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        <title>Artikel „Kunst“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Kunst“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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          <orth expand="Kunst" orig="Kúnſt">Kúnſt</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">f.;</pos><gen norm="feminine"/> Künſte; Künſtchen, lein; -:</gramGrp>
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        <sense>1) das „Können“, die Fertigkeit und Geſchicklichkeit eines lebenden Weſens, zumal des Menſchen, Etwas zu wirken oder hervorzubringen und die Lehre oder Anweiſung, ſolche Fertigkeit zu erlangen: <sense n="a)">a) allgm.: Abgenommen hat nicht die K. ihrer Könner. <bibl><author>Rückert</author>  <title>Mak.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 178;</biblScope> <title>Die K., womit die Bienen ihre Zellen bauen; Die K. des Fechtens, Reitens, Schrittſchuhlaufens, Schwimmens, Tanzens ꝛc.; Die K. des Arztes erhöhet ihn.</title></bibl> <bibl><author>Sir.</author> <biblScope>38, 5;</biblScope> <title>K. zu arbeiten allerlei Erzwerk.</title></bibl> <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Kön.</author> <biblScope>7, 14;</biblScope> <title>Er ſchränkte den Schulunterricht . . auf die K. zu leſen, zu ſchreiben und zu rechnen ein.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>8, 219;</biblScope> <title>Makrobiotik oder die K. das menſchliche Leben zu verlängern von</title></bibl> <bibl><author>Hufeland;</author>  <title>Die K., Geld zu erwerben,</title></bibl> — mit Menſchen umzugehen; Etwas nach der K., den Regeln der K. gemäß machen, fertigen ꝛc.; Damit Einer ſprechen könne, muß ein Andrer zu hören verſtehen. Gut hören iſt auch eine K. (ſ. b). <bibl><author>Holtei</author>  <title>Jahr.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 236 ꝛc.;</biblScope> <title>An Einem ſeine K. probieren oder beweiſen, ſehn oder zeigen, was man gegen ihn vermag; An Dem iſt eure K. verloren!</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>408a;</biblScope> <title>Bei Dem geht meine K. betteln.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>1, 228 ꝛc.;</biblScope> <title>Unnütze, brotloſe Künſte, Geſchicklichkeiten, Fertigkeiten ꝛc. Dieſe allgm. Bed. liegt auch den folgenden Anwendungen zu Grunde, worin einzelne Nüancen ſchärfer hervortreten:</title></bibl></sense><sense n="b)">b) K. für: ein Hauptſtück einer K.; Etwas, worauf ſie weſentlich beruht, wodurch ſich eben der Könnende oder die Kunſt Verſtehnde von dem Nichtkönnenden unterſcheidet, vgl. Kunſtgriff: Wer die K. verſteht, verräth den Meiſter nicht; Einem die K. abſehn, ablernen; Das iſt eben die K. <bibl><author>G.</author> <biblScope>17, 7</biblScope> <title>u. o., Das, worauf es hauptſächlich ankommt; Viel Reden iſt umſunſt, | Schweigen iſt die K. Sprchw.; Zu dringen und zu weichen, | Das iſt die größte K.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>10, 234;</biblScope> <title>Alle ihre K. iſt: ſiehe da, was kommt Gutes aus der lutheriſchen Lehre? ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>6, 315b ꝛc.,</biblScope> <title>und ſo nam. auch in Mz. von den kleinlichen oder ränkevollen Kunſtgriffen und Praktiken, Etwas ins Werk zu ſetzen oder zu wirken: Die Künſte der Koketterie, der Jntrigue, der Rabuliſten ꝛc.; Daß Gott den Menſchen hat aufrichtig gemacht; aber ſie ſuchen viel Künſte.</title></bibl> <bibl><author>Pred.</author> <biblScope>7, 30;</biblScope> <title>Und des Mädchens frühe Künſte | werden nach und nach Natur (ſ. c).</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 196;</biblScope> <title>Und wozu alle dieſe kleinen niederträchtigen Künſte?</title></bibl> <bibl><biblScope>29, 249;</biblScope> <title>Sachwalteriſche Künſte haste er.</title></bibl> <bibl><author>JvMüller</author> <biblScope>1, 484; 294 ꝛc.</biblScope> <title>Die vereinzelnde Kraft der Mz. zur Bez. der einzelnen Stücke einer Kunſt (vgl. Kunſtſtück, ferner Rechte und Recht, Freiheiten und Freiheit ꝛc.) zeigt ſich auch in Zſſtzg., z. B. bez. Advokaten-K. die Geſammtheit Deſſen, was ein Anwalt als ſolcher können muß, dagegen: Advokatenkünſte, einzelne Kunſtgriffe eines Anwalts. So z. B.: Der Heiden Dichter-K.</title></bibl> <bibl><author>Günther</author> <biblScope>221,</biblScope> <title>die heidniſche Dicht- K., Poeſie; Zuſtand der deutſchen Dichter-K.</title></bibl> <bibl><author>Leibnitz</author> <biblScope>2, 298 ꝛc.,</biblScope> <title>dagegen: Märchen noch ſo wunderbar, | Dichterkünſte machen’s wahr.