, noch ehe es uns aufgegeben wurde, ſchon zu Papier gebracht.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>17, 311 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. un-, viel-, tauſend-k.</title></bibl></sense>
        <p type="compositions">
          <entry type="sub">Zſſtzg. ſ. die von Künſtig ꝛc., z. B. Scheide-k. oder -künſtig, als Verdeutſchung für chemiſch; Ihr meß-k–er Geiſt. IP. 3, 10, vgl. Wiß- oder weis- (Schottel 1102) k., mathematiſch u. ä. m.; ferner z. B.: Schön-k–e Akademien [der ſchönen Künſte]. H. 13, 265; Naīvetät, welche unſre .. über-k–e Zeit kaum mehr richtig aufzufaſſen im Stande iſt. Schelling 2, 2, 299; Tauſend-k. [2]: ſ. tauſendkünſtig. So wird das Ganze .. immer noch läſtig unerfreulich und als zierdelos un-k. erſcheinen ꝛc. G. 21, 208; auch [2]: Die übrigen un-k–en Menſchen [Nicht- Künſtler], Handwerker oder Bauern. Wackenroder Kl. 183; Die Viel-K–e [2: Spinne]. G. 2, 36; Den wunder- k–en [wunderbar k–en] Panzer. B. 212a u. ä. m.</entry>
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