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 136 ꝛc.;</biblScope> <title>Dazumal war’s eines Knappen Amt, | die Heil-K. mit der K. der Ritterſchaft zu gatten.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>20, 277;</biblScope> <title>Meinen Körper hab’ ich durch meine Heilkünſte wieder</title></bibl> <bibl><biblScope>..</biblScope> <title>ziemlich hergebeſſert.</title></bibl> <bibl><author>IP.</author>  <title>HV.</title></bibl> <bibl><biblScope>137 ꝛc.;</biblScope> <title>Die Wiſſenſchaften durch eine gebildete Sprache der Rede-K., ja der Dicht-K. zu überliefern.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>39, 308;</biblScope> <title>Den abſichtlichen Redekünſten Philoſtrat’s.</title></bibl> <bibl><biblScope>31, 116;</biblScope> <title>Überall guckt hinter den ſchönſten Rednerkünſten nur Eigennutz hervor.</title></bibl> <bibl><author>Forſter</author>  <title>Br.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 484.</biblScope> <title>Vgl. ferner: Fechter- oder Fecht-, Gärtner- oder Garten-, Jäger-, Weidmanns- oder Jagd-, Taſchenſpieler-K. ꝛc. und</title></bibl> — Fechter-, Gärtner-, Jäger-, Weidmanns- oder weidmänniſche, Taſchenſpieler- Künſte ꝛc. —</sense><sense n="c)">c) K. als das Gemachte, von Menſchen Hervorgebrachte im Ggſtz. zur Natur als dem von ſelbſt Gewordnen, vom Menſchen Unabhängigem: Iſt dieſe Grotte ein Werk der K. oder der Natur?; Ausbilden kann die K., was dir Natur beſchert hat, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>doch niemals geben dir, was dir Natur verwehrt hat; Die K. als Nachahmung der ſchönen Natur; Natur und K., ſie ſcheinen ſich zu fliehen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>2, 229; 6, 354;</biblScope> <title>Der . . Natur- und Konverſationston, der .. höchſt lobenswerth und erfreulich iſt, wenn er als vollendete K., als eine zweite Natur hervortritt.</title></bibl> <bibl><biblScope>25, 203;</biblScope> <title>Dagegen tritt nun die K. ein, denn indem der Menſch auf den Gipfel der Natur geſtellt iſt, ſo ſieht er ſich wieder als eine ganze Natur an, die in ſich abermals einen Gipfel hervorzubringen hat.</title></bibl> <bibl><biblScope>30, 16;</biblScope> <title>Jede Zucht und K. beginnt zu früh, wo die Natur des Menſchen noch nicht reif geworden iſt.</title></bibl> <bibl><author>Hölderlin</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 139;</biblScope> <title>Schauſpiel-K., welche die K. der K., nicht die Darſtellung der Natur, ſondern die Darſtellung einer andern vorhergegangenen künſtleriſchen Darſtellung iſt.</title></bibl> <bibl><author>WHumboldt</author> <biblScope>3, 156;</biblScope> <title>Er hat die K. zu verbergen gewuſſt, es iſt Alles Natur in ſeinen Arbeiten.</title></bibl> <bibl><author>Mendelsſohn</author> <biblScope>4, 2, 213 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl.: K., hier als Ggſtz. des Volksthümlichen [gleichſam von ſelbſt Gewordnen].</title></bibl> <bibl><author>Prutz</author>  <title>GſchTh.</title></bibl> <bibl><biblScope>242.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="d)">d) K., — im Gegenſatz zum Wiſſen (ſ. d.) und zur Wiſſenſchaft (ſ. d.) als dem Theoretiſchen, — in Bezug auf die praktiſche Aus- übung, vgl. auch Kunde <bibl><biblScope>2:</biblScope> <title>Daß ſelten ein und derſelbe Menſch fähig iſt, Jdeen zu ſchaffen und zugleich bildlich darzuſtellen, daß er Wiſſenſchaft und K. vereint beſitzt.</title></bibl> <bibl><author>Börne</author> <biblScope>5, 2;</biblScope> <title>Die Theologie, früher eine göttliche K., wurde eine Wiſſenſchaft, die der Faſſungskraft des Volkes unzugänglich blieb. Frzfr.</title></bibl> <bibl><biblScope>65;</biblScope> <title>Daß es dazu noch einer eigenen Wiſſenſchaft des Handelns, die nur durch Übung zur Fertigkeit ſich bildet, mit</title></bibl> einem Worte, daß es dazu noch der K. bedürfe. <bibl><author>Fichte</author> <biblScope>7, 11;</biblScope> <title>Es iſt demnach auch hier letzter Zweck keineswegs das Wiſſen, ſondern vielmehr die K., das Wiſſen zu gebrauchen.</title></bibl> <bibl><biblScope>8, 100;</biblScope> <title>Ich dächte, Wiſſenſchaft könnte man die Kenntnis des Allgemeinen nennen, das abgezogene Wiſſen, K. dagegen wäre Wiſſenſchaft zur That verwendet; Wiſſenſchaft wäre Vernunft und K. ihr Mechanismus, deßhalb man ſie auch praktiſche Wiſſenſchaft nennen könnte. Und ſo wäre denn endlich Wiſſenſchaft das Theorem, K. das Problem.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>3, 234; 13, 119; 39, 19;</biblScope> <title>Der Inbegriff der Erwägungsſätze, die zur gewiſſeſten Erkenntnis einer Sache übereinſtimmen, nennt man Wiſſenſchaft; der Inbegriff der Ausübungsſätze aber, welche zur Erhaltung eines Endzwecks übereinſtimmen, wird K. genannt.</title></bibl> <bibl><author>Mendelsſohn</author> <biblScope>4, 2, 211;</biblScope> <title>Wer aber die Wiſſenſchaft einer K. beſitzt, Der beſitzt noch deßwegen die K. nicht; denn wenn er gleich eine Fertigkeit beſitzt gewiß zu erkennen, ſo hat er doch deßwegen noch die Fertigkeit ohne Fehl zu thun nicht in ſeiner Gewalt.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 1, 113;</biblScope></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Weish.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 12;</biblScope></bibl> <bibl><author>W.</author>  <title>Luc.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 244;</biblScope> <title>Die Wiſſenſchaft will vorzugsweiſe Wahrheit, die K. (ſ. e) vorzugsweiſe Schönheit.</title></bibl> <bibl><author>Raumer</author>  <title>Päd.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 1, 53,</biblScope> <title>vgl.: Die K. iſt diejenige Thätigkeit, durch welche die Phantaſie das innere Gebilde durch Bearbeitung eines ſinnlichen Stoffes aus ſich herausſtellt und dadurch das im Innern des Menſchengeiſtes befindliche Ideal vollſtändig zur Darſtellung bringt. Philoſophiſch ausgedrückt iſt Dies die Vereinigung der Objektivität und Subjektivität, als deren Produkt das Kunſtwerk erſcheint.</title></bibl> <bibl><author>Stahr</author>  <title>(Nat.-Zeit.</title></bibl> <bibl><biblScope>10, 211) ꝛc.</biblScope></bibl> — Bei Frühern wurde K. auch für „Wiſſen, Kenntnis“ gebraucht, z. B.: Gott .. gab ihnen K. und Verſtand in allerlei Schrift und Weisheit. <bibl><author>Dan.</author> <biblScope>1, 17,</biblScope> <title>bei</title></bibl> <bibl><author>Zunz:</author>  <title>Es gab ihnen Gott Kenntnis und Einſicht in jedem Buche und in Weisheit; Die große K. macht dich raſend.</title></bibl> <bibl><author>Ap.</author> <biblScope>26, 24,</biblScope> <title>bei</title></bibl> <bibl><author>Eß:</author>  <title>Dein vieles Studieren bringt dich zum Wahnſinn, ſ.</title></bibl> <bibl><author>Zarncke</author>  <title>Br.</title></bibl> <bibl><biblScope>355 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="e)">e) K. (ſ. in <bibl><biblScope>d</biblScope> <title>die Beiſp. von</title></bibl> <bibl><author>Raumer</author>  <title>u.</title></bibl> <bibl><author>Stahr)</author>  <title>im Ggſtz. zum Handwerk, inſofern als deſſen Endzweck das Nothwendige, das zu Benutzende erſcheint, dagegen als Ziel der K. die Verwirklichung des Ideals, des Schönen. Dabei berührt ſich Handwerk und K. (ſ. Halb-K. 1), inſofern auch bei Hervorbringung des Nützlichen nach einem Jdeal, nach Schönheit geſtrebt werden kann, wie z. B. in der Baukunſt ꝛc., und andrerſeits bei Hervorbringung des Schönen der Stoff dem Künſtler nothwendige Beſchränkungen und Geſetze vorſchreibt: Wie K. und Technik ſich immer gleichſam die Wage halten und ſo nah verwandt immer eine zu der andern ſich hinneigt, ſo daß die K. nicht ſinken kann, ohne in löbliches Handwerk überzugehen, das Handwerk ſich nicht ſteigern, ohne kunſtreich zu werden.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>19, 27;</biblScope> <title>Was jetzo K. iſt, muß Handwerk werden [inſofern ein ſich geltend machendes Bedürfnis, etwas Nothwendiges damit befriedigt werden muß].</title></bibl> <bibl><biblScope>30;</biblScope> <title>[Dann] werden die Handwerke ſogleich für Künſte erklärt und durch die Bezeichnung „ſtrenge Künſte“ von den „freien“ [ſ. u.] entſchieden getrennt.</title></bibl> <bibl><biblScope>125;</biblScope> <title>Obgleich dieſe Regeln [einer K.] nicht, wie die eines Handwerks, durchaus anerkannt und die Geſetze der ſogenannten freien Künſte nur geiſtig und nicht bürgerlich ſind.</title></bibl> <bibl><biblScope>31, 423; 40, 289;</biblScope> <title>Dienende K. und freie ſchöne K.</title></bibl> <bibl><author>Raumer</author>  <title>Päd.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 2, 9;</biblScope> <title>Von der Freiheit geſäugt, wachſen die Künſte der Luſt.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>76a; 22bff.</biblScope> <title>In dieſem engern Sinne ſpricht man gw. von ſchönen Künſten oder von freien Künſten, welcher letztere Ausdruck auch die Künſte als frei von dem Zunftzwang der Handwerke bez., urſprüngl. aber bei den Alten die Beſchäftigungen, deren Ausübung den Freigebornen, wie die der übrigen Beſchäftigungen und Gewerbe den Sklaven oblag. In dieſem Sinne zählte man nam.: ſieben freie Künſte: Grammatik (Sprach-K.); Dialektik oder Logik (Vernunft-K.); Rhetorik (Rede-K.); Muſik (Ton-K.); Arithmetik (Rechen-K.); Geometrie (Meß- K.); Aſtronomie (Stern-K.); Einen Magiſter (ſ. d.) der ſieben freien Künſte.</title></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, 243;</biblScope> <title>Die gewöhnlichen ſieben</title></bibl> Magiſterkünſte. <bibl><author>H.</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 105 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>d,</biblScope> <title>inſofern die meiſten dieſer ſog. Künſte Wiſſenſchaften bez., denen der Name K. nur in Bezug auf die praktiſche Ausübung gebührt.</title></bibl> —</sense><sense n="f)">f) in engrem Sinn zuw. K. für „bildende K.“ (ſ. bilden 3b), z. B.: Daß es dem Verfaſſer des Laokoon weit mehr um die Poeſie als um die K. zu thun war. <bibl><author>Guhrauer</author>  <title>L.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 78;</biblScope> <title>Denkmäler der alten K. ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="g)">g) inſofern eine ungw. Geſchicklichkeit nam. früher als übernatürlich und oft durch Beihilfe böſer Geiſter erlangt erſchien, gilt K. zuw. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Heren-, Zauber-, Teufels-, Höllen-K., z. B.: Wegen Zauberei, wegen angeſchuldigter Künſte (vgl. b) iſt Manchem der Stab gebrochen worden.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 73,</biblScope> <title>vgl.: Der Dauphin | verzweifelt an des Himmels Schutz und ruft | des Satans K. zur Hilfe.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>462a,</biblScope> <title>und ſo öfter mit einem Beiw.: Noch war zu Toledo in hohem Flor | die</title></bibl> heimliche K. <bibl><author>Chamiſſo</author> <biblScope>3, 224;</biblScope></bibl> Vorwitzige K. <bibl><author>Apoſt.</author> <biblScope>19, 19 ꝛc.,</biblScope> <title>nam. aber, inſofern der Teufel auch der Schwarze heißt: Das Gaukelwerk der</title></bibl> ſchwarzen K. lag auch darnieder und das Rühmen von ihrer K. ward zum Spott. <bibl><author>Weish.</author> <biblScope>17, 7;</biblScope></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>8, 13b;</biblScope> <title>SW.</title></bibl> <bibl><biblScope>60, 33;</biblScope> <title>Iſt’s ſchwarze K., was dieſen Heiden ſchützt?</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>11, 116 ꝛc.,</biblScope> <title>auch: Schwarz-K. (ſ. d. und vgl. weisheren), verſch.</title></bibl> <bibl><biblScope>h.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="h)">h) Schwarze K. (verſch. g), eine Art der Kupferſtech-K., wobei die Platte erſt ganz rauh gemacht und dann auf dieſem Grunde die Zeichnung gemacht und die hellen Stellen durch Beſchaben und Glätten des Grunds herausgebracht werden, ſ. <bibl><author>Sulzer</author> <biblScope>4, 347;</biblScope> <title>Ein Blatt in ſchwarzer K.</title></bibl> <bibl><author>Engel</author> <biblScope>7, 174;</biblScope></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>30, 345 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="i)">i) K. zuw., nam. kollektiv, für Künſtler: K. bettelt nicht, ſagte er zu ſich ſelbſt im ſtolzen Gefühl, K. geht nach Brot. <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 429;</biblScope></bibl> <bibl><author>Thümmel</author> <biblScope>1, 14 ꝛc.;</biblScope> <title>Die K. muß darben; Die K. aufmuntern, belohnen und fördern ꝛc.; andrerſeits auch unterſch.: Es iſt noch die Frage, ob Mäcene, indem ſie die Künſtler unterſtützen, auch wirklich die K. fördern.</title></bibl> — 2) K., in einzelnen Fällen eine künſtliche Vorrichtung, nam. zur Entfernung des Waſſers von ſeiner Stelle, ſo:</sense><sense n="a)">a) K., Waſſer-K., ein Rüſtzeug, das Waſſer in die Höhe zu heben, z. B. nam. in Bergwerken (ſtehende Waſſer-K.) oder um das Waſſer als Fontäne ſpringen zu laſſen (ſpringende Waſſer-K.): Strahlen der Waſſerkünſte. <bibl><author>Eichendorf</author>  <title>Lärm</title></bibl> <bibl><biblScope>115;</biblScope> <title>Die Waſſer-K. ſpielen oder ſpringen laſſen ꝛc.;</title></bibl> Bergb. (ſ. c): Die K. hängen, die Maſchine aufrichten; Die K. hat den Hub (ſ. d. 1) verloren, kollert (ſ. d. 4); Die K. ausſchuhen, das Leder vom Kolben nehmen ꝛc. (ſ. Zſſtzg.); nam. auch als Bſtw. in vielen Zſſtzg., z. B. K.-Rad, -Stange, -Geſtänge, -Zeug, -Steiger, -Knecht ꝛc. —</sense><sense n="b)">b) Bäcker.: K., Waſſerſeihe. —</sense><sense n="c)">c) Bergb. (ſ. a): in einigen Zſſtzg. K., eine künſtl. Vorrichtung als treibende Kraft der Schachtfördrung, ſ. Göpel-, Treib-K. — 3) inſofern die Kunſt lat. <bibl><biblScope>ars</biblScope> <title>heißt, dient es auch als verhüllender Ausdruck für das deutſche Ars oder Arſch (ſ. d.), z. B.: So will ich .. meine Feinde in die lateiniſche K. weiſen, dahin ſie denn gehören.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author>  <title>SW.</title></bibl> <bibl><biblScope>60, 55; 73;</biblScope> <title>Die K. daran zu wiſchen.</title></bibl> <bibl><biblScope>314;</biblScope> <title>Wir ſind wohl zu ſcheiden, wie ein reifer Unflath und ein weit K.-Loch</title></bibl> <bibl><biblScope>..</biblScope> <title>dadurch ergehet.</title></bibl> <bibl><biblScope>61, 397 ꝛc.</biblScope></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Mundartl. Bed. z. B. bei <bibl><author>Stalder</author>  <title>ꝛc.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. unerſchöpflich, inſofern eben jede mit Fertigkeit geübte oder zu übende nicht rein mechaniſche Beſchäftigung, wie die Art der Ausübung und der Weg zur Fertigkeit zu gelangen K. genannt werden kann, z. B. — wobei die Bed. der Mz. zur Bez. der einzelnen Stücke einer Kunſt zu beachten, ſ. [1b] und die Zſſtzg. dort — mit Bſtw., die den Künſtler oder allgm. den eine Beſchäftigung Treibenden bez.: Advokaten-[1b]; Apotheker- (2. Moſ. 30, 25 ꝛc.); Bäcker-, Zuckerbäcker-; Barbier-; Bildformer-, Bildgießer- (ſ. u.); Bildhauer-; Bildner-; Buchbinder-; Buchdrucker-; Buhler-; Dichter- [1b]; Diebs- (Muſäus Ph. 1, 179); Drechsler- oder Dreher-; Falkner-; Färber-; Fechter- (G. 27, 179); Gärtner- (G. Zelt. 3, 83); (Bild-, Erz-, Glocken-, Schriftꝛc.) Gießer-; Goldmacher-; Goldſchmied-; Haarkräusler-; Hexen-, Hexenmeiſter- (Immermann M. 4, 233); Holzſchneider-; Jäger-; Kupferſtecher-; Luftſpringer- (V. Sh. 3, 656); Maler-; Maurer-; Redner- (Forſter Br. 2, 484); Reiter-; Schatzgräber (Heine Rom. 124); Schauſpieler-; Schiemanns-; Schloſſer-; Schmiede-; Schneider-; Starkenmanns- (Arnim 4; 6); Stempelſchneider-; Steuermanns-; Taſchenſpieler- (Sch. 758b); Töpfer-; Walker-; Weidmanns-; Zimmermanns-K. ꝛc., denen ſich andre anſchließen, worin das Bſtw. (theils ein Hw., theils — und noch häufiger — ein Zeitw.) nicht die beſchäftigte Perſ., ſondern den Ggſtd. der Beſchäftigung, vgl. Kunde 2 und die Zſſtzg. von Kunde, z. B.: Ackerbau-; Ätz- oder Radier-; Auslegungs- (H. Ph. 10, 103); Bau- (ſ. u.); Befeſtigungs-; Beleuchtungs-; Bergbau-; Buhl- (W. 20, 293); Deichbau-; Deutungs- (W. 11, 164); Dicht-; Dinten- (gw. Schreib-K., Fiſchart, ſ. Gervinus Lit. 3, 126); Drechſel- oder Dreh-; Entbindungs- (Thümmel 4, 214); Erobrungs-; Erziehungs- (Pädagogik); Färbe-; Fecht- (G. 22, 111); Feſtungsbau-; Feuerwerks-; Garten- (Sch. 1235); Geſchütz-; Gieß-; Glas(macher)- (G. 40, 104); Gold- (L. 5, 207, Alchymie, Goldmacher-K.); Heil- [1b]; Holzſchneide-; Jagd-; Kriegs-; Kriegsbau-; Kupferſtech-; Lehr- oder Unterrichts-; Liebes- (FSchlegel Luc. 62); Meß- (Geometrie); Orgelbau-; Rechen- (ſ. u.); Rede- (ſ. u.); Regierungs-; Reiſe-; Reit-; Schanz-; Schauſpiel-; Schiff-; Schiffsbau-; Schmeichel- (Rachel 6, 620); Schreib-; Spiel-; Sprach-; Spür- (Sch. 435b); Staats- (787b, ſ. Politik); Stempelſchneide-; Stern- (Aſtronomie); Stuccatur-; Tanz-; Ton- (Muſik); Turn-; Verführungs- (W. 12, 55); Verhäßlichungs- (Karrikatur, G. 19, 357); Verſchönerungs- (ebd.); Verheimlichungs- (39, 87); Vers(bau)- (Metrik); Verzierungs-; Wappen- (Heraldik); Zeichen- (ſ. u.) K. u. ä. m., wonach nur noch wenige einzelne zu erwähnen und zu erklären bleiben, ſo: Affen-: nachgeäffte Kunſt: Mit ſolchen Affenkünſten. Droyſen A. 2, 388. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Áfter-:</comp> falſche im Ggſtz. der echten Kunſt. Guhrauer L. 1, 110. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Āūshülfs-:</comp> Hilfs-K. Schubert Nachtſ. 32. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bāū-:</comp> (ſ. oben) Architektur: Die B. erlernen; Bürgerliche, Kriegs-, Waſſer-B. ꝛc.; auch = Bauart, z. B.: Der Tempel .. Seine ſchlanke B. G. 23, 347; Sich im Hauſe umzuſehen. Es war die reinſte, ſchönſte, würdigſte B., die er geſehen hatte. 17, 290 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bāūm-:</comp> Kunſt der Baum-Zucht und -Veredlung. — Bǟūſchel- [2a]: Waſſer-K., wo das Waſſer durch aneinandergereihte Bäuſche, lederne mit Haaren geſtopfte Kugeln (Paternoſterkugel) oder Taſchen gehoben wird oder vielmehr wurde, auch: Büſchel-, Hängeſeil-, Heinzen-, Paternoſter-, Taſchen-K. oder -Werk. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bíld-:</comp> <sense n="1)">1) (vralt.) Ikonologie. <bibl><author>Adelung;</author></bibl> <bibl><author>Butſchky</author>  <title>Patm.</title></bibl> <bibl><biblScope>417 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) bildende Kunſt. <bibl><author>G.</author> <biblScope>4, 261; 33, 72 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Blénd-:</comp> Gaukel-K. — <comp>Büchſen-:</comp> Kapſel-K. — <comp>Büſchel-:</comp> Bäuſchel- K. — <comp>Dénk-:</comp></sense><sense n="1)">1) Logik <bibl><author>(Wackernagel</author> <biblScope>3, 1, 997</biblScope> <title>Z.</title></bibl> <bibl><biblScope>17, 998 Z. 14 ꝛc.).</biblScope></bibl> <bibl><author>Leibnitz;</author></bibl> <bibl><author>IP.</author> <biblScope>41, 131 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl. Vernunft-, Schluß-K. und: Berlin, du Stadt der Hegel’ſchen</title></bibl> Denkſchaft [Philoſophie]. <bibl><author>Roſenkranz</author>  <title>Centr.</title></bibl> <bibl><biblScope>94.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) Gedächtnis-K. — <comp>Dóppel-:</comp> doppelte, zweifache Kunſt. <bibl><author>JP.</author> <biblScope>8, 6.</biblScope></bibl> — Eīmer- <bibl><biblScope>[2a]:</biblScope> <title>Waſſer-K., wodurch mit ein od. 2Eimern Waſſer gehoben wird.</title></bibl> — <comp>Fēē(e)n-:</comp> die Kunſt der Feeen, ihre übernatürliche Wirkung, Zauber-K. <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 53.</biblScope></bibl> — <comp>Fēīn-:</comp> <bibl><author>Gervinus</author>  <title>Sh.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 182.</biblScope></bibl> — <comp>Fēūer-:</comp> Feuerwerks-K., Pyrotechnie: F. od. Chymie [vralt.]. <bibl><author>Leibnitz</author></bibl> <bibl><author>(Wackernagel</author> <biblScope>3, 1, 1010</biblScope> <title>Z. 30); Recept zu mehreren Feuerkünſten.</title></bibl> <bibl><author>Holtei</author>  <title>Jahr.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 219.</biblScope></bibl> — <comp>Gāūkel-:</comp> gaukleriſch täuſchende Kunſt, Blend-K.: Keine G. berückt <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>das Flammenauge, das ins Innre blickt.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>443b;</biblScope> <title>Wirkt der Hölle G. .. noch fort, uns ſinnverwirrend zu bethören?</title></bibl> <bibl><biblScope>461b;</biblScope> <title>Mit Gaukelkünſten zu täuſchen.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>34, 303 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Gedä́chtnis-:</comp> Mnemonik. — Gȫpel- <bibl><biblScope>[2c]:</biblScope> <title>Göpel.</title></bibl> — <comp>Hálb-:</comp> halbe Kunſt, ſo:</sense><sense n="1)">1) eine zwiſchen Handwerk u. Kunſt <bibl><biblScope>[1 d]</biblScope> <title>in der Mitte ſtehende Beſchäftigung: In ſeinem Handwerk, in ſeiner H., wie man es nennen will, [der Färberei].</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>39, 410; 23, 172; 29, 172 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) eine das Weſen der Kunſt nur halb erfaſſende Kunſt oder vielmehr After-K. <bibl><author>Kl.</author>  <title>Od.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 29.</biblScope></bibl> — <comp>Hánd-:</comp> Bez. kunſtvollerer Handwerke ꝛc. — <comp>Hängeſeil-:</comp> Bäuſchel-K. — <comp>Hāūpt-:</comp> hauptſächliche Kunſt, im Ggſtz. z. B. zur Hilfs-, Neben-K. ꝛc. — <comp>Hāūs-:</comp> zum Hausgebrauch dienend. <bibl><author>Goltz</author> <biblScope>1, 47.</biblScope></bibl> — <comp>Hēīnzen-:</comp> Bäuſchel-K. — <comp>Hērolds-:</comp> Heraldik (ſ. d.), Wappen-K. <bibl><author>Canitz</author> <biblScope>283.</biblScope></bibl> — <comp>Hílf-:</comp> die bei Etwas zur Hilfe dient, Aushilfs-K.: In der franzöſiſchen Oper iſt die Poeſie weniger die H. <bibl><author>L.</author> <biblScope>11, 152.</biblScope></bibl> — <comp>Hōf-:</comp> Kunſt, ſich bei Hof zu benehmen ꝛc.: Sie haben der biegſamen H. den ganzen Präſidenten [die Stelle] zu danken. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>195a;</biblScope> <title>Der mit verſchlagner H. ihn beherrſchte.</title></bibl> <bibl><biblScope>662a;</biblScope> <title>Hofkünſte</title></bibl> <bibl><biblScope>[1b]</biblScope> <title>und Intriguen.</title></bibl> — Höllen- <bibl><biblScope>[1g]:</biblScope> <title>hölliſche, teufliſche Kunſt: Mich hat H. getäuſcht! Mir ſandte | der Abgrund den verſteckteſten der Geiſter, | den lügenkundigſten ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>383b;</biblScope> <title>Durch Zaubertränke, | durch Höllenkünſte das Gemüth verwirrend.</title></bibl> <bibl><biblScope>408b.</biblScope></bibl> — Kápſel- <bibl><biblScope>[1b]</biblScope> <title>Büchſen-, Klupp-K., Waſſer-K., wo das Waſſer mittels Kapſeln gehoben wird.</title></bibl> — <comp>Kárten-:</comp> nam. in der M. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Kartenkunſtſtücke (ſ. d.).</title></bibl> — Káſten- <bibl><biblScope>[1b]:</biblScope> <title>Waſſer-K., wo das Waſſer mittels mehreren Kaſten gehoben wird.</title></bibl> — <comp>Klēīn-:</comp> kleine, kleinliche Kunſt: [Die Malerei] mit ihren froſtigen Spielereien, mit ihren welken Kleinkünſten <bibl><biblScope>[1 b].</biblScope></bibl> <bibl><author>Heine</author>  <title>Sal.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 114.</biblScope></bibl> — <comp>Klúpp-:</comp> Kapſel-K. — Magíſter- <bibl><biblScope>[1e].</biblScope></bibl> — <comp>Ménſchen-:</comp> Wo M. [menſchliches Können ꝛc.] nicht zureicht, hat der Himmel oft gerathen. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>508b.</biblScope></bibl> — <comp>Nāch-:</comp> Kunſt aus einer nachfolgenden, wie ,,Vor-K.“ aus einer vorhergehenden Zeit: Indem jene Kunſtliebhaber bei dem Fleiß, den ſie dem Kölner Dom gewidmet, ihre Aufmerkſamkeit zugleich auf die Vor- und N. richteten. <bibl><author>G.</author> <biblScope>26, 256.</biblScope></bibl> — <comp>Natūr-:</comp> auf natürlicher Anlage beruhend und daraus (gleichſam) von ſelbſt hervorgehend, im Ggſtz. der erlernten oder Schul-K.: Weibliche Naturkünſte [welche die Natur ſelbſt die Weiber gelehrt hat]. <bibl><author>W.</author> <biblScope>9, 117.</biblScope></bibl> — <comp>Nêben-:</comp> ſ. Haupt-, Hilfs-K. — <comp>Nōth-:</comp> eine Kunſt als Hilfsmittel in der Noth. <bibl><author>Rollenhagen</author>  <title>Froſchm.</title></bibl> <bibl><biblScope>112.</biblScope></bibl> — <comp>Paternóſter-:</comp> Bäuſchel-K. — Prōbe-, Probīēr-: die Kunſt den Metallgehalt nutzbarer Erze und den Feingehalt von Legierungen aus einer genommenen Probe zu beſtimmen. — <comp>Punktīēr-:</comp> die Kunſt, Etwas „auszupunktieren“ durch Punkte in der Aſtrologie und Chiromantie auszuforſchen. <bibl><author>G.</author> <biblScope>39, 80;</biblScope></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>4, 12.</biblScope></bibl> — <comp>Radīēr-:</comp> die Kunſt des Radierens (ſ. d.), nam. als eine Art der Kupferſtech-K., Atz-K. — <comp>Réchen-:</comp> die Kunſt des Rechnens: Wir können die Algebra in unſrer deutſchen Sprache mit gutem Fuge eine All-R. heißen, zumalen wenn man die Buchſtaben-R. mit dazu nimmt. <bibl><author>Chr.</author></bibl> <bibl><author>Wolf</author>  <title>Algebra</title></bibl> <bibl><biblScope>1550.</biblScope></bibl> — <comp>Rêde-:</comp> Rhetorik, Beredſamkeit ſ. o., auch übrtr.: In der R. der Augen wohl geübt. <bibl><author>W.</author> <biblScope>10, 105 ꝛc.;</biblScope> <title>ferner</title></bibl> <bibl><biblScope>[1b].</biblScope></bibl> — <comp>Sātans-:</comp> Höllen-, Teufels-K.: Die Satanskünſte ſchützen dich nicht mehr. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>465b.</biblScope></bibl> — Schāūfel- <bibl><biblScope>[1b]:</biblScope> <title>Waſſer-K., wo das Waſſer mittels Schaufeln gehoben oder ausgeſchöpft wird.</title></bibl> — <comp>Schēīde-:</comp> Chemie. — <comp>Schlēīer-:</comp> die Kunſt, Etwas zu verſchleiern: Mit freiem Blick zu ſehen, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>was vor dem armen Volke | die Sch. verſteckt.</title></bibl> <bibl><author>Tiedge</author> <biblScope>2, 202.</biblScope></bibl> — <comp>Schlúß-:</comp> die Kunſt, Schlüſſe zu ziehn, Logik (ſ. Denk-K.). <bibl><author>Muſäus</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 210.</biblScope></bibl> — <comp>Schūl-:</comp> ſ. Natur- K. — <comp>Schwárz-:</comp> ſchwarze Kunſt <bibl><biblScope>[1h</biblScope> <title>u. nam.</title></bibl> <bibl><biblScope>1 g]:</biblScope> <title>Ergab ich mich ganz ... Schwarzkünſten und chemiſchen Studien.</title></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>4, 12;</biblScope> <title>Die [Dämonen] haben wohl ein Stück von Sch. dich gelehrt.</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Roſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>73a;</biblScope> <title>Ohne Sch. und Magie.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 142 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Sétz-:</comp> nam. Kunſt der Tonſetzung. <bibl><author>W.</author> <biblScope>13, 204.</biblScope></bibl> — Stángen- <bibl><biblScope>[2a]:</biblScope> <title>Waſſer- K., wo das Waſſer mittels Stangen gehoben wird.</title></bibl> — <comp>Stéll-:</comp> (vralt.) Algebra. — <comp>Stích-:</comp> Kupferſtech- K. <bibl><author>G.</author>  <title>Zelt.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 234.</biblScope></bibl> — <comp>Strēīt-:</comp> Polemik. <bibl><author>Jahn</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>106.</biblScope></bibl> — <comp>Sympathīē-:</comp> Zauber-K. <bibl><author>Keller</author>  <title>gh.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 199.</biblScope></bibl> Táfchen-: Bäuſchel-K. — Tǟūſchungs- <bibl><biblScope>[1 b]:</biblScope> <title>Feind aller Täuſchungskünſte.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>17, 69.</biblScope></bibl> — <comp>Tāūſend-:</comp> eine ſich tauſend-, d. h. ſehr vielfach zu wenden wiſſende oder zeigende Kunſt und Geſchicklichkeit, wie ſie nam. dem Teufel, Kobolden ꝛc. zugeſchrieben wird (ſ. Tauſendkünſt-ig, -ler): Der leidige Satan .. mit ſeiner geſchwinden T., Mord und Lügen. <bibl><author>Mattheſius</author>  <title>Pr.</title></bibl> <bibl><biblScope>210;</biblScope> <title>An T. und Verwegenheit | und an Koboltgaukelein.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Ar.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 116 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Tēūfels-:</comp> Satans-K.: Er iſt gefroren [ſchußfeſt], mit der T. behaftet. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>398a</biblScope></bibl> — <comp>Trāūm-:</comp> Kunſt der Traumdeutung: Die T. träumt und alle Zeichen lügen. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>511b.</biblScope></bibl> — Trēīb- <bibl><biblScope>[2c]:</biblScope> <title>eine Vorrichtung, Erz aus den Schachten zu treiben oder zu fördern, inſonderheit</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Waſſergöpel</title></bibl> <bibl><author>Karmarſch</author> <biblScope>1, 177.</biblScope></bibl> — <comp>Úber-:</comp> übertriebne Kunſt: Nach Lohenſtein’ſcher Unnatur und Ü. <bibl><author>Prutz</author>  <title>GſchTh.</title></bibl> <bibl><biblScope>228;</biblScope> <title>Kehrte durch U. zur äußerſten Natur zurück ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>FSchlegel</author>  <title>GrR.</title></bibl> <bibl><biblScope>307.</biblScope></bibl> — <comp>Un-:</comp> z. B. (veralt.) Jgnoranz, Ungeſchicklichkeit ꝛc.: So ein Arzt aus Unfleiß oder Unk. Jemand mit ſeiner Arzenei tödtet. <bibl><author>Carolina</author>  <title>§</title></bibl> <bibl><biblScope>134 ꝛc.;</biblScope> <title>ferner: Die deutſche Schriftſtellerei, wie ſie in weiten Kreiſen getrieben wird, iſt die freie Unk. [grade des Gegentheil der Kunſt].</title></bibl> <bibl><author>Monatbl.</author> <biblScope>2, 227a,</biblScope> <title>ſ.</title></bibl> <bibl><author>W.</author>  <title>Luc.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 247 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Ūr-:</comp> urſprüngliche, uralte Kunſt: Jdealdichter, deren Jdeal Urſchrei der Wildnis und Urk. des wildkräftigen Mittelalters unter dem Namen Romantik römelte. <bibl><author>V.</author>  <title>Ant.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 353.</biblScope></bibl> — <comp>Vernúnft-:</comp> Denk-K. <bibl><biblScope>1:</biblScope> <title>Die V. oder Logik.</title></bibl> <bibl><author>Leibnitz</author> <biblScope>1, 376.</biblScope></bibl> — <comp>Vōr-:</comp> eine nam. als Entwicklungsſtufe einer andern vorangehende Kunſt, ſ. Nach-K. — <comp>Wāhn-:</comp> falſche, leere Kunſt, ſ. Wahnkünſtler. — Wáſſer- <bibl><biblScope>[2a].</biblScope></bibl> — <comp>Wínd-:</comp> vom Wind getriebne Waſſer-K. — <comp>Wíß-:</comp> (vralt.) Mathematik. <bibl><author>Leibnitz</author></bibl> <bibl><author>(Wackernagel</author> <biblScope>3, 1, 996),</biblScope> <title>dazu: Die Wißkünſtler, wie man Die, ſo mit der Mathematik beſchäftiget, nach der Holländer Beiſpiel gefüglich nennen kann. ebd.</title></bibl> — <comp>Wúnder-:</comp> wunderbare Kunſt. <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Haml.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 7.</biblScope></bibl> — Zāūber- <bibl><biblScope>[1g]:</biblScope> <title>Zauberei.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>433b;</biblScope> <title>Die Z. der Liebe.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>23, 312.</biblScope></bibl> — <comp>Zēīchen-:</comp></sense><sense n="1)">1) Kunſt des Zeichnens. — 2) (vralt.) Die Kabbala oder Z. <bibl><author>Leibnitz</author></bibl> <bibl><author>(Wackernagel</author> <biblScope>3, 1, 996).</biblScope></bibl> — u. v. ä.</sense></entry>
        </p>
      </entry>
    </body>
  </text>
</TEI>
